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Kokoro Roman

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Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7175-2418-2

Erschienen: 26.09.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Zum 100. Todestag des Autors am 9. Dezember 2016

«Liebe ist ein Verbrechen!» Welches Geheimnis quält den alten, hochgebildeten Mann, der sich zu solchen Aussagen versteigt? Sein Gegenüber, ein unbedarfter Student, fühlt sich zu dem rätselhaften «Sensei» hingezogen und besucht ihn regelmäßig in Tokio. Doch trotz des offensichtlichen Wohlwollens wahrt der Alte Distanz. Hat die junge Frau des Sensei, eine schweigsame Schönheit, etwas mit dessen unerklärlichem Misstrauen zu tun? Erst in einem elegischen Abgesang offenbart sich schließlich, welch unaussprechliche Schuld auf dem Sensei gelastet hat. Dieser an feinen Nuancen reiche Roman gewährt tiefe Einblicke in das Lebensgefühl Japans an der Schwelle zur Moderne.

Erstmals mit Kommentar und mit überarbeiteter Übersetzung.

Rezension auf sandammeer.at

Rezension auf japanliteratur.net

Zum 100. Todestag von Natsume Soseki: kritische-ausgabe.de

»Kokoro« von Natsume Sōseki auf Platz 1 der Bestenliste „Weltempfänger“ Frühjahr 2017 Zur Bestenliste

«Diese Bibel der Verlorenheit von Soseki, dessen feinsinnig eleganter Sprachfluss und zart gepinselte Bilder so seltsam selig machen, … ganz leicht, ganz anmutig zu lesen…»

Berliner Zeitung, Mathias Schnitzler (26.11.2016)

Soseki Natsume (Autor)

Natsume Sōseki (1867–1916) begeisterte sich früh für klassische chinesische Literatur und Haiku-Dichtung. Er studierte englische Literatur, lebte zwei Jahre in London und unterrichtete schließlich an der Kaiserlichen Universität Tokio. Ab 1907 widmete er sich ganz dem Schreiben. Seine Romane gelten als die ersten modernen Werke in japanischer Sprache.

«Diese Bibel der Verlorenheit von Soseki, dessen feinsinnig eleganter Sprachfluss und zart gepinselte Bilder so seltsam selig machen, … ganz leicht, ganz anmutig zu lesen…»

Berliner Zeitung, Mathias Schnitzler (26.11.2016)

«Soseki lebt im kollektiven Gedächtnis seiner Nation als intellektuelle Vaterfigur weiter, als hellsichtiger und skeptischer Beobachter der Schmerzen, die die Moderne verursacht hat.»

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Irmela Hijiya-Kirschnereits (27.10.2016)

«Ein japanischer Klassiker in feiner, handlich leichter Neuausgabe. Thema indes schwermütig: Freundschaft, Einsamkeit und Entfremdung.»

ZEIT ONLINE, David Hugendick (08.12.2016)

«In Japan gilt er wirklich als der beliebteste Autor der japanischen Moderne. Es gibt eigentlich niemanden, der ihn nicht kennt.»

SWR 2, Buchkritik, Isabella Arcucci im Gespräch mit Katharina Borchardt (20.11.2016)

«Ein Meisterwerk. ... Natsume Soseki hat den Geist der ‹Meiji-Epoche› wie kein anderer zu fassen vermocht.»

NZZ, Katharina Borchardt (09.12.2016)

mehr anzeigen

20.10.2017 | 19:00 Uhr | Köln

Buchvorstellung
Lesung: Barbara Conrady-Takenaka

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Mehr Infos

Japanisches Kulturinstitut
Universitätsstr. 98
50674 Köln

Aus dem Japanischen von Oscar Benl

Mit Nachwort von Oscar Benl

Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 9,0 x 15,0 cm

ISBN: 978-3-7175-2418-2

€ 24,95 [D] | € 25,70 [A] | CHF 32,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

Erschienen: 26.09.2016

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Der innere Kampf zwischen Konventionen und individueller Freiheit

Von: yvonnen Datum: 23.03.2017

https://umgebucht.wordpress.com/

Natsume Soseki (1867–1916) begeisterte sich früh für klassische chinesische Literatur und Haiku-Dichtung. Er studierte englische Literatur, lebte zwei Jahre in London und unterrichtete schließlich an der Kaiserlichen Universität Tokio. Ab 1907 widmete er sich ganz dem Schreiben. Seine Romane gelten als die ersten modernen Werke in japanischer Sprache und der Manesse Verlag wirbt damit, dass „Kokoro“, was so viel wie Gefühl oder Herz bedeutet, Japans meistgelesener Roman ist.

