Gespräche mit Freunden

Roman

(6)

Bestseller Platz 11
Spiegel Hardcover Belletristik

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Frances und ihre Freundin Bobbi, Studentinnen in Dublin, lernen das gut zehn Jahre ältere Ehepaar Melissa und Nick kennen. Sie treffen sich bei Events, zum Essen, führen Gespräche. Persönlich und online diskutieren sie über Sex und Freundschaft, Kunst und Literatur, Politik und Genderfragen und, natürlich, über sich selbst. Während Bobbi von Melissa fasziniert ist, fühlt sich Frances immer stärker zu Nick hingezogen … Ein intensiver Roman über Intimität, Untreue und die Möglichkeit der Liebe, eine hinreißende, kluge Antwort auf die Frage, wie es ist, heute jung und weiblich zu sein.

»Ihre Bücher stolpern nie. Sie sind so scharfsinnig und elegant komponiert, dass man ihnen schon auf der ersten Seite verfällt.«

Carolin Würfel / DIE ZEIT (18. Juli 2019)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Zoë Beck
Originaltitel: Conversations with Friends
Originalverlag: Faber & Faber
Hardcover mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87541-5
Erschienen am  22. Juli 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Eine kleine Geschichte voller Hürden, Emotionen und der Suche nach dem ganz eigenen Weg zum Glück, mit Umwegen. Von der vielleicht wichtigsten neuen Stimme der Millennialliteratur - Gespräche mit Freunden von Sally Rooney in unserer Buchkritik!

Von: Dominik Schmidt

30.07.2019

Die irische Schriftstellerin Sally Rooney ist zumindest in der englischsprachigen Literaturwelt schon so etwas wie die Newcomerin der letzten Jahre, sowohl von der New York Times als auch dem Independent oder der Sunday Times gefeiert und ihr zweiter Roman Normal People stach in 2018 sogar Michelle Obamas Autobiografie als Buch des Jahres in Großbritannien aus. Doch was hat es mit der neuen Stimme der Generation oder wahlweise auch der wichtigsten Stimme der Millennialliteratur (Independent) auf sich?! Zur deutschen Erstveröffentlichung von Gespräche mit Freunden im Luchterhand Literaturverlag haben wir uns den Debütroman von Sally Rooney vorgenommen. Frances ist Studentin in Dublin, Scheidungskind, 20 Jahre alt, hübsch, intelligent und solo. Gemeinsam mit ihrer besten/Ex-Freundin Bobbi tritt sie bei Spoken-Word-Events auf und hat sich in der örtlichen Szene damit schon einen Namen gemacht – was die 37-jährige Journalistin und Fotografin Melissa auf sie aufmerksam macht. Sie lädt die beiden zu sich nach Hause ein und während sie mit Bobbi zu flirten beginnt, baut sich zwischen Frances und Melissas Mann Nick eine Spannung auf, die in einer Affäre mündet. Doch auch wenn sie zusammen eine gute Zeit haben, liebt Nick noch seine Frau, wobei es Frances stört, dass sie dieser Fakt stört. Ist sie nicht frei, jung und alternativ und findet ihre eigenen Wege und Wahrheiten? Die heutige Jugend ist so aufgeklärt wie keine zuvor, hat alle Möglichkeiten und versucht immer ihre eigenen Wege zu gehen – egal ob es um Kommunikation, Beziehungsformen, sexuelle Identität, Meinungen zum Weltgeschehen oder allgemein alles, aus ihrer Gefühls- und Wahrnehmungswelt geht. So ist Frances hoch gebildet, sensibel, selbstbewusst, hat eine starke Persönlichkeit und ein klares Weltbild – um aber im nächsten Moment alles zu hinterfragen, unsicher zu sein und unfähig mit ihren Gefühlen umzugehen. Ihr Verhältnis zu ihren Eltern, besonders zu ihrem Vater ist gestört und als es ihr schlecht geht ist sie auf einmal komplett allein – auch wenn sie mit Internet, Handy, Mails und Co so vernetzt ist wie wahrscheinlich wenige Generationen vor ihr. Während das Grundgerüst der Geschichte von Sally Rooneys Roman gefühlt schon sehr oft da war, ist es ihr unverblümter Schreibstil, der auch komplett auf die Abgrenzung von gesprochenem Wort zu Erzählung oder Gedachten verzichtet, der einem kaum mehr losläßt und einem das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt. Zuerst wirkt ihr Stil dabei schroff, die Sätze einfach flapsig auf die Seite geworfen, geradezu roh und auch die Form lässt einen teilweise zu Beginn erstmal Sätze mehrfach lesen. Doch nach wenigen Seiten schon ist man ganz diesem Stil verfallen und entdeckt an jeder Ecke neue Facetten an den Figuren, die sich irgendwie mit aller Macht aus vorgefertigten Charakter-Schablonen heraus entwickeln wollen, um dann im nächsten Moment zu stolpern, auseinander zufallen und alles in Frage zu stellen. Nicht zu unrecht wird Rooney daher auch immer wieder mit der amerikanischen Produzentin, Autorin und Darstellerin Lena Dunham verglichen, deren Figuren in ihrer HBO-Serie Girls ähnlich unperfekt ihren eigenen Weg suchen und deren Weg auch immer wieder gerade auch durch das Scheitern charakterisierend wird. Somit ist Gespräche mit Freunden eine kleine Geschichte voller Hürden, Emotionen und der Suche nach dem ganz eigenen Weg zum Glück, mit Umwegen.

