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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-75616-2

Erschienen: 31.08.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

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David hat sein Gedächtnis verloren. Er weiß nicht mehr, wer er ist. In einer Zeitungsanzeige fordert er Verwandte und Bekannte auf, ihm einen Brief zu schreiben, um ihm seine Erinnerungen zurückzugeben. Und er bekommt Antworten auf seine Fragen. Aber will er die wirklich hören? Denn sie sind ganz unterschiedlicher Art und nicht immer schön. Sein Jugendfreund Jon, ein Musiker, der gerade den Halt zu verlieren scheint, meldet sich. Sein Stiefvater Arvid, ein Pfarrer, der auf den Tod wartet. Und seine Jugendliebe Silje, eine Frau mittleren Alters, die möglicherweise gerade im Begriff ist, aus ihrer Ehe auszusteigen. Die Briefe geben ihnen allen die unerwartete Chance, von ihrem eigenen Leben zu erzählen, während sie zugleich Davids Geschichte einkreisen. Aber wer ist David wirklich?

Carl Frode Tiller (Autor)

Carl Frode Tiller, geboren 1970, ist ein norwegischer Autor, Historiker, Musiker und Komponist. Er gilt als Meister der psychologischen Zwischentöne. Seine Romane sind vielfach preisgekrönt und in 16 Sprachen übersetzt.

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger
Originaltitel: Innsirkling 1
Originalverlag: Aschehoug

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-442-75616-2

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 31.08.2015

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Anspruchsvolle Handlung mit kreativer Erzählart

Von: Marquardt aus Duisburg Datum: 29.12.2015

rainbows-in-paradise.blogspot.de/

Bei diesem Buch habe ich einige Zeit gebraucht um hinter das Erzählkonzept des Autors zu blicken. Einige sind da ja sehr kreativ. In drei Abschnitten, aus Sicht von jeweils drei Figuren, wird David, der sein Gedächtnis verloren hat, über sein Leben erzählt. Das hat der Autor ziemlich raffiniert umgesetzt, denn David kommt selber im Buch überhaupt nicht vor. In den Alltagsgeschehnissen zwischen den Briefen seiner Freunde/Familie wird über die Person, die ihm die Briefe geschrieben hat, erzählt. Es hat bis zum zweiten Part der Geschichte gedauert, bis ich das kapiert habe. Im ersten Teil wird also aus Jons Leben erzählt und er schreibt auch die Briefe an David, dann geht es mit Arvid weiter und zum Schluss mit Silje.
Dabei benutzt Carl Frode Tiller auch andere Satzstrukturen, die vor allem ein wenig bei den Geschehnissen der Figuren gewöhnungsbedürftig sind. Die Briefe lesen sich ganz normal.
Ansonsten fand ich die Handlung aber recht interessant. Bei Jon hat es etwas gedauert bis ich verstanden habe, dass er auch die Briefe schreibt und anfangs war ich ständig am Rätseln ob die nun eine Frau oder ein Mann schreibt, weil es keinerlei Hinweise in den Briefen gab. Erst nach 60 Seiten, als dann erzählt wurde, dass er und David etwas am laufen hatten, wurde mir klar, dass hier Zusammenhänge bestehen.
In den Texten hatte ich teilweise mit den Figuren Mitleid, weil jeder so seine Schwierigkeiten innerhalb der Familie hatte und nicht immer auf Akzeptanz gestoßen ist, egal was sie gemacht haben. Bei allen läuft das Leben gewaltig aus dem Ruder, in der Vergangenheit ebenso wie in der Gegenwart. Jon stößt auf Widerstände innerhalb seiner Familie, weil er schwul ist und sein Berufswunsch mit Musik zu tun hat, die in den Augen der Familie aber nicht als richtige Arbeit angesehen wird. Arvid ist allein im Krankenhaus und auf sich gestellt und Silje hat Schwierigkeiten innerhalb ihrer Ehe.
Davids Leben wird von jeder Figur aus einer anderen Sicht erzählt. Jon mochte ich. Er hat auf mich sehr zerbrechlich gewirkt, ebenso wie in Arvids Erzählungen. Silje hingegen hat kaum ein gutes Wort über ihn verloren und ihn als Dramaqueen dargestellt. Wahrscheinlich war sie mir von allen Dreien deswegen auch nicht wirklich sympathisch. Sie wirkte auf mich voreingenommen und ichbezogen. Aus Jons Briefen erschien sie mir auch eher wie eine kleine Diva, die immer alles bekommen hat was sie wollte.
Arvid, Davids Stiefvater, war eine interessante Figur. Mir gefiel es, die Geschichte auch aus seiner Sicht zu erfahren und was er durchmachen musste. Neben seiner Ehe hat man hier auch am deutlichsten gemerkt wie drastisch David sich verändert hat und das teilweise doch sehr besorgniserregend. Was Silje hingegen wieder als Teil von Davids Persönlichkeit dargestellt hat und es hingegen eher beschönigte.
Es war auf jeden Fall interessant zu lesen und hat mir gut gefallen. Man merkt, dass der Autor sich bei dieser Geschichte sehr viel Mühe gegeben hat.

