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Neujahr Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87572-9

NEU
Erschienen:  10.09.2018
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Bestseller Platz 10
Spiegel Hardcover Belletristik

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Lanzarote, am Neujahrsmorgen: Henning sitzt auf dem Fahrrad und will den Steilaufstieg nach Femés bezwingen. Seine Ausrüstung ist miserabel, das Rad zu schwer, Proviant nicht vorhanden. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, lässt er seine Lebenssituation Revue passsieren. Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Er hat zwei gesunde Kinder und einen passablen Job. Mit seiner Frau Theresa praktiziert er ein modernes, aufgeklärtes Familienmodell, bei dem sich die Eheleute in gleichem Maße um die Familie kümmern. Aber Henning geht es schlecht. Er lebt in einem Zustand permanenter Überforderung. Familienernährer, Ehemann, Vater – in keiner Rolle findet er sich wieder. Seit Geburt seiner Tochter leidet er unter Angstzuständen und Panikattacken, die ihn regelmäßig heimsuchen wie ein Dämon. Als Henning schließlich völlig erschöpft den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier in Femés. Damals hatte sich etwas Schreckliches zugetragen - etwas so Schreckliches, dass er es bis heute verdrängt hat, weggesperrt irgendwo in den Tiefen seines Wesens. Jetzt aber stürzen die Erinnerungen auf ihn ein, und er begreift: Was seinerzeit geschah, verfolgt ihn bis heute.

Interview mit Juli Zeh auf dem "Blauen Sofa" / Frankfurter Buchmesse 2018

Juli Zeh auf der ARD-Bühne / Frankfurter Buchmesse 2018

»Mit leichter Feder kombiniert Juli Zeh eine kluge Meditation über moderne Männerrollen mit einem düsteren Buch über ein Kindheitstrauma zum Psychothriller.«

Denis Scheck / Der Tagesspiegel (28.10.2018)

Juli Zeh (Autorin)

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, studierte Jura in Passau und Leipzig. Schon ihr Debütroman "Adler und Engel" (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Ihr Gesellschaftsroman "Unterleuten" (2016) stand über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015) und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Bundesverdienstkreuz (2018).

www.juli-zeh.de

»Mit leichter Feder kombiniert Juli Zeh eine kluge Meditation über moderne Männerrollen mit einem düsteren Buch über ein Kindheitstrauma zum Psychothriller.«

Denis Scheck / Der Tagesspiegel (28.10.2018)

»Weil beides, der Thriller und die Gesellschaftsanalyse, hier so dicht ineinandergreifen, ist ›Neujahr‹ vielleicht Juli Zehs bislang bestes Buch.«

Karin Janker / Süddeutsche Zeitung (08.09.2018)

»Mit ›Neujahr‹ erbringt Juli Zeh den Beweis, dass sich gute Unterhaltung problemlos mit inhaltlichem Tiefgang und literarischer Qualität verbinden lässt.«

Luzia Stettler / Radio SRF 2 Kultur (10.09.2018)

»Ein beeindruckendes Spiel mit verschiedenen Zeit-, Wahrnehmungs- und Realitätsebenen.«

Jörn Meyer / BuchMarkt (01.06.2018)

»Klug analysiert Juli Zehs ›Neujahr‹, wie die Kindheit unser Lebensgefühl prägt.«

Nido (15.08.2018)

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Juli Zeh über die Skarabäussteine

ORIGINALAUSGABE

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 192 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-630-87572-9

