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Gotland Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87543-9

Erschienen: 20.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Eine streng katholische Mutter – Zahnärztin mit eigener Praxis neben einer Stiftskirche in Wien und einem fanatischen Glauben, der die Bibel gefährlich wörtlich nimmt. Was macht das mit dem Sohn? Mit einem jungen Mann, der sich nach einem Vater sehnt und allerlei Begierden entwickelt, je älter er wird? Er wird zu einem Suchenden, vor allem nach dem Tod der Mutter. Zu einem Fahrenden in Sachen Gott, den er in Gotland zu finden hofft, jenem fernen Sehnsuchtsort der Mutter, die immer behauptete, dort hätte sie seinen Vater kennengelernt. Ein unheimlicher, heiliger, jedoch auch wahnsinniger Ort…

Es gibt ihn, diesen Gott, der im Wasser schwimmt, der auf dem Wasser treibt und niemals untergeht, der allen, die am Ufer verharren, nachsieht und zuwinkt, es muss ihn einfach geben. Er scheint nah und zugleich fern, ein Schatten am Plafond, wie dunkel doch heut der Himmel ist, viel dunkler noch als die gekräuselte See, stumm die Fische darin und schwer sind ihre Bäuche.

Michael Stavarič am 3sat-Stand / Leipziger Buchmesse 2017 Zum Video

»›Gotland‹ ist ein literarisches Universum, ein wuchtiges Werk, in dem viel Kraft und Energie steckt, ein fantastischer, satirischer Roman. «

Alfred Komarek / ServusTV - literaTOUR (11.05.2017)

Michael Stavarič (Autor)



Michael Stavarič wurde 1972 in Brno (Tschechoslowakei). Er lebt als freier Schriftsteller, Übersetzer und Dozent in Wien. Studierte an der Universität Wien Bohemistik und Publizistik/Kommunikationswissenschaften. Über 10 Jahre lang tätig an der Sportuniversität Wien – als Lehrbeauftragter fürs Inline-Skating. Zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, zuletzt: Adelbert-Chamisso-Preis, Österreichischer Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur. Lehraufträge zuletzt: Stefan Zweig Poetikdozentur an der Universität Salzburg, Literaturseminar an der Universität Bamberg.

»›Gotland‹ ist ein literarisches Universum, ein wuchtiges Werk, in dem viel Kraft und Energie steckt, ein fantastischer, satirischer Roman. «

Alfred Komarek / ServusTV - literaTOUR (11.05.2017)

»›Gotland‹ ist ein wilder, poetischer Roman und anders als alles, was Michael Stavarič zuvor geschrieben hat.«

Sigrid Brinkmann / Deutschlandfunk Kultur (03.05.2017)

»›Gotland‹ ist ein beherztes Buch, das Werk eines Phantasten mit deutlichem Hang zum Skurrilen.«

Anna Katharina Laggner / Radio FM4 (02.05.2017)

»Michael Stavarič hat einen bizarren und doch stimmigen Roman vorgelegt, der durch seine Konstruktion genauso brilliert wie durch seine mutigen Erkundigungen ins Innere eines Beschädigten.«

Florian Baranyi / Ö1 (30.04.2017)

»Heute zählt der Glamour-Rocker unter Österreichs Literaten zur heimischen Autorenelite.«

Sigrid Smejkal / ORF 2 - heute leben (21.04.2017)

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30.06.2017 | 20:00 Uhr | Stuttgart

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Literaturhaus
Breitscheidstraße 4
70174 Stuttgart

Tel. 0711/2202173, hoellerer@literaturhaus-stuttgart.de

09.07.2017 | 11:00 Uhr | Hausach

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Korb Welzel
Ferdinand Reiß Straße 2
77756 Hausach

Tel. 07831/531 & 6177, info@korb-welzel.com

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Hausacher LeseLenz
77756 Hausach

info@leselenz.com

05.09.2017 | 16:00 Uhr | Wien

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Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft
Seckendorff-Gudent-Weg 8
1131 Wien

Tel. +43 1 878 38-0, direktion@bfw.gv.at

15.09.2017 | 19:00 Uhr | Maria Anzbach

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Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung der Mediathek Maria Anzbach – Amicinesbuch
Ehrengast: Landesrat Mag. Karl Wilfing

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Mediathek Maria Anzbach
Marktplatz 22
3034 Maria Anzbach

Tel. +43 2772 52481-40, mediathek@maria-anzbach.at

ORIGINALAUSGABE

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 21 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-630-87543-9

€ 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 20.03.2017

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Solider und interessanter Roman!