Der Erzähler in den ersten beiden Teilen des Buches ist ein Student, der einen älteren Mann beim Baden am Meer kennen lernt. Der Jüngere wird auf den Älteren aufmerksam, weil dieser offenbar mühelosen Umgang mit einem Europäer pflegt, der sich ebenfalls am Strand aufhält. Er freundet sich mit dem älteren und hochgebildeten, doch offensichtlich unter einem tragischen Schulderlebnis leidenden Mann an, den er „Sensei“ nennt – in Japan eine respektvolle Anrede für einen an Alter und Erfahrung überlegenen Mann von unbezweifelbarer geistiger Autorität. Nach Tokyo zurückgekehrt, sucht der Student den Sensei, der vermögend ist und deshalb keiner Erwerbsarbeit nachgehen muss, öfter zu Hause auf. Doch dieser hält bei aller Freundlichkeit Distanz zu ihm, ähnlich behandelt er seine Frau, die anscheinend mit seinem Geheimnis zu tun hat.

„Die Erinnerung daran, dass man einst vor einem anderen niedergekniet ist, weckt später das Verlangen, den Fuß auf dessen Kopf zu setzen. Um mir diese Schande einmal zu ersparen, möchte ich auf Ihre Verehrung jetzt verzichten. Um nicht eines Tages eine noch viel bittere Einsamkeit ertragen zu müssen, will ich die augenblickliche geduldig auf mich nehmen.“

Der zweite Teil schildert den jungen Mann bei seiner Familie auf dem Land. Der Vater, der sich in seiner provinziellen und sich den Konventionen widerspruchslos fügenden Art von der des Sensei stark unterscheidet, ist schwer krank.

„Nach seiner Auffassung arbeiteten alle wirklich wertvollen Menschen in einer hohen Stellung, und er schien den Schluss zu ziehen, dass der Sensei nirgendwo tätig war, weil er zu nichts taugte.“

Als der Vater schließlich im Sterben liegt, verlässt ihn sein Sohn, weil der Sensei ihm in seinem Brief seinen bevorstehenden Freitod mitgeteilt hat.

Im dritten Teil, in ebendiesem Brief, schildert der Sensei – der im ersten Teil mit den Augen des Studenten betrachtet wurde und im zweiten, wenn auch unsichtbar, stets im Hintergrund zugegen war – dem jungen Mann seine Vergangenheit und gesteht nicht nur eine schwerwiegende Verfehlung seiner Jugend ein.

Die Vereinsamung des Menschen und sein streben nach innerem Frieden ist auch in diesem Roman Natsume Sosekis Thema. Letzteres scheint unerreichbar, weil in der allmählich einsetzenden Zeit der individuellen Entfaltung der Bruch mit den strengen Konventionen nur den familiären Ausschluss und somit die Einsamkeit des modernen Menschen zur Folge haben kann. Deutlich spürbar ist an vielen Stellen im Buch der enorme Druck, der Menschen psychisch zerstört und Suizid als einzige mögliche Lösung darstellt.

Da ich mich bislang nicht eingehend mit der japanischen Kultur beschäftigt habe, sind meine Kenntnisse eher gering und fußen auf einigen wenigen japanischen Büchern und Filmen. Dennoch wollte ich mich auf diesen Roman einlassen, um über eine andere Zeit und einen völlig anderen Kulturkreis zu lesen. Ich habe es nicht bereut – es war für mich ein besonderes Leseerlebnis. Die handelnden Personen blieben mir zwar fremd und ihr Verhalten war für mich nicht immer nachvollziehbar, aber diesen Anspruch hatte ich auch nicht. Vielmehr fühlte ich mich in der Rolle eines Beobachters, der sich in die Sitten und Gebräuche zwar nicht einfühlen, deren Problematik jedoch zu verstehen meinte.

Der Sprachstil dieses japanischen Klassikers ist leicht und flüssig zu lesen. In relativ kurzen Kapiteln wird man durch die drei Teile dieses Buches geführt. Viele japanische Eigennamen wurden beibehalten und mit Fußnoten versehen. Aber auch wenn man nicht jeden Begriff nachschlagen möchte, mindert es nicht das Leseverständnis.

„Kokoro“ ist zum einen ein Roman, der ein wenig in das traditionsreiche Japan mitnimmt, zum anderen aber auch den inneren Kampf des Menschen dagegen zugunsten seiner individuellen Bedürfnisse aufzeigt. Ein Buch, bei dem es den Protagonisten geholfen hätte, ein wenig mehr miteinander zu reden und das mich wertschätzen lässt, dass ich hier und heute in Deutschland lebe und nicht zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Japan.

Eine interessante Geschichte über Hingebung, Gehemnissen und Veränderungen!

Von: Violetbooklady Datum: 07.01.2017

theworldofvioletbooklady.blogspot.de/



Cover: Ich hatte mich im Internet schlau gemacht und habe somit ein anderes Cover von diesem Buch gefunden - bei den unterschiedlichen Verlagsgruppen, waren es so einige Versionen, die ich gefunden habe - welches ich euch auf diesem Wege gerne zeigen möchte! In diesem Zusammenhang muss ich gestehen, dass ich das rechte Cover schon etwas schöner gestaltet finde. Wobei es so viele Versionen des Covers gibt, die ich nicht außer Acht lassen und euch ebenfalls zeigen möchte.



