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Lieber Mr. Salinger

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-8135-0515-3

Erschienen: 23.02.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch, eBook (epub)

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„Eine Liebeserklärung an die Zeit kurz vor der digitalen Revolution und an die immerwährende Kraft der Literatur.“ The Chicago Tribune

Von ihnen gibt es Hunderte: blitzgescheite junge Frauen, frisch von der Uni und mit dem festen Vorsatz, in der Welt der Bücher Fuß zu fassen. Joanna Rakoff war eine von ihnen. 1996 kommt sie nach New York, um die literarische Szene zu erobern. Doch zunächst landet sie in einer Agentur für Autoren und wird mit einem Büroalltag konfrontiert, der sie in eine längst vergangen geglaubte Zeit katapultiert. Joanna lernt erst das Staunen kennen, dann einen kauzigen Kultautor – und schließlich sich selber.

"Eine leichtfüßige Verneigung vor der Kraft der Literatur und eine Momentaufnahme der letzten Monate vor Beginn des digitalen Zeitalters."

BRIGITTE (04.03.2015)

Joanna Rakoff (Autorin)

Nach ihrem Studium an renommierten amerikanischen Universitäten stürzte sich Joanna Rakoff in die Welt der Literatur. Sie arbeitete als Kritikerin für die „New York Times“, die „Los Angeles Times“ und die „Vogue“ und veröffentlichte einen Roman („A Fortunate Age“), der zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Joanna Rakoff lebt in Cambridge, Massachusetts.

"Eine leichtfüßige Verneigung vor der Kraft der Literatur und eine Momentaufnahme der letzten Monate vor Beginn des digitalen Zeitalters."

BRIGITTE (04.03.2015)

"Das sprüht geradezu von Liebe für Literatur"

NDR, "Das gemischte Doppel", Annemarie Stoltenberg (24.02.2015)

"Eine faszinierende Liebeserklärung an die Literatur"

Elle, Juni-Heft 2015

"Eine neue, humorige Annährung an J.D.Salinger"

InStyle, März-Ausgabe (20.02.2015)

""Lieber Mr. Salinger" erzählt von alter und junger Kultur, von Liebe und Lebensträumen, Selbsterkenntnis und dem Erwachsenwerden. Ein Roman zum Verschlingen."

Hamburger Abendblatt (11.03.2015)

mehr anzeigen

Aus dem Amerikanischen von Sabine Schwenk
Originaltitel: My Salinger Year
Originalverlag: Knopf

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 304 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-8135-0515-3

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Knaus

Erschienen: 23.02.2015

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Eine Liebeserklärung an die Literatur an sich und J. D. Salinger im Speziellen.

Von: Bella's Wonderworld Datum: 31.01.2017

www.bellaswonderworld.de

Beschreibung

Direkt nach ihrer Uni-Zeit kehrt Joanna Rakoff in den 90er Jahren nach New York zurück um dort in der Literaturwelt Fuß zu fassen. Tatsächlich ergattert sie einen Job als Assistentin in einer Agentur, die wie aus einer längst vergangen Epoche entsprungen zu sein scheint. Joanna muss sich nicht nur auf das Tippen der über Diktafon diktierten Briefe auf einer nostalgischen Schreibmaschine einstellen, sondern sie bekommt auch noch spezielle Anweisungen von ihrer Chefin zu einem gewissen „Jerry“.

Erst später wird Joanna klar, dass es sich bei „Jerry“ um den weltbekannten Autor J. D. Salinger handelt, der durch die Agentur vertreten wird. Bisher hat Joanna noch nie ein Buch Salingers gelesen und sieht sich nun mit den Marotten dieses speziellen Autors, der weder seine Fanpost weitergeleitet bekommen möchte noch mit sonst jemanden in Kontakt treten möchte konfrontiert. Joanna bringt es nicht übers Herz die ganze Fanpost mit einem vorgefertigten Musterbrief zu beantworten und so liest sie die unzähligen Briefe an Salinger um diese persönlich zu beantworten.