Von: Daniel Allertseder | WeLoveBooks Datum: 20.04.2017

welobo.com/

Meine Meinung

Wer ist eigentlich dieser Gott, über den alle sprechen? Wer kennt die Informationen über den Allwissenden, in welcher Gestalt taucht der Gott Abrahams auf? Werden die Fragen in Gotland geklärt; in der heiligen Stadt – der Hauptstadt Gotlands? Und was passiert mit einem Jungen, der in einem streng katholischen Haus aufwächst, eine katholische Schule besucht und rund um die Uhr mit Gott und der Bibel konfrontiert wird? Wir werden es erfahren, in Michael Stavarič’s »Gotland!«

Der Roman erzählt hauptsächlich von einem Jungen, dessen Name uns nicht bekannt ist, der mit seiner Mutter streng katholisch in einem Haus in Gotland lebt. Besagter Junge geht regelmäßig in die Schule, in den Gottesdienst, und verpasst eigentlich alles Wichtige, was für’s spätere Leben ausschlaggebend wäre, durch seine sich strikt an die Bibel haltende Lebensweise. Michael Stavarič nimmt uns auf die Reise zu einem Jungen, dessen Leben äußerst fromm und eintönig verläuft, dessen Mutter ihn leitet, und die Bibel ein wichtiges Symbol ist. Der Autor führt uns mit seinem verwobenen und literarisch hoch gesetzten Schreibstil auf eine Reise, bei der wir den Jungen begleiten. Seine Wahrnehmungen, abhängig von Gottes Vorstellungen, sind äußerst interessant! Ein Bursche, dessen Leben strikt nach Gottes Vorstellungen läuft – dabei außen vor Sexualität, Intimbereiche und Schambehaarung, und der Junge stellt sich Fragen, ist neugierig, wird immer mehr wissensdurstiger, fragt Mutter, Lehrer, Freunde – alles, was ihm verwehrt blieb. Wir begleiten den Jungen auf dem Weg zum Erwachsenwerden und freuen uns mit ihm, wenn er Wahrnehmungen außerhalb Gottes Vorstellungen entdeckt. Besonders traurig, als seine Mutter stirbt, und er den wahren Sinn des Lebens, bzw. seines Lebens sucht. Trotz alledem wird er zu einem »Suchenden, zu einem Fahrenden« im Auftrag Gottes, dem Allmächtigen.

Michael Stavarič hat mit seinem – wie bereits erwähnt – äußerst befriedigenden Schreibstil eine Geschichte eines jungen Mannes erzählt, welche mir sehr gefallen hat. Der Roman war in seinem Gesamtpaket ein interessantes Werk, welches die Parallelen zwischen Leben mit und ohne Gott aufzeigt, was daraus wird, wenn man seit Kinderschuhen Gott folgt und nach der Bibel lebt. Herr Stavarič nimmt kein Blatt vor den Mund, erzählt, als würde der Junge ein Tagebuch führen, als wäre dem Jungen überhaupt nicht bewusst, was er alles treibt und von was er redet. Amüsant sind auch die Entwicklungen der immer wieder kehrenden Nebencharaktere, und insbesondere die Entwicklung des Jungen. Leben nach der Bibel mag fromm und katholisch sein, dennoch aber keinesfalls erfüllt. Dies hat mir Herr Stavarič durch sein Buch gezeigt, und ich bewundere ihn dafür.

Fazit

Ein interessantes, solides Werk über Gott, einem Jungen und die Bibel, über die Suche nach dem Selbst und dem erfüllten Leben. Witzig, stark und authentisch. Gerne mehr!

Rezension: „Gotland“ von Michael Stavarič

Von: Irine Beridze Datum: 15.04.2017

https://readost.wordpress.com/2017/04/15/michael-stavaric-gotland/

Schon das Cover des Romans Gotland (Luchterhand) deutet auf eine düstere Geschichte hin. Das für einen Kriminalroman charakteristische Layout, in dem die Buchstaben des Titels im Moor zu versinken scheinen, schaffen schon ästhetisch einen passenden Vorgeschmack auf das Buch. Der Roman enthält mehrere Schichten und Ebenen, oder besser gesagt mehrere Romane in sich. Allein das Vorwort funktioniert durch seine skurrile Geschichte über einen frisch von seiner Recherchereise auf der Insel Gotland zurückgekehrten Schriftsteller, der sich in einer intensiven Schreibphase verliert. Als er die nächsten 20 000 Seiten an seine Verlegerin schickt, meldet sie sich nicht mehr und sobald er von ihrem Tod erfährt, wirft er sein Manuskript aus dem Fenster und setzt sich an eine neue Geschichte. Eben diese Erzählung ist der Roman, den wir nun lesen dürfen.

