Kumpel und Komplizen

Warum die Natur auf Partnerschaft setzt

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Hardcover
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Miteinander statt Konkurrenz – von Win-win-Konstellationen in der Natur

Ist faire Partnerschaft mehr als eine Vision? »Homo homini lupus« - nach dem berühmten Satz von Thomas Hobbes ist der Mensch gegenüber seinem Mitmenschen ein Wolf, nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Im Tierreich scheinen Aggression und Futterneid, Gier und Grausamkeit die Regel. Und doch lassen sich Wölfe auch von Gemeinsinn leiten. Schimpansen retten fremde Artgenossen. Buckelwale helfen Robben in Not. Selbst im Pflanzenreich gibt es seit jeher Symbiose-Deals, wovon beide Seiten profitieren. Die aktuelle Forschung enthüllt Kooperation als eine wesentliche Triebfeder der Natur. Doch wie verträgt sich das mit Darwins unerbittlichem »Kampf ums Dasein«?

Das Buch wird nach höchsten ökologischen Standards (Cradle to Cradle) hergestellt und wird nicht in Folie eingeschweißt.

»Ein leicht verständliches, gut lesbares. Viele Bilder tragen dazu bei. Trotz aller farbenfrohen Formulierungen geht der Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit nicht verloren.«

Deutschlandfunk "Wissenschaft im Brennpunkt" (20. Oktober 2019)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover, Pappband mit Schutzumschlag, 368 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
Mit zahlreichen farbigen Abbildungen
ISBN: 978-3-570-10338-8
Erschienen am  09. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein vielfältiger, unterhaltsamer Überblick über natürliche Auslese und Symbiose im Tier- und Pflanzenreich

Von: Virginie Storm

21.01.2020

Dass Hierarchie kontraproduktiv sein kann, stellte man bei einem Versuch mit Kea-Papageien fest. Die gewitzten Vögel knacken fast jedes Rätsel, um an Futter zu kommen, aber sobald Kooperation gefragt ist, verzichten sie lieber auf Essen, als zusammenzuarbeiten. Dabei bietet der Gruppenzusammenhalt große Vorteile. Man kann sich gemeinsam gegen größere Feinde wehren, Essen teilen und sogar aus einem texanischen Forschungslabor ausbrechen. Der Journalist Volker Arzt moderierte bereits in den 70er Jahren Wissenschaftssendungen und machte auch früh auf die Klimakatastrophe aufmerksam. In diesem Buch stellt er eine gute Mischung aus verständlich erklärtem Fachwissen und unterhaltsamen Geschichten vor. Der Autor erzählt von Einsiedlerkrebsen mit Dachgarten; Minifledermäusen, die in Kannenpflanzen wohnen und diese als Dank mit ihren Fäkalien düngen und Elfenbeinjägern, die ihr eigenes Geschäft schädigen, weil sie unbewusst dafür sorgen, dass die Elefanten mit den kürzeren Stoßzähnen einen Überlebensvorteil haben. Er beschreibt erstaunliche, berührende und überraschende Geschichten über Insektenstaaten; Flusspferde, die ein Zebrafohlen vor einem Krokodil retten und den Zusammenhalt in einer Elefantenherde. Besonders interessant fand ich, dass die Rosskastanie mit gelben Blüten anzeigt, dass diese noch nicht bestäubt wurden. Nach dem Besuch einer Biene färben sich die Blüten rosa. Raten Sie mal, worauf ich im Frühjahr achten werde! Kleiner Kritikpunkt Missverständlich fand ich Beschreibungen wie “die Tiere haben sich angepasst”, “nach 50 Jahren haben sie sich durchgesetzt”, die vermitteln, dass eine aktive Handlung der Tiere vorliegt. Es sollte sprachlich deutlich gemacht werden, dass bestimmte Varianten auf Grund der natürliche Auslese tendenziell eher überleben. Vielleicht ändert sich dann auch das öffentliche Denken stärker in eine Richtung, die Vielfalt und Kooperation begrüßt. Ein großartiger Überblick über Kooperation bei Tieren und Pflanzen, mit lehrreichen und amüsanten Anekdoten und vielen Farbfotos.

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Und Altruismus lohnt sich doch! - "Kumpel & Komplizen"