Der Autor hat hier auf jeden Fall ein ansprechendes und tiefgründiges Werk geschrieben mit einer sehr erfrischenden Erzählart und mit einer ebenso dichten Handlung. Für mich war es ein Page-Turner, was wahrscheinlich vor allem an dem Schreibstil lag und auch an den Erlebnissen der Figuren. Wer mal etwas Abwechslung vom üblichen Einheitsbrei braucht sollte hier unbedingt reinlesen.

Kennen Sie diese schöne Geschichte?

Von: Jasmin Datum: 04.09.2015

meinelieblingsbooks.blogspot.co.at/

Mithilfe von Briefen von seinen Freunden und seinem Vater, soll es David wieder gelingen sein verlorenes Gedächtnis zurückzugewinnen. In diesen Briefen schreiben seine Angehörigen über die schönen und weniger schönen Momente seines Lebens. Dazu gehört nicht nur seine kurzzeitige Fasziniation für den Totenkult und Philosophen sondern auch sein, nicht immer leichtes, Familienleben. Man liest aber nicht nur über David's Leben sondern auch das aktuelle Leben der Schreibenden.

Sowohl der Titel des Buches als auch der Klappentext haben mich angesprochen, weshalb für mich klar war dass ich das Buch unbedingt lesen musste.Leider hat mich dieser ein wenig in die Irre geführt, da ich mir dachte ich erfahre wie es aus David's Sicht ist sein Gedächtnis zu verlieren und plötzlich nichts mehr über sich selbst und seine Vergangenheit zu wissen. Dem war nicht so, doch trotzdem konnte mich der hochgepriesene Carl Frode Tiller mit seinem Buch begeistern. Das Buch gliederte sich in drei große Teile, der Erzählung seines besten Freundes, seines (nicht biologischen) Vaters und seiner besten Freundin mit der er auch eine Beziehung hatte.

Besonders fasziniert haben mich die zahlreichen, bunten Charaktere. Es fiel mir als Leser sehr leicht, mich mit ihnen zu identifizieren, da alle sehr tiefgründig beschrieben und dargestellt werden. Interessant war auch, dass manche der Personen in meheren Sichtweisen erschienen und in den Augen der unterschiedlichen Personen auch anders dargestellt wurden. Sehr spannend! Auch David wurde in den verschiedenstens Lichtern dargestellt und obwohl seine Lebensgeschichte dargestellt wurde, habe ich nicht das Gefühl ich würde ihn am besten kennen. Durch die Beschreibung seiner Freunde, lernt ich viel mehr über diese beschreibende Personen als über ihn selbst.

Der Schreibstil von Carl Frode Tiller geht sehr stark in die Tiefe und wird als Meister der Psychologie bezeichnet. Zweifellos ist sehr gut überlegt was und worüber er schreibt, während er aber nicht auf schwere Fremdwörter zurückgreift sondern mit klarer, einfacher Sprache erzählt. Das lässt die Briefe auch sehr viel realer und authentischer wirken. Das Thema Gedächnisverlust, finde ich sehr interessant aber darauf ist man in diesem Buch leider gar nicht eingegangen. Das finde ich sehr schade, schließlich war das einer der Hautpgründe wieso ich dieses Buch lesen wollte.

~ FAZIT ~
Die Geschichte war sehr interessant und es war spannend so viele unterschiedliche Charaktere kennen zu lernen, mit denen man sich identifizieren kann. Leider hatte ich mir eine ganz andere Geschichte unter dem Klappentext vorgestellt, weshalb meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden. Dennoch vergebe ich vier Sterne und lege euch das Buch ans Herz, wenn ihr an faszinierenden psychologischen Profilen interessiert seit.

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