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Lincoln im Bardo Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87552-1

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Erschienen:  14.05.2018
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Während des amerikanischen Bürgerkriegs stirbt Präsident Lincolns geliebter Sohn Willie mit elf Jahren. Laut Zeitungsberichten suchte der trauernde Vater allein das Grabmal auf, um seinen Sohn noch einmal in den Armen zu halten. Bei George Saunders wird daraus eine allumfassende Geschichte über Liebe und Verlust, wie sie origineller, faszinierender und grandioser nicht sein könnte.

Im Laufe dieser Nacht, in der Abraham Lincoln von seinem Sohn Abschied nimmt, werden die Gespenster wach, die Geister der Toten auf dem Friedhof, aber auch die der Geschichte und der Literatur, reale wie erfundene, und mischen sich ein. Denn Willie Lincoln befindet sich im Zwischenreich zwischen Diesseits und Jenseits, in tibetischer Tradition Bardo genannt, und auf dem Friedhof in Georgetown entbrennt ein furioser Streit um die Seele des Jungen, ein vielstimmiger Chor, der in die eine große Frage mündet: Warum lieben wir überhaupt, wenn wir doch wissen, dass alles zu Ende gehen muss?

»Ein solches Buch wird man so bald nicht wieder lesen.«

Andreas Isenschmid / Die Zeit (14.06.2018)

George Saunders (Autor)

George Saunders wurde 1958 in Amarillo, Texas, geboren, lebt heute mit seiner Frau und zwei Töchtern in Oneonta, New York, und ist Dozent an der Syracuse University. Er hat mehrere Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht, wurde u.a. 2013 mit dem PEN/Malamud Award und 2014 mit dem Folio Prize ausgezeichnet.

»Ein solches Buch wird man so bald nicht wieder lesen.«

Andreas Isenschmid / Die Zeit (14.06.2018)

»Ein überaus originelles, eigenwilliges Buch, in dem sich das Komische und das tief Berührende, das Absurde und das Menschliche auf magische Weise die Waage halten.«

Maik Brüggemeyer / Rolling Stone (01.06.2018)

»Eine gespenstische Komödie, zugleich ein ergreifender Trauergesang und eine erhellende Studie darüber, wie Geschichte aus Geschichten entsteht.«

Sandra Kegel / Frankfurter Allgemeine Zeitung (12.05.2018)

»Saunders hat mit diesem Roman eine Ode ans Leben geschrieben, die eher wie ein Shakespeare-Drama mit griechischem Chor klingt.«

Anne Haeming / SPIEGEL ONLINE (15.05.2018)

»Ein Geister-Roman, der, historisch präzise verankert in einem Krisenmoment der amerikanischen Geschichte, voll schwarzem Humor und bizarrer Komik die Themen Trauer und Tod verhandelt.«

Sigrid Löffler / RBB Kulturradio (14.05.2018)

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DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Amerikanischen von Frank Heibert
Originaltitel: Lincoln in the Bardo
Originalverlag: Penguin Random House USA

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-630-87552-1

€ 25,00 [D] | € 25,70 [A] | CHF 34,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

NEU
Erschienen:  14.05.2018

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Ein polyphones Wunderwerk

Von: Marius Datum: 14.06.2018

buch-haltung.com

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Und wenn ja – wie sieht es aus? George Saunders versucht sich in Lincoln im Bardo an einer Antwort.

Die Art und Weise, wie er dies tut, ist sowohl in inhaltlicher als auch in formaler Form mehr als außergewöhnlich. Die Grundhandlung von Lincoln im Bardo ist schnell umrissen. Willie Lincoln, der 11-jährige Sohn von Präsident Abraham Lincoln, ist verstorben. Der Vater trauert um seinen Sohn und zieht sich mehrmals in die Familiengruft zurück, wo sein Sohn aufgebahrt ist. Bei diesen Besuchen verbinden sich Diesseits und Jenseits – oder wie es in der Lehre des Yogas heißt: das Bardo (tibetanisch für Zwischenzustand) wird zum zentralen Handlungsort. In diesem verharren der amerikanische Präsident und sein Sohn – und mit ihm eine Vielzahl an weiteren Seelen, irgendwo in diesem nebulösen Reich, das wir Jenseits nennen.