Von: Eva Krafczyk

27.11.2019

Jeder ist sich selbst der nächste..." Das trichtern schon besorgte Eltern ihren Kindern ein, wenn sie Durchsetzungsvermögen fördern und vermeiden wollen, dass der Nachwuchs in Kindergarten oder Schule untergebuttert wird und den Kürzeren zieht. Ein gesunder Egoismus wird da eher als förderlich angesehen. Und hatte nicht schon Darwin das "Survival of the fittest" als eine der Regeln bei der Entstehung der Arten ausgemacht? Das, so Volker Arzt in seinem Buch "Kumpel und Komplizen. Warum die Natur auf Partnerschaft setzt", bedeutet aber eben nicht, dass der Stärkste überlebt (und seine Gene weitergibt), wie es in der deutschen Lesart von "Survival of the fittest" immer heißt. Vielemehr handele es sich um das Überleben des am besten an die jeweiligen Bedingungen angepassten - und das müsse partnerschaftliches Verhalten, gegenseitige Hilfe oder Altruismus überhaupt nicht ausschließen. Doch wann sind Wesen partnerschaftlich, und inwiefern ist Hilfsbereitschaft ein evolutionärer Vorteil? Ist nicht "Futterneid" selbst unter Geschwistern - und das in einer Überflussgesellschaft - Alltag? Der berühmte Spruch, der Mensch sei dem Menschen ein Wolf, ist jedenfalls unfair - vor allem den Wölfen gegenüber. Dass sie, ähnlich wie Elefanten oder Wale, ausgesprochen soziale Tiere sind, das hat schon Carl Safina in seinem Buch "Die Intelligenz der Tiere" ( https://nimm-ein-buch.blogspot.com/2018/05/von-wolfen-walen-elefanten-die.html) sehr ausführlich beschrieben. Doch es müssen gar nicht charismatische Tiere sein, für die sich viele Menschen begeistern: Der Autor verweist etwa auf die Insektenstaaten von Bienen oder Ameisen, beschreibt, dass die Aufopferung für die eine Königin evolutionär durchaus Sinn macht für die Arbeiterinnen - jedenfalls wenn es um die Weitergabe jener Gene geht, die sie schließlich mit einer erfolgreichen Königin teilt. Eine bewusste Entscheidung ist das nicht, für das genetische Bestehen eines Insektenvolkes dagegen macht das Verhalten Sinn. Innerhalb verwandter Wesen einer Art jedenfalls scheint die Bereitschaft zu Hilfe und partnerschaftlichem Verhalten jedenfalls auch nach den Erkenntnissen menschlicher Verhaltensforscher deutlich ausgeprägter zu sein, wie in dem gut lesbarem und mit vielen Abbildungen versehenen Buch erläutert wird. Um noch mal traditionelle Redensarten zu bemühen: "Blut ist dicker als Wasser". Ist dies vielleicht auch der Grund, warum sich manche Menschen fragen, ob sie zu einem Pflege- oder Adoptivkind, zu Schwiegerfamilie oder Patchworkangehörigen die gleiche emotionale Nähe entwickeln können wie zu biologischen Verwandten? Die sollten sich ein Beispiel an Ratten nehmen: Volker Arzt verweist auf ein Verhaltensexperiment der Universität Chicago, wo Ratten eine in einem kleinen Käfig gefangene Artgenossin unter großer Mühe befreiten - und zwar unabhängig von Verwandtschaft. Wichtige Voraussetzung war, dass die Tiere zwei Wochen lang gemeinsam in einem Käfig verbracht hatten. Nach dem Motto: Man kennt sich - man hilft sich. In der Zeit von zunehmenden nationalen Egoismen und Abschottung, von Parolen wie "America First" und der Einsicht, dass die Ressourcen der Erde nicht nubegrenzt sind, will "Kumpel & Komplizen" auch mahnen: "Unser biologisches Erbe macht uns leicht verführbar. Aber gerade deshalb sollten wir uns die Zweigleisigkeit der Evolution vor Augen halten: Sie kommt nicht nur durch Kampf und Verdrängung voran, sondern ebenso durch faire Zusammenarbeit" Und auch der Mensch sei ebenso Egoist wie kooperatives Gruppenwesen.

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Vita

Volker Arzt, geboren 1941, ist Diplomphysiker, erfolgreicher Wissenschaftsjournalist und Autor. Er moderierte u.a. die ZDF-Reihe »Querschnitte« (mit Hoimar von Ditfurth), wurde als Buchautor mit den Bestsellern »Haben Tiere ein Bewusstsein?« (zusammen mit Immanuel Birmelin), »Als Deutschland am Äquator lag« und »Kluge Pflanzen« bekannt. Er erhielt zahlreiche nationale wie internationale Auszeichnungen, u.a. den Europäischen Umweltpreis, den Japan-Preis, der als international wichtigste Auszeichnung des Bildungsfernsehens gilt, und den Green Screen-Preis für den besten Wissenschaftsfilm.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Arzt schreibt unterhaltsam, bildhaft, lebendig und bringt umfangreiches Fachwissen ein. «

Spektrum.de (25. Oktober 2019)

»Aufschlussreiche Ausflüge in die Tierwelt. Die Faktenfülle dieses Buches ist immens.«

P.M. (10. Januar 2020)

»Wer erstaunliche Beispiele für Partnerschaften und Anekdoten aus der Verhaltensforschung erwartet, kommt auf seine Kosten.«

NZZ am Sonntag (26. Januar 2020)

»So anschaulich, spannend und witzig geschrieben, dass man den wissenschaftlichen Hintergrund fast vergisst.«

bild der wissenschaft (17. März 2020)

»Überraschende tierische Fakten, die sprachlich bestens verpackt sind.«

Wochenendspiegel, Chemnitz (27. September 2019)

»Unglaubliche Fakten wechseln mit anekdotenhaften Beobachtungen und spannenden Versuchen.«

wir – Das Mitarbeitermagazin des Continentale Versicherungsverbundes auf Gegenseitigkeit (04. Mai 2020)