Mein Leben mit den Toten

Ein Leichenpräparator erzählt
Mit einem Vorwort von Mark Benecke

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Hardcover
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Der letzte Zeuge

Jedes Leben endet tödlich. Doch oftmals kommt der Tod sehr plötzlich und auf grausame Weise. Alfred Riepertinger ist spezialisiert darauf, Leichname so wiederherzustellen, dass Angehörige würdig Abschied nehmen können – was besonders wichtig ist, wenn es sich um Unfälle, Suizide oder Opfer schlimmer Verbrechen handelt. Erstmals schildert er seine ungewöhnlichsten Fälle aus der Pathologie und seine berührenden Begegnungen mit den Toten und ihren Angehörigen.

Warum er das getan hat, ist bis heute rätselhaft. Der Junge ging in den Keller, nahm die Schrotflinte seines Großvaters in den Mund und drückte ab. Einige Stunden später lag der Leichnam auf einem Tisch aus Edelstahl – das Gesicht nicht mehr erkennbar, der Schädel zertrümmert. Es war eine aufwendige Rekonstruktion des Gesichts notwendig, denn die Mutter hatte den Wunsch, sich von ihrem Sohn zu verabschieden, sie wollte den Anblick im Keller vergessen können.

Alfred Riepertinger hat als Oberpräparator der Pathologie des Klinikums München-Schwabing täglich mit Toten zu tun. Jetzt erzählt er, warum sein Leben von Anfang an von einem ganz besonderen Umgang mit dem Thema Tod geprägt war – und wie es dazu kam, dass er den Leichnam von Franz-Josef Strauß unter Polizeischutz einbalsamierte.


ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 272 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-20015-9
Erschienen am  01. Oktober 2012
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Beeindruckend.

Von: Eva Fl.

25.02.2019

Das Leben endet tödlich. Manchmal kommt jedoch der Tod sehr plötzlich und sehr grausam, so dass diese Toten dann bei Alfred Riepertinger "landen", denn er sorgt dafür, dass Tote wieder "normal" aussehen, die Angehörigen würdig Abschied nehmen können. Gerade bei Unfallopfern oder Suiziden ist dies für die Angehörigen sehr wichtig - und leider sehen die Verstorbenen nach einem Unfall doch eher entstellt aus, darum kümmert sich Alfred Riepertinger um eine gute "Wiederherstellung". Er sargt die Toten auch mit ein und obduziert sie vorher auch, so dass er hier eine gewisse Forschungsarbeite leistet. Ich möchte gleich zu Anfang mal den Unterschied erklären: Rechtsmedizin = hier werden Tote untersucht, bei denen von Anfang an klar steht, dass sie einen unnatürlichen Tod gestorben sind Pathologie = hier werden Tote, die eines natürlichen Todes gestorben sind, obduziert wenn es die Angehörigen wünschen (so kann man u.a. sehen, welche Auswirkungen eine Krankheit hatte etc.), generell befasst man sich in der Pathologie auch mit krankhaftem Gewebe (Histologie), so werden hier auch Gewebeproben (bei Geschwüren/Krebs) untersucht. Allein ein Vorwort von Mark Benecke zu lesen hat mich dermaßen beflügelt, dass mir in der Bücherei gleich klar war: Mitnehmen, lesen! Sonntag nachmittag, schön auf dem Sofa eingekuschelt habe ich angefangen - und das Buch hat mich nur so in seinen Bann gezogen. Ich wollte einfach nur lesen, lesen, lesen. Der Autor schildert seine Fälle, die er so abgewickelt hat, sehr anschaulich, das mag nicht für jeden angenehm sein bzw. sollte man vielleicht nicht unbedingt während des Essens lesen. (Wobei: Essen und Lesen zusammen halte ich bei einem Buch für schwierig...). Jedoch erhält man so einen wirklich guten Einblick und kann sich manches bildlich vorstellen - wenngleich ich selbst bisher weder Gehirnmaße noch Kopfhaut gesehen habe, noch bei einer Obduktion dabei war. (Wenngleich es mich seeeehr reizen würde.) Die geschilderten Fälle handeln von Suiziden, von Unfallopfern bis hin zu Toten des Königshauses Liechtenstein. So war unter anderen Rudolf Moshammer "zu Gast" bei Alfred Riepertinger, Roy Black war bei ihm seine sonnengebräunteste Leiche die er je hatte, die Mädchen von Krailling (Doppelmord von Krailling) wurden von Riepertinger ansehlich gemacht. Gerade bei solchen Todesfällen muss selbst er sich - verständlicherweise! - zusammen reißen, die Faust darf nur in der Tasche geballt sein... Verständnis für eine solche Tat kann da wohl keiner äußern. Jedoch kann man auch nicht in die Menschen hinein schauen, so galt es im Fall eines 15jährigen, der sich im Keller die Schrotflinte in den Mund schob und abdrückte, das Gesicht wieder herzurichten. Man kann die einzelnen Menschen nicht immer verstehen, warum sie sterben (möchten). Alfred Riepertinger schildert alles sehr eindrucksvoll und den Tod als einen natürlichen Gang des Lebens, Tote sähen friedlich aus, wären "eigentlich wie immer", könnten sich eben nur nicht mehr äußern. All das lässt einen das Ganze dann etwas entspannter hinnehmen können, wobei ich selbst bisher auch keinen Toten aus meinem Verwandten-/Bekanntenkreis gesehen habe. Das Buch hat mich regelrecht gefesselt, ich konnte es fast nicht aus der Hand legen, wobei ich es partout nicht vor dem Schlafen gehen direkt gelesen habe, solch ein Buch darf bei mir nicht mit ins Schlafzimmer "wandern". Träumen möchte ich dann doch lieber von anderen Dingen. ;) Die Erzählweise im Buch hat mir sehr gut gefallen, es kommen zwar fachliche Begriffe vor, diese werden jedoch gut und sachlich erklärt, notfalls kann man ja manches auch immer noch einmal nachschlagen. Manchmal hat man das Gefühl, Riepertinger kommt beim Erzählen vom "Hundertstel ins Tausendstel", hüpft vom privaten Thema ins Berufliche, wobei ich das nicht schlimm finde, ich finde es ok, dass man zwar private Dinge von ihm erfährt, er die aber nur so "beiläufig" mit einfließen lässt. Wer sich generell für das Thema "Tod" interessiert, sich schon mal mit der Pathologie befasst hat bzw. Interesse hat, es zu tun, dem kann ich dieses Buch wirklich empfehlen. Mich hat lange kein Buch so gefesselt wie dieses Buch. Ich fand den Einblick in die Arbeit von Alfred Riepertinger sehr spannend, kann dieses Buch absolut empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen.

