Jahrhundertzeugen

Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler. 18 Begegnungen

Hardcover
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Ob Widerstandskämpfer oder Holocaust-Überlebende – die Lebenswege dieser besonderen Menschen beeindrucken gerade in unserer so unruhigen heutigen Zeit. Denn sich gegen Hitler zu stellen, seine Schreckensherrschaft zu überleben und trotzdem nicht mit dem Schicksal zu hadern, sondern immer wieder aufzustehen, dem Leben positiv und mit einem großen Ja zu begegnen, macht Mut für den Umgang mit Terror und Krieg, Flucht und Vertreibung – Themen, die heute wieder von bedrückender Aktualität sind. Tim Pröse hat einige dieser letzten Zeugen über viele Jahre begleitet und erzählt in 18 eindrucksvollen Porträts von ihrem Leben und ihrer Botschaft: ein Plädoyer der Unangepassten für mehr Toleranz und gegen das Vergessen!

»Eines der berührendsten Bücher des Jahres, dem viele Leser zu wünschen sind.«


ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 18 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-453-20124-8
Erschienen am  31. Oktober 2016
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Seite 19 "Es soll nicht belasten, sondern bestärken."

Von: Marie's Salon du Livre

15.07.2018

18 Zeitzeugen erinnern sich an eine dunkle Zeit in ihrem Leben. Tim Pröse hat in langer Recherchearbeit unzählige Fakten zusammengetragen. Er suchte und fand Menschen, die sich offen und im Geheimen gegen den totalitären Staat stellten. Sie überlebten oder wurden zu Opfern eines monströsen Machtapparats. Dem Vorwurf, dass wir schon genug über diese Zeit, über die Gräueltaten gehört hätten, möchte ich entgegnen, dass die Welt gerade heute wieder positive Vorbilder braucht. In diesem Fall Menschen, die sich ihren Werten und ihren Moralvorstellungen verpflichtet fühlten, ungeachtet aller Konsequenzen. Wie zum Beispiel Hans und Sophie Scholl, deren christlicher Glaube bis zu ihrem Tod unerschütterlich blieb. „Die Weise Rose“ lebt heute noch und erinnert an die Geschwister. Der Autor begibt sich in München und Bayern auf Spurensuche. Widerstand in den deutschen Reihen regte sich häufiger als allgemein bekannt. Graf von Staufenberg ist einer der berühmtesten. Mit ihm wurden Klaus von Dohnany, Baron von Boeselager und andere in einem furchtbaren Schauprozess schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Georg Elser dagegen erfuhr erst sehr späte Genugtuung. Ein einfacher Schreiner, der schon bald erkannte, dass dieses Regime gestürzt werden muss. Erst knapp vor Ende des 2. Weltkriegs am 9. April 1945 wurde er exekutiert. Seine zeitlose Botschaft Seite 195 „Ich bin ein freier Mensch gewesen … Man muss machen, was richtig ist. Wenn der Mensch nicht frei ist, stirbt alles ab.“ Tim Pröse vergisst nicht auf die „kleinen“ Helden. Mit Kurt Keller kehrt er zurück an den Omaha Beach und zum 6. Juni 1944. Ein Massaker, der ganz anderen Art. Hans Erdmann-Schönbeck erzählt von der Hölle von Stalingrad. Ich denke, jeder der sich jemals mit diesem Thema auseinander gesetzt hat, kennt Oscar Schindler. Ein Lebemann, Frauenheld, Alkoholiker und Kriegsgewinnler. Aber auch sein Gewissen meldete sich und mit seiner Frau Emilie rettet er 1200 Juden. Steven Spielbergs Film ging in die Geschichte ein. Eine ähnliche Überlebensgeschichte erzählt Jurek Rotenberg. Sein Retter hieß Berthold Beitz. 1500 jüdische Arbeiter versorgte und versteckte er mit seiner Frau. Nach über sieben Jahrzehnten treffen die beiden sich wieder. Viele Einzelschicksale beleuchtet der Autor hier. In einem so unglaublich komplexen, widerwärtigen Krieg gab es Lichtblicke der Menschlichkeit. Diese konnten jedoch fatale Folgen haben, die allen Beteiligen gegenwärtig waren. Dennoch riskierten sie alles, nicht nur ihr eigenes Leben sondern oft auch das ihrer Familien. Sippenhaft war dem SS Regime nicht unbekannt. Ich möchte Tim Pröses Worte auf Seite 19 entlehnen: „Die Sehnsucht nach solchen Vorbildern und ihren Idealen ist heute wieder groß, da viele Ohnmacht und Angst verspüren, weil morgen schon nicht mehr gilt, was gestern noch gewiss war. Das Vertrauen in die Politik schwindet immer mehr, Verfolgte fliehen nach Deutschland, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus keimen wieder einmal auf, der Terrorismus breitet sich aus, und neue Kalte Kriege drohen. In solchen Zeiten haben die „Jahrhundertzeugen“ eine Botschaft, ein Vermächtnis weiterzugeben. Es soll nicht belasten, sondern bestärken.“

