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Madame Bovary Roman

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Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7175-1126-7

Erschienen: 01.09.1952
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Dank seiner erzählerischen Radikalität ist dieser epochemachende Roman heute so brisant wie bei seinem Erscheinen im Jahre 1857, als er in Frankreich für Furore sorgte. «Eine Revolution in der Literatur. Das Leben selbst erschien. Man konnte glauben, dass selbst die leblosen Dinge aufstünden, als hätte eine unsichtbare Schöpferkraft sie beschworen.» (Guy de Maupassant)

«Madame Bovary» zählt längst zu den unangefochtenen Werken der Weltliteratur. Bei seinem Erscheinen löste der Roman jedoch wegen des angeblichen Verstoßes gegen die Moral einen Skandalprozess aus und war heiß umstritten. Gustave Flaubert (1821–1880) schrieb damals: «Die Moral, der Anstand, die Prinzipien sind für die Aufrechterhaltung der bestehenden Gesellschaftsordnung unentbehrliche Dinge. Aber zwischen der Gesellschaftsordnung und der Literatur besteht keine Gemeinschaft. Der Schriftsteller betrachtet die Seelen und die Herzen, er sucht in sie einzudringen und ihre Heimlichkeiten, ihre schmachvollen oder edlen Neigungen zu verstehen.» Der Prozess gegen Flaubert endete mit einem Freispruch.

Mit einem in der Literatur bis dahin noch nicht dagewesenen Fatalismus schildert der Roman das Schicksal einer verheirateten Frau in kleinstädtischer Lebenswelt, die von ihrer Sehnsucht nach der großen, romantischen Liebe zum Äußersten getrieben wird. Der Konflikt zwischen der nüchternen Wirklichkeit ihres Ehedaseins und den Träumen der Heldin, beherrscht von Leidenschaften, wird zusehends bedrohlicher, ohne dass sich irgendwo ein Ausweg aus der Bedrängnis abzeichnen würde. Mehr noch als am fatalen Verlauf der Handlung wurde daran Anstoß genommen, dass sich der Erzähler bis zum Ende aller moralischen Wertungen enthält.

»Zeitlos«

Schweizer Illustrierte, Juni 2010

Gustave Flaubert (Autor)

Gustave Flaubert, 1821 in Rouen als Sohn eines Chirurgen geboren, besuchte zuerst die Schulen in seiner (durch "Madame Bovary" berühmt gewordenen) Vaterstadt, studierte eher lust- und erfolglos die Rechte in Paris und mußte sich dann aufgrund eines rätselhaften Nervenleidens aus jeder Berufstätigkeit zurückziehen. Er lebte in strenger schriftstellerischer Askese in Rouen, unternahm immer wieder Reisen in Europa, nach Nordafrika und dem Nahen Osten und starb 1880 im Alter von 59 Jahren. Flaubert war unerbittliche Präzision in der Kunst wichtiger als überhitzte Inspiration und das Suchen nach bisher unbeschriebenen Aspekten der Wirklichkeit wesentlicher als romantische Gefühlsdarstellung. Diese strenge Forderung setzte er in "Madame Bovary" in revolutionärer Weise um - doch vorher hatte es in seinem Leben eine Epoche gegeben, die in ihrer anarchischen Heftigkeit ihresgleichen sucht.


Guy de Maupassant (Nachwort)

Guy de Maupassant wurde 1850 auf Schloss Miromesnil bei Dieppe geboren und stammte aus einer alten lothringischen Adelsfamilie. Er studierte für einige Zeit Jura in Paris und nahm 1870/71 am Deutsch-Französischen Krieg teil. Ab 1871 war er in Paris als Ministerialbeamter tätig. Gustave Flaubert, ein Freund seiner Mutter, unterstützte seine ersten literarischen Versuche. Mit der Veröffentlichung seiner Novelle «Boule de Suif» im Jahr 1880 erlangte Maupassant Ruhm und ein Vermögen, das ihm ausgedehnte Reisen ermöglichte. Er schrieb etwa 260 Novellen sowie einige Romane («Bel Ami», 1885), die in teils pessimistisch-schwermütigem, teils satirisch-groteskem Ton sein Bild vom Menschen als banalem, habsüchtigem und triebhaftem Wesen thematisieren. Seit 1891 in geistiger Umnachtung lebend, starb Maupassant 1893 in Passy bei Paris.



Guy de Maupassant

wurde 1850 geboren und erlebte als Elfjähriger die Scheidung seiner Eltern. Ab 1871 arbeitete er als kleiner Beamter in Paris, wo er Gustave Flaubert kennenlernte und von diesem zum Schreiben angeleitet wurde.

»Zeitlos«

Schweizer Illustrierte, Juni 2010

Aus dem Französischen von Hans Reisiger
Originaltitel: Madame Bovary

Mit Nachwort von Guy de Maupassant, Hans Reisiger

Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag, 592 Seiten, 9,0 x 15,0 cm

ISBN: 978-3-7175-1126-7

€ 22,90 [D] | € 23,60 [A] | CHF 29,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

Erschienen: 01.09.1952

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Der Skandalroman des 19. Jahrhunderts!

