Leere Herzen

Roman

Hardcover
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Sie sind desillusioniert und pragmatisch, und wohl gerade deshalb haben sie sich ‎erfolgreich in der Gesellschaft eingerichtet: Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi. Sie haben sich damit abgefunden, wie die Welt beschaffen ist, und wollen nicht länger verantwortlich sein für das, was schief läuft. Stattdessen haben sie gemeinsam eine kleine Firma aufgezogen, "Die Brücke", die sie beide reich gemacht hat. Was genau hinter der "Brücke" steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod.

Als die "Brücke " unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald sind nicht nur Brittas und Babaks Firma, sondern auch beider Leben in Gefahr...

"Leere Herzen" ist ein provokanter, packender und brandaktueller Politthriller aus einem Deutschland der nahen Zukunft. Es ist ein Lehrstück über die Grundlagen und die Gefährdungen der Demokratie. Und es ist zugleich ein verstörender‎ Psychothriller über eine Generation, die im Herzen leer und ohne Glauben und Überzeugungen ist.

»Juli Zeh kann erzählen, und wie!«

Martin Ebel / Der Bund (13. Januar 2018)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87523-1
Erschienen am  13. November 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Gänsehaut beim Finale

Von: Caroline Schultz

17.10.2018

Juli Zeh hat eine besondere Begabung dafür, Bücher zu schreiben, die erstens völlig überraschen und zweitens fesselnd und spannend bis zur letzten Seite sind. Dabei hat jedes ihrerer Werke eine ganz eigene Daseinsberechtigung, obwohl sie alle untrennbar mit unserer Gesellschaft und der Rolle der Menschen darin verbunden sind. Inhalt In "Leere Herzen" geht es um eine fiktive nahe Zukkunft im Jahr 2025. Angela Merkel ist längst nicht mehr im Amt, Donald Trump hingegen ist unvermutet Retter auf internationalem Parkett. Das Besorgte-Bürger-Bündnis schafft nach und nach jegliche Form von Mitbestimmung und Demokratie ab, und so geht es weiter... In dieser Gesellschaft hat sich die völlig desillusionierte und pragmatische Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi erfolgreich eingerichtet. Die ausgebildete Heilpraktikerin ist mit Richard verheiratet, Mutter einer Tochter und bietet in ihrem Therapiezentrum "Die Brücke" eine besondere Form der Behandlung an. Doch niemand ahnt, was hinter dieser Fassade wirklich geschieht. Tatsächlich betreiben Babak und Britta ein lukratives und gefährliches Geschäft mit dem Tod. Ehemann Richard ist mit seinen Geschäften wenig erfolgreich, so dass er auf Britta, die für das Familieneinkommen sorgt, angewiesen ist. Eines Tages geschieht das unvermeidliche, "Die Brücke" bekommt unliebsame Konkurrenz und schließlich geraten Babak, Britta und ihre Familie in Lebensgefahr. Ich möchte hier lieber nicht mehr verraten, denn ich finde diese Buch liest sich am besten, wenn man es ein wenig unbedarft und ohne große Erwartungen in die Hand nimmt. Dann findet man auf jeder Seite Anspielungen und prägnante Sätze die allzu treffend sind für die momentane gesellschaftliche Situation und den Weg den wir scheinbar eingeschlagen haben. Juli Zeh ersinnt eine Dystopie, die erschreckender Weise überhaupt nicht absurd, sondern völlig nachvollziehbar und denkbar ist. Trotzdem bleibt sie jederzeit klar in ihrer Haltung und appelliert mit dem Roman vor allem an unsere eigene politische Verantwortung. Was ist uns unsere Demokratie wert, was sind ihre Grundpfeiler und wie können wir diese schützen? Bestimmt nicht, in dem Menschen aus Desinteresse den Wahllokalen fernbleiben. Der Buchtitel "Leere Herzen" hat in der Geschichte einen konkreten Bezug zur Handlung, dient aber gleichzeitig als Metapher für eine deutsche Gesellschaft voller gleichgültiger, leidenschaftsloser und oberflächlicher Menschen. Es mag Stimmen geben, die sagen, dass andere Bücher von Juli Zeh besser gefallen; Ich mag bisher jedes ihrer Bücher sehr und finde, dass jedes Einzelne eine eigene Aufgabe hat und für sich allein sprechen kann und wie der Volksmund so schön sagt, man kann Äpfel nicht mit Birnen verglichen. (z. B. auch das hier: Nullzeit) Fazit Ein Buch das ich hiermit vollständig und nachdrücklich empfehlen möchte.

