Im Wartezimmer der Unsterblichkeit

Ein Reisebericht aus der Welt von morgen

Hardcover
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Humboldt und Giuliani wären Freunde gewesen

Der Journalist Alberto Giuliani macht sich auf eine Reise, den Tod zu überwinden. Gleich zwei Wahrsager, eine alte Frau am Baikalsee und ein indischer Brahmane, prophezeien Roberto Giuliani als junger Mann, dass er im Alter von 43 Jahren den Tod finden werde. Für viele Jahre denkt er nicht weiter darüber nach. Giuliani wird ein erfolgreicher Journalist und Fotograf, heiratet, bekommt ein Kind.
Mit Anfang 40 erinnert er sich wieder an die Prophezeiung bis zu seinem vorausgesagten Tod wäre es nicht mehr lang. Doch es könnte einen Ausweg geben: Ein Mann aus der Zukunft werde ihm helfen können, den Tod zu überwinden, hatte der Brahmane damals gesagt. Auf der Suche nach diesem Mann macht sich Giuliani auf eine außergewöhnliche Reise. Auf der ganzen Welt trifft er Wissenschaftler und Vordenker: NASA-Mitarbeiter, die das Überleben der Menschheit durch eine Kolonialisierung des Mars sichern wollen; Genetiker in Korea, für die das Klonen zumindest von Haustieren schon normal ist. Er besucht ein Unternehmen für Kryo-Konservierung, die größte Gendatenbank in China und ein Forschungszentrum in Japan, wo an neuartigen Robotern und »Ersatzteilen« für den Menschen gearbeitet wird. Bei jeder Begegnung geht es um die Frage, wie unser Leben in Zukunft aussehen kann. Welchen Preis sind wir bereit, für die vermeintliche Unsterblichkeit zu zahlen? Und worum geht es eigentlich – um ein längeres Leben an sich? Oder sind es am Ende vielleicht ganz andere Werte, die zählen? Ein ungewöhnliches und poetisches Buch, das verzaubert.


Aus dem Italienischen von Elisabeth Liebl
Originaltitel: Gli Immortali. Storie del mondo verrà
Originalverlag: Il Saggiatore
Hardcover mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
Mit zahlreichen Fotos
ISBN: 978-3-466-37259-1
Erschienen am  30. März 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Viele Fragen und innere Antworten

Von: Nightar22

28.07.2020

Ich habe das Buch ohne vorherige Recherche oder Info gelesen und bin immer noch sehr im Zwiespalt. Es geht am Anfang um einen Mann mit sehr hartem Schicksal. Wie wir alle wird das erstmal vergessen und verdrängt. Doch nach Einreiher Zeit holt es ihn ein und er versucht, meiner Meinung nach etwas unalltäglich eine Lösung zu finden. Es ist keine heitere Lektüre jedoch ist sie auch wichtig. Sie zeigt auf, welche Sichtweisen Menschen haben, die an Technologien arbeiten, welche die Unsterblichkeit erreichen wollen. Trotz allem sehr spannend geschrieben und bietet viel Platz zum diskutieren und reden. Vielen Dank dafür

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Wie könnte unsere Zukunft aussehen?

Von: Gudrun4

29.06.2020

Mich interessieren immer Zukunftsmodelle oder -visionen, die nicht destruktiv sind. Von diesem Buch fesselte mich schon die Leseprobe mit dem Untertitel “Reisebericht aus der Welt von Morgen” und der geheimnisvollen Prophezeiung. Der 43-jährige Autor glaubt zwar nicht von vornherein an solche Dinge, macht sich aber dennoch auf eine Reise zu verschiedenen Punkten der Erde, an denen etwas passiert, dass irgendwie mit der Zukunft der Menschheit zu tun hat. Der Autor reist zu Menschen, die Projekte ersonnen haben, die ihnen Überleben (durch Gefrierkonservierung oder in unterirdischen Bunkern) sichern soll, die das Überleben von Natur trotz Artensterben ermöglichen soll, die das Leben der Menschen durch Genmanipulation verbessern soll und andere Verrücktheiten. Keines der Projekte ist eine Idee für ein zukünftiges Leben der Menschheit auf unserem Planeten, mir erscheinen sie alle wie eine Resignation und die Suche nach einer privaten Nische oder nach Schadensbegrenzung. Mich fesselte bei der Lektüre längst nicht alles. Ich finde einige Projekte durchaus spannend und sinnvoll (z.B. die Samenbank für vom Aussterben bedrohter Pflanzen), einiges tatsächlich beängstigend (das Klonen in Südkorea), anderes aber als komplett verzichtbar ( z.B. Bunker). Einige philosophischen und religiösen Betrachtungen habe ich nicht verstanden, genauso wenig, wie ich einige wissenschaftlichen Hintergründe zu abgehoben fand. Beim Autor lösen einige der sogenannten Zukunftsprojekte eher Angst vor dem “ewigen Leben” aus und er fragt sich unterwegs immer öfter, ob seine Reise ihn seinem persönlichen Ziel näher bringen kann. Ein wenig aus dem Rahmen fällt für mein Gefühl das Kapitel “Wächter am Rand der Welt” über die Klimaforscher in der Arktis, in dem keine verschrobene Überlebensstrategie gesucht wird, sondern Erklärungen für den unaufhaltsamen Klimawandel und die Hoffnung ausdrückt, dass die Erde mit allen kommenden Veränderungen trotzdem - wenn auch anders - schön und lebenswert bleibt. Doch vielleicht ist auch gerade das der Punkt, dass der Autor zu der Einsicht kommt, dass er sein verbleibendes Leben besser mit seiner Familie als weiter auf der Flucht vor dem Tod zu verbringen. Insgesamt ist es ein sehr interessantes Buch, dass durch die angehängten Fotos hervorragend abgerundet wird.

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Vita

Alberto Giuliani, geboren 1975, ist Journalist und Fotograf und Regisseur. Er versteht sich als Erzähler, ob mit Worten oder mit der Kamera. Seine Reportagen und Fotos erscheinen in bedeutenden internationalen Medien, darunter Condé Nast Traveller, Vanity Fair, Der Spiegel und Stern. Für seine Bilder wurde er mit den wichtigsten internationalen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Canon Award und dem Leica Award für Reportage. Das fotografische Projekt Surviving Humanity, das während der in diesem Buch beschriebenen Reise entstand, wurde in Italien, Deutschland, Frankreich, China, Portugal und den Vereinigten Staaten ausgestellt.

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