Ich komme mit

Roman

Hardcover
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»Das Leben ist ein Geschenk. Man kann's nur einmal auspacken.«

Wie die alte Vita und der kranke Lazy über das Leben philosophieren und dabei zu Freunden werden.


Seit 42 Jahren wohnt Vita Maier in dem Haus in der Torstraße 6. Als junge Mutter ist sie hier eingezogen. Doch längst ist der Sohn aus dem Haus, der Mann unter der Erde. Für ihren Nachbarn, den Studenten Lazy, ist Vita die Alte von oben, denn für Lazy gibt es nur seine Freundin Elsie. Doch so plötzlich, wie die Liebe kam, und ebenso heftig, kommt die Krankheit. Sie verscheucht Elsie und die Zukunft. Im Treppenhaus liest Vita einen mageren, erschöpften Lazy auf und nimmt ihn zu sich, um ihn mit Wurstbroten aufzupäppeln. Eine ungewöhnliche, lustige und seltsam innige Freundschaft entsteht. Dann kommt der Tag, an dem ein neues Blutbild die Zuversicht kaputt macht. »Ich steige aus«, sagt Lazy. »Ich komme mit«, sagt Vita. Und so begeben sich zwei Lebensmüde auf eine verrückte letzte Reise.

Liebevoll ausgestattete Ausgabe mit Leinenrücken und Lesebändchen. (Gilt nur für die gebundene Ausgabe.)
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»geistreich, verspielt und mit erstaunlich viel Humor«

Luzerner Zeitung (09. September 2018)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover, Halbleinen, 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-336-54797-5
Erschienen am  27. August 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wunderschön!

Von: miss_lia48

05.12.2018

INHALT: Die 72-jährige Vita wohnt seit viele Jahre in der Torstraße 6. Ihren in Australien lebenden Sohn hat sie schon lange nicht mehr gesehen. Und zu den anderen Mitbewohnern im Haus hat sie bis auf eine Ausnahme keinen großen Kontakt. Möchte sie auch gar nicht. Im gleichen Haus wohnt unter ihr Lazy, 20 Jahre und Student, welcher derzeit im siebten Himmel schwebt. Seit er mit Elsie zusammen ist, kann er nur noch an sie denken. Doch als er sehr krank wird, ist Elsie plötzlich fort. Seinen Mitbewohner zieht es nach Mexiko. Und er hat niemanden mehr. Da begegnen sich eines Tages Vita und Lazy im Treppenhaus. Vita beschließt den krank aussehenden Lazy mit zu sich zu nehmen. Dieser kommt ab sofort öfter zum Essen und mit der Zeit entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Jung und Alt. ("Zwei allein sind besser als einer allein (...)" (S.101)) Als es Lazy gesundheitlich immer schlechter geht, beschließen sie sich gemeinsam auf eine letzte Reise zu begeben... MEINUNG: Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten geschildert. Die Autorin hat tolle Figuren erschaffen, die einerseits sehr unterschiedlich sind, andererseits aber auch einige Dinge gemeinsam haben. Vita wirkte auf mich anfangs etwas nüchtern und kühl. Anderen Menschen mit Freundlichkeit und Fürsorge zu begegnen, ist eigentlich nicht ihre Art. Doch als sie auf Lazy trifft, lernt man eine andere Seite von ihr kennen und die fand ich ganz wunderbar! Auch Lazy war anfangs eher verschlossen. Seiner Erkrankung begegnet er mit einer Portion schwarzem Humor. Er war mir sehr sympathisch. Großartig dargestellt fand ich die Beziehungs-Entwicklung zwischen Vita und dem deutlich jüngeren Lazy. Diese hat mich immer wieder berührt. Andere Themen wie Sterben, Krankheit, Alter und die philosophische Auseinandersetzung mit dem Leben, regten zum Nachdenken an und konnten mich nachwirkend innerlich bewegen. Auf den Schreibstil musste ich mich auf den ersten Seiten erst einmal einlassen. Der Text beinhaltet viele knappe Sätze, wodurch er auf mich erst mal etwas nüchtern wirkte. Hinzu kamen hin und wieder ein paar Kraftausdrücke von Lazy. Aber als ich mich daran gewöhnt hatte, entstand mit der Zeit eine einzige Wortgewalt, die sicherlich auch durch die wunderschönen philosophischen Elemente entfacht wurde. FAZIT: Die sprachliche Gestaltung in Verbindung mit bewegenden Themen, philosophischen Anteilen und tollen Protagonisten, machten diese Geschichte für mich besonders und zu einem absoluten Herzensbuch! LIEBLINGSZITAT: "(...) es gibt verschiedene Stillen - eine mit ein bisschen Meer drin, eine mit ganz wenig Grille und eine mit Palmblattflüstern -, die mag ich auch." (S.53)

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Wundervolle Geschichte über die Schönheit und Tragik des Lebens