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Wollen wir in einer solchen Zukunft leben?

Von: tinaliestvor

16.09.2018

Britta und Babak führen ein erfolgreiches Unternehmen. Die als Therapiepraxis getarnte Selbstmordagentur könnte nicht besser laufen. Ihr Geschäftskonzept, gezielt Selbstmörder an den bestehenden Bedarf zu vermitteln, gelingt dank Babaks Algorithmus Lassie spielend leicht. Die Liste der potentiellen Kunden ist lang, das Auswahlverfahren, welches Britta wie auch Babak selbst durchlaufen haben, hart. Doch plötzlich gibt es scheinbar Konkurrenz am Markt und die Welt der beiden gerät aus den Fugen. Während sich Brittas Mann plötzlich dank eines noblen Investors mit seiner eigenen Firma endlich am Ziel sehnt, erkennt Britta viel zu spät den wahren Grund des scheinbar selbstlosen Geldgebers. Für Britta beginnt damit eine Zeit des Zweifels und für Babak ungeahnte Zeit zur Suche nach sich selbst. Über Flucht, Angst und dem brennenden Wunsch nach mehr Demokratie zerreißt es fast dieses innige Band an Freundschaft. Doch dann tritt unerwartet Julietta wie aus dem Nichts aus und sieht sich als erstklassige Absolventin des 12 Stufenprogrammes auch als Retter dieser Freundschaft. Im Deutschland der Juli Zeh herrschen andere Mächte. Die Menschen sind der Demokratie überdrüssig und die Machthaberhin herrscht konkurrenzlos. Doch sollte man immer an den kleinen Funken Hoffnung glauben, der sich nach dem Guten im Menschen. Ganz besondere Sehnsucht liegt in der einzig richtigen Entscheidung, die ein Mensch trifft. Möchten wir in so einer Zukunft leben? Sollten wir als Leser nicht erschrocken sein, von einer Zukunft zu lesen, in der potentielle Selbstmörder für lukrative Geschäfte zur ultimativen Umsetzung einer Botschaft eingesetzt werden. Ist es nicht traurig, dass sich die Menschen überhaupt keine Gedanken mehr über ihr politisches Leben und ihr Erbe an die Zukunft machen? So einfach die Geschichte dem Leser am Anfang erscheinen mag, so kompliziert wird sie bei der Betrachtung von Brittas Familie und deren Freunde sowie Babaks Leben in einer Welt voller Versteckspiel und Selbstverachtung.

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Vita

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, studierte Jura in Passau und Leipzig. Schon ihr Debütroman "Adler und Engel" (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Ihr Gesellschaftsroman "Unterleuten" (2016) stand über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015) und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Bundesverdienstkreuz (2018).

www.juli-zeh.de

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Zitate

»Ein spannendes und wunderbar geschriebenes Buch«

Kristian Thees / SWR 3 (06. Januar 2018)

»Mal wieder ist es Zeh gelungen, ihre klugen Gedanken über die Widersprüche in unserer Gesellschaft literarisch so miteinander zu verknüpfen, dass ein spannender Roman daraus entstanden ist.«

Jacqueline Thör / ZEIT ONLINE (14. November 2017)

»›Leere Herzen‹ ist ein Thriller am Puls der Zeit, der die richtigen Fragen stellt.«

Nadine Kreuzahler / rbb Inforadio (13. November 2017)

»Ein fesselnder Thriller, aber auch - typisch Juli Zeh - mit einem Anliegen: Was passiert, wenn man die Stimmung, die im Land herrscht, weiterdenkt?«

Natascha Geier / NDR Fernsehen Kulturjournal (13. November 2017)

»Das ist das Sittenbild einer aus den moralischen Fugen geratenen Gesellschaft.«

Johannes Kaiser / hr2-kultur (13. November 2017)

»Ihr neues Werk ist ein Politthriller über das Business mit dem Tod. Beängstigend gut!«

Cosmopolitan (13. November 2017)

»Spannend und beklemmend zugleich. Was für ein Szenario! Sarkasmus pur, eine Warnung oder nichts als Satire?«

Felicitas von Twickel / ZDF aspekte (10. November 2017)

»Ich wünsche, dass ›Leere Herzen‹, der neue Roman von Juli Zeh, an den Erfolg von ›Unterleuten‹ anknüpfen kann. Literarisch ist das ohne Frage der Fall.«

Denis Scheck / ARD Das Erste druckfrisch (30. Oktober 2017)