VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • twitter
  • add this

Shylock Roman

Kundenrezensionen (3)

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 19,99 [D] inkl. MwSt.
€ 20,60 [A] | CHF 26,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-8135-0674-7

Erschienen: 11.04.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Pressestimmen

  • Service

  • Biblio

Von rebellischen Töchtern und verblendeten Vätern

Der reiche Kunstsammler Simon Strulovitch aus Manchester hat Sorgen: Seine aufmüpfige Tochter Beatrice ist in die Kreise der leichtlebigen Erbin Plurabelle und ihres persönlichen Assistenten D’Anton geraten. Nicht der richtige Umgang für ein jüdisches Mädchen, klagt Strulovitch seinem Zufallsbekannten Shylock. Dieser rät zur Zurückhaltung. Doch als Beatrice sich auch noch mit dem Fußball-Beau und Unterwäsche-Modell Howsome einlässt, sieht ihr Vater rot. Er verlangt, dass der junge Mann zum Judentum konvertiert. Mit Hilfe einer kleinen Operation ließe sich heute manches arrangieren. Aber das Leben hält nicht nur für Strulovitch ein paar Lektionen bereit.

Howard Jacobson fragt in diesem tiefsinnigen, gleichzeitig amüsanten und stellenweise irrwitzigen Roman: Was macht einen Mensch zum Juden? Und was heißt es, Jude zu sein in einer säkularen Welt? – Ein höchst burlesker Umgang mit dem vermeintlichen Antisemitismus des umstrittensten Dramas von Shakespeare.

"Jacobson macht aus einer Tragödie einen heiteren Roman, in dem er danach fragt, was einen Juden zum Juden macht und was das bedeutet."

Salzburger Nachrichten, Anton Thuswaldner (23.04.2016)

Howard Jacobson (Autor)

Howard Jacobson, Jahrgang 1942, hat bereits mehrere Romane und Sachbücher geschrieben. 2010 erhielt er für "Die Finkler-Frage" den Man Booker Prize, den wichtigsten Literaturpreis der angelsächsischen Welt. Shakespeare hat ihn sein Leben lang begleitet; bereits in seiner allerersten Veröffentlichung beschäftigte er sich mit dem englischen Nationaldichter. Nun kehrt er mit einer Neuerzählung des "Kaufmanns von Venedig" zu ihm zurück – für Jacobson „das verstörendste Schauspiel aus der Feder des Dramatikers, aber für einen britischen Romancier, der zufällig noch Jude ist, auch die größte Herausforderung“.


Werner Löcher-Lawrence (Übersetzer)

Werner Löcher-Lawrence, geb. 1956, studierte Journalismus, Literatur und Philosophie, arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der Universität München und als Lektor in verschiedenen Verlagen. Er ist der Übersetzer von u.a. Ethan Canin, Patricia Duncker, Michael Ignatieff, Jane Urquhart.

"Jacobson macht aus einer Tragödie einen heiteren Roman, in dem er danach fragt, was einen Juden zum Juden macht und was das bedeutet."

Salzburger Nachrichten, Anton Thuswaldner (23.04.2016)

"Die langen, oftmals witzigen, manchmal aberwitzigen, aber auch tiefgründigen Gespräche dieser beiden alten Männer sind das starke Zentrum des Romans."

F.A.Z., Tobias Döring (07.04.2016)

"Einen philosophischen und zugleich resolut fantastischen Ansatz hat der Booker-Preisträger Howard Jacobson für seine Verarbeitung eines der schwierigsten Shakespeare-Dramen gewählt."

Süddeutsche Zeitung, Alexander Menden (03.11.2016)

"Jacobson gelingt es in seinem Buch fabelhaft, den im England des Jahres 1594 uraufgeführten Stoff in die Gegenwart zu transportieren."

Berner Zeitung, Peter Henning (21.04.2016)

"Howard Jacobsons Roman ist ein konzentrierter Dialog, der Shakespeares Themen in die Gegenwart transponiert."

NDR Kultur "Neue Bücher", Jochanan Shelliem (22.04.2016)

mehr anzeigen

Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence
Originaltitel: Shylock is my name
Originalverlag: Hogarth

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-8135-0674-7

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Knaus

Erschienen: 11.04.2016

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Ein gelungener Einstieg in #Shakespeare400

Von: Ramona | El Tragalibros Datum: 03.09.2016

www.eltragalibros.de/

Simon Strulovitch ist eigentlich ein ganz moderner Jude. Er ist vermögend, sammelt Kunst und seine Ansichten sind weder besonders radikal, noch außergewöhnlich. Doch sobald es um seine Tochter Beatrice geht, sieht er rot. Diese besaß schon als 13-Jährige den Körper einer 23-Jährigen und so rechtfertigt Strulovitch seinen Kontroll- und Überwachungszwang ihrem inzwischen 16-Jährigen Ich gegenüber; besonders nachdem seine Frau Kay einen Schlaganfall erlitt und zum Pflegefall wurde. Die ganze Verantwortung der Familie lastet auf seinen Schultern, auf die sich Strulovitch mit dem Erwachsenwerden seiner Tochter eine weitere Last aufbürdet: was ist des Judens wahre Lebensweise?