Wusstet ihr, dass es sogar einen Anime dazu gibt? Auf solche Bilder bin ich ebenfalls gestoßen, als ich im Internet nach den Cover-Versionen gesucht habe. Allerdings gefällt mir das schlichte, rot-weiße-Design des Covers, wobei mich das Bild der japanischen Dame ein wenig irritiert. Vergleiche ich es mit dem obrigen, rechten Bild, wirkt dieses im Gegensatz durchaus etwas neutraler. So kommt man gleich auf den Gedanken, was die jeweilige Dame, auf dem deutschen Cover, im Sinn haben könnte.
Dennoch hat das Bild einen gewissen Charme, während z.B. die Frisur von ihr, auf das alte Japan zurück zuführen ist. Das Bild stammt von Hashiguchi Goyô, ein japanischer Künstler, der westliche Maelerei studierte. Eben dieser wurde vom Autor selbst damit beauftragt, ua. die Gestaltung von einem anderen Cover seines Werkes zu übernehmen.



Das Buch: Die Geschichte wird stets in der Ich-Form und somit aus der Perspektive eines jungen Studenten beschrieben. Dieser trifft in den Sommerferien einen Mann, den er nur mit Sensei (jap. für Lehrer) anspricht. Zugleich ist bereits bei der ersten Begegnung eine gewisse Faszination zu merken, die der Student für den Sensei hegt. Die Bekanntschaft ist nicht nur von dieser Faszination geprägt, sondern lebt auch, von der Denkweise und den Anscihten, die der Sensei an den Tag legt und es somit schafft, den Student gewisser Weise, in seinen Bann zu ziehen. Eben dies fand ich merkwürdig, durchaus kommt es vor, dass man von einer fremden Person und dessen Ausstrahlung, für einen Moment fasziniert ist, doch dass es bei dem Student so weit gehen sollte, sollte mir als Leserin schleierhaft sein.
Tortzdem wirkt der Sensei nicht uninteressant, wobei vieles an ihm einen normalen Eindruck zu machen scheint. So lebt dieser z.B. mit seiner Frau zusammen und hat keine Kinder - dennoch scheint es vieles zu geben, das von dem Sensi im Verborgenen gehalten wird und eben dies steigert die Spannung! Während ich zu Beginn nicht verstand, dass der Sensei solch eine Wirkung auf den Student hat, verstand ich es Kapitel für Kapitel besser. Auf den Schultern des Sensei liegt eine schwere Last, die im ersten Teil der Geschichte noch um ein Geheimnis gehüllt ist - aber im zweiten Teil Stück füt Stück gelüftet wird. Darauf möchte ich in dieser Rezension jedoch nicht all zu genau eingehen - um mögliche Spoiler zu verhindern.
Doch so sorgen diese Eindrücke dafür, dass der Sensei besser verstanden wird, was mir sehr gefallen hat. So bezieht sich die Aufmerksamkeit nicht nur selbst auf den Protagonistein. Selbst damit soll es nicht genug sein - wobei ich nicht davon ausging, dass dies übertroffen werden könnte. In dieser Geschichte erfährt man - durch ein Ereignis - die Modernisierung Japans. Doch zu welchem Preis kommen die neuen und alten Werte zur Geltung? Dies werdet ihr selbst herausfidnen müssen.
Durchaus hatte ich das Gefühl, dass ich mehrere Kapitel brauchen werde, um mich an dem Schreibstil zu gewöhnen, doch da es sich um ein recht altes Werk handelt, ist es mit einem alten Schatz gleich zusetzen. In dem Schreibstil verbergen sich viele Emotionen, die den Leser sowohl durch den Protagonisten als auch durch den Sensi erfassen werden. Eine Überraschung für sich, wie ich es empfand!

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Fazit


Ich hätte nich gedacht, dass eine Begegnung so interessant sein könnte und von vieles geprägt wird. Die Geschichte ist zugleich faszinierend, wie die Charaktere selbst - während Natsume eindeutig mit seinem Schreibstil überzeugt. Zwar erscheinen natürlich auch die einen oder anderen japanischen Wörter aber dies sollte nicht abschreckend sein, da sich in diesem Buch auch die passende Übersetzung zu dem jeweiligen Wort befindet. Vielleicht kommt euch auch das eine andere bekannt vor.
Kokoro war für mich eine interessante Geschichte über Hingebung, Geheimnisse und Veränderungen, sowohl auf dem Menschen als auch auf seine Umgebung bezogen. Nehmt euch die Zeit für dieses Werk und lasst euch in Natsumes Bann ziehen!

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