Jäger, Hirten, Kritiker

Eine Utopie für die digitale Gesellschaft

(7)
Jäger, Hirten, Kritiker
Hardcover
20,00 [D] inkl. MwSt.
20,60 [A] | CHF 28,90 * (* empf. VK-Preis)

Wir lieben unsere Buchhandlungen!
Machen Sie mit bei #BuchladenLiebe und bestellen Sie wenn möglich bei Ihrer lokalen Buchhandlung.

Dass unsere Welt sich gegenwärtig rasant verändert, weiß inzwischen jeder. Doch wie reagieren wir darauf? Die einen feiern die digitale Zukunft mit erschreckender Naivität und erwarten die Veränderungen wie das Wetter. Die Politik scheint den großen Umbruch nicht ernst zu nehmen. Sie dekoriert noch einmal auf der Titanic die Liegestühle um. Andere warnen vor der Diktatur der Digitalkonzerne aus dem Silicon Valley. Und wieder andere möchten am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und zurück in die Vergangenheit.

Richard David Precht skizziert dagegen das Bild einer wünschenswerten Zukunft im digitalen Zeitalter. Ist das Ende der Leistungsgesellschaft, wie wir sie kannten, überhaupt ein Verlust? Für Precht enthält es die Chance, in Zukunft erfüllter und selbstbestimmter zu leben. Doch dafür müssen wir jetzt die Weichen stellen und unser Gesellschaftssystem konsequent verändern. Denn zu arbeiten, etwas zu gestalten, sich selbst zu verwirklichen, liegt in der Natur des Menschen. Von neun bis fünf in einem Büro zu sitzen und dafür Lohn zu bekommen nicht!

Dieses Buch will zeigen, wo die Weichen liegen, die wir richtig stellen müssen. Denn die Zukunft kommt nicht - sie wird von uns gemacht! Die Frage ist nicht: Wie werden wir leben? Sondern: Wie wollen wir leben?

»[Precht] hat eine Streitschrift verfasst, die in der Lage ist, das Unbehagen in der und an der Moderne auf den Begriff zu bringen.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Armin Nassehi (30. Juni 2018)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-31501-7
Erschienen am  23. April 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
HÖR DEIN BUCH aktuelle Bestseller als Hörbuch - hier entdecken!

Leserstimmen

Ein streitbares Buch

Von: Gute Seiten Schlechte Seiten

13.04.2020

Ein streitbares Buch, aber eines das wichtige Fragen stellt, ist ‚Jäger, Hirten und Kritiker‘ von Richard David Precht. ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀ Dass die Digitalisierung unsere Welt verändert hat, wird niemand bezweifeln, dass sie sogar vieles Gutes mit sich brachte auch nicht. Zur Wahrheit der Digitalisierung gehört aber auch, dass sie unser Arbeitsleben in weit größerem Maße beeinflussen wird, als wir uns heute trauen zuzugeben. Die kommende Digitalisierung wird eine Zeitenwende sein, die in ihren gesellschaftlichen Ausmaßen sogar noch die Industrialisierung in den Schatten stellen wird. ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀ Diese Digitalisierung in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz wird viele Menschen in die Arbeitslosigkeit entlassen. Und diese Gefahr wird nicht, wie sonst so oft, die unteren Gehaltsklassen treffen, sondern alle. Auch Mediziner, Anwälte, Steuerberater, Börsenmakler, jedes Arbeitsfeld, das leicht algorhitmisiert werden kann, weil klare Regeln bestehen, ist bedroht. Dieses Szenario wird zu einer nie dagewesene Massenarbeitslosigkeit führen. ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀ Aber Precht sieht darin auch eine große Chance für die Menschheit und für die ewige Forderung von Links nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Würde, durch eine Finanztransaktionssteuer, jedem Bürger ein Grundeinkommen gezahlt, triebe dies, laut Precht, wundervolle Blüten. Denn keiner müsste mehr einer Arbeit nachgehen, die ihm nicht liegt, nur um Geld für nötigste Lebensführung zu verdienen. Stattdessen kann jeder den ganzen Tag machen, was er will. Tanzen, Bilder malen, Kochen oder Buchrezensionen auf Instagram schreiben. Die Menschheit steht vor einer Kreativitätserruption ungeahnten Ausmaßes. ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀ In diesen absurden Zeiten eine schöne Utopie, die ich gerne gelesen habe. Ich freue mich darauf. ⠀ ⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀

