Gullivers Reisen

Roman

(8)
Hardcover
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Nie war er aktueller als heute – Swifts «Gulliver» in der gültigen deutschen Übersetzung zum Jubiläum!

Gullivers Reisen nach Lilliput und zu den Riesen kennt jedes Kind. Und doch ist Swifts Fantasy-Saga vor allem ein eindrucksvolles Leseabenteuer für Erwachsene – tiefsinnig, amüsant, subversiv und desillusionierend –, eine zeitlos gültige Generalabrechnung mit menschlicher Dummheit und Selbstüberschätzung, ja eine besonders frühe Form der Polit-Satire: Die mit unerschöpflicher Fabulierlust bis ins Detail realistisch gestalteten Erlebnisse Gullivers in fremden Reichen sind gespickt mit polemischen Seitenhieben auf Staat, Kirche oder Rechtswesen.

Zum 350. Geburtstag des Autors am 30. November 2017 erscheint Christa Schuenkes kongeniale Übersetzung nun in der neu gestalteten Manesse Bibliothek - für alle, die den Menschen immer noch für die Krone der Schöpfung halten. Ein Klassiker, wie er gegenwärtiger gar nicht sein könnte!

»Er hat nicht nur eine grandiose Satire auf zeitgenössische Politik und existenzielle Grundzustände geschrieben, sondern eines der besten Bücher überhaupt. Es ist so irritierend aktuell, dass einem mulmig zumute werden kann.«

Salzburger Nachrichten, Anton Thuswaldner (25. November 2017)

Aus dem Englischen von Christa Schuenke
Mit Nachwort von Dieter Mehl
Hardcover mit Schutzumschlag, 704 Seiten, 9,0 x 15,0 cm, 8 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-7175-2078-8
Erschienen am  20. November 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Gesellschaftssatire als fantastisches Reisetagebuch

Von: Gute Seiten Schlechte Seiten

14.01.2021

„Gullivers Reisen“ von Jonathan Swift führen seinen Namensgeber Lemuel Gulliver bekanntermaßen zu vielfältigen, fantastischen Begegnungen allerorts. In das Land der Lilliputaner über das der Riesen bis hin zu einer schwebenden Insel, auf der geistig große Ablenkung herrscht. Wissenschaftliche Projekte beschäftigen die nächste Station, Geister erscheinen darauffolgend und die Kehrseite von Unsterblichkeit erörtert die Insel Luggnagg. Als Letztes öffnen sprechende Pferde Gulliver die Augen über seine eigene menschliche, selbstzerstörerische Rasse und lassen ihn vor sich selber ekeln. Überspitzte, pure Satire an die Gesellschaft des 18. Jahrhunderts eint seine Reisen, zum Teil etwas langatmig als Reisetagebuch beschrieben, aber wie immer wunderschön in der neuen Bibliothek des Manesse Verlags.

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Ein Muss für jeden Leser und Nostalgiker

Von: Birgit Pirker

17.12.2020

Bei „Gullivers Reisen“ aus dem Manesse Verlag handelt es sich um die Originalausgabe aus dem Jahre 1726, die wenig mit der Kindergeschichte zu tun hat, die wir vermutlich alle aus unserer Jugendzeit kennen. Jonathan Swift hat hier ein sehr sozialkritisches Buch geschrieben, dass die Missstände der herrschenden Oberklasse und der Menschen im Allgemeinen auf den Punkt bringt. Eine Satire der Extraklasse! Der Wundarzt Lemuel Gulliver begibt sich auf vier Schiffsreisen und bei jeder gerät er in Seenot. Als erstes strandet er in Lilliput. Dort gilt er als Riese, da die Lilliputaner selbst nicht größer sind als sein Finger. Ich fand es beeindruckend, mit welchen subtilen Stilmittel Swift hier die damalige Regierung unter König Georg I. anprangert. Seine zweite Reise führt ihn nach Brobdingnag, ins Land der Riesen. Hier ist Gulliver nicht größer als eine Maus. Diese Geschichte ist großartig geschrieben, aber man benötigt viel Denkvermögen, um sich immer wieder die herrschenden Maße vorzustellen zu können. Das Gefühl, auf etwas hinunter zu schauen ist uns vertraut, aber nach oben zu schauen und selbst der Kleine zu sein, ist etwas ganz anderes. In Laputa, einer fliegenden Insel, lernt Gulliver Bewohner kennen, die sich fast ausschließlich mit naturwissenschaftlichen Problemen befassen und so gut wie keine zwischenmenschlichen Beziehungen mehr pflegen. Und könnt ihr euch noch an die „Yahoos“ erinnern? Das ist nicht nur eine der ersten Suchmaschinen des Internet. So werden die Menschen im Land der Hoyhnhnmms genannt, in dem die Menschen den Pferden (Hoyhnhnmms) untergeordnet sind. Für mich persönlich war dies die lehrreichste Reise. Die Lebensweise und das Verhalten der Hoyhnhnmms machen deutlich, wie der Mensch im Inneren tickt. Nicht unbedingt die schönste Erkenntnis! „Gullivers Reisen“ hat eine wunderbare Erzählstimme, ist aber durch seine langen und verschachtelten Sätze nicht leicht zu lesen. Wenn man sich aber an das Konstruierte erstmal gewöhnt hat, kann man die Geschichte in vollen Zügen genießen und kommt sehr schnell voran. Außerdem ziehen sich diverse Fußnoten durch das ganze Buch, hinter denen Erklärungen und Anspielungen die auf die soziale und politische Lage im damaligen England, aber auch auf den Autoren selbst hinweisen. Diese Anmerkungen sind Gold wert! Es ist ein ganz anderes, aber reizvolleres Lesen, als wir es heute üblicherweise gewohnt sind. Auch wenn Jonathan Swift in seinem Buch selbst mit erhobenen Zeigefinger durch die Welt läuft, merkt man im Laufe der Geschichte doch, dass auch er nur ein Kind seiner Zeit ist und bei Frauen, Dienern und anderen Ethnien, dieselben Denkmuster inne hat, wie sie zu seiner Zeit gang und gebe waren. Diese wunderschöne Ausgabe aus dem Manesse Verlag ist ein Muss für jeden Leser und natürlich auch für jeden Nostalgiker!