Saunders braucht nicht viele Seiten, um den Leser erstmals stutzen und staunen zu lassen (sein Übersetzer Frank Heibert spricht hier auch vom Saunder’schen wtf-Moment). Denn anstelle eines gewöhnlichen Erzählers und einer linearen Handlung ist Lincoln im Bardo ganz anders. Saunders Buch ist ein polyphoner Chor des Jenseits und der Augenzeugen. In teils nur wenigen Wortfetzen erzählen abwechselnd Zeitzeugen Lincolns und Bardo-Bewohner von den Geschehnissen nach dem Tod des Jungen. Der Leser muss sich aus diesen Dialogen und den verschiedenen Sprecher*innen die Handlung selbst zusammenreimen und interpretieren.

Das ist herausfordernd, manchmal anstrengend, aber eben auch sehr originell und innovativ. Denn Saunders gelingt es, losgelöst vom Text, die gängigen Vorstellungen des Jenseits zu hinterfragen. Wie ist das Sterben? Und gibt es Regeln, wie das Leben nach dem Tod funktioniert? Lincoln im Bardo ist da funkensprühend kreativ – wohl auch einer der Gründe, warum das Buch letztes Jahr mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde.

Dieses Buch könnte man sich ebenso gut als Hörspiel-Adaption oder auf einer Bühne vorstellen, so ist es inszeniert und geschrieben. Gerade in den kommentierenden zentralen drei Gestalten im Bardo glaubt man sich des Öfteren in einem Shakespeare-Stück, so vielfältig ist auch die Sprache und die Figurenzeichnung. Dass dies im Deutschen so gut funktioniert, dafür zeichnet sich Frank Heibert verantwortlich. Dieser übertrug dieses herausfordernde Werk wunderbar eigenständig ins Deutsche und verschaffte allen Sprechenden eine eigene Sprache und darüber hinaus einen eigenen Charakter. Man kann vor seiner Übersetzerleistung nur den Hut ziehen.

In diesem Buch zeigt sich einmal mehr, wie hervorragend sich Dichtung und Übertragung vereinen. Ein außergewöhnliches, ein forderndes Buch, das unser Bild vom Jenseits um eine lesenswerte Facette bereichert!

George Saunders | LINCOLN IM BARDO

Von: Bookster HRO Datum: 13.06.2018

https://booksterhro.wordpress.com/

(Bardo?) Im buddhistischen Glauben ist das Bardo eine Art Zwischenstation im Samsara, dem immerwährenden Zyklus des Seins, also der Bereich zwischen Leben und Wiedergeburt. (Hä?) So wie ein Gate im Flughafen, wenn du das Land offiziell schon verlassen hat, aber noch auf den Flieger wartest. (Achso!) In ebensolches Bardo verschlägt es den kleinen Willie Lincoln, Sohn des Präsidenten, nachdem er im Februar 1862 elendig an Typhus stirbt. Das Bardo, das er betritt, ist eine Schattenversion des Friedhofs, auf dem er bestattet ist. Dort freundet er sich mit den beiden liebenswürdigen Chaoten Hans Vollman und Roger Bevins III an, und mit Reverend Everly Thomas, einem Geistlichen, der, mit einem dunklen Geheimnis belastet, das Bardo nicht verlassen kann.

