Gott wohnt im Wedding

Roman
Der neue Roman der Autorin von "Machandel"

Hardcover
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Ein Haus. Ein Jahrhundert. So viele Lebensgeschichten.

Alle sind sie untereinander und schicksalhaft mit dem ehemals roten Wedding verbunden, diesem ärmlichen Stadtteil in Berlin. Mit dem heruntergekommenen Haus dort in der Utrechter Straße. Leo, der nach 70 Jahren aus Israel nach Deutschland zurückkehrt, obwohl er das eigentlich nie wollte. Seine Enkelin Nira, die Amir liebt, der in Berlin einen Falafel-Imbiss eröffnet hat. Laila, die gar nicht weiß, dass ihre Sinti-Familie hier einst gewohnt hat. Und schließlich die alte Gertrud, die Leo und seinen Freund Manfred 1944 in ihrem Versteck auf dem Dachboden entdeckt, aber nicht verraten hat. Regina Scheer, die großartige Erzählerin deutscher Geschichte, hat die Leben ihrer Protagonisten zu einem literarischen Epos verwoben voller Wahrhaftigkeit und menschlicher Wärme.

»Ein Haus im Wandel der Zeiten, ein Jahrhunderthaus in der Utrechter Straße – in dem die glänzende Erzählerin Scheer ihre Protagonisten in Szene setzt und über deren Lebensgeschichten romanhaft tief in die Historie eintaucht.«


Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-328-60016-9
Erschienen am  25. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Gelungene Verknüpfung von fiktivem Roman mit Zeitgeschichte

Von: Waschbaerin

17.09.2020

Dass es sich bei dem Roman „Gott wohnt im Wedding“ von Regina Scheer um keine leichte Lektüre handelt, war mir, nachdem ich die Inhaltsangabe sowie die Leseprobe gelesen hatte, sofort klar. Dies ist nicht nur ein Roman, sondern es wird auch deutsche Geschichte erzählt. Der Roman beginnt mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses und schildert, welch buntes Völkchen in den folgenden Jahren unter seinem Dach beherbergt wird. Bereits der Baubeginn war mit vielen Problemen behaftet. Finanziell übernahmen sich nacheinander die unterschiedlichen Bauherrn und gingen pleite. Die Bauhelfer holte man sich aus der Schrippenkirche. Tagelöhner. Männer die dankbar waren für jeden Verdienst (S.87). Nach der Religion fragte niemand. Oder vielleicht hatte man auch nichts gegen Juden, von denen auch viele Kornhasen, also Obdachlose waren (S.88) Auf der Straße gab es eine ganz eigene Sprache. Wahrlich ein schwieriger Anfang. Doch das Haus stand später fest auf seinen Grundmauern. Überdauerte den schrecklichen Krieg, die vielen Menschen die dort ein- und auch wieder auszogen. Doch die Investoren der Neuzeit gaben ihm keine Chance. Der Wedding, ein Arbeiterviertel. Hierhin zieht es Leo Lehmann aus Israel, als er nach so vielen Jahren Deutschland einen Besuch abstattet, begleitet von seiner Enkelin Nira. Erbschaftsangelegenheiten müssen erledigt werden. Noch einmal will Leo dahin zurück, wo er aufwuchs und während des Krieges mit seinem Freund Manfred als U-Boot leben musste, damit sie in keinem KZ landen würden. Wir treffen auf Simon diese starke Persönlichkeit, der so mutig war und keine Angst zu haben schien den Unterdrückten zur Flucht zu verhelfen. Er, der den Krieg überlebte, aber später im Frieden keine Kraft mehr hatte weiter zu leben. Gerdrud, diese alte Dame, die ihr ganzes Leben in diesem Haus verbrachte, im Krieg Leo und Manfred immer wieder einen Schlafplatz überließ. Es sind schöne, als auch sehr traurige Erinnerungen, die Leo mit dem Leser teilt. Deutsche Geschichte eben, in ihrem Auf und Ab. Doch in dem Haus lebten viele Nationalitäten. Russinnen, die Flauschmäntel nähten und diese zurück ließen, als sie quasi über Nacht wieder verschwanden. Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Ländern, Rumänen und dann Sinti und Roma, die bereits vor dem Krieg hier lebten und auch später wieder. Ich muss gestehen, dass ich keine Ahnung von all den unterschiedlichsten Strömungen bei Sinti und Roma hatte. Sie hatten ihre deutschen Namen und dann ihre Rufnamen in ihrer eigene Sprache. Waren sie Deutsche, später Polen um dann wieder ausgebürgert zu werden um am Ende wieder die deutsche Staatsangehörigkeit zu bekommen. Für den Leser sind diese Kapitel sowohl sehr verwirrend als auch informativ. Äußerst angetan war ich bei der Erwähnung von Django Reinhardt. Vielen Musikliebhabern ist er noch heute ein Begriff. So viele Personen mit all den Namen, den weitreichenden und verschlungenen familiären Verbindungen, die man beim Lesen kaum auseinanderhalten kann. Zwischendrin hat dieses Buch auch einige Längen, so dass ich dachte "nicht noch einen anderen Zweig der Familie erwähnen". Manchmal war es etwas überfrachtet. Und trotzdem zog mich dieses Buch so sehr in seinen Bann, dass ich es zeitweise - insbesondere gegen Ende - nicht mehr aus der Hand legen konnte. Liebe, Wut, Hass und Verrat sowie Gewalt und Erpressung ereigneten sich innerhalb der Mauern dieses Hauses! Ein großes Lob an die Autorin Regina Scheer. Für dieses Buch muss sie eine intensive Recherche betrieben haben. Nur so ist es zu erklären, dass ihr mit diesem Roman eine überzeugende Verknüpfung von Zeitgeschichte und fiktiver Handlung gelang.

