Höllensturz

Europa 1914 bis 1949

(3)
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Europa am Abgrund

Das europäische zwanzigste Jahrhundert war geprägt von kriegerischen Auseinandersetzungen. Europa erlebte gewaltige Turbulenzen, die Hölle zweier Weltkriege in der ersten Jahrhunderthälfte und tiefgreifende Veränderungen.

Der britische Historiker Ian Kershaw erzählt in einem meisterhaften Panorama die Geschichte dieses Kontinents vom Vorabend des Ersten Weltkriegs bis in die Zeit des beginnenden Kalten Kriegs Ende der vierziger Jahre, nachdem die europäische Zivilisation an den Rand der Selbstzerstörung gelangt war. Ethnische Auseinandersetzungen, aggressiver Nationalismus und Gebietsstreitigkeiten, Klassenkonflikte und die tiefe Krise des Kapitalismus waren die treibenden Kräfte, die Kershaw dabei besonders in den Blick nimmt. Neben den großen Entwicklungslinien in Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft schildert er auch immer wieder Erlebnisse und Erfahrungen einzelner, die einen Eindruck geben vom Leben im Europa der ersten Jahrhunderthälfte.

»Ein flammendes Plädoyer für Europa, gerade in den Zeiten einer gefährlichen Erosion der europäischen Idee.«

Der Spiegel (03. September 2016)

Originaltitel: To Hell and Back. Europe 1914 - 1949
Originalverlag: Allen Lane / Penguin Random House UK
Hardcover mit Schutzumschlag, 768 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
mit Abbildungen
ISBN: 978-3-421-04722-9
Erschienen am  12. September 2016
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Das beste Sachbuch in dieser Richtung

Von: Petra Donatz aus Solingen

06.12.2016

Klappentext Europa am Abgrund Das europäische zwanzigste Jahrhundert war geprägt von kriegerischen Auseinandersetzungen. Europa erlebte gewaltige Turbulenzen, die Hölle zweier Weltkriege in der ersten Jahrhunderthälfte und tiefgreifende Veränderungen. Der britische Historiker Ian Kershaw erzählt in einem meisterhaften Panorama die Geschichte dieses Kontinents vom Vorabend des Ersten Weltkriegs bis in die Zeit des beginnenden Kalten Kriegs Ende der vierziger Jahre, nachdem die europäische Zivilisation an den Rand der Selbstzerstörung gelangt war. Ethnische Auseinandersetzungen, aggressiver Nationalismus und Gebietsstreitigkeiten, Klassenkonflikte und die tiefe Krise des Kapitalismus waren die treibenden Kräfte, die Kershaw dabei besonders in den Blick nimmt. Neben den großen Entwicklungslinien in Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft schildert er auch immer wieder Erlebnisse und Erfahrungen einzelner, die einen Eindruck geben vom Leben im Europa der ersten Jahrhunderthälfte. Der Autor Ian Kershaw, geboren 1943, war bis zu seiner Emeritierung Professor für Modern History an der University of Sheffield und zählt zu den bedeutendsten Historikern der Gegenwart. Seine große zweibändige Biographie Adolf Hitlers gilt als Meisterwerk der modernen Geschichtsschreibung. Meine Meinung Story Wie kam es zum Ersten Weltkrieg? Warum waren die Länder Europas so erpicht darauf in den Krieg zu ziehen. War das Attentat auf den österreichischen Thronfolger wirklich der Auslöser. Warum wurde Deutschland bestraft. Und was führte schließlich zum Zweiten Weltkrieg? Wie konnte die NSDAP an die Macht kommen? Und warum haben die anderen Länder nicht schon viel früher interveniert um den Krieg zu verhindern, wo schon bei Hitlers Machtübernahme die Zeichen auf Krieg standen? Der Renommierte englische Historiker, der schon mit seiner Hitler Biografie für Furore gesorgt hat, erklärt in diesem Werk die Ereignisse und gibt antworten auf diese und viele andere Fragen. Schreibstil Das Buch ist gut verständlich und man kommt trotz einiger Fremdwörter zu einem flüssigen Lesen. Kershaw hat das Buch chronologisch aufgebaut. Im Wechsel erklärt er die Situation in den einzelnen Ländern. Er schildert sehr aufschlussreich, wie die Menschen den Krieg erlebten und was er ihnen brachte, bez abverlangte. Ausstattung Das Buch enthält zwei Bildteile mit insgesamt 30 Abbildungen, dazu kommen mehrere politische Karten Europas zu den einzelnen Epochen. Ein über 30 Seiten langer Anhang mit ausgewählter Literatur, sowie ein Sach und Namensregister runden das 766 seitige Werk ab. Fazit Nehmen wir es vorweg, ich denke, dass Ian Kershaw wiedermal ein Buch geschrieben hat, das Maßstäbe setzten, könnte. Kershaw versteht es wie kein Zweiter die Ereignisse von 1914 bis 1949 dazustellen und dem Leser nahezubringen. Sehr ausgewogen erklärt er die jeweilige Situation in den Ländern Europas. Das Werk ist ein Sachbuch, bei dem es eine Freude ist, es zu lesen, ja Ian Kershaw versteht es sogar, eine gewisse Spannung reinzubringen. Im Gegensatz zu nahezu allen anderen Büchern über den ersten oder Zweiten Weltkrieg hört sein Werk nicht mit der Kapitulation Deutschland auf, sondern geht noch weiter und er erklärt, wie es nach den jeweiligen Kriegen weiterging. Sehr anschaulich vermittelt er ein Bild der jeweiligen Klassen. Das Buch ist der erste Teil einer zweibändigen Reihe und man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Meine Empfehlung wäre: Das Buch als Schulbuch rauszubringen der interessierte Schüler weiß nach Lektüre des Werks, was man über die Geschichte Europas wissen sollte. Das beste Sachbuch, das ich je gelesen habe. Ich vergebe volle fünf von fünf Leseratten/Sternen und eine absolute Leseempfehlung. Autor: Ian Kershaw

