Schuldig

Roman

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Vier Freunde, ein tragisches Unglück und die Frage nach der Schuld

Fünf Studenten aus Tokio wollen in einem abgelegenen Dorf zusammen ein paar Ferientage verbringen. Einer von ihnen, Hirosawa, kommt bei einem Autounfall auf einer kurvenreichen Bergstraße ums Leben. Drei Jahre später holt das schreckliche Ereignis die ehemaligen Studienkollegen ein. Sie erhalten anonyme Briefe, in denen sie des Mordes an ihrem Freund beschuldigt werden. Raffiniert erzählt die japanische Erfolgsautorin Kanae Minato von den zahlreichen Verkettungen, die zu dem tödlichen Unfall geführt haben, lockt den Leser gekonnt auf falsche Fährten, bis schließlich die tragische Wahrheit ans Licht kommt.

»Ein vielschichtiger, ein durchtrieben getimter Krimi.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung (06. Mai 2019)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Japanischen von Sabine Mangold
Originaltitel: Reverse
Originalverlag: Kodansha LTD.
Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-570-10367-8
Erschienen am  22. April 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wo hört Mitschuld auf?

Von: kleine_welle

12.06.2019

Fukase ist mehr oder weniger ein Einzelgänger. Sein Leben lang war er eher unscheinbar. Nur wenn er Kaffee kocht bekommt er Aufmerksamkeit. Auch als er mit seinem Freund Hirosawa zusammen war, fühlte er sich beachtet. Doch was ist damals in der Nacht passiert, als Hirosawa einen Autounfall hatte? Das Cover ist gut, wobei auf den ersten Blick kann man den Zusammenhang nicht so gut verstehen. Aber nach und nach erklärt sich die Wahl dieses Covers. Grundsätzlich ist das Buch sehr gut geschrieben, denn die Autorin hat einen Stil der einen fesselt und man fragt sich einfach die ganze Zeit, was hat Fukase getan? Bzw. was ist genau in dieser Nacht passiert, als Fukase mit Hirosawa und drei anderen Freunden einen Ausflug gemacht hat? Es bleibt ziemlich ungewiss, obwohl man mit einigen Rückblicken doch etwas erfährt, aber es wird nie zu viel verraten. Man tappt lange Zeit einfach im Dunkeln. Denn genau hier kommt man zu Fukases furchtbarer Eigenschaft, nie alles direkt heraus zu sagen. Klar, das ist in Japan halt so, aber das hat mich schon sehr genervt. Aber nicht nur Fukase hält mit vielem hinter dem Berg, auch einige der anderen Charaktere halten lieber den Mund bevor sie noch jemandem vor dem Kopf stoßen könnten. Dazu kommt, dass Fukase ziemlich häufig in Selbstmitleid badet und sehr oft betont, wie einsam er doch ist und wie gerne er mehr Zeit mit seinen Freunden verbringen würde. Aber er ist das selber schuld, denn wenn man nicht mit den anderen redet, kann der andere auch nicht wissen was in einem vorgeht. Und so wird schnell klar, wie wenig Fukase auch über seinen angeblich besten Freund Hirosawa wusste. Um den sich vieles im Buch dreht, denn er hatte diesen tödlichen Unfall vor drei Jahren und jetzt erhalten Fukase und die drei anderen anonyme Briefe, dass sie Mörder seien. Doch was ist wirklich passiert damals? Kann der schüchterne, zurückhaltende Fukase wirklich ein Mörder sein? Oder gilt die Anschuldigung eher der Unterlassung von Hilfe? Nach und nach erfährt man dann was damals passiert war und wer schuldig ist. Aber dann endet das Buch noch nicht, denn es gilt ja noch herauszufinden, wer diese Briefe an die vier geschickt hat. So begibt sich Fukase auf eine Suche und findet immer mehr heraus, wie wenig er über Hirosawa wusste. Mit wem er befreundet war und was er in seiner Freizeit gemacht hat. Aber das passiert einfach, wenn man nicht nachfragt. Fukase tat mir zunächst leid, weil er in diese Außenseiterrolle gerutscht ist, aber so nach und nach habe ich gemerkt, dass er diese Rolle scheinbar selbst gewählt hat und kaum etwas unternimmt um da raus zu kommen. Im Grunde ist die Geschichte recht geradlinig und man kann schon vieles im Vorfeld erahnen. Mir hat so ein bisschen das geheimnisvolle gefehlt, was Kanae Minato in Geständnisse zum Beispiel so wunderbar gelungen ist. Allerdings muss ich zugeben, dass mich das Ende wieder total überrascht hat und so wurde noch einiges wieder gut gemacht. Mein Fazit: Schuldig ist nicht ganz so gut wie Geständnisse finde ich, aber trotzdem wird man hier gut unterhalten und wenn man bis zum Ende durchhält, wird man da mit einer richtig guten Lösung überrascht. Ich hatte damit gar nicht gerechnet. Ich kann das Buch empfehlen, wenn man einen etwas jammernden Protagonisten aushalten kann.

