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Main Street Roman

Manesse Bibliothek (6)

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7175-2454-0

Erschienen:  23.04.2018
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Ein Schlüsselroman zum Verständnis der modernen USA, ihrer tiefen Ambivalenz und inneren Zerrissenheit

Carol Kennicott, eine junge Frau aus Neuengland, hat es in ein Provinznest verschlagen, deren Einwohner, so merkt sie rasch, völlig anders ticken als sie. Um keinen Preis wollen sie von Vorurteilen abrücken und mit neuen Ideen beglückt werden. Im Gegenteil: Wer an ihren tief verwurzelten Überzeugungen rüttelt, kann sein blaues Wunder erleben. So entspinnt sich ein Kampf zwischen zwei konträren Weltbildern - urbane Liberalität vs. rustikales Hinterwäldlertum. Dass Letzteres nicht so einfach zu überwinden ist, sondern böse zurückschlägt, wenn es sich bedroht fühlt, lässt sich an der USA der Gegenwart ebenso studieren wie an diesem turbulenten, unterhaltsamen Klassiker.

»Wie packend sein Röntgenblick bis heute ist, zeigt sich an der aktuellen Sinclair-Lewis-Wiederentdeckungswelle. ... Man kann vielleicht sagen: Der Mann war ein glühender Feminist. Auch deshalb lassen sich seine Romane heute (wieder) sehr gut lesen.«

taz - die tageszeitung, Katja Kullmann (02.06.2018)

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Bitte beachten Sie, dass zwecks Vollständigkeit ggf. auch Bücher mit aufgeführt werden, die derzeit nicht lieferbar oder nicht bei der Verlagsgruppe Random House erschienen sind.

Sinclair Lewis (Autor)

Sinclair Lewis (1885-1951), geboren in einer Kleinstadt in Minnesota, studierte in Yale und arbeitete als Journalist und Lektor in New York, San Francisco und Washington. Seit dem Erfolg seines Romans «Main Street» konnte er von der Schriftstellerei leben. 1926 erregte er großes Aufsehen mit seiner Ablehnung des Pulitzerpreises, der ihm für seinen Roman «Arrowsmith» zuerkannt worden war; 1930 erhielt er als erster US-Amerikaner den Literaturnobelpreis.


Heinrich Steinfest (Nachwort)

Heinrich Steinfest wurde 1961 in Australien geboren und wuchs in Wien auf. Er wurde mehrfach mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet; sein Roman «Ein dickes Fell» war für den Deutschen Buchpreis 2006 nominiert. 2010 erhielt er den Heimito-von Doderer-Literaturpreis. Aus der Begündung der Jury: "Er ist der Meister spannender Prosa an der Grenze zwischen Absurdität und Komik". Heinrich Steinfest lebt in Stuttgart.

»Wie packend sein Röntgenblick bis heute ist, zeigt sich an der aktuellen Sinclair-Lewis-Wiederentdeckungswelle. ... Man kann vielleicht sagen: Der Mann war ein glühender Feminist. Auch deshalb lassen sich seine Romane heute (wieder) sehr gut lesen.«

taz - die tageszeitung, Katja Kullmann (02.06.2018)

»Das kluge Nachwort stammt vom Romancier Heinrich Steinfest. Lewis erzählt spöttisch, frech und schnell... Ein so hochaktueller wie unterhaltsamer Roman.«

NZZ am Sonntag, Manfred Papst (27.05.2018)

»Als Lewis 1930 als erster Amerikaner mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, stellten die Juroren ganz besonders ›Main Street‹ als herausragendes Beispiel für moderne Literatur heraus.«

Gießener Allgemeine (26.05.2018)

»Lewis erzählt viel direkter, bösartiger und entlarvender als Faulkner. ... Dieser Roman ist über hundert Jahre alt und aktueller denn je. Wer immer noch darüber sinniert, warum ein gelbhaariger Geistloser die Vereinigte Staaten regiert, der lese ›Main Street‹! ... Ein großer Roman, in dem der Masochismus der kleinen Leute große Blüten treibt. Und an diesen lässt es sich wunderbar berauschen.«

Lesart. Unabhängiges Journal für Literatur, Heike Kunert (19.03.2018)

»Wer den Blick von der Handlung allein auch auf die Sprache richtet, wird feststellen, dass Lewis ein hervorragender Schriftsteller ist, was die deutsche Übersetzung durchaus erkennen lässt.«

belletristik-couch.de, Almut Oetjen (07.06.2018)

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Übersetzt von Christa E. Seibicke

Mit Nachwort von Heinrich Steinfest

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 1.008 Seiten, 9,0 x 15,0 cm

ISBN: 978-3-7175-2454-0

€ 28,00 [D] | € 28,80 [A] | CHF 38,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

Erschienen:  23.04.2018

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Eine Satire über das Spießbürgertum

Von: Renie Datum: 07.07.2018

renies-lesetagebuch.blogspot.de/

Percy Bresnahan ist eine Berühmtheit - zumindest in Gopher Prairie, einem amerikanischen Provinznest zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Denn P. B. ist ein berühmter Automobilhersteller und Vorbild der Einwohner von Gopher Prairie. P. B. hat bewiesen, dass jeder, der aus Gopher Prairie kommt, ungeahnte Möglichkeiten hat, wenn er sie nur ergreift. Er ist sozusagen der Inbegriff des Amerikanischen Traums.