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Vita

Alfred Riepertinger, Jahrgang 1955, ist medizinischer Präparator und Oberpräparator am Institut für Pathologie des Klinikums Schwabing. Er ist spezialisiert darauf, Leichname wiederherzustellen (z.B. nach Unfällen), und ist eine Koryphäe in der Technik der Einbalsamierung. Er ist Experte auf dem Gebiet der Plastination und hat unter anderem mit Gunther von Hagens zusammengearbeitet. Mit seinem Buch "Mein Leben mit den Toten" ist er einer der erfolgreichsten Autoren des Münchner Krimifestivals. Alfred Riepertinger ist verheiratet und lebt in Germering bei München.

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Events

28. März 2019

Institutsführung mit Alfred Riepertinger

18:30 - 20:00 Uhr | München | Lesungen & Events
Alfred Riepertinger, Shirley Michaela Seul
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25. Apr. 2019

Im Sektionssaal: Aus dem Leben eines Präparators - Führung mit Alfred Riepertinger in der Pathologie des Klinikum Schwabing

19:00 Uhr | München | Lesungen & Events
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09. Mai 2019

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16. Mai 2019

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23. Mai 2019

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27. Juni 2019

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18. Juli 2019

Im Sektionssaal: Aus dem Leben eines Präparators - Führung mit Alfred Riepertinger in der Pathologie des Klinikum Schwabing

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Mumien | Mein Leben mit den Toten

25. Juli 2019

Im Sektionssaal: Aus dem Leben eines Präparators - Führung mit Alfred Riepertinger in der Pathologie des Klinikum Schwabing

19:00 Uhr | München | Lesungen & Events
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17. Okt. 2019

Lesung mit Alfred Riepertinger

19:30 Uhr | Taufkirchen | Lesungen & Events
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30. Okt. 2019

Im Sektionssaal: Aus dem Leben eines Präparators - Führung mit Alfred Riepertinger in der Pathologie des Klinikum Schwabing

17:00 - 18:30 Uhr | München | Lesungen & Events
Alfred Riepertinger, Shirley Michaela Seul
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