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Freundschaft, Loyalität und Schuld

Von: FrauSchafski

10.06.2019

Kanae Minato hat mich mit ihrem ersten in Deutschland erschienen Buch „Geständnisse“ begeistert. Besonders fasziniert hat mich die ungewöhnliche Erzählweise, die unterschiedliche Texttypen so zusammenfügt, dass daraus aus verschiedenen Perspektiven auf ein und denselben Vorfall geblickt wird und so am Ende die Wahrheit ans Licht kommt. Insofern hatte ich recht hohe Erwartungen, als ich mich ihrem zweiten Buch „Schuldig“ widmete. Auch in diesem steht der Tod eines Menschen in Vordergrund. Hirosawa verunglückt tödlich mit dem Auto, als er auf dem Weg ist, einen Freund vom Bahnhof abzuholen. Das allein ist tragisch genug, jedoch werden seine Freunde, die mit ihm ein langes Wochenende auf einer Berghütte verbringen wollten, von Schuldgefühlen heimgesucht, weil sie Hirosawa losgeschickt haben, obwohl er zuvor Alkohol getrunken hatte. Als sie Jahre später in anonymen Briefen des Mordes bezichtigt werden, macht sich Fukase auf, um die Wahrheit hinter dem Unfall herauszufinden. Die Figur des Fukase ist für westliche Gemüter nur sehr schwer nachzuvollziehen. Er verkörpert gesellschaftliche Umstände Japans, die für uns fremd sind, weil er mit nur geringem Selbstbewusstsein gesegnet wurde und sich allein deswegen innerhalb seines Umfeldes, das auf Leistung und Status getrimmt ist, minderwertig fühlt. In seinem Empfinden ist er es kaum wert, gesehen zu werden, geschweige denn Freundschaft oder Liebe zu verdienen. Diese Gefühle ziehen sich durch die gesamte Handlung, da Fukase unser Erzähler ist, und das andauernde Nachdenken über seine Minderwertigkeitskomplexe ist kaum zu ertragen. Allein das macht „Schuldig“ zu einer eher anstrengenden Lektüre. Hinzu kommt, dass die Aufklärung des Falls vom sozialen Geflechts Hirosawas geprägt ist. Wer - wie ich - einen mysteriösen Komplott erwartet, wird am Ende vielleicht enttäuscht sein. Dennoch spiegelt dieser Roman erneut für mich faszinierende Besonderheiten japanischen Zusammenlebens wieder und nicht zuletzt eine große Liebe für Kaffee - und Honig. Fazit: Die gesellschaftlichen Gepflogenheiten sind gut eingefangen, jedoch für uns schwer nachzuvollziehen. Sich in Fukases Figur hineinzuversetzen, erweist sich als schier unmöglich. Der Spannungsaufbau wird von diesen beiden Faktoren dermaßen überlagert, dass der Roman streckenweise eher zähflüssig wie Honig ist. Aber die Lektüre tut auch nicht weh und wer sich für Japan interessiert, wird eine weitere Facette hinzufügen können. Für mich bleibt es letztlich bei drei Sternen.

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Vita

Kanae Minato, geboren 1973 in Japan, begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit dem Bestseller "Geständnisse", der erfolgreich verfilmt wurde. Ihre Romane und Kurzgeschichten wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Yamamoto-Shuguro-Preis. »Schuldig« wurde auch verfilmt und war 2017 eine der beliebtesten Mini-Series im japanischen Fernsehen.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Kanae Minato wurde für ihr Debüt ›Geständnisse‹ hochgelobt und legt jetzt mit ›Schuldig‹ wieder einen exzellent konstruierten Kriminalroman nach. Tatsächlich weiß man erst auf der allerletzten Seite, was wirklich geschehen ist. Ein Krimi, den man nur ungern aus der Hand legt.«

Freie Presse (31. Mai 2019)

»Interessant, das Thema Schuld und Sühne aus japanischer Sicht zu erleben.«

Radio Bremen (02. Mai 2019)

»Minato erzählt recht sanft und dennoch packend, mit viel Stoff für Liebhaber von Kaffee oder japanischen Essens.«

Arno Renggli, St. Galler Tagesblatt (04. Mai 2019)

»Raffiniert aufgebaute Geschichte.«

Tages-Anzeiger (13. Juni 2019)

»Ebenso spannend ist der neue Roman der japanischen Autorin Kanae Minato. Ihr erster Roman, der Psychothriller ›Geständnisse‹, hatte sie auf einen Schlag international bekannt gemacht. In ›Schuldig‹ geht Kanae Minato viel subtiler vor: ein ausgesprochen raffiniert erzählter Roman. Sein Finale ist selbst für versierte Leser von Suspense Literatur überraschend.«

»Von der Meisterschaft des allerletzten Satzes, der alles verändert. Kanae Minato hält in ihrem Roman ›Schuldig‹ den Spannungsbogen bis zum bitteren Ende durch.«

Oberösterreichische Nachrichten (23. Mai 2019)

Weitere Bücher der Autorin