Queer London

Von der Antike bis heute

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Londons größter lebender Chronist über die »gay history« seiner Stadt

Das römische Londinium war übersät mit »Wolfshöhlen«, Bordellen und heißen Bädern, in denen es hoch herging. Homosexualität galt als bewundernswert. Bis Kaiser Konstantin die Macht übernahm und mit seinen Mönchen und Missionaren für Ordnung sorgte. Zeiten der Toleranz wechselten mit Zeiten der Ächtung und Verfolgung. Heute gehört »queer London« zur britischen Hauptstadt wie Tower und Big Ben. Londons homosexuelle Szene ist die größte in Europa und eine der größten weltweit. Peter Ackroyd zeigt uns, wie seine Stadt sich diesen Platz erkämpft hat. Er zelebriert die Vielfältigkeit und Energie der Community, zeigt aber auch die Gefährdungen, denen sie zu allen Zeiten ausgesetzt war. »Ein absolut einzigartiges Leseerlebnis.« The Independent

»Peter Ackroyd feiert London als Hauptstadt der geschlechtlichen Vielfalt.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Oliver Jungen (19. Januar 2019)

Aus dem Englischen von Sophia Lindsey
Originaltitel: Queer City
Originalverlag: Chatto & Windus
Hardcover mit Schutzumschlag, 272 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 44 farbige Abbildungen, 18 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-328-60065-7
Erschienen am  12. November 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein sachlicher Einblick in die Schwulenszene Londons

Von: Sarah

28.05.2019

In der Queeren Szene kommt die Damenwelt leider immer zu kurz, so auch in dem neuen Buch von Peter Ackroyd. Nichtsdestotrotz würde ich “Queer London” als ein Must Have der LGBT-Literatur sehen. Ackroyd erzählt in einem angenehmen Schreibstil über die Entwicklung und besonders die Betrachtung von Homosexuellen. London, nicht nur eine historisch und kulturell interessante Stadt, ist zudem noch eine Hochburg der Schwulenszene Europas. Das Buch erzählt faktisch, wie das römische Londinium zu dieser Hochburg heranwuchs. Wie in der Antike Lustknaben zur Normalität gehörten und Homosexuelle keinerlei Konsequenzen fürchten mussten, bis das Christentum über Großbritannien herrschte und dann homosexuelle Handlungen kriminalisiert wurden. Ackroyd berichtet über die Verfolgung im Mittelalter, welche sich bis in die Neuzeit zog und wo Homosexualität mit Sodomie gleichgestellt wurde. Auch Anekdoten über Oscar Wilde kann man lesen und inwieweit Homosexualität im britischen Adel vertreten war. Ackroyd nimmt den Leser mit in schummrige Szenebars des 20ten und 21ten Jahrhunderts und stellt die besten Plätze für anonymen Sex (Cruising) vor, wobei er dabei die Angst vor dem erwischt werden durch die Polizei sehr gut vermittelt, denn auch in der Moderne war Homosexualität nicht nur verpönt, sondern noch immer verboten. Durch diese vielen Fakten und Informationen ist es jedoch keine leichte Kost, man muss immer mal wieder Lesepausen einlegen, um die vielen Infos verarbeiten zu können. Es ist nun einmal ein Sachbuch, welches zwar sehr angenehm geschrieben ist, aber trotzdem nicht in einem heruntergelesen werden kann. Peter Ackroyd ist bekannt für seine historischen Sachbücher über seine Heimatstadt London. Queer London reiht sich deswegen in eine Reihe mit “London. Die Biografie” und “Die Themse. Biografie eines Flusses” ein. Formell bietet “Queer London” 18 Kapitel, immer mit den passenden Bilder eingeleitet und in Szene gesetzt. Weitere Bilder findet man in der Mitte des Buches, dies lockert das Lesegefühl ein wenig auf. Das künstlerische Intermezzo ist auf hochwertigen Glanzpapier gedruckt welches die Bilder in Farbe darstellt und so auch ästhetisch das Buch aufwerten. Peter Ackroyd belegt seine Aussagen anthropologisch, fast schon archäologisch durch Überlieferungen und Funde und erzählt anhand dessen, wie sich das Ansehen von Homosexuellen in der Gesellschaft geändert hat. Auch wird die Etymologie von vielen Begriffen, die wir heute wie selbstverständlich nutzen, erläutert. Diese akribische Arbeit spiegelt sich in der umfangreichen Bibliographie am Ende des Buches wieder. Es wird zwar viel Fachwissen vermittelt, das Buch ist trotzdem nicht ein typisches Werk der Sorte Queer Studies, sondern für jeden zugänglich der gerne Geschichtsbücher liest. Ganz im Gegenteil der Queer Studies, amüsiert sich der Autor ein wenig über die typischen Queer Studies Klischees, da er die Meinung vertritt, dass es seit 2014 (Öffnung der Ehe für Alle in London) viele Privilegien für Homosexuelle gibt und seitdem kaum weitere spannende Entwicklungen geschehen sind. Das Buch ist definitiv ein MUSS für alle die sich für LGBTQ Themen interessieren! Aber auch Geschichts- und Kulturinteressierte Leser kommen bei “Queer London” von Peter Ackroyd voll auf ihre Kosten. Ich habe auf jedenfall viel neues gelernt.

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ein Stück LGBTQ Gesschichte

Von: Yanthara

19.02.2019

Der Hauptfokus liegt auf männlichen Homosexuellen, weibliche fallen leider etwas unter den Tisch. Was ich persönlich schade finde. Die Tatsache wird wohl aber daran liegen, dass es zu wenige Aufzeichnungen gibt und nicht weil der Autor keine Lust darauf hatte. Vom Schreibstil her hätte es etwas aufgelockerter sein können, da sich das Buch leider wie ein Geschichtsbuch liest. Also ja, es ist ein Geschichtsbuch, klar, aber durch die Thematik hätte man es ruhig etwas lockerer und witziger schreiben können. Immerhin lockern die Bilder/Karikaturen das Buch ein bisschen auf und gestalten es spannender. Trotz allem ist das Buch sehr informativ über die Entwicklung der Homosexualität in London. Ich bin auch begeistert von den vielen Details in dem Buch, man bekommt so unwahrscheinlich viele Informationen, so dass man das Buch auch zwischen drin immer mal weg legen muss, damit man über das gelesene noch mal nachdenken kann und alles verarbeiten kann.

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Vita

Peter Ackroyd wurde 1949 in London geboren, wo er bis heute lebt. Er studierte Literaturwissenschaften in Cambridge und Yale und arbeitete viele Jahre für den "Spectator" und die "Times". Mit seinen Romanen, Theaterstücken und Biografien gehört er zu den wichtigsten britischen Gegenwartsautoren. Er erhielt unter anderem den Somerset Maugham Award und den Whitbread Award. Bei Knaus erschienen zuletzt "London. Die Biografie" und "Die Themse. Biografie eines Flusses".

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Hymne der Vielfalt«

GEO SAISON, März-Heft 2019

»Der ultimative Triumph, so die Quintessenz dieser detailreichen, humorvollen und provokanten Chronik, ist, dass die Stadt sich trotz aller Verfolgungen und Verbote ihre Vielfalt bewahrt hat.«

Rolling Stone, Maik Brüggemeyer (31. Januar 2019)

»Beim Lesen wird man immer Londons queere Geschichte mit der queeren Geschichte der eigenen Stadt vergleichen. Das macht den besonderen Reiz aus.«

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