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Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, glänzend erzählt

Von: Michael Lehmann-Pape

14.10.2016

Es hätte, was die erzählerischen und sprachlichen Qualitäten Kershaw´s angeht, der Vorgabe des Verlages nicht unbedingt bedurft, Fußnoten aus dem fließendem Text des Werkes zu verbannen (nur das ausführliche Literaturverzeichnis zeigt in aller Breite auf, wo Kershaw´s Quellen und Grundlagen zu finden sind). Aber diese Vorgabe nutzt Kershaw, um einen noch erzählerischeren, kompakten, frei fließenden und sprachlich hervorragend, in Teilen fast wie einen Roman zu lesenden, Stil vorzulegen, der allein schon die Lektüre dieses Buches zu einer wahren Freude werden lässt. Zweiteilig angelegt bietet der emeritierte Historiker in diesem ersten Band die Konzentration auf die Ereignisse von 1914 bis 1949. Wobei das nicht ganz zutrifft, denn auch die großen Entwicklungslinien des 19. Jahrhunderts, die aufkommenden Unruhen, die sich zu sicher wähnenden Führer der Welt, die Probleme starker Minderheiten in Machtsphären und vieles mehr führt Kershaw an und rüstet den Leser damit bestens aus, all die Ereignisse, die folgten, in einem klaren Bezugsrahmen zu verstehen. Antisemitismus, Nationalismus, Schieflage des Kapitalismus, das Aufstreben Russlands, die Fantasien von „Weltherrschaft“ beim deutschen Kaiser (und später bei Hitler), es sind zudem auch soziale Verwerfungen, gesellschaftliche „Haltungen“ (wie gerade der Antisemitismus in Frankreich und anderen Orten der Großreiche), welche bereits den ersten Weltkrieg mitbedingten (der nicht „zufällig“ oder durch gravierende Fehlentscheidungen oder eine dumme „Nibelungentreue“ des deutschen Kaisers gegenüber Österreich entstanden ist). Und das gleiche gilt für das Werk „nach hinten heraus“. Nicht die Zäsur der Kapitulation ist für Kershaw der natürliche Abschluss dieser Jahre des Abgrundes der Zivilisation, sondern die Jahre bis 1949, bis zu einer „Neuordnung“ der Welt und einer sich klar abzeichnenden „Frontenstellung“ der Siegermächte bilden Endpunkt dieser zerstörerischen Jahre und Einstellungen und zugleich den Wendepunkt und Neustart in Europa. Vier Linien sind es, die Kershaw dabei ebenso klug wie überzeugend wie detailliert durch die chronologisch gesetzten Hauptkapitel und die darunter thematisch orientierten Unterkapitel von Beginn an setzt. Zunächst erfolgte, trotz des real wachsenden Wohlstandes und vermehrt „internationaler Beziehungen“, die Entfaltung eines ethnisch -rassistischen Nationalismus. Eine schon Ende des 19. Jahrhunderts vorliegende Strömung in Europa, die durch den unsäglichen revanchistischen Abschluss des ersten Weltkriegs aufgeputscht und „salonfähig“ wurde. Eng verzahnt mit diesem ersten Ursprung, der zum zweiten Weltkrieg eine klare Linie aufzeigt, sind erbitterte, unversöhnliche territoriale Revisionsforderungen. Aus den Trümmern alter Großreiche neue Nationen zu