Von: Sophie VERStand Datum: 04.06.2015

https://www.youtube.com/c/VERStand

Madame Bovary bildet den klassischen Ursprung aller folgenden Ehebruchsromane wie Anna Karenina und Effi Briest. Flaubert gelingt 1857 ein skandalöser Glücksgriff, der dieses Werk bis heute zurecht der Weltliteratur zurechnet.
Wir begegnen zu Beginn des Romanes Charley Bovary, der das Ergebnis einer nicht allzu glücklichen Ehe ist, in der Schule das ein oder andere mal gehänselt wurde, sich aber trotz allem zu einem sehr biederen Landarzt mausert, der dem Fortschritt in seiner Disziplin nie ganz abgeneigt ist. Seine erste Ehe dauert keine 30 Seiten an. In dieser Zeit begegnet er bereits Emma, welche zufällig die Tochter eines Patienten von Charles ist. Doch wie kann hier eine feine Liebesgeschichte entsponnen werden? Natürlich muss die 1. Frau sterben, was sie - dem Leser sehr passend - auch umgehend tut.
Danach steht dem Eheglück von Charles und Emma eigentlich nichts mehr im Wege…
Wären da nicht Emmas unmäßige Ansprüche an die Liebe und Leidenschaften, die sie nur aus Romanen kennt, die sie rezipiert hat. Mit Charles hat sie den denkbar leidenschaftslosesten Menschen in ganz Frankreich geheiratet und wenige Woche nach der Hochzeit stellt sich drängende Langeweile ein, die sich zu einer handfesten Depression entwickelt.
Madame Bovary ist als Ehebruchsroman bekannt geworden und letztlich weiß man bereits vor dem Lesen, dass Emma sich in die Arme eines Liebhabers begibt…

Dieser Roman hat mich teils in einem argen Zwiespalt zurückgelassen.
Die Geschichte der unglücklichen Ehefrau, die sich gefangen fühlt in diesem vermeintlichen Glück kannte ich bereits aus „Anna Karenina“ und dort gefiel mir der Bruch der starken Frau etwas besser.
Emma Bovary ist eine Dame, die sich fast ausschließlich den lieben langen Tag in Selbstmitleid und Langweile badet, ohne nur die geringste Kraft aufzuwenden, daran etwas zu ändern. Es mangelt ihr dabei an Kommunikationsstärke und Empathie, … auf ein ruhiges Familienleben kann sie sich ebenfalls nicht einstellen.
Mir muss eine Figur nicht sympathisch sein, damit ich einen Roman gut finde, aber man sollte ihre Handlungsmotivationen nachvollziehen können und für mich ist das bei Emma nicht gegeben.
Ich kann sogar verstehen, wenn LeserInnen dieses Romans die Langeweile, die Madame Bovary empfindet, ebenso beim Lesen empfinden.
In Hinblick auf den Roman wirkt die Figur der Emma sehr unausgewogen. Emma ist ein unmotivierter Mensch, der von Anfang an nur hedonistische Ansprüche an seine Umwelt stellt und sich jeden Tag vorjammert, dass jeder ein besseres Leben habe als sie.
Das große Plus dieses Romans ist seine feinfühlige Sprache. Am Stil Flauberts, bzw. hier in der Übersetzung durch Hans Reisiger, ist absolut nichts auszusetzen. Sprachliche Bilder lassen den Leser die Landidylle und innere Bedrängnis jeder Figur nachempfinden. Allein dieses Stils wegen empfehle ich die Lektüre dieses Klassikers.
Besonders erwähnenswert finde ich aus all den Dorfbewohnern um das Ehepaar Bovary den Apotheker. Dieser bringt eine politische, philosophische und religionskritische Perspektive in den Roman, die einem Einblicke in den Zeitgeist eines Frankreichs Mitte des 19. Jahrhunderts ermöglicht.
Hervorzuheben wäre noch der Erzähler, der nicht nur jeder Figur folgen kann, sodass wir mehr Perspektiven als die von Emma kennenlernen, sondern absolut wertfrei die Handlung darlegt. Kein einziges moralisches Urteil wird über das Handeln von Emma gefällt. Dem Leser fällt also eine wichtige Aufgabe zu, das ganze Geschehen zu reflektieren und zu beurteilen. Im Jahre 1857 hat das ganze einen Skandal ausgelöst, was heutzutage wohl kaum mehr möglich wäre. Dahingehend hat Flauberts Werk vielen weiteren ähnlich thematisch aufgebauten Romanen den Weg geebnet, was man nicht vergessen sollte.
Letztlich habe ich für die Geschichte 2 Sterne vergeben und für den Stil 4,5 Sterne, womit ich bei einer Gesamtwertung von 3-3,5 Sternen verbleibe. Ein Klassiker, den man gelesen haben kann. In dieser Ausgabe und Übersetzung auf jeden Fall stilistisch absolut empfehlenswert.

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