Lesen Sie weiter

Eine Diskussionsgrundlage für den Wandel der Gesellschaft

Von: Fabian Elbs

15.09.2018

Richard David Precht entwirft in seinem aktuellen Buch „Jäger, Hirten, Kritiker“ eine Utopie für die digitale Gesellschaft. Denn eins ist klar: Die Welt, wie wir sie kennen, wird nicht mehr lange existieren, denn die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gang. Die Digitalisierung der Lebens – und Arbeitswelten wird unser gesellschaftliches Zusammenleben verändern, dass laut Precht nur in den Griff zu bekommen ist, wenn die Weichen heute gestellt werden und wir unser Gesellschaftssystem konsequent verändern. Der Grundton seines aktuellen Buches ist, sehr verkürzt ausgedrückt, dass es böse enden wird, wenn es so weiter geht wie bisher und wir bei einem „Weiter so“ bleiben. Der Buchtitel „Jäger, Hirten Kritiker“ geht dabei auf die Definition des Kommunismus in der "Deutschen Ideologie" von Marx und Engels, die in ihrem Buch ein Bild einer postkapitalistischen Gesellschaft entwerfen, zurück. Eine Gesellschaft, die es jedem ermöglichen soll, [Zitat]: „heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu betreiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.“ In Marx Jahr 2018, in dem Marx 200 Jahre alt geworden wäre, sind viele Bücher erschienen, die immer wieder betonen, wie aktuell Marx und Engels sind und sein werden. Richard David Precht schließt sich dieser Strömung insofern an, richtet seinen Blick doch in die Zukunft mit der Suche nach Antworten auf die Frage des Zusammenlebens der Gesellschaft. Allerdings ist ein „Weiter so“ wie bisher allerdings nicht möglich, da sich viele der von der Globalisierung bedrohte Berufe auflösen und eine ungeahnte Kraft an Arbeitern freisetzen wird und somit zu einem Verschwinden von traditionellen Berufen führen wird. Dies wird das Traditionelle Rentenmodell überflüssig machen und ein neues Sozialsystem notwendig machen. Die Digitalisierung der Arbeitswelt (Industrie 4.0), die die „Zukunft“ der Gesellschaftsordnung“ gefährdet, ist dabei eine der vielen Gefahren von vielen. Dabei wird sich die Bedeutung und der Wert der Arbeit radikal verändern. Dabei mögen sich Politiker und Bürger dem anhaltenden und unumkehrbaren Fortschritt der Digitalisierung anscheinend nicht stellen und die Augen verschließen, obwohl dies in einigen Industiezweigen bereits etabliert wurde. Die sozialen Folgen des technischen Fortschrittes wollen oder können sich einige wohl nicht vorstellen. Wir leben in einer globalisierten und kapitalistischen Welt, in der wir uns den Folgen einer umfassenden Digitalisierung nicht werden entziehen können. Jedoch ist es möglich, die Digitalisierung zu steuern und vor allem ihre negativen Folgen durch politische Entscheidungen abzumildern und zum eigenen Vorteil umzuwandeln. In seinem Buch diskutiert Precht das Bedingungslose Grundeinkommen – kurz BGE – mit verschiedenen Finanzierungsmodellen sowie weitere Fragen zu einem sich in Zukunft abzeichnenden strukturellen Wandels der Gesellschaft und der Lebens – und Arbeitswelt, in der Retropien und Dystopien mit Katastrophen – Szenarien keinen Platz haben. Die einzige Möglichkeit besteht laut Precht darin, den gesellschaftlichen und arbeitsweltlichen Wandel als Chance zu begreifen. Richard David Precht hat mit Jäger Hirten Kritiker einen wichtigen und gut recherchierten Beitrag zur bevorstehenden und zwingend notwendigen Grundsatzdebatte über die Zukunft der Arbeit verfasst, der sich gut lesen lässt und der viele notwendige Fragen stellt und zum Teil auch beantwortet – zum Beispiel: Wie wollen wir leben? Wie soll der soziale Frieden gewahrt und unser Sozialsystem finanziert werden? Welcher Umgang ist mit dem Verlust der Arbeit großer Teile der Bevölkerung notwendig? Prechts Buch stellt den Ausgangpunkt und die Grundlage für eine gesamtgesellschaftliche Diskussion dar, die zwingend geführt werden muss.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Richard David Precht, geboren 1964, ist Philosoph, Publizist und Autor und einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg sowie Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seit seinem sensationellen Erfolg mit »Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?« waren alle seine Bücher zu philosophischen oder gesellschaftspolitischen Themen große Bestseller und wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Seit 2012 moderiert er die Philosophiesendung »Precht« im ZDF.

Zur AUTORENSEITE

Events

07. Sep. 2020

Sei du selbst, fordert Richard David Precht

19:00 Uhr | Köln | Lesungen
Richard David Precht
Sei du selbst

Pressestimmen

»Ein reiches Buch, das zum Widerspruch wie zum Beifall reizt.«

Denis Scheck, Der Tagesspiegel (05. August 2018)

»Ein aufrüttelndes Buch, weniger durch polemische Anklagen, mehr durch die Dringlichkeit, die in jedem Kapitel steckt.«

Galore (06. Juni 2018)

»Ein Buch zu rechten Zeit.«

Hannoversche Allgemeine (07. Juni 2018)