Abraham Lincoln indes geht an der Trauer um seinen Goldjungen fast zu Grunde und es ist fraglich, ob er die Geschicke seines Landes in diesen schweren Zeiten zum Wohle aller weiterhin lenken kann. Ein paar Tage nach der Beerdigung schleicht er sich auf den Friedhof und öffnet Gruft und Grab, um seinem Sohn ein letztes Mal Lebwohl zu sagen. Willie beobachtet ihn dabei, dringt als Geist in seinen Vater ein und spürt dessen Liebe und Trauer. Von diesen Emotionen überwältigt, ist sich Willie sicher: Sein Vater wird ihn aus diesem Zwielicht befreien, er wird zurückkommen und ihn holen. Nun verlangen die Regeln des Bardo, dass man sich möglichst schnell zur Wiedergeburt bereit mache – doch Willie weigert sich und es entbrennt ein Kampf der Geister um seine Seele.

George Saunders (*1958) geht in seinem ersten Roman stilistisch – wie von seinen Kurzgeschichten gewohnt – ganz eigene Wege. In über hundert zum Teil sehr kurzen Kapiteln lässt er wie in einem Theaterstück unzählige Figuren sprechen, die in ihrem jeweiligen Duktus das Geschehen kommentieren. Heraus kommt ein kollektives Durcheinander, ein gegenseitiges Dazwischengequatsche, das gekonnt den Spagat zwischen Tragödie und Komödie schafft und irgendwo zwischen Shakespeare und Monty Python landet.

Federführend sind die Stimmen von Vollman – mit dem Riesenpenis – und Bevins – mit den hundert Händen –, über die wir Leser auch mehr erfahren als über die meisten anderen Geister, wo sie herkommen und wer sie waren. Interessanterweise ist die einzige Figur, die überhaupt nicht zu Wort kommt – nur indirekt über die Berichte anderer –, Präsident Lincoln, womit auch klar wäre, wer hier der eigentliche Titelheld ist.

Zwischen die Geisterstimmen eingewebt sind dutzende Ausschnitte aus Büchern, Chroniken und Briefen von Zeitzeugen, die Lincolns Präsidentschaft analysieren und kommentieren. Wie geht er mit dem Verlust seinen Sohnes um? Was hat das für Auswirkungen auf die Entscheidungen, die gefällt werden müssen, gerade in Kriegszeiten? Ich habe stichprobenartig ein paar der Verfasser dieser Ausschnitte im Netz gesucht und bin fündig geworden, also gehe ich davon aus, dass diese Berichte historisch belegt sind. Die Bardo-Geschichte in diese Wortmeldungen einzubetten – ein äußerst gelungener Schachzug!

Auch die Übersetzung ist großartig gelungen. Frank Heibert, den ich spätestens seit Queneaus STILÜBUNGEN und Faulkners SCHALL UND WAHN zu den Größten seiner Zunft zähle, hat hier wieder ganze Arbeit geleistet. Diese unzähligen Stimmen mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften stilecht ins Deutsche zu übertragen – inklusive dutzender Wortneuschöpfungen –, das ist eine Leistung, die verehrt werden muss.

LINCOLN IM BARDO, Gewinner des Man Booker Prize 2017, hat mich aus dem Stand umgehauen. Ich war erschlagen von der Wucht der eigentümlichen Prosa, an die ich mich zugegebenermaßen erst gewöhnen musste, die mich dann aber mit einem lächelnden und einem tränenden Auge in Windeseile durch die Seiten trug. (450 Seiten in fünf Tagen? Das ist für mich Rekordleistung! – Allerdings steht durch die vielen Stimmwechsel auch oft nicht so viel auf den Seiten.) Und noch etwas: Ich bin überhaupt nicht religiös veranlagt – Religion liegt mir so fern wie … watweißich … Häkeln? – aber wenn ein Roman es schafft, dass ich denke: So könnte ich mir das Nachleben auch vorstellen – Hut ab!

Für mich ganz klar eines der besten Bücher des Jahres und definitiv einen Re-Read wert. Leseempfehlung für alle, die sich trauen, ihre gewohnten Lesegewohnheiten über Bord zu werfen und neue Pfade zu erkunden … und weder Shakespeare noch Monty Python abgeneigt sind.

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