Heimat

Ein deutsches Familienalbum - Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020

Heimat
Hardcover
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Erneut nominiert für den Deutschen Jugendbuchpreis – Evangelischer Buchpreis – Förderpreis der Stadt Aalen – SWR-Bestenliste – Tagesspiegel-Bestenliste Comics – Silbermedaille der »Society of Illustrators« – Goldmedaille des Art Director Clubs USA – NBCC Award – Nominiert für den Grand-Prix des Comicfestivals Angouleme

Sie lebt seit fast zwanzig Jahren in New York, ist verheiratet mit einem amerikanischen Juden und fühlt sich deutscher als jemals zuvor. Woher kommt das? Und wer ist sie eigentlich? Die preisgekrönte, 1977 in Karlsruhe geborene Autorin und Illustratorin Nora Krug fragt sich, was Heimat für sie bedeutet, und unternimmt eine literarisch-grafische Spurensuche in der Vergangenheit ihrer Familie: Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? Wie kann man verstehen, wer man ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt? Ihre gezeichneten und handgeschriebenen Bildergeschichten fügt Krug mit Fotografien, Archiv- und Flohmarktfunden zu einem völlig neuen Ganzen zusammen. »Heimat« ist ein einzigartiges Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft. Ein Graphic Memoir, lebendig, wahr und poetisch erzählt.


Hardcover, 288 Seiten, 19,0 x 26,0 cm
mit Abb., durchgehend 4c
ISBN: 978-3-328-60005-3
Erschienen am  27. August 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Stark umgesetzte Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte

Von: _pfaffingers_bibliophilie_

07.09.2020

Worum geht´s? Nora Krug wurde wurde 1977 in Deutschland geboren und verarbeitet die Suche nach ihren Wurzeln in dieser Graphic Novel. Meine Meinung: Was für ein fantastisches Buch. Ich bin sehr angetan von den liebevollen und detaillierten Zeichnungen und der Suche der Autorin nach den Wurzeln ihrer Familie. Die Frage, die sie wohl am meisten beschäftige, versuchte die Autorin Jahre nach dem Tod ihrer Großeltern zu beantworten: Waren meine Großeltern Nationalsozialisten? Wie verhielten sie sich im Krieg? Welche Meinung hatten sie? Hatten sie eine Wahl? Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigt sich Krug und versucht eine Antwort zu finden. Und auch die Angst vor Wahrheit und Vergangenheit sind omnipräsent. Eine Deutsche, die nach Amerika ausgewandert ist und sich schämt, zu sagen, wo ihre Heimat ist. Begegnungen mit jüdischen Auswanderern und einer Schuld, die auf ihren Schultern lastet, nur aufgrund ihres Geburtslandes. Die Zeichnungen und Bilder sind liebevoll gestaltet und teilweise in Comicform präsentiert. Erinnerungen, Nachforschungen und Erzählungen wechseln sich mit Briefen und öffentlichen Dokumenten ab. Eine zerrüttete Familie, die nicht zuletzt durch Krugs Hartnäckigkeit wieder zueinander findet. Dieses Buch ist ein wahrer Schatz und ich konnte nicht aufhören, mich durch die Seiten zu lesen und war stellenweise richtig ergriffen. Fazit: Ein unglaublich berührendes und sehr persönliches Werk einer Deutschen, die sich mit dem Deutsch sein und der Vergangenheit auseinandersetzt.

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Belonging

Von: elena_liest

10.08.2020

"... und ich bin froh, dass ich all die Fragen gestellt habe, die ich hatte stellen müssen - dass ich zurückgekehrt bin und die Brotkrumen aufgesammelt habe, dass ich nicht aufgehört habe zu suchen, bis ich mir sicher war, dass keine mehr dort liegen, dass ich jetzt weiß, was ich zuvor nicht wusste: dass HEIMAT nur in der Erinnerung wiedergefunden werden kann, dass sie etwas ist, das erst zu existieren beginnt, wenn man es verloren hat." - Nora Krug, "Heimat: Ein deutsches Familienalbum" Nora Krug wurde 1977 in Karlsruhe geboren und wanderte vor etwa 20 Jahren nach Amerika aus. Seit 2007 lehrt sie in New York an der Parsons School of Design, ist mit einem jüdischen Kollegen verheiratet und hat eine dreijährige Tochter. Die Autorin konnte zeitlebens ein Gefühl nie wirklich abschütteln: die Schuld. Schuld vermischt mit Scham, das ist es, was sie häufig fühlt, wenn sie auf ihre deutsche Herkunft in Verbindung mit der NS-Zeit angesprochen wird. Oft versuchte sie, ihren deutschen Akzent zu verstecken, ihre Herkunft nicht preis zu geben. Aus diesen Gefühlen heraus und aus einem fehlenden Heimatgefühl begab sich Nora Krug auf Spurensuche in die Vergangenheit. Sie reiste nach Deutschland, führte etliche Interviews mit Zeitzeugen und deren Nachkommen, durchforstete Archive und alte Familienalben, stöberte durch Flohmärkte und erinnerte sich an lange zurückliegende Erlebnisse mit ihrer Familie. Aus diesem Sammelsurium an Eindrücken erschuf die Autorin über sechs Jahre hinweg diese wirklich außergewöhnliche Graphic Novel, oder, wie sie es nennt, "Graphic memoir". Auf knapp 300 Seiten gibt Nora Krug einen einzigartigen Einblick in ihre Vergangenheit. Dabei spricht sie immer von sich selbst aus der Ich-Perspektive, schildert ihren Weg durch das unwegsame Gelände der Erinnerungen und nimmt die*den Leser*in dadurch mit auf eine Reise, an deren Ende die Antwort auf die Frage steht, was Heimat eigentlich ist. Im Laufe der Graphic Novel wird die NS-Zeit beeindruckend aufgearbeitet, es wird gegen das Vergessen angekämpft und ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass sich die Erinnerung im Laufe der Zeit gewandelt hat. Oft wird verdrängt, dass die Mehrheit der Deutschen damals eben keine Oppositionellen, sondern Mitläufer waren - auch Nora Krugs Großvater hat sich nicht aktiv gegen das NS-Regime aufgelehnt, wie sie im Laufe ihrer Recherchen erkennen musste. Das Buch kommt relativ groß und als Hardcover daher, was ich sehr gelungen fand. So wurde der Eindruck eines "Familienalbums" auch durch das Format nochmals verstärkt. In der Graphic Novel vereinen sich dann alte Fotos, Abbildungen von Flohmarktfunden, Protokolle, Briefe, Postkarten und Zeichnungen sowie Text in der Schrift der Autorin zu einem tollen Leseerlebnis. Das einzige Manko war für mich, dass der Zeichenstil der Autorin nicht zu 100 % meinen Geschmack getroffen hat. Durch die vielen Illustrationen wurde das aber fast wieder wett gemacht. Ich kann das Buch also sehr empfehlen und möchte außerdem darauf hinweisen, dass es auch demnächst im Penguin-Verlag als (günstigeres) Paperback erscheint.