Von: Friedelchen

06.10.2018

"Frau Gress vom Nachbarhaus sagt "Ich kann nicht klagen", wenn man sie fragt, wie's geht. Vita sagt das nie. Wenn sie klagen könnte, würde sie. Aber erstens hat sie das Klagen nie gelernt, und zweitens wüsste sie nicht, worüber sie klagen sollte. Mir geht es gut, sagt sie. Gut heißt, es geht mir so, wie es einem in meinem Alter und in meiner Situation zu gehen hat. Vieles ist schlecht, aber das ist normal, und normal ist gut." (S. 29) Lazy ist gerade einmal 21 Jahre alt, als sein Leben durch die Diagnose Leukämie völlig aus den Fugen gehoben wird. Gerade erst hat er sich doch zum ersten Mal unsterblich verliebt und zu studieren begonnen und schon soll sein Leben, wenn es nach der Krankheit geht, wieder vorbei sein. Als eine Therapie ums andere fehlschlägt, beschließt er, auszusteigen. Und ausgerechnet seine stets korrekte 72-jährige Nachbarin Vita, die den jungen Mann immer mehr unter ihre Fittiche genommen hat, beschließt, ihn dabei zu begleiten. Erneut beweist der Wunderraum Verlag, dass er nicht nur mit einer wundervollen Gestaltung, sondern auch mit einem Händchen für außergewöhnliche Geschichten glänzen kann. Denn hach, was für eine herzerwärmend schöne, lebenskluge, aber auch melancholische Geschichte hat sich mir hier geboten. Angelika Waldis erzählt in Ich komme mit eine ungewöhnliche Freundschafts- und Lebensgeschichte, die den Wert, aber auch die Tragik des Lebens zeigt. Vita wohnt seit über vierzig Jahren in ihrer Wohnung in der Torstraße, hat dutzende Mieter kommen und gehen sehen, hat erlebt, wie sich ihr Viertel langsam wandelt, während ihr Leben in ruhiger Eintönigkeit an ihr vorbeigezogen ist. Viele Jahre lebt sie nun schon allein, nachdem ihr Mann gestorben und ihr Sohn ins unerreichbar ferne Australien gezogen ist. Als da eines Tages der dürre Student aus dem ersten Stock sichtbar blass und erschöpft im Flur sitzt, sackt sie den jungen Mann spontan ein und päppelt ihn mit Wurstbroten wieder auf. Fortan ist Lazy ein täglicher Gast bei Vita und wird immer mehr Teil ihres Lebens. Bis Lazy ihr offenbart, dass er keine Lust mehr auf den Zirkus aus bangem Hoffen und quälenden medizinischen Behandlungen hat, zu dem ihn seine Leukämie-Erkrankung zwingt. "Ich steige aus", sagt Lazy. Und Vita beschließt, ihn zu begleiten... In sanften Tönen und mit ruhiger Art erzählt die Autorin hier von der Schönheit und auch Tragik des Lebens. So betrachten wir durch Vitas Augen das Leben aus Sicht einer alten Frau, deren beste Jahre hinter ihr liegen und an der jeder Tag ereignislos vorbeirinnt, ohne ein Ziel vor Augen. Ihr Highlight sind die Klatschgeschichten ihrer Nachbarin oder dann und wann ein Brief von ihrem Sohn. Ihre Äußerungen und Ansichten wirken sehr abgeklärt, ehrlich und realistisch und die Lebensmüdigkeit und Monotonie spricht zu Beginn quasi aus jeder Zeile. Demgegenüber steht der sprudelnde Übermut und Rebellionsgeist der Jugend, den Lazy verkörpert. Er bringt ordentlich Schwung in Vitas sonst so ruhiges Leben und wird schnell zu ihrem Lebensmittelpunkt. Und so war es für mich auch nicht verwunderlich, als sie beschließt, Lazy bei seiner letzten Reise zu begleiten. Auch wenn beide lebensmüde sind, sind sie jedoch nicht blind für die Faszination, die das Leben darstellt. So erzählen sich Vita und Lazy beide gegenseitig in teils skurrilen, teils sehr eindrücklichen Bildern, was Leben für sie eigentlich bedeutet. „Leben ist Wärme im Hundeohr“, sagt Lazy zum Beispiel und Vita entgegnet „Leben ist Melodie erkennen im Summen des Kühlschranks“. Beide sind ganz wunderbare Charaktere, die mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen sind und der Generationenunterschied zwischen ihnen war sehr spannend dargestellt. Es war wirklich herzerwärmend zu sehen, wie die beiden sich gegenseitig beeinflussen und voneinander lernen - ein gelungenes Beispiel für generationenübergreifendes Zusammenleben :-) Auch wenn die hier angesprochenen Themen nicht gerade nach Gute Laune- oder Wohlfühlliteratur klingen, war die Geschichte doch auch humorvoll und motivierend. Ich habe beim Lesen stets mitgefiebert und mitgelitten und war gespannt, ob die Geschichte wirklich den tragischen Ausgang nimmt, der sich von Anfang an ankündigt. So hat der Wunderraum Verlag mir wieder einmal ein wunderbares, zu Herzen gehendes Leseerlebnis beschert, das ich euch sehr gerne weiterempfehle.

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Vita

Angelika Waldis, geboren 1940, machte mit ihrem Mann viele Jahre lang das wegweisende Schülermagazin »Spick«. Mit sechzig begann sie, Bücher zu schreiben. Sie lebt bei Zürich.

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Zitate

»Dieser Roman macht lese- und lebenssüchtig.«

Elisabeth Evertz, Westdeutsche Allgemeine Zeitung (25. August 2018)

»Waldis erzählt leicht und ohne Rührseligkeit, aber stets sehr realistisch. Besonders lesenswert machen den Roman auch die liebenswürdigen Personenzeichnungen.«

20 Minuten (28. August 2018)

»Ich habe dieses Buch geschrieben, weil es mich wundert, wie bedingungslos Freunde sich beistehen können – bis über die Lebensgrenze hinaus.«

Angelika Waldis

Weitere Bücher der Autorin