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Hexensaat Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-8135-0675-4

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Erschienen: 17.04.2017
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Alles ist Illusion – Margaret Atwoods Verneigung vor dem großen Bühnenmagier William Shakespeare

Felix ist ein begnadeter Theatermacher und in der Szene ein Star. Seine Inszenierungen sind herausfordernd, aufregend, legendär. Nun will er Shakespeares „Der Sturm“ auf die Bühne bringen. Das soll ihn noch berühmter machen – und ihm helfen, eine private Tragödie zu vergessen. Doch nach einer eiskalten Intrige seiner engsten Mitarbeiter zieht sich Felix zurück, verliert sich in Erinnerungen und sinnt auf Rache. Die Gelegenheit kommt zwölf Jahre später, als ein Zufall die Verräter in seine Nähe bringt.

In ihrem brillanten Roman schafft die große kanadische Autorin Margaret Atwood mit der Figur des Theaterdirektors Felix ein würdiges Pendant zu Shakespeares Prospero aus „Der Sturm“, jenes Zauberers, der als ein Selbstporträt des alternden Barden aus Stratford-on-Avon gilt.

"Shakespeare im Gefängnis" - kurier.at über Margaret Atwoods "Hexensaat"

»Das ist ihre wahre Meisterleistung in ‚Hexensaat‘. Atwood hat ‚Der Sturm‘ runderneuert.«

Kurier (A), Peter Pisa (15.04.2017)

Margaret Atwood (Autorin)

Margaret Atwood, geboren 1939, veröffentlichte bisher über 40 Bücher, darunter „Der Report der Magd“, das Kultbuch einer ganzen Generation. Daneben hat die mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnete Autorin auch als Cartoonistin, Illustratorin, Librettistin, Dramatikerin und Puppenspielerin gearbeitet. Ihr Werk ist inspiriert von Märchen, Mythen, Umwelt- und Zukunftsfragen.

„Shakespeares Sturm ist eigentlich ein frühes Multi-Media-Stück. Ich bin sicher: Würde der Barde heute leben, so würde er alle special effects nutzen, welche die Technologie inzwischen zu bieten hat. Außerdem war dieses Stück für mich besonders verlockend, weil Shakespeare hier so viele Fragen einfach offen lässt. Was für ein – anstrengendes! – Vergnügen es doch war, sich damit auseinanderzusetzen.“

»Das ist ihre wahre Meisterleistung in ‚Hexensaat‘. Atwood hat ‚Der Sturm‘ runderneuert.«

Kurier (A), Peter Pisa (15.04.2017)

Aus dem Englischen von Brigitte Heinrich
Originaltitel: Hag-Seed
Originalverlag: Hogarth

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-8135-0675-4

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Knaus

NEU
Erschienen: 17.04.2017

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Modern und mitreißend von Anfang bis Ende

Von: Sarahs Bücherregal Datum: 26.04.2017

https://sarahs-buecherregal.blogspot.com

Felix Phillips war einst ein gefeierter Theaterregisseur, bevor er von seinem Konkurrenten Tony abgesägt wurde. Zurückgezogen lebt er allein in einem kleinen Häuschen im Nirgendwo und sinnt auf Rache. Jahre später sieht er seine Chance gekommen, Shakespeares „Der Sturm“, der ihm damals von Tony weggenommen wurde, neu aufzuführen und Tony und seinen anderen Gegenspielern darin eine ganz besondere Rolle zukommen zu lassen.
Margaret Atwood thematisiert in ihrer Neuinterpretation von Shakespeares „Der Sturm“ das Stück gleich doppelt: Zum einen lässt sie es durch die Hauptfigur neu inszenieren, zum anderen gleicht die ganze Geschichte Shakespeares Original. Das Streben nach Rache, das Auftreten von Geistern oder eingebildeten Personen, gestrandet an einem seltsamen Ort, all das zeichnet Felix Leben ebenso wie das Stück, das er zur Aufführung bringt. Atwood setzt all das in einer Erzählung um, die einen von der ersten Seite an fesselt und mitreißt, wobei es völlig unwichtig ist, ob man den Stoff des „Sturms“ vorher schon kennt oder nicht. „Hexensaat“ ist teil der Hogarth Shakespeare Projekts und meiner Meinung nach bisher die beste Umsetzung von Shakespeares Stoff. Das Buch ist spannend, sehr modern und die Autorin schafft es auf bewundernswerte Weise, den Inhalt des Originals gleich doppelt in ihrem Werk zu spiegeln und so sowohl Original als auch ihrer Interpretation genug Raum zu geben.
Margaret Atwood Roman „Hexensaat“ ist eine unglaublich faszinierende Neubearbeitung von Shakespeares „Der Sturm“, die einen als Leser regelrecht einsaugt. Mich hat die Geschichte einfach nicht mehr losgelassen und ich konnte nicht aufhören, weiterzulesen. Meiner Meinung nach ist dies eine großartige Umsetzung von Shakespeares Grundidee!

Krötenhauchig gut!

