VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Landpartie

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 28,00 [D] inkl. MwSt.
€ 28,80 [A] | CHF 38,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7175-2476-2

NEU
Erschienen:  03.09.2018
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

Nichts verpassen und zum kostenlosen Buchentdecker-Service anmelden!

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Pressestimmen

  • Service

  • Biblio

«Die Lektüre Eduard von Keyserlings macht süchtig.» Andreas Isenschmid, NZZ am Sonntag

Er ist der Meister der sinnlichen Erzählkunst, ein begnadeter Impressionist und Stimmungsmagier, und sein Werk gehört zum Stilvollsten, was die deutschsprachige Literatur hervorgebracht hat. Zu seinem 100. Todestag würdigt Manesse Eduard von Keyserling mit einem bibliophilen Liebhaberband, in dem erstmals sämtliche Erzählungen vereint sind. Seinerzeit zählten Thomas Mann, Lion Feuchtwanger und Herman Bang zu seinen Bewunderern. Und bis heute kommen Kritiker nicht aus dem Schwärmen heraus: «Besser als Fontane!» (Michael Maar), «Nicht lesen, schlürfen!» (Tilman Krause), oder: «Houellebecq minus Zynismus» (Iris Radisch). Zeitgemäß im besten Sinne, ist dieser Klassiker mehr denn je der Entdeckung wert.

100. Todestag am 28. September 2018

»In Keyserlings Erzählungen kann man es sich nie gemütlich machen. Sie gehören ganz und gar der Moderne an. Deshalb sollten wir ihn lesen und nicht alle naselang ›wiederentdecken‹.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Jochen Schimmang (13.09.2018)

Eduard von Keyserling (Autor)

Eduard von Keyserling (1855–1918) stammt aus altem kurländischem Geschlecht und studierte Jura und Kunst. Er lebte zunächst in Wien, ehe er sich nach einer ausgedehnten Italienreise als Autor in München niederließ und in der Schwabinger Boheme verkehrte. In seinem Erzählwerk, das zum Stilvollsten gehört, was die deutschsprachige Literatur zu bieten hat, setzte er der Welt von gestern ironisch funkelnde Denkmale.

»In Keyserlings Erzählungen kann man es sich nie gemütlich machen. Sie gehören ganz und gar der Moderne an. Deshalb sollten wir ihn lesen und nicht alle naselang ›wiederentdecken‹.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Jochen Schimmang (13.09.2018)

»Die Kunst Keyserlings besteht darin, … mit der Kamera ganz nahe an die Gegenstände und Körper heranzufahren, die Details aufzunehmen und ein sprachliches Geflecht aus Farben und Stimmungen über Menschen zu legen, die mehr oder weniger hoffnungslos den Versuch unternehmen, als Individuen wahrgenommen zu werden. ... Sollten Sie diesen Autor noch nicht kennen, holen Sie das Versäumte nach.«

ORF, Radio Ö1, Sdg. Ex libris, Peter Zimmermann (09.09.2018)

»Wie sich kleine und große Gefühle entwickeln und in manchmal verquere Handlungen oder einen ebenso verqueren Stillstand münden, fängt er wirklich meisterhaft ein … eine sehr schöne Gesamtausgabe.«

Süddeutsche Zeitung, Antje Weber (28.09.2018)

»Keiner beherrschte die als Harmlosigkeit getarnte Gnaden-losigkeit virtuoser als der Schriftsteller Eduard von Keyserling.«

Neue Zürcher Zeitung, Rainer Moritz (28.09.2018)

»Er hatte dieses gewisse Etwas, das wir in Deutschland so selten zustande bringen. Und dafür werden wir, werden einzelne Glückliche ihn immer lesen und lieben.«

DIE WELT, Tilman Krause (28.09.2018)

mehr anzeigen

Mit Nachwort von Florian Illies

Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag, 744 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 4 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-7175-2476-2

€ 28,00 [D] | € 28,80 [A] | CHF 38,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

NEU
Erschienen:  03.09.2018

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Fontane? Nein - Tschechow!

Von: Cornelie Müller-Gödecke  aus Gribow Datum: 24.09.2018

https://www.buchhandlung-christiansen.de/de/

Ich lese Keyserling seit Jahren und bin immer wieder gefangen von seiner Menschenkenntnis und seiner Sicht auf die Menschen - man könnte ihn mit Tschechow vergleichen auch wenn er nicht über den traurigen Humor Tschechows verfügt.

Idyllen auf dem Pulverfass? Eduard von Keyserlings „Landpartie“

Von: Sören Heim Datum: 18.09.2018

https://diekolumnisten.de/Kolumnen/heimspiel/

„Besser als Fontane!“ ist das eine Werbung, mit der man heutzutage noch Leser erreicht? Gibt es eine deutschsprachige Leserschicht, die ihre Autoren ernsthaft an Fontane misst? Es steht so zumindest auf dem Buchdeckel der gesammelten Erzählungen Eduard von Keyserlings, die der Manesse Verlag unter dem Titel Landpartie herausgegeben hat. An stellte den Vergleich Michael Maar für die Zeit. Ein eher unsinniger Vergleich noch dazu: Fontane ist ja nun wirklich nicht für kurze, dichte, wohlkomponierte Erzählungen bekannt. Überhaupt sind solche Erzähler im deutschen rar gesät, am ehesten fiele Storm ein. Doch bei dem ist alles immer so düster und ernst und schwer, während Keyserlings zwar auch bei weitem nicht ohne Pathos auskommt, das aber oft doch spielerisch, fast tänzerisch vermittelt.