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Vita

Nora Krug, geboren 1977 in Karlsruhe, studierte Bühnenbild, Dokumentarfilm und Illustration in Liverpool, Berlin und New York. Ihre Zeichnungen und Bildergeschichten erscheinen regelmäßig in großen Tageszeitungen und Magazinen (u.a. »The New York Times«, »The Guardian«, »Le Monde diplomatique«). Sie ist Fulbright-Stipendiatin und erhielt zahlreiche Preise und Förderungen, u.a. der John Simon Guggenheim Memorial Foundation, der Pollock-Krasner Foundation und der Maurice Sendak Foundation. Krug ist Professorin für Illustration an der “Parsons School of Design” in New York und lebt in Brooklyn.

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Pressestimmen

»Eine Meistererzählung – so bewegend wie ein Roman, so tiefsinnig wie ein Sachbuch.«

stern (25. Oktober 2018)

»Eine gewaltige Collage...erstaunlich leicht und unsentimental.«

Die Zeit, Ilka Piepgras (16. August 2018)

»Hier erfindet ein Buch seine eigene Gattung.«

Die Zeit, Ursula März (22. November 2018)

»Nora Krug zeigt, wie fragil das deutsche Heimatgefühl ist.«

Brigitte Woman (10. Oktober 2018)

»Diese Familiengeschichte ist ein Appell gegen das Vergessen.«

ARD, Titel, Thesen, Tempramente (02. September 2018)

»Die wunderschön gestalteten Seiten des Buches mit seinen Collagen, Zeichnungen und persönlichen oder auf Trödelmärkten gesammelten Erinnerungungsstücken ziehen einen sofort in ihren Bann.«

DB Mobil (Ausgabe 9/2019) (01. September 2019)

»Geschichtsunterricht, ganz anders, sehr gut.«

hr2, Alf Mentzer (11. Dezember 2018)

»Ein Kunstwerk mit einer ganz großen erzählerischen Wucht.«

»Aufschlagen und sich festschmökern. Gerne mit Familie.«

BR24, Judith Heitkamp (01. November 2018)

»‘Heimat‘ ist das Ergebnis einer Tiefenrecherche, bei der eigene Erinnerungen und überlieferte Familiengeschichte nur der Anfang einer Suche nach Antworten sind.«

Der Tagesspiegel, Lars von Törne (30. August 2018)

»Ein beeindruckendes Bilderbuch für Erwachsene.«

Augsburger Allgemeine Zeitung, Stefanie Wirsching (23. Oktober 2018)

»Geschichte zum vielschichtigen Erleben.«

rbb, Die Literaturagenten (04. November 2018)

»Intensiver Blick auf die Familiengeschichte: Nora Krug hat mit 'Heimat' ein großartiges, eindrucksvolles Buch herausgebracht.«

Badische Neueste Nachrichten, Michael Hübl (08. September 2018)

»Ein sensibles und zugleich erschütterndes Zeugnis der Vergangenheitsbewältigung.«

Münchner Merkur (01. Dezember 2018)

»Eine hochoriginelle und eindringliche Graphic Novel, die auf vielen Ebenen funktioniert . Ein Buch, das so informativ ist wie Geschichte und so bewegend wie ein Roman.«

Financial Times

»Krug hebt mit ihrem Bestreben, die Geschichte des 20sten Jahrhunderts, den Holocaust, ihre deutsche Abstammung und den Platz ihrer Familie in all dem zu verstehen, die Grenzen zwischen Comics, Scrapbooking und Collagen auf.«

The Boston Globe, Best Books of 2018

«Heimat ist ein überraschend ehrliches Buch, das eine erschütternde – und unwiderstehliche – Recherche über den Überlebenskampf der eigenen Familie mit den Kräften der Geschichte zu verbinden weiß. Ich konnte nicht aufhören zu lesen, und als ich fertig war, konnte ich nicht aufhören, darüber nachzudenken. Krug erzählt in gewisser Weise von uns allen.»

»Wir sollten dieses Buch sofort auf den Lehrplan aller Schulen heben. (...) Ich weiß nicht, wie wir bisher ohne dieses Buch auskommen konnten: Es hat gefehlt.«

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