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Schere, Stein, Papier Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87426-5

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Erschienen: 09.05.2017
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Mit "beklemmender Eindringlichkeit" (Süddeutsche Zeitung) erzählt die preisgekrönte dänische Autorin Naja Marie Aidt, wie die Vergangenheit einen Menschen unerwartet einholt und eine einzige falsche Entscheidung eine sorgfältig aufgebaute Existenz zum Einsturz bringt. Ein faszinierender Roman über die Bruchstellen des Lebens, das Gewicht der Vergangenheit und die Verletzlichkeit der menschlichen Existenz. Von einer der aufregendsten literarischen Stimmen unserer Zeit.

Naja Marie Aidt (Autorin)

Naja Marie Aidt, 1963 geboren, wuchs in Grönland und Kopenhagen auf. 1991 gab sie ihr schriftstellerisches Debüt als Lyrikerin. Seither sind drei Erzählungsbände und zehn Gedichtsammlungen erschienen. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, 2008 wurde ihr für den Kurzgeschichtenband »Süßigkeiten« (Sammlung Luchterhand) der renommierte Nordische Literaturpreis verliehen. Naja Marie Aidt lebt mit ihrer Familie in Brooklyn .

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Dänischen von Flora Fink
Originaltitel: Sten Saks Papir
Originalverlag: Gyldendal

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-630-87426-5

€ 22,00 [D] | € 22,70 [A] | CHF 29,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

NEU
Erschienen: 09.05.2017

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Schere, Stein, Papier

Von: Miss.mesmerized Datum: 29.05.2017

https://missmesmerized.wordpress.com/

Thomas und Jennys Vater ist gestorben. Eigentlich sind sie erleichtert, das Verhältnis war schlecht, gekümmert hat er sich nie und ein Verbrecher war er dazu, die letzte Zeit seines Lebens saß er im Knast. Doch die erhoffte Erleichterung stellt sich nicht ein. Ein letztes Mal gehen sie in die elterliche Wohnung, Jenny will unbedingt den Toaster mitnehmen, der sie an die guten Zeiten der Kindheit erinnert. Doch das Gerät ist scheinbar kaputt. Als Thomas ihn auseinanderbaut, findet er die Beute des letzten Raubzugs seines Vaters. Er behält das Geld und verschweigt seiner Schwester und seiner Freundin Patricia den Fund. Doch an dem unverhofften Geldsegen klebt Pech und Thomas muss mit ansehen, wie sein geordnetes bürgerliches Leben, in das er sich als dem Sumpf gerettet hat, nach und nach bedroht wird und schließlich zusammenbricht.

Naja Marie Aidts Roman beschreibt den Niedergang in aller Eindringlichkeit und facettenreich. Es sind nicht die Handlungen, das Geschehen, die ihren Roman bestimmen, sondern die Menschen mit ihren Wesenszügen und Schwächen. Im Zentrum Thomas. Mit seinem Freund hat er einen Schreibwarenladen. Er hat den sozialen Aufstieg geschafft, es zu etwas gebracht, sich von seinem Vater und der Kriminalität seiner Kindheit distanziert. Der Fund des Geldes weckt jedoch eine Gier in ihm und bringt das zum Vorschein, was er hinter sich lassen wollte. Nicht kalkuliert hatte er, was dieses kleine Verbrechen mit ihm und seiner Umwelt macht. Er wird misstrauisch, vermutet Betrug hinter allen Handlungen seiner Mitmenschen, vertraut nicht mehr. So zerstört er nach und nach alle Beziehungen und gefährdet sich und andere. Vor allem seine Freundin Patricia. Ist die Beziehung zu Beginn des Romans fragil, werden die Risse im Laufe der Geschichte immer deutlicher. Leidet Thomas eher unbewusst, wird sie physisch wie psychisch zum Opfer.

Auch das Verhältnis der Geschwister zueinander ist nicht geprägt durch Verbundenheit ob des gemeinsam erlebten Leidens. Mit leichter Verachtung straft Thomas Jenny immer wieder, diese ist schwach, hat den Aufstieg nicht im selben Maße geschafft wie ihr Bruder und zudem in der Kindererziehung versagt. Doch mehr und mehr kehrt sich dieses Verhältnis um, Jenny findet ihren Weg, wirkt zunehmend selbstsicher und autonomer und kann sogar eine funktionierende Beziehung aufbauen während Thomas dazu immer weniger in der Lage scheint.

„Schere, Stein, Papier“ – ein passender Titel. Immer wieder stehen sich im Roman zwei Figuren gegenüber, die vor eine Entscheidung gestellt werden und deren Kampf ein scheinbar offenes Ende hat. Beide können gewinnen, sie taktieren, versuchen das Gegenüber zu durchschauen, um so die Oberhand zu gewinnen. Jede Handlung beeinflusst unbewusst jedoch die darauf folgende – wie auch jede Erfahrung das weitere Agieren eines Menschen bewusst oder unbewusst beeinflusst. Nichts ist völlig willkürlich im Leben und daher kann man sich auch nicht von dem lossagen, was man gerne ablegen möchte. Am Ende der Handlung muss Thomas sehen, dass er wieder zurückkehrt zu dem, was er verdrängt hatte und schließt so den Kreis.

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