formen und dabei die Strömungen innerhalb starker ethnischen Minderheiten in den einzelnen Staaten kaum zu berücksichtigen. Allen voran Italien, zwar Siegermacht, aber in den Zielen territorialer Erweiterung massiv enttäuscht und damit offen für stark nationalistische Strömungen, die im Faschismus ihren (traurigen) Höhepunkt dann fanden. Dazu gesellte sich ein zweites „Doppelpaar“ von Entwicklungen. Der durch die Revolution in Russland eine Form, ein Gesicht, einen „Staat“ erhaltender Klassenkampf, verbunden mit einer langanhaltenden Krise des Kapitalismus. Zwar war die Welt vor dem ersten Weltkrieg „global“, dennoch aber hatten weite Teile der Bevölkerung Europas kaum am riesigen Warenumschlag profitiert, die „Schere“ zwischen arm und reich war enorm, was sich gerade in den Weimarer Jahren und den Wirtschafskrisen jener Zeit zu einer gefährlichen Mischung entwickelte. Mit dem Bolschewismus lag nun eine sichtbare, staatliche „Alternative“ vor Augen, welche die Klassenkämpfe auf die Straßen und in die Auseinandersetzungen der Staaten mit hineinbrachte. Dass dabei bestimmte, konkrete Kräfte, gerade das deutsche Kaiserreich, bei dieser Entwicklung eine aktive und kriegstreibende Rolle einnahm, dass hier keine „Zufälle“ oder „unglückselige Verkettung“ die Welt an den „ersten Abgrund“ führten, auch das stellt Kershaw eindeutig und mit hervorragenden Argumenten dar. Wie er ebenso den Machtaufstieg Hitlers und die Abläufe, aber auch inneren Haltungen der handelnden Personen auf dem Weg zum und im zweiten Weltkrieg auf den Punkt erläutert. Schon bei der Betrachtung dieser vier Grundlinien, auf die Kershaw immer wieder rekurriert (und die er scheinbar mühelos aus allen denkbaren Perspektiven des damaligen Europa reflektiert) und diese aufzeigt im Verlauf der Jahrzehnte, die er in den Mittelpunkt rückt, zeigt sich, dass durchaus aktuelle Bezüge nicht von der Hand zu weisen sind. Die Kershaw mit herausarbeitet und damit aus der Geschichte der Gegenwart eine deutliche Warnung zukommen lässt. Denn gerade die Ungleichheit zwischen Volk und Fürsten, Eliten sorgt für einerseits sozialen Sprengstoff (der sich im Antisemitismus u.a. ein Ventil suchte), und andererseits eine hohe Unzufriedenheit mit dem „Ist-Zustand“, der demagogische Steilvorlagen bot, die an vielen Orten gesehen und genutzt wurden. Da ergeben sich vielfache Parallelen zur Gegenwart und zu aktuell auftretenden Strömungen, die nationalistisch, teils rassistisch und von tiefem Misstrauen gegen die „Entscheider“ mehr und mehr geprägt wird. Und das in ganz Europa. Glänzend erzählt, die großen Linien aufzeigend, ohne zu versäumen, in wichtigen Fragen in die Tiefe zu gehen, ist dies ein hervorragendes, auch für interessierte Laien ohne Abstriche zu empfehlendes Buch. Das nicht den Anspruch erhebt, Geschichte ganz neu darzustellen, sondern auf dem Boden einer sehr breiten historischen Forschung eine Gesamtschau darstellt, die Hand und Fuß aufweist.