Nahezu jede Kleinstadt hat einen Helden vorzuweisen. Da spielt es keine Rolle, dass sowohl Percy Bresnahan als auch Gopher Prairie der Phantasie von Sinclair Lewis entsprungen sind. Sein Roman „Main Street“ spielt in eben diesem Gopher Prairie. Der Literaturnobelpreisträger von 1930 und gleichzeitig erster amerikanischer Autor, der diesen Preis erhielt, hat mit „Main Street“ einen Roman geschrieben, der wahrscheinlich nie an Aktualität einbüßen wird – solange es Kleinstädte gibt.

Besagte Main Street bildet das Herzstück von Gopher Prairie. Mehr hat das Nest im Westen der USA nicht zu bieten. Nichtsdestotrotz sind die Einwohner über alle Maßen stolz auf ihre kleine Stadt. Schwer nachvollziehbar, denkt sich auch Carol Kennicott, die frisch verheiratet mit Will Kennicott, dem Arzt aus Gopher Prairie, aus der Großstadt in eben diesen Ort zieht. Carols Erwartungen sind hoch. Denn Will hat Gopher Prairie in allen vorstellbaren und unvorstellbaren Farben angepriesen.
So ist Carols Enttäuschung nicht verwunderlich.

Doch die resolute junge Frau versucht sich mit ihrem Leben als Arztfrau in einem Provinznest zu arrangieren. Sie hofft sogar, das gesellschaftliche Leben mit ihrem Charme und Esprit zu beleben sowie das triste Stadtbild auf Vordermann zu bringen - Pläne, an denen sie sich die Zähne ausbeißen wird. Denn die Einwohner von Gopher Prairie geben viel auf ihr (nicht) vorhandenes gesellschaftliches Leben. So begegnen sie Carol nach anfänglicher Neugierde mit viel Skepsis. Carol wird sich 10 Jahre ihres Lebens mit den eigenbrötlerischen Einwohnern rumschlagen. Dabei wird sie auf Snobs, bibelfeste Scheinheilige, eingebildete Damen der Gesellschaft sowie Hütern von Moral und Anstand treffen. Die Gopher Prairierianer haben eines gemeinsam: Neuerungen kommen ihnen nicht ins Städtchen.
(Gopher Prairie heißt übrigens wörtlich übersetzt "Taschenratten- oder Erdhörnchen-Prairie" wie ich den Anmerkungen am Ende des Buches entnehmen konnte.)

Sinclair Lewis wusste, wovon er schrieb. Er ist selbst in einer Kleinstadt aufgewachsen und hat seine Erinnerungen in „Main Street“ einfließen lassen. Sein Roman ist eine Satire auf das Leben in einer Kleinstadt. Doch trotz aller Kritik stellt er die Charaktere, so eigen sie auch sein mögen, in einer sehr liebevollen Weise dar. Die Menschen sind ihm ans Herz gewachsen und auch der Leser findet die eine oder andere nette Eigenschaft an den Einwohnern von Gopher Prairie. Fast hat man den Eindruck, dass Sinclair seine Charaktere mit einem verschmitzten Augenzwinkern beschreibt. Sinclair Lewis hat nicht nur die Menschen geliebt, sondern auch Landschaft seiner Heimat Minnesota schien einen ganz besonderen Reiz auf ihn auszuüben. Mit viel Wortgewalt vermittelt er deren atemberaubende Schönheit.

Carol hat es schwer. Sie bemüht sich die Stadt und ihre Einwohner zu lieben, was man ihr jedoch nicht leicht macht. Aufgewachsen in Minneapolis hat sie eine sehr gute Schulbildung genossen. Nach Beendigung der Schule hat sie sich zur Bibliothekarin ausbilden lassen. Diesen Beruf hat sie auch noch kurze Zeit ausgeführt, bevor sie ihren Mann kennenlernte. Sie ist geistreich, witzig und vor allen Dingen selbstbewusst. Eine Frau, die sich schwer darin tut, sich ihrem Mann unterzuordnen – was man in der damaligen Zeit vom weiblichen Geschlecht erwartet hat, und was für die Frauen von Gopher Prairie eine Selbstverständlichkeit ist und niemals in Frage gestellt wird. Anfangs wirkt Carol wie ein Wirbelwind in der Kleinstadt, der die Menschen aus ihrer routinierten Lethargie reißt. Doch ihre Energie erhält schnell einen Dämpfer als sie merkt, dass sie als Zugezogene und Angeheiratete auf dem Präsentierteller lebt und noch lange nicht akzeptiert wird. Also versucht sie auf subtilere Weise und durch das Schmieden von Allianzen ihre Pläne zur Rundumerneuerung der Stadt umzusetzen.