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...wenn Häuser erzählen könnten

Von: Martina Hajjam

05.06.2020

Wenn Häuser erzählen könnten - ja, dann kann eine Geschichte wie diese dabei herauskommen. Hier sind es mehrere Geschichten, teils aus der Sicht des Hauses, teils aus der Sicht der Protagonisten erzählt. Es ist mir zunächst schwer gefallen, mich auf den Stil einzulassen, es ist kein leicht nebenbei gelesenes Buch. Aber es ist dennoch interessant, wie sich die Geschichte eines Hauses mit dem ehemaligen und aktuellen Bewohner verbindet und zu sehen, wie deren Geschichten miteinander verwoben sind. Für alle, die jenseits einfacher Unterhaltungsliteratur eine gute Geschichte lesen wollen.

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Vita

Regina Scheer, 1950 in Berlin geboren, studierte Theater- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität. Von 1972–1976 arbeitete sie bei der Wochenzeitschrift «Forum». Danach war sie freie Autorin von Reportagen, Essays und Liedtexten und Mitarbeiterin der Literaturzeitschrift «Temperamente». Nach 1990 wirkte sie an Ausstellungen, Filmen und Anthologien mit und veröffentlichte mehrere Bücher zur deutsch-jüdischen Geschichte. Für ihren ersten Roman «Machandel» erhielt sie 2014 den Mara-Cassens-Preis.

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Events

18. Nov. 2020

Lesung

20:15 Uhr | Neubrandenburg | Lesungen
Regina Scheer
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21. Nov. 2020

Lesung

19:30 Uhr | Jena | Lesungen
Regina Scheer
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21. Feb. 2021

Matinee

11:30 Uhr | Kassel | Lesungen
Regina Scheer
Gott wohnt im Wedding

Pressestimmen

»Die Schriftstellerin Regina Scheer gibt, ohne dabei je in Pathos zu verfallen, mit ihrem lesenswerten Roman den Verlierern und Verfolgten eine Stimme.«

Hamburger Abendblatt, Jan Haarmeyer (15. Juli 2019)

»Ein bewegender Roman.«

HÖRZU (29. März 2019)

»Scheer erzählt ohne Pathos und ohne Sentimentalität, aber mit Wärme, Einfühlungsvermögen und Verständnis für jede ihrer Figuren.«

Neues Deutschland, Thomas Bruhn (25. Juli 2019)

»Regina Scheers neuer Roman ist großartige Literatur.«

Lesart. Unabhängiges Journal für Literatur, Frühlingsheft 01/2019, Lena Panzer-Selz

»Mit ihrer schwelgerisch-episch ausufernden und dennoch spannend erzählten Saga vom einstmals rotem Wedding, ist Regina Scheer ein großer Wurf gelungen.«

SAX (Dresdner Journal), C. David (01. August 2019)

»Regina Scheer, die für ihre dramatischen zeitgeschichtlichen Romane bekannt ist, hat meisterlich die Leben und Schicksale der von ihr geschilderten Personen in diesem Roman zu einem Epos von geradezu genialer literarischer Größe geschrieben.«

Delmenhorster Kreisblatt, Sabine Jünemann (22. Juli 2019)

»Regina Scheer mit einem gefühlvollen Roman Berliner Historie über Einheimische, Zugezogene, Verlierer, Verfolgte und Verachtete.«

Hellweger Anzeiger (16. März 2019)

»(...) ‚Gott wohnt im Wedding‘ ist ein so vielschichtiger wie praller Berlin-Roman, der Gegenwart und Vergangenheit auf vielen Ebenen miteinander verknüpft«

Jüdische Allgemeine, Frank Keil (21. März 2019)

»Regina Scheer ist ein bedeutender, aus Vergangenem schöpfender Gegenwartsroman gelungen und – so sei zu hoffen! – ein Roman, der in eine hellere Zukunft weist.«

Zweiwochenschrift Ossietzky, Walter Kaufmann (23. März 2019)

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