Eine absonderliche Zusammenkunft – das Setting

Alles beginnt auf einem Friedhof. Der Tod hat Einkehr gehalten, Strulovitchs Mutter ist verstorben und ebenso die geliebte Ehefrau Shylocks. Seine Tochter Jessica ist verschwunden und das, was Shakespeare im „Der Kaufmann von Venedig“ berichtet, ist längst vergangen, Gemunkel im Munde derer, die Shylock fürchten, ihn verachten oder zu ihm aufsehen. Auch Strulovitch ist voreingenommen gegenüber Shylock und doch fasziniert ihn dieser ernste Mann, der in seinem Denken extrem und in seinen Urteilen schnell ist; er kann nicht vergessen, kann nicht vergeben, kann nicht mehr wohltätig sein. Beide Männer sind von Trauer ergriffen und unterscheiden sich doch drastisch voneinander.

Strulovitch dagegen ist ein wohltätiger Kunstsammler anglo-jüdischer Kunst. Er ist kein echter Gläubiger, sondern ein weltlicher Jude, doch wie weit seine Wohltätigkeit geht, wie sehr sie nur aus dem Schein besteht, bleibt offen. Sobald es um seine Tochter Beatrice geht, wird er zum zwanghaften Kontrolleur; regelrecht zur Bestie, die allem Rationalen entsagt und in unbändiger Wut nur eines will: seine Tochter an einen jüdischen Mann verheiraten – aber weshalb?

Eine kuriose Parodie mit ernstem Kern – die Geschichte

Und dann beginnt die Geschichte. Beatrice gerät in die Kreise der reichen Erbin Plurabelle, die keine Grenzen kennt, die mit Geld alles kaufen kann, sich moralischen Schranken nicht unterwirft und das Spiel mit den Menschen liebt. D’Anton ist ihr Diener und dieser erfüllt der erfolgreichen Moderatorin einer Fernsehsendung jeden Wunsch und sei er noch so an der Grenze des (Il-)Legalen. Plurabelle ist eine tragische Figur, die sich jeden Luxus leisten kann, aber eigentlich nur der Einsamkeit zu entfliehen versucht, den einen Menschen zu finden, mit dem sie ihr Leben teilen kann. Sie existiert in einer Welt der Oberflächlichkeiten, ist gezeichnet von Schönheitsoperationen und nutzt Erfolg und Geld für das Pompöse.

Beatrice und der Christ

So verschafft sie dem Fußballer Gratan Howsome, einem Christen, eine wunderschöne Jüdin: Beatrice. Die darauf anspringt, sich in die exzentrische Welt Plurabelles begibt, die Beachtung jener genießt und weiß: ihr Vater wird explodieren und doch ist sie wild entschlossen, diesen Mann sogar zu heiraten. Denn darum geht es auch in „Shylock“, um eine Vater-Tochter-Beziehung, die aus den Fugen geraten ist, die niemals wirklich normal war, in der Vater und Tochter zwei extreme Pole bilden, die sich abstoßen, auflehnen und gegeneinander prallen. Sie stellen ihre eigenen Bedürfnisse hinten an, um zu schockieren, sich gegenseitig zu verletzen, die Absichten des anderen zu durchschauen und zu durchkreuzen. Das nicht zuletzt, weil der Mann, den Beatrice heiraten will, erst kürzlich in den Schlagzeilen stand als er den Hitlergruß in aller Öffentlichkeit vollführte – ohne dessen Tragweite, den historischen Hintergrund, überhaupt ansatzweise zu verstehen.

Und damit beginnt die Gier nach dem Fleisch: die Vorhaut als Symbol ohne Grundlage.

Die Schuldfrage

Währenddessen lädt Strulovitch Shylock in sein Haus ein, zum Zwiegespräch zweier Männer über gar existentielle Fragen: Wozu ist der Jude fähig? Wie sieht er sich selbst und wie sieht die Welt den Juden? Shylock ist ein gebrochener Mann seit dem Tod seiner Frau. Der Schauprozess, über den alle munkeln, liegt weit zurück und er hat sich von der Welt entfremdet, führt heimliche Gespräche mit seiner toten Frau. Seine Tochter Jessica bleibt verschwunden und er hat verloren, wird zum Beobachter in Strulovitchs Kampf um dessen Tochter, seine Integrität und dem neuen, jüdischen Weltbild, das er sich im Wahn, die Tochter zu beschützen, erschafft.

Was ist die Tochter wert?

Und hier wendet sich irgendwann das Blatt zwischen den Extremen. Wer ist extremer Jude, wer ist weltlicher Jude? Mit der Rebellion seiner Tochter entdeckt Strulovitch seine Religion auf’s Neue und die (nicht-)vorhandene Vorhaut des künftigen Schwiegersohns wird zum Symbolbild einer nicht nur über Jahrtausende andauernden Geschichte, sondern auch über einen persönlichen Feldzug der Rache, die keine Grenzen kennt. Und dort hinein, in die brodelnde, gar brennende Linie zwischen Vater und Tochter geraten alle anderen Figuren: Ein Netz aus Intrigen beginnt sich zu spannen.