Gotland ist ein Ort, auf den sich Gott in allen Dingen, in den Menschen und in der Natur offenbart. Die Topographie der Insel gleicht mal dem Antlitz Gottes, mal dem Geschlecht einer Frau. Die in Ich-Form erzählten Kapitel folgen begrifflich der biblischen Schöpfungsgeschichte. So heißt der erste Teil des Buches „Genesis“ und die einzelnen Kapitel sind stark von den biblischen Stoffen, wie die Geschichte von Kain und Abel, beeinflusst. Mit dem zweiten Teil „Das Gutachten“ wird eine starke Zäsur in die Handlung des Romans eingeführt, da wir hier ein Gutachten des zuständigen Arztes über die Hauptfigur von Charles Hansson zu Lesen bekommen. In einer authentischen Fachsprache erfährt man von dessen Schizophrenie und von dem brutalen Mord an dessen Mutter. Auf dem ersten Blick ist dies eine Wendung durchaus konventioneller Art, aber die Leser sollten sich nicht täuschen lassen.

Zurück zur Schöpfungsgeschichte des Romans: Die Kindheit von Charles ist durch die permanente Existenz Gottes geprägt. Die alleinerziehende Mutter, die erfolgreich eine Zahnarztpraxis leitet, schwärmt stets von der Insel Gotland, auf der sie angeblich den Vater ihres Kindes kennenlernte. Die Figur des abwesenden Vaters ist eine intensive Sehnsuchtsquelle für das Kind. Zur Mutterfigur pflegt er hingegen ein ambivalentes Verhältnis, das mit der Zeit durch die perversen sexuellen Triebe geladen wird. Die Mutter dominiert seinen kompletten Handlungsraum. So muss er eine katholische Grundschule besuchen, ihre Zahnarztpraxis später übernehmen und überhaupt streng ihre Regeln folgen. Die Schule bleibt für ihn ein Raum der permanent unterdrückten Sexualität, die sich später in gewalttätigen Aktionen zeigt. Beeindruckend schildert der Ich-Erzähler den Endpunkt seiner Kindheit, der mit dem Gefühl des Aufwachens im Zusammenhang steht. Die Szene in einem Schwimmbad verändert etwas grundlegend in seinem Leben und ist damit einer der Schlüsselszenen des Romans. Als durch das Unwetter mehrere tote Tauben ins Wasser landen, beginnen die Kinder sie voller Spaß zu fangen. Zwei Mädchen, die den ersten Vogel herausholen können, geraten in Streit:

„[…] eine jede von Ihnen hatte sich einen der Flügel gekrallt, man schrie, zog und kreischte, keine wollte nachgeben… der Vogel wurde schließlich von den entfesselten Kräften auseinandergerissen. Sein Rumpf fiel auf die Fliesen, die Flügel, die in den Mädchenhänden verblieben, wurden triumphierend wie kleine Fähnchen geschenkt, ich weiß selbst nicht mehr, was mir in diesem Moment durch den Kopf schoss, es war ein weiteres, unumkehrbares Ende der sich mir entziehenden Kindheit, ein Schwimmbad hätte ich nach diesem Vorfall ohnedies nie wieder betreten.“

Die Insel gewinnt für die Hauptfigur immer mehr an Bedeutung. Sie wird zu einer Projektionsfläche für seine sexuellen Lüste, für Gottessuche und für die Erkenntnisse philosophischer Art. Sei es das Kruzifix in der Zahnarztpraxis seiner Mutter, das Jesus mit einem offenen Mund und sichtbarer Zahnreihe darstellt, oder das von ihm heimlich verhüllte Gesicht seiner Mutter beim Schlafen. Alles steht im direkten Zusammenhang mit Gott und seiner Existenz. Oft sind es sehr intime Momente, die das Kind mit der Mutter verbinden. In dieser unmittelbaren Nähe verbirgt sich aber auch unterschwellig die Gewalt, die sich erst später zeigt. Die folgende Szene schildert eindrucksvoll das intensive Mutter-Sohn Verhältnis:

„Ich erinnerte mich gut daran, dass ich wie eine übermütige, tapsige Katze zu ihr schlich, ganz leise, ihr ein hauchdünnes Seidentuch […] über Augen und Mund legte, dabei zusah, wie sich dieses sachte hob und senkte; im Tuch bildeten sich Vertiefungen, ein Relief von Mutter, wie sie dalag und ruhig weiteratmete. Du sollst dir kein Bildnis machen von Gott, hatte Mutter stets behauptet, und wenn du irgendwann etwas ganz Schlimmes tust, dann verhülle lieber schnell dein Gesicht, vor, während und nach der Beichte;“

Gotland ist ein Roman, der mehr als eine verstörte Mutter-Sohn-Beziehung darstellt. Zwar verliert man oft beim Lesen den roten Faden, trotzdem bleibt man in der besonderen Atmosphäre des Buches gefangen, die mit unheimlichen Passagen fast filmische Bilder schafft, die noch lange im Gedächtnis bleiben. Durch den zweiten Teil und dem Gutachten wird ein totaler Kontrast geschaffen, der durch das Heranziehen der vermeintlich authentischen Dokumente alles davor Erzählte in Frage stellt, aber zugleich ein Gefühl des Unheimlichen, des Gespenstischen vermittelt, das zutiefst beeindruckt.

von Irine

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