Was mich an diesem Roman verblüfft hat, ist seine Aktualität. Wir sprechen von einem Roman, der erstmalig 1920 veröffentlicht wurde. Die Probleme, die es damals in Amerika gab, sind auch heute noch zu finden – wenn auch in abgewandelter Form: Fremdenfeindlichkeit – Klassendenken – Angst vor dem Neuen – Spießbürgertum.
Und tatsächlich ist das Thema dieses Romanes keines, das den USA vorbehalten ist. Gopher Prairie gibt es überall auf der Welt.

Fazit:
Main Street ist ein zeitloser und amüsanter Klassiker, den es sich auf alle Fälle zu lesen lohnt.
© Renie

Mainstreet – Vergangenheit, Gegenwart und der Glaube an das Gute

Von: Thursdaynext Datum: 05.07.2018

https://feinerbuchstoff.wordpress.com/

Wie schnelllebig unsere Zeit geworden ist, kann man gut erkennen, wenn man Sinclair Lewis bald 100 Jahre altes Buch liest. Die von Lewis in dieser 1920 erstveröffentlichen Gesellschaftssatire vorausgesetzte Aufmerksamkeitsspanne ist hoch. Hier ist Durchhaltevermögen gefragt. Nicht, weil der Autor oder das Thema unvermögend oder uninteressant sind, doch seine ausnehmend akribische Darstellung der Verhältnisse, die seine junge Protagonistin in Gopher Prairie, dem Kuhkaff im mittleren Westen, in das sie qua Heirat verschlagen wurde, vorfindet ist trotz des feinen Witzes manchmal etwas zäh. Lewis berichtet von den Erlebnissen der jungen Carol, die bereits auf dem College gedanklich die Welt zu bereichern versucht und ihren Platz darin finden möchte. Als Brötchenerwerb dient ihr der Bibliothekarsberuf, bis sie auf ihren hartnäckig werbenden Verehrer, den Landarzt Will Kennicott stößt. So ist Carol alsbald frischgebackene Arztgattin, angetreten diese kleine Welt mit Bildung, Chic und schönen Künsten zu verbessern und zu verfeinern. Hier trifft sie auf angesehene und weniger angesehene Honoratioren, die mit dem Status Quo durchaus zufrieden sind und von der forschen, erschreckend liberalen jungen Frau wenig angetan sind. Intrigen, Machtspielchen, Mobbing, Nepotismus und Lobbyismus. Alle -ismusse sind bestens vertreten in Gopher Prairie . Statusdenken, Abgrenzung, Rassismus, alles schon da. Dann die psychologischen Neuordnungen, wenn Altbewährtes auf Neues trifft. Wer aus einer Stadt aufs Dorf zog findet sich leicht wieder. Erfreulicherweise allerdings mit Duschen, besserer Heizanlage und – positiv oder nicht mal dahingestellt – mehr Freizeitmöglichkeiten.

So witzig und aktuell Mainstreet auch ist, es ermüdet auf Dauer von diesen Menschen zu erfahren. Vielleicht liegt es daran, dass, wenn man, wie ich selbst auf dem Land lebt, etliche der beschriebenen Charaktere bereits kennenlernen konnte und feststellen muss, dass sich in den letzten hundert Jahren in dieser Richtung kaum etwas verändert hat.

S. 108 „Ezra Stowbody war ein Troglodyt.“ Wer auf dem Dorf oder in einer Kleinstadt lebt dürfte jetzt sicher ein Bild dazu vor Augen haben …

So bleibt nur Carol Kennicotts unermüdliches Wirken für Bildung und Intellekt und ihr Streben zu bewundern, sich trotz aller Anfeindungen und Rückschläge zu einer der Honaratiorinnen der schäbigen kleinen Stadt aufzuschwingen. Auch hier hatte ich das Bild einer lieben Freundin vor Augen …

Nobelpreisträger Sinclair Lewis Gesellschaftsstudie lädt ein ein persönliches Resümmé zu ziehen und Vergleiche zwischen Vergangenheit und Gegenwart anzustellen. Wir haben Menschen auf den Mond geschickt, aber die meisten sind doch sehr fest auf ihrem Fleckchen Erde geblieben und dort wollen sie auch bleiben.

Die Schilderung dieser kleinen Stadt im mittleren Westen und ihrer Bewohner ist großartig und humorvoll bis boshaft, die kleinen Scharmützel die der Einzug der jungen Frau nach sich zieht und ihre Erlebnisse, samt der Schlüsse die sie zieht, ziehen sich. Carol ist die Seele des Romans und diese Seele ist ab einer gewissen Seitenzahl schwer auszuhalten. Wie im richtigen Leben.

So schreibt Heinrich Steinfest in seinem großartigen und informativem Nachwort zu Mainstreet, das übrigens bereits 1936 verfilmt wurde, „Über das masochistische Vergnügen, an einem schmerzendem Zahn zu saugen.“ Das trifft meine Leseerfahrung exakt. Nur zählt Masochismus nicht zu meinen Vergnügungen.

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