Von: LiteraturReich Datum: 20.04.2017

literaturreich.wordpress.com

„Die Arbeit an diesem Buch hat mir ein großes Vergnügen bereitet (…)“ verrät Margaret Atwood in ihrem Dank am Ende von „Hexensaat“. Man glaubt es gerne, sprüht dieser Roman doch vor Einfällen, schrägen Ideen und genialen Transformationen von Motiven aus der Welt Shakespeares.
Zur Erinnerung: Die englische Hogarth Press bat anlässlich des 400. Geburtstags William Shakespeares namhafte Autoren um eine Umsetzung eines von ihnen zu wählenden Stücks des großen Dramatikers. Daraus entstand „The Hogarth Shakespeare Project“, das auf Deutsch im Knaus Verlag veröffentlicht wird und in dem bereits Adaptionen von Jeanette Winterson („Der weite Raum der Zeit“), Howard Jacobson („Shylock“) und Ann Tyler („Die störrische Braut“) erschienen sind.
Die kanadische Autorin Margaret Atwood wählte für sich „The Tempest“, den „Sturm“ aus.
Zugleich frei und doch sehr eng an der Vorlage siedelte sie das Geschehen im zeitgenössischen Ontario an. Der geniale Kniff ist hierbei das „Stück im Stück“, denn Atwood lässt uns die Inszenierung, Einübung und Aufführung von „The Tempest“ mitverfolgen. Es ist aber keine x-beliebige Aufführung. Ihr Regisseur, Felix Phillips, der das Drama in einer Justizvollzugsanstalt im Rahmen eines Resozialisierungsprogramms inszeniert, ist seinerseits ein moderner Prospero, der damit auch seine eigenen Rachepläne verfolgt.
Wir erinnern uns: In Shakespeares romantischem Stück, in dem es von Zauberern, Hexen, Elfen und Trollen nur so schwirrt, wurde der Herzog von Mailand, Prospero, seinerseits zaubermächtig und nach dem Tod seiner geliebten Frau alleinerziehender Vater der kleinen Tochter Miranda, von seinem intriganten Bruder Antonio entmachtet und in einem klapprigen Kahn aufs Meer verbannt. Prospero und Miranda können sich auf eine einst von der Hexe Sycorax bewohnte Insel retten, auf der immer noch deren missgestalteter Sohn Caliban haust. Ariel, ein Luftgeist, ist Prospero dort zu Diensten und so leben die beiden lange Jahre dort recht friedlich, auch wenn Prospero finstere Rachepläne schmiedet. Lediglich Calibans angeblich gewaltvolles Begehren gegenüber der heranwachsenden Miranda muss Prospero Einhalt gebieten, indem er diesen einsperrt und versklavt. Eines Tages werden Schiffe mit Bruder Antonio, König Alonso von Neapel und dessen Sohn Ferdinand vor der Insel gesichtet. Prospero, der seinen Tag der Rache gekommen sieht, entfesselt einen Sturm und lässt die Schiffe zerschellen, die Besatzung auf seiner Insel stranden. Wie bei Shakespeare gewohnt kommt es nun zu allerlei Verwicklungen und Konflikten, am Ende löst sich aber, wie in seinen Komödien üblich, alles zum Guten.
Wunderbar ist es nun der Entwicklung dieses Theaterstücks mit der ungewöhnlichen Theatergruppe zu folgen. Originelle Inszenierungsideen wechseln mit tiefgründigen Einblicken in das Geschehen im Stück. Originell ist zum Beispiel die „Lehreinheit“ Was geschieht danach? Was passiert mit den Protagonisten, nachdem das Schiff von der Insel fortgesegelt ist? Ein wenig sitzt der Leser mit am Seminartisch, das ist sehr erhellend, aber auch sehr amüsant.
Aber auch außerhalb des Stückes verkörpert Regisseur Felix Philipps seine Prospero-Figur, das wird kaum verhüllt, seine kleine Tochter, die mit drei Jahren an Hirnhautentzündung verstarb, ihre Mutter war da auch noch nicht lange im Grab, hieß Miranda. Auch Felix wurde von seinem Kollegen Anthony (!) unsanft aus seiner Intendantenrolle bei einem Theaterfestival verdrängt. Nach seinem Rückzug in Trauer und Eremitentum in einer heruntergekommenen Hütte in der Provinz Ontario leitet er nun seit einigen Jahren dieses Theaterprojekt. Und wie dem Shakespeareschen Prospero kommt auch für ihn der Moment der Rache, als seine alten Widersacher, mittlerweile in der Politik erfolgreich, die von ihm inszenierte Tempest-Aufführung zu Wahlkampfzwecken besuchen wollen. Seine Rachepläne sind ein wenig enttäuschend, als sie dann endlich offenbar werden, ein wenig vorhersehbar und auch reichlich unglaubwürdig. Aber wir befinden uns mit ihnen in einem Umfeld der Fabelwesen, in dem Luftgeister und Trolle ihr Wesen oder Unwesen treiben, Mirandas Geist stets um ihren Vater herum ist und Zauber in der Luft liegt. Und so kann Felix nicht nur seine Ehre wieder herstellen und seinen Feinden ordentlich in den Karren fahren, sondern auch das Theaterprojekt langfristig sichern und seinen „Knastbrüdern“ manch Hafterleichterung verschaffen. Vielleicht kann er sich nun auch endlich von seiner Trauer um Miranda lösen. Und: wartet da nicht sogar eine neue liebe?
Margaret Atwood jongliert bis zum Schluss aufs Schönste mit ihren Ideen, wirbelt die Motive umher, verflicht sie miteinander, schafft neben der zweiten mindestens auch noch eine dritte Ebene, auf der man das Geschehen betrachten kann, spielt mit großem Vergnügen mit der Sprache, reimt, rappt und flucht, dass es das Zeug hält, alles in schönster Shakespeare-Manier. (Ein besonderes Vergnügen ist es bestimmt, diesen Roman im englischen Original zu lesen) Das macht bis zum Ende einen Riesenspaß und ist zugleich eine ehrerbietige Verneigung vor dem großen englischen Barden. Zugleich kommt mit Felix großer Trauer um seine kleine Tochter, mit seinem Festhalten, der Schwierigkeit, sie loslassen zu können auch ein zartes, trauriges und berührendes Motiv ins Buch. Wunderbar, Mrs. Atwood! Sie sind eine hurensohnmäßig gute Schriftstellerin!

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