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Nehmt euch Zeit – es hallt nach: Jahrhundertzeugen von Tim Pröse

Von: Christiane aus Konstanz

25.07.2017

Ich habe Angst, dass ich die letzte Seite des Buches umschlage. Denn dann wäre es zu Ende. Es ist dermaßen berührend, dass ich es immer wieder aus der Hand legen muss. Um zu reflektieren, um das gerade Gelesene zu verarbeiten, um mir vorzustellen, was jedes einzelne Wort für die Protagonisten der 18 Erzählungen bedeutet. Vielleicht um nachzufühlen, vielleicht auch um etwas zu Weinen. Was sind Helden? Tim Pröse präsentiert sein literarisches Werk „Jahrhundertzeugen“ über Menschen und die deutsche Geschichte, die ihre dunkle Seite nicht verbergen kann. Ein Ereignis der vergangenen Zeit, das nicht widerstandslos blieb – 18 Vorbilder und Hoffnungsträger für unsichere Zeiten. Ein Werk, das lange nachhallt. 18 Begegnungen, die berühren Besonders angesprochen hat mich beim vorliegenden Buch, dass dieses aus 18 einzelnen Begegnungen besteht, die nicht unbedingt aus Sicht der Betroffenen geschildert sind, sondern auch durch nahe Verwandte. Jedem einzelnen Portrait ist aber eines gemein: sie berühren. Sie bürgen Traurigkeit, spenden aber auch Hoffnung. Ein Buch „gegen Hitler“ – wie Pröse selbst anbringt, das Widerstandskämpfer, Holocaust-Überlebende, Menschenretter und ihre Hinterbliebenen zu Wort kommen lässt. Es gab sie wirklich, die Menschen, die für ihre Ideale kämpften. „Ich bedanke mich“ Gleich das erste Portrait ist es, das mich immer wieder begleitet und detailreich erhalten blieb: Jurek Rothenberg trifft auf seinen „Retter und Helden“ Berthold Beitz, den Generalbevollmächtigten Alfried Krupp von Bohlen und Halbachs. Als junger Direktor einer Erdölfirma im polnischen Boryslaw rettete er während des zweiten Weltkrieges mehrere hundert jüdische Zwangsarbeitern das Leben, indem er sie als unentbehrlich einstufte. Darunter auch der damals 14-Jährige Jurek Rothenberg. Im Jahr 2013 trifft er in Essen seinen ganz persönlichen Retter und Helden Berthold Beitz wieder. Seine andächtigen Worte und Gesten sind es, die ihn so bewundernswert machen. Jurek Rothenberg kehrte nicht nur gerne nach Deutschland zurück, am Ende blieb er sogar für immer. Auch Berthold Beitz, der lange Zeit über seine persönlichen Erlebnisse schwieg, zeigt sich in Gesprächen mit Tim Pröse unglaublich offen und die Schwere der Last scheint groß und unvergessen. Unvergessen auch Inge Aicher-Scholl, die sehr privat über ihre Geschwister Sophie Scholl und Hans Scholl spricht, die der Studentenbewegung „Weiße Rose“ angehörten und 1943 unter der Fallschwertmaschine starben oder Kurt Keller, der mit seiner Frau noch einmal an den Omaha Beach in Frankreich, an dem er am D-Day (der Invasion der Normandie) kämpfte und das Erlebte bis heute verarbeitet, zurückkehrte. Interessant auch Hans-Erdmann Schönbeck, früher deutscher Offizier in Stalingrad und später Widerstandskämpfern, schildert seine Erlebnisse um „Operation Walküre“ am 20. Juli und wie er überlebte – die Zeilen ließen wie selbst füllen. Das Besondere „Jahrhundertzeugen“ vereint vielerlei Aspekte, die das Werk unbedingt lesenswert machen. Es ist die Fülle an authentischen Begegnungen, die Tim Pröse selbst erfahren konnte (Neid), die abwechslungsreich dokumentieren, welch unvorstellbaren Zustände vor rund 70 Jahren herrschten. All das hielt mutige Menschen, die für ihre Rechte eintraten, nicht davon ab, still oder offen Widerstand zu leisten, wohlwissend, dass dies den Tod bedeuten kann. Die Berichte zu den „Hoffnungsträgern“ werden mit Wahrnehmungsperspektiven naher Angehöriger ergänzt und eröffnen uns neue Sichtweisen. Meine Bewunderung nicht nur den Akteuren, die offen ihre tiefen Gedanken und Erinnerungen teilen, sondern auch an Tim Pröse, der diese Begegnungen einfühlsam und sicher auf Papier brachte und vor allem jahrelang verfolgte. Gelungen und reich an Emotionen schafft er seine enge Verbindung und die Vertrautheit zu Porträtierten in wohlüberlegte Sätze zu formen und den Respekt für sein Gegenüber zu wahren. Grandiose Arbeit, die ich so schnell nicht vergessen werde.

