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Gesammelte Gedichte

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04762-5

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Erschienen: 13.03.2017
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"Der schafft Sprachbilder, wie ich sie sonst nirgends gelesen habe." Herta Müller

Als im Februar 1961 Johannes Bobrowskis erster Gedichtband „Sarmatische Zeit“ erschien, hatte der Schriftsteller nur noch wenige Jahre zu leben. Doch die knappe Zeit reichte ihm aus, um sich bis zu seinem Tod 1965 als einer der suggestivsten und bildkräftigsten Lyriker der deutschen Nachkriegsjahrzehnte zu etablieren. Obwohl in der DDR lebend, stießen seine Texte in beiden Teilen Deutschlands auf Anerkennung: Man machte in ihnen eine neue Art aus, sich zur Welt zu verhalten; seine Themen und Sprachgesten fanden in Lyrik und Prosa anderer Autoren ein vielfältiges Echo.
Inzwischen ist sein Werk weltweit verbreitet und in fast alle europäischen Sprachen übersetzt. Am 9. April 2017 jährt sich der Geburtstag des Schriftstellers zum 100. Mal. Zu diesem Anlass bringt die DVA die Gedichte Johannes Bobrowskis neu in einem Band heraus, ergänzt durch ein Nachwort des vielfach preisgekrönten Literaturkritikers Helmut Böttiger.

Helmut Böttiger bei 3sat zu Johannes Bobrowski

"Die Deutschen und der europäische Osten" - Rezension auf literaturkritik.de

"Der sarmatische Traum" - Helmut Böttiger über Johannes Bobrowski, deutschlandradio.de

»Wer den sprachlichen Glanz seiner Verse, die urtümliche Kraft seiner Bilder und die souveräne Eleganz seines Stils kennenlernen will, sollte diese Gedichtsammlung zur Hand nehmen.«

DIE ZEIT, Matthias Weichelt (06.04.2017)

Johannes Bobrowski (Autor)

Johannes Bobrowski wurde am 9. April 1917 in Tilsit geboren. Ab 1949, nach der Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, lebte er in Ostberlin, wo er als Lektor arbeitete. 1961 publizierte er seinen ersten Lyrikband "Sarmatische Zeit", der wie auch seine folgenden Bücher parallel in Ost- und Westdeutschland erschien. 1962 wurde ihm der Preis der Gruppe 47 verliehen, 1965 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis für den Roman "Levins Mühle". 1965 starb der Dichter in Ostberlin. Seine Texte sind in über 35 Sprachen übersetzt.

»Wer den sprachlichen Glanz seiner Verse, die urtümliche Kraft seiner Bilder und die souveräne Eleganz seines Stils kennenlernen will, sollte diese Gedichtsammlung zur Hand nehmen.«

DIE ZEIT, Matthias Weichelt (06.04.2017)

»Bobrowskis Bücher: Schockierend schön, frei von jedem Schmock, nie kitschig, nie verschwiemelt, so klar wie rätselhaft, Bücher voller Musikalität, Kraft und Liebe.«

Berliner Zeitung, Dirk Pilz (07.04.2017)

»Nach ihm hat es eine solch große Doppelbegabung in Gedicht und Prosa im deutschsprachigen Raum wohl nicht mehr gegeben.«

NZZ Neue Zürcher Zeitung, Tom Schulz (08.04.2017)

»Die große poetische Stimme aus dem mythischen Sarmatien«

Der Tagesspiegel, Michael Braun (04.04.2017)

»Zu bewundern ist die kraftvoll rhythmisierte lyrische Sprache, die Archaik mit Ultramoderne verbindet und Bobrowskis Lebensthema entfaltet – die Schuld der Deutschen, begangen an den Völkern Osteuropas.«

SWR - Bestenliste, Mai 2017 (01.05.2017)

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27.06.2017 | 20:00 Uhr | Bonn

Lesung und Gespräch mit Helmut Böttiger

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Mehr Infos

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 752 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-421-04762-5

€ 34,99 [D] | € 36,00 [A] | CHF 45,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: DVA Belletristik