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Gespräche mit Freunden

Von: Miss.mesmerized

26.07.2019

Mit einundzwanzig liegt die große Welt noch vor einem. So auch vor Frances, Litersturstudentin und angehende Schriftstellerin aus Dublin. Gemeinsam mit ihrer Freundin Bobbi tritt sie bei Poetry Slams auf, sie werden bewundert, bejubelt. Aber das ist nur wegen Bobbi, die sofort jeden verzaubert mit ihrer Schönheit und Offenheit. Neben ihr bleibt Frances blass, denkt sie. Als die Fotografin Melissa ihnen anbietet, ein Porträt über sie zu machen, öffnet sich eine neue Welt für die junge Frau aus bescheidenen Verhältnissen. Während die Uni in die Sommerpause geht, bewegen sich Bobbi und Frances sich plötzlich in der Welt der im Kunst- und Literaturbetrieb bereits Arrivierten. Scheu bewundert Frances diese Menschen, die sie um ihr Leben beneidet. Zurückhaltend und kühl erscheint sie, um ihre Unsicherheit und Selbstzweifel zu verdecken und doch interessiert man sich für sie, vor allem Nick, Melissas gutaussehender Ehemann, und völlig unvorbereitet wird Frances von ihren Gefühlen überrannt. Die irische Autorin Sally Rooney gilt als der neue Star am Literaturhimmel, das Feuilleton bejubelt sie und ihr Debutroman war gleich für mehrere Preise nominiert. Man kann nur spekulieren, wie viel von ihrer Protagonistin Frances selbst in ihr steckt, viele Parallelen liegen auf der Hand und eines lässt sich ganz sicher sagen: sie ist eine der stärksten Stimmen ihrer Generation, und das, was sie mit ihrem Debut abliefert, schraubt die Erwartungen an die folgenden Werke hoch. Einen Sommer und den Anfang des Herbstes begleitet die Geschichte Frances. Auch wenn die weiteren Figuren, Bobbi und vor allem auch das komplizierte Verhältnis von Melissa und Nick, durchaus auch viele interessante Aspekte liefern, so dreht sich doch allen nur um die Gedankenwelt der jungen Studentin. Viele Bücher gibt es, die die Unsicherheit einer jungen Frau, vor allem auch gegenüber älteren und selbstbewussteren Frauen, thematisieren. Rooney gelingt es aber insbesondere Frances‘ Gedankenstrudel einzufangen und dabei den Leser mitzunehmen. Man betrachtet sie nicht nur von außen, das Mädchen, das erst erwachsen werden und lernen muss, ihre Wirkung auf andere richtig einzuschätzen. Viel mehr hat man das Gefühl direkt in ihr zu stecken und die widersprüchlichen Emotionen mit ihr zu durchleben. Es ist ein besonderer coming-of-age Roman, der insbesondere durch das Milieu ein ganz eigenes Flair entwickelt. Frances‘ Reflektiertheit steht ihr bisweilen im Weg, alles zu analysieren und zu hinterfragen, hält sie bisweilen vom Leben ab und treibt sie in einen gefährlichen Strudel. An dieser Stelle hat mich die junge Autorin ganz besonders überzeugt: ihr ist es gelungen, psychische Ausnahmezustände und auch manifeste Erkrankungen in einer ausgesprochen unaufgeregten Weise in die Handlung einzubauen, so dass diese nicht als Determinante der Figur erscheinen und diese dadurch nicht als bemitleidenswertes Opfer gezeichnet wird. Charakter und Persönlichkeit treten nicht hinter diese zurück, sondern nehmen sie als eine Facette auf. Es genügen wenige Seiten und man wird von dem Sog, den der Roman entfaltet, mitgezogen. Ihr Stil ist ironisch bis metaphorisch und vor allem sehr reflektiert. Dazu bietet sie neben der Haupthandlung unzählige Themen und Denkanstöße, die die Breite ihres Repertoires nur noch weiter unterstreichen. Zweifelsfrei einer DER Romane 2019.