€ 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

NEU
Erschienen:  10.09.2018

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Neujahr

Von: LiteraturReich Datum: 18.11.2018

literaturreich.wordpress.com

Am frühen Neujahrsmorgen macht sich Henning auf zu einer schweren Bergtour mit dem Rad, denn in der Nacht war ES wieder da, wie es in Juli Zehs aktuellem Roman vielleicht etwas hochtrabend benannt wird. ES soll ausdrücken, wie ausgeliefert, wehrlos, ja auch ahnungslos Henning sich fühlt, wenn ES sich seiner bemächtigt. Eine erdrückende Übermacht, die sich in plötzlichen, furchtbaren Panikattacken äußert, in denen Hennings Herz verrückt zu spielen scheint, kein klarer Gedanke, schon gar kein Schlaf mehr möglich ist, und die Ausdruck sind von – ja, was eigentlich? Das tückische an solchen Panikattacken, deren Häufigkeit in der deutschen Bevölkerung sehr uneinheitlich mit 2,5 bis 15% angegeben wird, ist, dass meist kein benennbarer Grund für sie vorliegt.
Und das ist auch bei Henning so. Er lebt in einer offenbar stabilen Beziehung mit Theresa, die beiden haben zwei kleine, gesunde Kinder, Jonas, 4, und Bibbi, 2, wirtschaftlich geht es der Familie gut. Henning, der als Sachbuchlektor etwas weniger verdient als seine Frau und häufiger zuhause ist, übernimmt etwas mehr Hausarbeit, alles perfekt geregelt. Nun sind die vier über Weihnachten und den Jahresanfang auf Lanzarote im verdienten Familienurlaub. Zwar hat Theresa, wie so oft, auch am Ferienhaus und der Umgebung einiges auszusetzen, zwar sind die Kinder, anstrengend, aber alles im vermeintlich grünen Bereich. Und doch sitzt ihm in der Sylvesternacht die Angst im Nacken. Nicht zum ersten Mal, aber diesmal reagiert Theresa nicht verständnisvoll wie so oft, sondern unwirsch, ärgerlich.
Liegt es am gutaussehenden Franzosen, der sich während des Sylvesterbüffets so offensichtlich an Theresa rangeschmissen hat? Am sichtbaren Gefallen, mit dem sie auf diese Annäherungsversuche eingegangen ist? Henning kann nicht schlafen, auch als die schlimmsten Angstgefühle abgeebbt sind. Deshalb macht er sich in aller Frühe auf zu seiner Radtour. Die Ausrüstung ist mies, das Fahrrad für die geplante Bergtour zu schwer und Proviant und Wasser gehen in der Eile auch vergessen. Trotzdem plagt sich Henning den steilen Aufstieg zum Atalaya-Vulkankrater hinauf, zum Örtchen Femés.
Über 90 Seiten verfolgt die Leserin nahezu in Echtzeit diese irrsinnige Anstrengung. Rauer Gegenwind erschwert die Strecke zusätzlich und Henning ist am Rande seiner Möglichkeiten. Aufgeben ist für ihn aber keine Option. Seine Verausgabung ist auch eine Flucht. Die Gedanken können zeitweise immer noch schweifen. Und da werden Brüche sichtbar, Überforderungen, ein gnadenloser Leistungsgedanke, Kränkungen, Enttäuschungen. In neuerer Zeit ist immer wieder die Rede von der Überforderung des „neuen Mannes“, der zerrieben wird zwischen altem Rollenbild und neuen Ansprüchen an seine Empathiefähigkeit, sein Engagement in der Familie. Der darüber die Orientierung verliert und zu kämpfen hat. Mag alles sein, dennoch leiden mehr als doppelt so viele Frauen an Panikstörungen als Männer. Vielleicht ist die Erklärung für die Zunahme psychischer Belastungsstörungen, die Juli Zeh bei einem Interview gab, zielführender, dass nämlich der moderne Mensch dazu neigt, für alles die Verantwortung zu übernehmen, sei es für das Gedeihen der Kinder, die Karriere, das Gelingen von Beziehungen, sogar die eigene Gesundheit. Es gibt keine „höhere Macht“ mehr, der man diese Verantwortlichkeiten übertragen kann. Überforderung, die zu den häufigen „Burnout-Syndromen“ führt, oder eben zu Panikattacken.
Juli Zeh belässt es im Roman aber nicht bei diesem Erklärungsversuch. Nachdem wir mit Henning völlig erschöpft, aber auch interessiert, am Gipfel angekommen sind, folgt nicht sogleich die Abfahrt, sondern ein regelrechter Absturz. Die Gegend kommt Henning mehr und mehr vertraut vor. Ein Haus, von einer Deutschen bewohnt, zieht ihn magisch an. War er hier schon einmal?
Es folgt eine lange Rückblende in Hennings Kindheit. Ein Erlebnis, ein Urlaub mit seiner Familie, die Ehe der Eltern sich bereits unaufhaltsam in Auflösung befindend, eine kindliches Trauma, das er mit seiner damals zweijährigen Schwester Luna als Fünfjähriger erlebte. Und das durch Auslösung von Urängsten, Verlassensängsten, wohl auch seine Angststörung bis heute befeuert. Diese aus der kindlichen Perspektive geschilderten Erlebnisse sind sehr bedrückend, aber auch spannend, es kommt fast ein wenig Thrilleratmosphäre auf. Die Auflösung ist dann allerdings recht banal.
Insgesamt lässt mich das Buch mit einem recht ambivalenten Eindruck zurück. Die Thematik ist interessant, aber Juli Zeh neigt dazu, allzu viel erklären zu wollen. Alles wird auserzählt, alles ist präzise, alltagsglaubwürdig und professionell erzählt. Das lässt wenig eigene Interpretationsmöglichkeit, beispielsweise die, dass Hennings Erlebnisse auf dem Vulkan nur phantasiert sind, seiner starken Dehydrierung geschuldet. Da wäre ein wenig mehr Offenheit begrüßenswert gewesen. Manche Episode, besonders das Zusammentreffen mit dem Ort des verdrängten Kinderschreckens ist allzu brachial konstruiert, manches wirkt ein wenig wie eine Versuchsanordnung, in die man die Figuren hineinsetzt und dann ihr Verhalten analysiert. Juli Zehs Sprache ist zudem wenig kunstvoll, sondern betont schlicht.
Dennoch habe ich das Buch gern gelesen. Juli Zeh weiß, wovon sie erzählt, viele Facetten des Buchs sind wohl ihrem Alltag entlehnt, auch sie verreist oft und gerne nach Lanzarote, auch sie lebt mit zwei kleinen Kindern. Ihre Beschreibungen sind präzise und es gelingt ihr immer wieder, neue spannende Themen der Zeit zu finden. Vielleicht hätte ein wenig mehr Zeit dem Roman, der eher eine Novelle ist, gut getan, ein bisschen mehr Überarbeitung die eine oder andere Ecke und Kante abgeschliffen. „Unterleuten“ haben die Jahre, die Zeh an ihm gearbeitet hat, zumindest sehr gut getan. Für mich ist es immer noch das stärkste Buch der Autorin.