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Vita

Jonathan Swift

Jonathan Swift (1667–1745) studierte Theologie in Dublin und wurde anglikanischer Geistlicher. Mit zahlreichen Flugschriften und ersten satirischen Erzählungen nahm er Stellung zu kirchlichen und politischen Themen. «Gulliver's Travels», die 1726 zunächst anonym erschienen, wurden zu einem überwältigenden Publikumserfolg und machten ihn zum bis heute bedeutendsten englischsprachigen Satiriker.

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Christa Schuenke

Christa Schuenke, geboren 1948 in Weimar, studierte Englisch und Französisch in Leipzig und absolvierte ein Philosophiestudium in Berlin. Sie ist seit 1978 als literarische Übersetzerin aus dem Englischen und Amerikanischen aktiv. Einen Namen machte sie sich vor allem mit Klassikerübertragungen, darunter William Shakespeare, John Donne, Herman Melville, John Keats oder Edgar Allan Poe. Dafür wurde sie u.a. mit dem Christoph-Martin-Wieland-Preis und dem Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW ausgezeichnet. Christa Schuenke lebt in Berlin.

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Pressestimmen

»Der Manesse-Verlag hat der 2006 entstandenen, feinsinnigen Neuübersetzung von Christa Schuenke nun aus Anlass des 350. Geburtstags von Jonathan Swift eine edel gestaltete Neuausgabe gegönnt. Die ist im praktischen Liliput-Format aufgelegt und somit geeignet fürs Mitführen in (fast) allen Taschen.«

Weser Kurier, Iris Hetscher (30. November 2017)

»Aktuell wie eh und jeh und in einem heute noch beeindruckenden und aufrüttelnden Stil.«

DIE FURCHE (A), Brigitte Schwens-Harrant (30. November 2017)

»Was kann, was darf Satire ? Wenn sie, wie Swifts federleichte Prosa, von so überbordend wildem Witz, so scharfem Spott auf Kirche, Staat, Verwaltung und Justiz ist, einfach alles. Damit weitet sich Sozialsatire schlüssig bissig zur global genialisch gültigen Menschheitssatire. Er bleibt konkurrenzlos eine reine Lesefreude.«

Mannheimer Morgen, Erika Deiss (12. Januar 2018)

»Feinster Lesestoff, schönste Aufmachung. ... Die wundervollen Bände von Manesse begeistern die Leser seit Jahren, nicht anders ist es bei Gulliver, der vor fast 300 Jahren erstmals die Welt verzauberte.«

»Eine bissige Satire, mit der Swift seiner Zeit den Spiegel vorhält.«

Nürnberger Zeitung, Inga Kilian (29. Dezember 2017)

»Dieser Klassiker gehört in jeden Haushalt.«

HAZ Hannoversche Allgemeine Zeitung, Martina Sulner (09. Dezember 2017)

»Großartiger hätte man diesen so gegenwärtigen Klassiker kaum gestalten können als mit dieser Fassung aus der Manesse-Bibliothek.“«

Wilhelmshavener Zeitung (15. Dezember 2017)

»Es gelingt der Spagat einer historisierenden Übersetzung, bei der die rhythmisch angeordneten Worte keine Stolpersteine bilden, sondern einen Satzfluss generieren, der heutigen Lesern leicht von den Lippen geht. Komplettiert wird das Werk durch ein Nachwort Dieter Mehls, der den genialen Satiriker und sein Werk porträtiert und so den Geist des Werks final konzentriert. Zum 350. Geburtstag Swifts ist somit eine Ausgabe erschienen, die das Erbe eines Misanthropen mit Hang zur Nächstenliebe zum Lesevergnügen werden lässt.«

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