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Vita

Sally Rooney wurde 1991 geboren, ist in Castlebar, County Mayo, aufgewachsen und lebt in Dublin. Ihre frühen Arbeiten sind erschienen in The New Yorker, Granta, The White Review, The Dublin Review, The Stinging Fly, Kevin Barrys Stonecutter und der Anthologie Winter Pages. Sie studierte am Trinity College Dublin, zunächst Politik, machte dann ihren Master in Literatur. Sie war dort 2013 die Nr. 1 bei den European University Debating Championships. Rooneys Debütroman »Gespräche mit Freunden« war Book of the Year in Sunday Times, Guardian, Observer, Daily Telegraph und Evening Standard. Der Roman kam auf die Shortlist des Sunday Independent Newcomer of the Year Award 2017, des International Dylan Thomas Prize und des Rathbones Folio Prize 2018. Rooney war die Gewinnerin des Sunday Times/Peters Fraser & Dunlop Young Writer of the Year Award 2017, den u.a. auch Zadie Smith und Sarah Waters gewannen. Rooney ist inzwischen Redakteurin des irischen Literaturmagazins The Stinging Fly. Ihr zweiter Roman »Normal People« kam auf die Longlist des Man Booker Prize 2018, war Waterstones Book of the Year, ist auf der Shortlist des Costa Novel Award und gewann den An Post Irish Novel of the Year Award.

Zur AUTORENSEITE

Zoë Beck, geboren 1975, lernte Klavier und studierte Literatur. Nach diversen Film- und Theaterjobs arbeitet sie heute als Autorin und Übersetzerin. Für ihre Romane und Kurzgeschichten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Friedrich-Glauser-Preis.

zoebeck.net

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Pressestimmen

»Der ganze Hype ist in diesem Fall glücklicherweise komplett berechtigt«

Meredith Haaf / Süddeutsche Zeitung (20. Juli 2019)

»Es ist eine Geschichte über Liebe, Treue, Freundschaft, Ehrlichkeit, Kunst auch und Literatur. So frisch und frei geschrieben, so voller Leben, so inspirierend schön. Lesen!«

Katja Kraft / tz München (09. August 2019)

»Wenn in ›Gespräche mit Freunden‹ von Sally Rooney drei Frauen und ein Mann über Liebe, Sex und Freundschaft reden, wird man selbst zum Voyeur. Sogwirkung.«

Cosmopolitan (13. Juni 2019)

»Faszinierend wie Rooney die Ménage-à-quatre beschreibt und daneben noch Raum findet für hochaktuelle gesellschaftliche Themen.«

Kristina Appel / Emotion (08. Juli 2019)

»Schnörkellos und mondän ist die Sprache ihres Realismus, atemberaubend sind ihre Dialoge, die hin und her springen, sich aneinander hoch- und wieder herunterschrauben.«

Diba Shokri / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (21. Juli 2019)

»›Gespräche mit Freunden‹ ist ein Debütroman, der zärtlich und psychologisch feinsinnig von einem Lebensgefühl erzählt, das noch nach seinem literarischen Ausdruck sucht.«

Miriam Zeh / Deutschlandfunk (23. Juli 2019)

»Mit ihrem Verständnis von Weiblichkeit zeigt Sally Rooney eindrücklich, was es in der heutigen Zeit bedeutet Frau zu sein.«

Simone Schlosser / WDR 5 (20. Juli 2019)

»Die Irin Sally Rooney gilt als literarische Stimme der 20- bis 30-Jährigen.«

Frauke Fentloh / Focus (20. Juli 2019)