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Vita

Tim Pröse, geboren 1970 in Essen, ist Autor und Journalist in München. Er war Chefreporter der Münchner Abendzeitung und vierzehn Jahre Redakteur des Focus in den Ressorts »Menschen« und »Reportage«. Seine einfühlsamen zeitgeschichtlichen Porträts wurden mit dem »Katholischen Medienpreis« ausgezeichnet.

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Zitate

»Ein Buch, das noch lange nachhallt.«

Wolfgang Bauer, »DIE ZEIT«

»Ein ergreifendes, spannendes und wichtiges Buch wider das Vergessen!«

Mario Adorf

»Dieses Buch betet nicht die Asche an, sondern reicht die Flamme weiter!«

Udo Lindenberg

»Tim Pröse hat den mutigen Menschen dieser so weit vergangenen Zeit einen wichtigen Gedenkstein gesetzt.«

Klaus von Dohnanyi

»Auch Pröse selbst zeigt Haltung. Die Jahrhundertzeugen sind seine Form der Respektsbezeugung und fast schon eine Liebeserklärung an diese ganz besonderen Menschen[...].«

»Sein Buch Jahrhundertzeugen hat Deutschland bewegt.«

»Was dieses Buch zu einem besonderen macht, ist der persönliche Blick des Reporters [...], jene leuchtenden Momente, in denen die Ereignisse von einst ins Jetzt strahlen.«

»Pröses Gesprächspartner, die meisten von ihnen sind inzwischen gestorben, danken ihm, indem sie sich auf rührende Weise öffnen.«

»Ein zutiefst nachhaltiges, berührendes Buch.«

Dorle Neumann, Westfälische Nachrichten (03. November 2016)

»Pröses Buch über die letzten Holocaust-Überlebenden und NS-Widerstandskämpfer ist berührend, weil es sehr persönlich ist.«

dpa (28. Februar 2017)

»Tim Pröses berührendes und wichtiges Buch erinnert uns daran, dass die Welt nie aufhören darf, über den Holocaust nachzudenken.«

Konstantin Wecker

»Da rebellieren die Emotionen. Spannung trifft auf Unfassbarkeit, man trauert ganz leise und schöpft dann wieder Hoffnung.«

Alexandra Burgstaller, Donaukurier (24. März 2017)

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