Meine Meinung

Joanna Rackoff berichtet in ihrem autobiographischen Roman „Lieber Mr. Salinger“ von ihrem Jahr in einer New Yorker Agentur in den 90er Jahren.

Der flüssige Schreibstil entführt den Leser schnell in die aufregende Nach-Uni-Zeit, die Joanna Rackoff in ihrem ersten Jahr in einer New Yorker Agentur erlebte. Das ganze könnte man als eine Art Tagebuch betrachten, denn so ähnlich lässt sich dieser Roman lesen. In jahreszeitlichen Abschnitten erfährt man die wichtigsten Ereignisse in Joannas Leben, wobei ihre Arbeit eine große Rolle einnimmt. Die spezielle und sehr nostalgische Atmosphäre der Agentur gefällt mir auf Anhieb sehr gut. Ich empfand es außerdem als sehr interessant einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und mehr über die Arbeit in einer Agentur zu erfahren und somit tiefer in die Welt der Literatur einzutauchen.

Schnell wird klar, dass Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte Mr. J. D. Saliger ist, und sich durch ihn und seine Werke so einiges in Joannas Leben verändert. Angefangen bei der Arbeit im Verlag, wo Joanna Telefonanrufe entgegennimmt und die Fanpost bearbeitet bis hin zu den Problemen in ihrem Leben. J. D. Salinger wird schon bald zu einem festen Bestandteil ihres Lebens, und das obwohl sie noch nie ein Buch des berühmten Autors gelesen hat. Als Joanna dies schließlich ändert, gelangt sie in ihrem Leben an einen Wendepunkt.

Mit Joanna konnte ich mich schnell identifizieren, denn genau wie sie habe ich bisher noch keines von Salingers Werken gelesen, obwohl mir zumindest der Titel „Der Fänger im Roggen“ schon das ein oder andere mal zu Ohren gekommen ist. Mehr möchte ich über die Geschichte an dieser Stelle nicht verraten.

Mich hat dieser kurzweilige Roman gut unterhalten und meine Lust auch einmal ein Buch von Salinger in die Hand zu nehmen definitiv geweckt! Ich vergebe für „Lieber Mr. Salinger“, der mich der Literaturwelt ein Stückchen näher gebracht hat, 4 von 5 Grinsekatzen.

Über die Autorin

Nach ihrem Studium an renommierten amerikanischen Universitäten stürzte sich Joanna Rakoff in die Welt der Literatur. Sie arbeitete als Kritikerin für die „New York Times“, die „Los Angeles Times“ und die „Vogue“ und veröffentlichte einen Roman („A Fortunate Age“), der zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Joanna Rakoff lebt in Cambridge, Massachusetts. (Quelle: Albrecht Knaus Verlag)
Fazit

Eine Liebeserklärung an die Literatur an sich und J. D. Salinger im Speziellen.

Salinger und seine Privatsphäre

Von: Mirella Pagnozzi Datum: 01.08.2016

mirella-pagnozzi.blogspot.de/

Das Buch hat mir recht gut gefallen, und es könnte sein, dass ich nun angespornt bin, noch weitere Werke von J. D. Salinger zu lesen, siehe Zitat unten, da ich nur, wie ich in der Buchvorstellung schon geschrieben habe, den Klassiker "Der Fänger im Roggen" gelesen habe.

Der Buchtitel von Rakoff hat mich daher sehr neugierig gestimmt … Außerdem möchte ich zu gerne wissen, wie eine Literaturagentur arbeitet, was sich hinter den Kulissen verbirgt. Alles, was mit Büchern und AutorInnen zu tun hat, interessiert mich eben brennend.

