In der Kampfzone

Deutschland zwischen Panik, Größenwahn und Selbstverzwergung

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Hardcover
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Wider die emotionale Mobilmachung in Politik und Gesellschaft

Im Jahr 2019: Statt 70 Jahre Frieden, Wohlstand und Sicherheit zu feiern, befindet sich die Bundesrepublik in einer Art Ausnahmezustand. Spätestens seit der Ankunft massenweise geflüchteter Migranten wird die Zerrissenheit unserer Gesellschaft deutlich sichtbar. Gültige Übereinkünfte stehen plötzlich infrage, es regieren Instinkte, Stimmungen und Emotionen. Mit dem Blick des politischen Philosophen durchdringt Christian Schüle die typisch deutschen Muster, die der neuen Erregungsspirale zugrunde liegen. »In der Kampfzone« ist ein provozierend-anregender Aufruf zu Vernunft, Einigkeit und Recht und Freiheit.


Hardcover mit Schutzumschlag, 304 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-328-60080-0
Erschienen am  25. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Für jemanden, der sich in das Thema einlesen möchte, genau das Richtige.

Von: Royal Books

13.08.2019

Der Autor schreibt, dass niemand so richtig auf die Entfremdung zwischen Politik und Gesellschaft vorbereitet war, ebenso wenig wie auf die Polemik der Hassprediger, die leider immer mehr Anhänger findet. Es kämpft oben gegen unten und links gegen rechts. In diesem Buch geht es um das Wesen und die Variationen dieser Kämpfe. Dabei bezieht der Autor sich auf die verganenen vier Jahre, seit Angela Merkel verkündigt hat, die geflüchteten Menschen aufzunehmen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es die im Untertitel stehende Thematik aus mehreren Sichten beleuchtet. Christian Schüle betrachtet die Zerrissenheit unserer Gesellschaft im politischen, psychologischen und philosophischen Kontext. Aus diesem Grund war die Lektüre nicht trocken oder langatmig, sondern für mich persönlich sehr interessant. Dabei zeigt er schonungslos, aber respektvoll die aktuelle Situation in Deutschland, nichts wird weggelassen oder beschönigt. Das alleine hat mir schon gut gefallen. Was mir aber noch besser gefallen hat, ist, dass niemand den schwarzen Peter zugeschoben bekommt. Der Schreibstil ist anspruchsvoll, für mich war das jedoch kein Problem und ich konnte das Buch flüssig lesen. Man sollte jedoch ein eher geübter Leser sein, sonst hat man es hier vielleicht schwer. Christian Schüle verwendet oftmals Aufzählungen von Schlagworten und benutzt Worte, die der ein oder andere von uns sicherlich nachschlagen muss. Ich gehöre da auch zu, aber mir hat es Spaß gemacht. Fazit: Sämtliche Zusammenhänge werden aktuell und interessant inszeniert. Für jemanden, der sich in das Thema einlesen möchte, genau das Richtige.

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70 Jahre Bundesrepublik - ein Grund zu feiern?

Von: Dietmar Langusch

14.06.2019

Rezension 70 Jahre Bundesrepublik - ein Grund zum Feiern? Eine Antwort auf diese Frage versucht der Autor des Buches aus seiner Sicht zu finden. Gar nicht so einfach, wie sich herausstellt. Eigentlich geht es dem Staat Bundesrepublik Deutschland gut und somit auch uns, oder zumindest einem großen Teil der hier lebenden Menschen. Besser zumindest, als allen Generationen zuvor. Und dennoch scheint die Gesellschaft gespalten. Politisch rechte und linke Gruppierungen, Populisten, Bürger die sich abgehängt fühlen. Wie passt das zusammen und: laufen wir Gefahr uns selbst zu zerlegen? Christian Schüle spricht mit seinen Erkenntnissen die breite Masse an: Politiker, Medien und Bürger gleichermassen. Jeder "macht sein Ding" und trägt somit vor allem zu einem bei: zur Verwirrung und Verunsicherung! Deutschland am Abgrund? Nach einem Prolog beschreibt Schüle zunächst, was unter der sogenannten "Kampfzone" zu verstehen ist. Reaktionen auf die Argumente der "Widerwelt" beleuchtet der Autor in den folgenden Kapiteln. Es geht um das Streben nach fortgesetztem, nimmer endenden "Aufstieg", die wachsende "Angst" in der sogenannten Gefahrenzone, sowie einem Diskurs zu den Hintergründen von "Schuld" und "Opfer". Sein Résumée (In die Freiheit) nutzt der Autor zu einem Credo: Wagen wir mehr Liberalismus! In einem Land, in dem der Mensch völlig zurecht selbstbewußt, eigenverantwortlich und verantwortungsvoll für die Gemeinschaft zugleich leben kann und handelt. In Gefahr sei nicht das gesamte Land und sein Wohlstand, seine Errungenschaften, sehr wohl aber die Freiheit und eben die gilt es immer wieder aufs Neue zu verteidigen! "Freiheit ist zu keiner Sekunde selbstverständlich. ...Man kann Freiheit nicht gewinnen, man kann sie nur verlieren. Wenn Freiheit selbstverständlich wird, hat sie bereits begonnen, verloren zu gehen." (S. 300). Selbst wenn man der Sicht, den Erkenntnissen und den Rückschlüssen des Autors in diesem flott geschriebenen Band nicht an jeder Stelle folgen mag, eine Herausforderung zum Nachdenken stellt es immer wieder dar! Gerade deshalb verdient dieses Buch eine breite Leserschaft!

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Vita

Christian Schüle, geboren 1970, ist Philosoph, freier Autor und Publizist. Seine Essays, Feuilletons und Reportagen erscheinen u. a. in ZEIT, „mare“, Deutschlandfunk, Deutschlandradio und Bayerischer Rundfunk und wurden vielfach ausgezeichnet. Seit 2015 lehrt Christian Schüle Kulturwissenschaft an der Universität der Künste in Berlin. Er hat eine Reihe viel diskutierter und markanter Essays zu aktuellen Themen veröffentlicht, von "Deutschlandvermessung" bis zuletzt „Heimat – Ein Phantomschmerz“. Schüle lebt in Hamburg.

Zur AUTORENSEITE

Events

29. Aug. 2019

Kampfzone – Über die Verrohung von Sprache und Gesellschaft

18:00 Uhr | Erlangen | Lesungen
Christian Schüle
In der Kampfzone

24. Sep. 2019

Vortrag und Gespräch

19:30 Uhr | Bad Liebenzell | Lesungen
Christian Schüle
In der Kampfzone

19. Nov. 2019

Vortrag und Gespräch

19:00 Uhr | Langenhagen | Lesungen
Christian Schüle
In der Kampfzone