Jesolo

Roman

Hardcover
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Kinder sind kein Thema für Andrea. Sie hat einen Job, der okay ist. Sie führt seit vielen Jahren eine Beziehung mit Georg, die okay ist. Jedes Jahr verbringen sie einen netten Urlaub in Jesolo. Was die Zukunft betrifft, will Andrea sich nicht festlegen, aber Georg will ein Fundament für ein gemeinsames Leben. Aus dem Dilemma scheint es keinen Ausweg zu geben.

Als sie aus dem gemeinsamen Urlaub zurückkommen, ändert sich alles – Andrea ist schwanger. Hin- und hergerissen entscheidet sie sich für das Kind – und geht damit einen Kompromiss nach dem anderen ein: Sie nimmt einen Kredit auf, obwohl sie nie einen Kredit aufnehmen wollte; sie zieht ins Haus ihrer Schwiegereltern, obwohl sie nie mit ihnen unter einem Dach leben wollte. Von allen Seiten prasseln Ratschläge auf Andrea nieder, und sie wird in eine Mutterrolle gedrängt, mit der sie sich nicht identifizieren kann.

Ein bewegender Roman über zehn Monate im Leben einer jungen Frau, der nicht nur Beziehung, Schwangerschaft und Familie in ihrer ganzen Ambivalenz zeigt, sondern auch, wie schwierig es ist, wie unmöglich fast, sich angesichts gesellschaftlicher Rollenzuschreibungen als Individuum zu behaupten.

»Tanja Raich schreibt in knappen Sätzen mit viel Verständnis für alle ihre Figuren von der Zerrissenheit, die sich im Laufe des Erwachsenseins breit macht.«

SPIEGEL ONLINE (15. März 2019)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 224 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-89667-644-3
Erschienen am  04. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Jesolo, Italien

Leserstimmen

Ein nachdenklich machender Roman

Von: echo_books

24.05.2020

Andi ist Mitte 30 und mit Georg zusammen. Scheinbar eine ganz normale Beziehung, mit ihren Höhen und Tiefen. Allerdings hat man als Leser*in schnell das Gefühl, dass Andi nicht so genau weiß, was sie will. Nur, was sie nicht will und das ist das Schema F: Gemeinsame Wohnung, Kind, Familie. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Nach ihrem gemeinsamen Urlaub in Jesolo mit Georg ist sie dann aber ungewollt schwanger. Von außen prasseln ständig vermeintlich gut gemeinte Ratschläge auf sie ein, zwischen realer Fremdbestimmung und dem eigenen Ideal der Selbstbestimmung schafft sie es nicht, sich zu entfalten, ihre eigenen Wünsche und Ziele zu formulieren. Ihre Persönlichkeit formen andere für sie: ihre Schwiegereltern, ihr Freund, ihre Freundinnen. Sie alle wissen ja besser, was für sie gut ist. Und so lässt sie sich in ihrer Passivität von einer Welle der für sie getroffenen Entscheidungen mittragen und ist damit natürlich nicht glücklich. In ihrem zehn Monate andauernden Bewusstseinsstrom möchte man sie am liebsten schütteln und ihr sagen: Das ist DEIN Leben, hör nicht auf die anderen. Aber Andi kann und will auch nicht aus den für sie geformten Strukturen ausbrechen, sodass sie sich schließlich dem Willen anderer fügt.⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Absolut beklemmend schildert Tanja Reich dieses Szenario, das doch gar nicht so fiktiv ist. Immer wieder scheitern Menschen, insbesondere Frauen, an den von außen an sie gestellten Ansprüchen und den eigenen Vorstellungen für ihr Leben. Traurig und nachdenklich hat mich das Buch zurückgelassen, auch ein wenig wütend, nicht auf Andi, sondern auf ihr Umfeld. Ich spreche sehr gerne eine Leseempfehlung aus!

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Ein wirklich wichtiges Buch

Von: _leserin_

02.02.2020

Andrea und Georg sind seit ihrer Jugend zusammen, jetzt ist Andrea 35 Jahre alt und wenn sie über ihre Zukunft nachdenkt, dann möchte sie in die Stadt ziehen, jedoch nicht mit Georg zusammenleben. Sie möchte nicht in einem Haus im Dorf wohnen, sie will noch ein bisschen Erfolg im Job haben. Nicht zu ihren Zukunftsplänen zählt, Hochzeit, Kind, Kredit und Haus. Nach einem gemeinsamen Urlaub mit Georg in Jesolo stellt sie fest, dass sie schwanger ist. Sie entscheidet sich für das Kind und somit gegen ihre Pläne. Und dann geht auch schon los. Georg beginnt mit dem Umbau des Hauses seiner Eltern, dafür braucht es einen Kredit. Die Schwiegermutter steht mit guten Ratschlägen parat und weiß was „gut“ für Andrea, als werdende Mutter, für das Kind und für „später“ ist. Innerlich kämpft Andrea gegen diese Rolle, die ihr plötzlich aufgedrängt wird, die sie sich so aber nicht ausgesucht hätte, nach außen hin ist sie passiv und wehrt sich kaum. Georg kümmert sich um den Umbau des Hauses, damit es die kleine Familie dann schön hat, sein familiärer Beitrag hat sich somit aber auch schon wieder erledigt. Dieser Roman führt deutlich vor Augen, dass nicht alle Frauen Kinder in ihrer Lebensplanung vorgesehen haben. Das Umfeld vieler Frauen, aber auch die Gesellschaft erwartet dies jedoch von ihnen. Er führt auch vor Augen, wie sich das Leben von Frauen ändert, sobald sie schwanger sind und sich das Leben für die Väter kaum ändert. Viele Ratschläge prasseln auf werdende Mütter ein, den fast alle haben diese Erfahrung gemacht und wissen wie es geht, was gut ist, was zu tun ist. Helfen und mischen sich ungefragt ein. Der Schreibstil ist nüchtern, klar, die Sätze kurz, aber sehr prägnant. Die Dialoge und Zitate so treffend, ich denke, alles was Schwangere so an Phrasen zu hören bekommen wurde hier aufgezählt. Der Roman konnte mich absolut überzeugen. Leseempfehlung.

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Vita

Tanja Raich wurde 1986 in Meran geboren und hat Germanistik und Geschichte studiert. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften (Kolik, Lichtungen, Die Rampe u.a.) und Anthologien. Verschiedene Preise und Stipendien, u.a. 2. Platz beim Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb 2015, Finalistin beim 20. MDR-Literaturwettbewerb, Rom-Stipendium des Bundeskanzleramtes Österreich, Exil-Literaturpreis 2014. Tanja Raich lebt in Wien. Jesolo ist ihr erster Roman. Er war für den Österreichischen Buchpreis in der Kategorie Debüt nominiert.

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Events

27. Nov. 2020

Lesung mit Tanja Raich

19:30 Uhr | Stuttgart | Lesungen
Tanja Raich
Jesolo

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Pressestimmen

»ein ehrliches, emanzipiertes Buch«

EMOTION (04. März 2019)

»Ein kraftvoller Debütroman, der aufzeigt, dass eine Veränderung der althergebrachten Rollenverteilung längst überfällig ist«

GALORE (28. März 2019)

»Sehr klar und mit bitterbösem Blick auf diese konforme Gesellschaft«

Der Standard (Mia Eidlhuber) (04. März 2019)

»Beklemmend und erhellend«

ORF III "erLesen" (28. Mai 2019)