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein:

„Von ihnen gibt es Hunderte: blitzgescheite junge Frauen, frisch von der Uni und mit dem festen Vorsatz, in der Welt der Bücher Fuß zu fassen. Joanna Rakoff war eine von ihnen. 1996 kommt sie nach New York, um die literarische Szene zu erobern. Doch zunächst landet sie in einer Agentur für Autoren und wird mit einem Büroalltag konfrontiert, der sie in eine längst vergangen geglaubte Zeit katapultiert. Joanna lernt erst das Staunen kennen, dann einen kauzigen Kultautor – und schließlich sich selber.“

Den Schluss fand ich richtig gut, da er nicht eindeutig ist, wirft er ein kleines Rätsel auf …

Sich noch einmal in die 1990er Jahre zurückversetzt zu wissen, fand ich toll, da ich diese Übergänge selbst auch erlebt habe. Die Zeit, in der man von der Schreibmaschine auf den Computer umgesattelt ist, und in der man über Email anfing zu kommunizieren, diesen Prozess ging jeder unterschiedlich schnell an. Doch nicht für Joanna Rakoff. Sie arbeitet in einer Agentur, die sich für technische Neuerungen sperrt, weshalb sie ihren Büroalltag auf der Schreibmaschine tätigen muss. Später bekam die Agentur einen Computer, den sich allerdings alle MitarbeiterInnen teilen mussten. Eine altmodische Agentur, die an die 1950er-Jahre-Büros erinnern lässt.

Joannas Chefin, weit über sechzig, pflegt einen recht kühlen Umgang zu ihren MitarbeiterInnen und geht einer außergewöhnlichen Liebesbeziehung nach …

Für Joanna ist das erstmal eine sehr öde Tätigkeit, da die Arbeit darin besteht, jede Menge Standardbriefe zu bewältigen, die man viel leichter auf einem PC-ausüben könnte …

Was Jerome David Salinger betrifft, bekommt Joanna von ihrer Chefin strikte Anweisungen, wie sie sich diesem Kultautor gegenüber zu verhalten habe. Hier war absolute Distanz angesagt, denn viele junge Mädchen hatten sich zuvor um einen Job in der Agentur beworben, nur um mit Salinger in Kontakt zu treten.

Strikt verboten war auch, die Fanpost an Salinger weiterzureichen, um seine Privatsphäre zu schützen. Auf Wunsch des Autors sind die Leserbriefe an die Agentur adressiert.

Es war nun Joannas Aufgabe, diese sehr persönlichen Briefe zu bearbeiten. Darunter befanden sich auch Briefe von vielen jungen LeserInnen, da Salinger in seinen Büchern Themen behandelt, mit denen sich junge Leute identifizieren konnten. Doch er bekam auch Post von älteren Menschen, die derselben Generation angehören, aus der Salinger stammt. Menschen, die so wie er, 1919 geboren, einen Weltkrieg erlebt haben ...

Joanna fühlt sich verantwortlich, und möchte die Leserbriefe nicht so einfach mit Floskeln abservieren. Sie liest jeden Brief und einer ging ihr besonders nahe. Ein junger Mensch, der sich über die Romanfigur Holden Gedanken gemacht hat, woraus dieser Leser schlussfolgert, dass sich die Menschen nicht wirklich für andere Menschen interessieren würden:

„Ich denke viel über Holden nach. Plötzlich taucht er vor meinem geistigen Auge auf, und dann denke ich an ihn, wie er mit der guten Phoebe tanzt oder in der Pencey im Waschraum vor dem Spiegel rumalbert. Wenn ich an ihn denke, kriege ich so ein dummes Grinsen ins Gesicht. Weil ich erst dran denke, was ein witziger Typ er ist und so. Aber dann werde ich meistens irrsinnig deprimiert. Wahrscheinlich werde ich deprimiert, weil ich immer nur dann an Holden denke, wenn ich sehr emotional drauf bin. Ich kann schon emotional sein. Die meisten Leute kümmern sich, glaube ich, einen Scheißdreck darum, was jemand denkt und fühlt. Und wenn Sie eine Schwäche sehen - warum zum Teufel ist es eigentlich schwach, Gefühle zu zeigen; Mann, dann machen sie dich fertig!“ (Mann ist hier mit Doppel-n-geschrieben, Anmerkung der Rezensentin), (2014, 119).