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Vita

Ian Kershaw, geboren 1943, zählt zu den bedeutendsten Historikern der Gegenwart. Bis zu seiner Emeritierung war er Professor für Modern History an der University of Sheffield, seine große zweibändige Biographie Adolf Hitlers gilt als Meisterwerk der modernen Geschichtsschreibung. Für seine Verdienste um die historische Forschung wurde Ian Kershaw mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung und der Karlsmedaille. 1994 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 2002 wurde er zum Ritter geschlagen. Bei DVA sind außerdem von ihm erschienen »Hitlers Freunde in England« (2005), »Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg« (2010) und »Das Ende« (2013). Der erste Teil seiner großen Geschichte des 20. Jahrhunderts in Europa, »Höllensturz« (2016), ist ein hochgelobter Bestseller.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Ein Meisterwerk. […] Das Kunststück, eine ganz Europa umfassende Darstellung vorzulegen, sozusagen vom Atlantik bis zum Ural, ist voll gelungen.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung (13. September 2016)

»Kann man als Einheit erzählen, was sich vor allem durch Vielheit auszeichnet? Man kann, Ian Kershaw führt es auf ebenso eindrückliche wie elegante Weise vor.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung (14. Oktober 2016)

»Ian Kershaws Buch ist ein Lehrbuch im besten Sinne. Es lehrt, wie Geschichte erzählt werden kann, wie Geschichte erzählt werden sollte.«

Süddeutsche Zeitung (26. September 2016)

»Eine souveräne Darstellung, die jedem Leser beweist, dass Analyse und Erzählung dieser so verdichteten Jahrzehnte einem einzelnen Historiker heute noch immer möglich sind.«

Die Zeit (06. Oktober 2016)

»Das Buch kommt zur rechten Zeit.«

Literarische Welt (17. September 2016)

»Dieses glänzend geschriebene Geschichtswerk ist denen zu empfehlen, die die Europäische Union für überflüssig halten.«

die tageszeitung (18. Oktober 2016)

»Ein Werk, das viele anspruchsvolle Leser finden wird und auf lange Zeit Gültigkeit beanspruchen darf.«

NZZ am Sonntag (25. September 2016)

»Pflichtlektüre.«

3sat „Kulturzeit“ (20. Oktober 2016)

»Nach der Lektüre wissen alle Zweifler, warum Europa sich als Einheit verstehen muss, will es sich nicht politisch aufgeben.«

Badische Zeitung (14. September 2016)

»Ian Kershaw hat ein Buch geschrieben, das eindringlich zeigt, wie notwendig die Idee eines Europas war und ist, das nationalstaatliche Egoismen überwindet und die soziale Frage angeht.«

Deutschlandfunk "Andruck" (12. September 2016)

»Ein meisterhaft erzähltes Panorama Europas auf dem Weg in den gemeinsamen Untergang.«

Kleine Zeitung (09. Oktober 2016)

»Nicht nur wegen des Brexit ist ‚Höllensturz‘ eine Lektüre, die Geschichtsvergessenheit als schweren Fehler erscheinen lässt.«

SWR2 (12. September 2016)

»Gespenstisch prophetisch und aktuell.«

Sächsische Zeitung (28. September 2016)

»Sein Stil ist bestens lesbar, ganz ohne akademische Verkrampfung und Fußnotengeplänkel, aber nie simplifizierend.«

SWR2 "Forum Buch" (25. September 2016)

»Kershaw hat eine meisterhafte historische Collage geschaffen, die souverän und detailliert die verschiedenen einzelstaatlichen Entwicklungen Europas zu einem eng verwobenen Gesamtbild zusammenfügt.«

Deutschlandradio Kultur "Buchkritik" (26. September 2016)

»Ein sensationelles Geschichtsbuch: flüssig geschrieben, meisterhaft komponiert, klug strukturiert und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.«

Die Presse (A) (17. Dezember 2016)

»Ein Geschichtsbuch wie ein spannender Roman, bei dem man außerdem eine Menge lernen kann.«

Hamburger Abendblatt, 02.09.2016

»Was soll man denn am meisten an diesem Buch bewundern?«

NDR Kultur (12. September 2016)

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