NEU
Erschienen: 13.03.2017

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Poesie als sinnliche Rede

Von: Sandra Matteotti Datum: 02.05.2017

denkzeiten.com

Am 9. April 2017 wäre Johannes Bobrowski 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass hat die DVA seine Gedichte neu in einem Band verlegt. Der Band besteht aus drei Teilen:

- Die Gedichte: Sämtliche Gedichte, die Bobrowski selber herausgegeben oder für den Druck bestimmt hat
- Gedichte aus dem Nachlass
- Anhang

Die Gedichte umfassen den Gedichtband Sarmatische Zeit (1961), Schattenlandströme (1962), und Wetterzeichen (leider nicht mehr zu Lebzeiten publiziert, aber für die Publikation vorbereitet). Diese drei Gedichtbände stellen Bobrowskis Hauptwerk dar. Daneben existieren vereinzelte Gedichte, die an unterschiedlichen Orten publiziert, aber zu keiner Sammlung vereinigt worden waren.

Teil 2 des vorliegenden Bandes umfasst die Gedichte aus dem Nachlass. Darin enthalten sind Gedichte aus den Jahren 1935 – 1965. An ihnen lässt sich auch gut die Entwicklung Bobrowskis als Lyriker ablesen.

Den Abschluss macht ein umfangreicher Anhang, der einerseits ein Nachwort von Helmut Böttinger (Literaturkritiker) enthält, des Weiteren editorische Nachbemerkungen, Bobrowskis Lebensdaten sowie ein alphabetisches Gesamtverzeichnis.

Bobrowskis Lyrik
Bobrowski bezeichnete Poesie einst als „vollkommen sinnliche Rede“. Dichtung solle dabei nicht anheimeln, sie solle die Zeit zeigen, wie sie ist, nicht verschönernd, sondern mit all ihren Dissonanzen, Unruhen und Spannungen. Er selber verwirklichte das oft mit Stilmitteln wie der Inversion und des Enjambements. Beide durchbrechen den normalen Fluss der Sprache, setzen Akzente und bauen Spannungen auf. Beide können sie Dissonanzen verstärken und Disharmonie herstellen – das, was Bobrowski auch in der Welt sah und ausdrücken wollte.

Die Enjambements tragen also den Inhalt in die Form und verstärken ihn so. Indem das Enjambement die Versgrenze überschreitet, widerspricht es dem eigentlichen Sprachgefühl und hat so eine akzentuierende Funktion im Gedicht. Dasselbe gilt für die Inversion, bei welcher das Subjekt an den Schluss gestellt wird, Prädikat und Adjektiv ihre angestammten Plätze in der Syntax verlassen, so dass sich eine Spannung hin zum Subjekt aufbaut.

Trotz dieser Stilmittel sind Bobrowskis Gedichte oft in alten Gedichtformen verhaftet. Er legte grossen Wert auf Versmass und Metrum, es findet sich auch die klassische Ode in seinen Werken und Gedichte, die sich ganz offensichtlich an den alten Meistern orientieren. Trotzdem bewegt er sich inhaltlich in der Gegenwart.

Thema seiner Lyrik sind oft die Landschaften und Siedlungen Osteuropas, sind die Zeit und ihre Wunden durch den Krieg. Bobrowski war wies auf die Geschichichte und war dabei immer auch politisch. Er spielte eine einzigartige Rolle als Vermittler zwischen Ost und West, indem er auf eine Weise schrieb, die für den Osten eigentlich fast nicht denkbar schien.

In den Gedichten aus dem Nachlass finden sich aber auch leisere Töne. Gedichte über Blumen, die seine Sinnesschärfe und Beobachtungsgabe zeigen, die trotz leiser Töne auch ab und an kritische Zwischentöne mitklingen lassen, ohne dabei das schöne Bild zu stören.

Fazit:
Ein wunderbares Buch eines grossartigen Lyrikers. Laute und leise Töne, alte Formen und neue Inhalte, Poesie, die durchdringt, in der Form und Inhalt Hand in Hand gehen. Sehr empfehlenswert.

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