Joanna, der die Menschen keineswegs gleichgültig sind, Joanna, die selbst auch nah am Wasser gebaut ist, identifiziert sich mit diesem (und anderen Leserbriefen) und beschließt, im Namen der Agentur empathisch darauf zu antworten.

Ob das gut geht? Überschreitet Joanna hier nicht eine Grenze, selbst wenn es gut gemeint ist? Dringt sie nicht in die Privatsphären der Fans ein? Kann man ahnen, wie der und die anderen LeserInnen auf ihre Antwortschreiben reagieren werden, wo sie doch eine Antwort vom Schriftsteller selbst erwartet hatten, die aber ausbleibt? Diese Fragen hatte ich mir zwischenzeitlich selbst gestellt.

Diese Szenen mit der Fanpost haben mir recht gut gefallen.

Nicht nur Joanna, auch ich stellte mir die weitere Frage, welchen Anlass Salinger besaß, seine Fanpost abzulehnen; Warum bekam er so viele Nachrichten, die er nicht mal zu würdigen wusste?

„Mit einem Mal verstand ich, warum ihm die Fans schrieben; ihm nicht nur schrieben, sondern sich ihm anvertrauten, mit einer solchen Dringlichkeit und Empathie, solchem Mitgefühl und solcher Geständnisbereitschaft. Wenn man Salinger liest, ist es nicht so, als läse man eine Erzählung; es ist, als flüsterte einem Salinger höchstpersönlich seine Geschichten ins Ohr. Die Welt, die er in seinen Texten erschafft, ist greifbar, real und zugleich so wunderbar überhöht, wandelte er mit frei liegenden Nervenenden auf Erden. Salinger zu lesen ist ein so intimer Akt, dass man sich dabei hin und wieder unbehaglich fühlt. Seine Figuren sitzen nicht herum und denken über Selbstmord nach. Sie nehmen Pistolen und schießen sich in den Kopf. (…) Er zeigt uns seine Figuren völlig unverhüllt, legt ihre geheimsten Gedanken und ihre verräterischen Fragen offen. Wegen ihrer verräterischen Taten offen. Es ist fast zu viel.“ (240)

Nach diesem Zitat bin ich gewillt, mir das eine oder andere Werk von Salinger anzuschaffen ...

Nun habe ich meinen Fokus hauptsächlich auf die Fanpost und die Reaktionen dazu gesetzt. Das Buch bietet aber noch vieles mehr. Die Beziehung zwischen Joanna und ihren KollegInnen, zwischen ihren Eltern, die merkwürdige Geburtstagsgeschenke zu machen pflegten, und ihre partnerschaftliche Bindung mit Don. Man bekommt nebenbei das gesellschaftliche Leben Amerikas mit.

Mein Fazit?

Da ich ein Nachwort vermisste, denn ich wollte zu gerne wissen, welche reale Beziehung Nakoff zu Salinger hatte, musste ich nochmals die Anmerkung auf der ersten Seite lesen, in der die Autorin darauf ein wenig Bezug genommen hat.

Schade finde ich die Haltung Salingers seinen Fans gegenüber. Ich an seiner Stelle würde mich über die Fanpost sehr freuen. Das sind doch jede Menge Outputs, die einiges über die Bücher des Autors aussagen. Ist das nicht interessant zu wissen, was die Bücher in anderen Menschen so auslösen? Und ich wäre neugierig, welche LeserInnen zu einem finden würden. In die Haut eines Schriftstellers versetzt, würde ich wissen wollen, was das für Menschen sind, die meine Bücher lesen. Wo kommen sie her? Was haben sie für Bedürfnisse literarischer Art? Was sagen die LeserInnen über mich aus? Und wie setzen sie das Gelesene um? Setzen sie das Gelesene um oder betrachten sie die Bücher eher als reine Unterhaltungslektüren? Sicher sind die LeserInnen nicht alle gleich, aber das würde es ja so spannend machen.

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