Eleganz + Pathos

„Waldschnepfen sollten geschossen werden“ – mit einem solchen, die Handlung weit öffnenden Satz etwa wirft der Autor uns in die Erzählung „Frühlingsnacht“. Auf knapp zehn Seiten wird mustergültig eine Rivalität zweier Freunde um eine junge Dame aufgebaut, die sich, nachdem der eine Rivale sie bei Jagd bevormundet, dem anderen in die Arme wirft. Etwas pathetisch (siehe oben) entscheidet der Verschmähte des Abends ins Wasser zu gehen, nur um dort auf eine weitere Selbstmörderin zu treffen, und gemeinsam mit dieser das Unterfangen abzublasen.

Suizide sind häufig in den Erzählungen Keyserlings, Versuche ebenso und gleichfalls sind die Handlungsträger oft Adelige oder Bürger, deren Lebensstil im Großen und Ganzen dem des Adels entspricht. Müßiggang, rauschende Feste, Mondscheinwanderungen. Man darf die Erzählungen Keyserlings, ohne sie herabzusetzen, als Dekadenzschriftstellerei beschreiben: Alles scheint opulent, schwelgerisch, aber irgendwie auch im Welken begriffen. Den Menschen geht eine Funktion jenseits der Repräsentation ab. Dass im Schwelgerische die Katastrophe lauert wird dann in den letzten Erzählungen, die den Krieg als drohenden Fluchtpunkt haben oder schon aus Schützengräben melancholisch auf den Müßiggang zurückschauen, besonders deutlich. Man spürt es aber bereits vorher. Eine große Gereiztheit durchzieht die Keyserlingschen Idyllen, man kommt kaum umhin nach all den kleinen Explosionen eine große, eine gewaltsame Massenerhebung der Pathosbesoffenen zu erwarten.

Kleine und große Gereiztheit

Zuvor aber erwachsen aus der Gereiztheit starke Situationen. Besonders herrlich: In „Die Feuertaufe“ erzählt ein Major ein Techtelmechtel. Wieder steht mit der ihn unglücklich liebenden Gräfin eine Jägerin im Mittelpunkt. Und als klar wird, dass der Major sie verschmäht, gerät dieser Wortsinn ins Fadenkreuz. Ausnahmsweise aber stirbt niemand und die Erzählung wird mit großer Nonchalance aufgelöst:

" ›Sie sind heute nur einmal zum Schuß gekommen‹, begann ich die Unterhaltung.›Ja, einmal‹, sagte die Gräfin, und sie sprach nachlässig und zerstreut, wie Damen mit Herren sprechen, die sie langweilen.

›Aber ohne Resultat‹, fuhr ich fort. Die Gräfin zog die Augenbrauen ein wenig in die Höh’ und meinte: ›Darauf kommt es doch nicht an. Ich habe die Erregung des Wartens, des Anlegens, Zielens und Schießens gehabt, das ist mir genug; wenn das arme Wild heil davonkommt, so gönne ich es ihm, für mich ist der Fall erledigt, ich hab’ mein Teil gehabt. Oder sind Sie von denen, die stets Resultate sehen müssen?‹ Dabei sah sie mich mit ihren Edelsteinaugen kühl und fremd an. ›Resultate sind allerdings wichtig‹, sagte ich ziemlich verwirrt.

›Resultate‹, erwiderte die Gräfin, ›sind meist uninteressant. Eine Tat beschließen, sie in sich wachsen fühlen, sie wägen, wie ich einen Ball in der Hand wäge, eh’ ich ihn werfe, tun — das kann ein Genuß sein, das kann erlösen — aber was daraus wird.‹

Sie zuckte leicht mit den Schultern, wand sich von mir ab, ihrem Herrn zur Linken zu, und fragte ihn, ob er Neapel kenne."

Sprachlich ist Keyserling ein großer Genuss. Die Fähigkeit, Szenerien zu zeichnen, ließe sich vielleicht am besten mit Bunin vergleichen. Auch im melancholisch-romantischen Ton weisen die beiden Parallelen auf, wobei Keyserling durchaus auch eine gewisse ironische Distanz zum romantischen einnimmt. Immer wieder werden romantische Konventionen wie der Mondscheinsparziergang selbst vom Personal der Erzählungen durchschaut und dem Pathos haftet so stets auch eine lächerliche Komponente an. Gar Gänzlich (und durchaus plausibel) als Kritik von Romantik und Nostalgie liest Florian Illies das Werk Keyserlings.

Eduard von Keyserling war mir als Erzähler absolut neu. Im deutschsprachigen Raum dürfe er seinesgleichen suchen. Sprachlich grandios, wie es sich die meisten heutigen Schriftsteller durch die Fetischisierung der Widerspiegelung des „Wirklichen“ verbieten, formal in seinem strengen Aufbau und durch die teils kaum merklichen Perspektivverschiebungen oft moderner als heutige Moderne. All zu viele Erzählungen hintereinander weg lesen sollte man vielleicht nicht, sonst könnte der Pathos ein wenig überfordern.

Voransicht

  • Weitere Bücher des Autors