Lesenswerte Geschichte, die den Leser in tiefe Gefühlswelten entführt

Von: lena.literature Datum: 17.11.2018

https://www.instagram.com/lena.literature/

Am Neujahrsmorgen auf Lanzarote macht sich Henning mit seinem Fahrrad auf den Weg, um den Femés zu bezwingen. Mit schlechter Ausrüstung, eines viel zu schweren Rad und keinem Proviant kämpft er gegen den Wind und die Steigung an. Bei seiner Tour lässt er seine Lebenssituation Revue passieren. Trotz seiner zwei gesunden Kinder, einem guten Job und seiner passablen Ehe mit seiner Frau Theresa geht es ihm schlecht. Er fühlt sich permanent in seiner Rolle als Familienvater, Ernährer und Ehemann überfordert und kann sich in diesen Rollen nicht identifizieren. Seit der Geburt seiner Tochter leidet er an Angstzuständen und Panikattacken. Als er endlich völlig erschöpft sein Ziel erreicht, kommt er zur Erkenntnis, dass er bereits als Kind schon mal auf Lanzarote war. Damals hatte sich etwas Schreckliches zugetragen, was er bis heute verdrängt hatte.

Der Leser kann nahezu in Echtzeit Hennings wahnsinnige Anstrengung durch den anschaulichen Schreibstil miterleben. Juli Zeh schreibt detailliert, präzise und glaubwürdig. Auch wenn ihre Sprache wenig kunstvoll ist, schafft sie doch eine spannende Atmosphäre für den Leser, der auf eine Reise in Hennings Gefühlswelt mitgenommen wird.
Zwei Geschichten werden hier aus der gleichen Erzählperspektive, jedoch mit einem Zeitunterschied von 30 Jahren, geschildert. Zeh gelingt es, alltägliche Situationen durch das Erschaffen von bildlichen Darstellungen mit Gefühlen zu koppeln.

Das Buch hat mich völlig gepackt, ich würde es jedem weiterempfehlen!
Auch wenn der Roman wenig Schönes in seiner Geschichte hat, ist er dennoch lesenswert!

restlos begeistert

Von: Ulrike Sander aus Tübingen Datum: 28.09.2018

Buchhandlung: Osiandersche Buchhandlung GmbH

Ich bin restlos begeistert von der neuen Juli Zeh.
Hier in Tübingen grassiert ja sowieso das Juli Zeh Fieber, da sie auch an der Uni eine grandiose Rede gehalten hat über das "Turbo Ich" (gibt es auf youtube).
Das Buch ist wahnsinnig spannend und erzeugt einen unglaublichen Resonanzboden, ich habe es sofort für meine Literaturgruppe vorgeschlagen. Ihnen gratuliere ich zu Ihrer Autorin und der schönen Gestaltung des Buches.

Achterbahn der Gefühle

Von: Karin Hoffmann aus Konstanz Datum: 04.09.2018

Buchhandlung: Osiandersche Buchhandlung GmbH

Mit großer Begeisterung habe ich das Leseexemplar verschlungen.

Diese Autorin versteht es immer wieder, ihre Leser von Beginn an in den Bann zu ziehen. Dieses Mal fast harmlos beginnend, ein Mann in den besten Jahren macht am Neujahrstag eine Radtour, reflektiert sein Leben, um sich dann plötzlich in einem Kindheitstrauma zu verlieren. Mir ist fast der Atem gestockt beim Lesen. So beklemmend und an der Grenze der Erträglichkeit.

Ich war nach dieser Lektüre noch stundenlang aufgewühlt und mal wieder sehr beeindruckt, was für eine Achterbahn der Gefühle Juli Zeh bei mir ausgelöst hat.

Scheinbare Idyllen aufzudecken und in menschliche Abgründe zu schauen, gelingt dieser Autorin immer wieder auf oft schockierende Weise.

Vielen Dank für diese nachhaltige und mich sehr nachdenklich stimmende Lektüre.

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