Und alles erscheint wie eine Parodie in Howard Jacobsons Roman; überspitzt und unwirklich. Hinter jedem Satz verbirgt sich der reinste Zynismus, den man als Leser erst einmal begreifen muss, um ihn zu extrahieren und das herauszuheben, was dort wirklich steht, zwischen den Zeilen unter all den vielen Worten, die für mich nicht immer ein sinnhaftes Konstrukt ergeben haben; manchmal hätte ich mir etwas weniger Beschreibungen, etwas weniger Wortgewalt gewünscht. Jacobsons Romanadaption befasst sich ebenfalls, ganz klar, mit dem Judentum und dem Antisemitismus, wie dies schon Shakespeare getan hat, doch klärt jener sie mit einer Fülle an Metaphern, die es wiederum erst zu entschlüsseln gilt; wäre da nicht dieses Kabarett der ganzen Geschichte. Manches bleibt dabei auf der Strecke, manches muss der Leser immer und immer wieder lesen, um es zu begreifen, und manches ist einfach und komplex zugleich.

Der Kern des Ganzen – die Figuren

„Shylock“ ist eine überspitzte Geschichte. Hinter jeder Figur verbirgt sich Lug und Trug, jeder besteht nur aus Schein und nicht aus dem eigenen Sein. Maskenhafte Fratzen begegnen sich auf den Straßen einer überaus extravaganten Gegend, bedrohen sich und trauen einander nicht über den Weg. Es gibt kein Schwarz und kein Weiß, sondern nur Chaos und darin eingebettet der Mensch, ob Jude oder Christ, der Mensch, der sich hinter einem Schild versteckt, das er der Welt hinhält, es bemalt und etwas konstruiert, das sein Ich sein soll: das Ich, das er der Welt präsentiert.

Shylock

Und dann trennt Howard Jacobson doch den Juden vom Christen und setzt den einen auf die eine Seite und den anderen auf die andere Seite – mit einem winzigen Detail, das die Sache wieder zum Kippen bringt – am Ende. Und was macht Shylock? Er spielt eine Rolle am Rande des Romans. Er ist bodenständiger als in Shakespeares Komödie, hat von seinem Schicksal „gelernt“ und man betrachtet ihn als Leser ganz anders in diesem modernen Stück: Er hat mehr Tiefe erfahren, bleibt nicht der stereotype, jüdische Wucherer, sondern wirkt besonnener mit der Welt und den Menschen darin. Aber dennoch ist er ein düsterer Charakter, den man nicht vollständig durchdringen kann, er ist undurchschaubar in seinen Motiven und spricht nie klar über seine Ansichten. Aus Erfahrung?

Simon Strulovitch

Strulovitch dagegen wird zu einer Art Spiegelbild des Shakespearschen Shylocks, der sich seiner neu gewonnenen Religiosität hingibt, aber nicht der Religion wegen, sondern des Prinzips und somit forciert er die Vorhaut zum einzigen wahren und aussagekräftigen Symbol des Juden. Diese unsagbare „Verstümmelung“ wird Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und es ist ein Ziehen und Zerren auf allen Seiten, wen es am Ende treffen wird. Während der Shakespeare-Shylock allerdings sehr einseitig dargestellt wird, so besitzt Strulovitch Entwicklungspotenzial (wenn auch in eine sehr bedenkliche Richtung).

Exzentrische Figuren

Eine exzentrische Figur neben der anderen versammelt Howard Jacobson in seiner Romanadaption und genau an diesen Figuren habe ich einen Narren gefressen. Das beginnt schon allein bei der Namensgebung der Figuren, die Jacobson neu ins Spiel bringt und die denkwürdig ist: Anna Livia Plurabella Cleopatra Eine-Schönheit-ist-eine-ewige-Freude-weiser-als-Salomon Christine oder auch Gratan Howsome.

Während die Geschichte mal mehr mal weniger durchschaubar in ihren Strukturen und in ihren großen Fragen über das jüdische und christliche Dasein in der modernen vom Konsum zerfressenen Welt war, so waren die Figuren durchweg herausragend. Nicht aufgrund von Sympathie, Intelligenz oder Charisma, sondern aufgrund ihrer Exzentrik und ihrer überspitzten Darstellung, der vielen unterschiedlichen Beweggründe und der darüber hinaus bestehenden Tiefe ihres Daseins. Der Leser kann jeder Figur mehr als nur einen Charakterzug abgewinnen, sie hinterfragen und dahinter noch Seiten entdecken, die sich verstecken, nur ein bisschen zwischen den Zeilen hindurch blinzeln. Für das gesamte Buch bedarf es eine aufmerksame Lektüre, sonst verliert man als Leser nur allzu leicht den Durchblick, den Anknüpfungspunkt an die ernsthafte Thematik, die in diesem Buch steckt, trotz all der überbordenden Verrücktheit.

Fazit zum Schluss

Kein leichter Einstieg ist Howard Jacobsons„Shylock“ in das Shakespeare-Projekt. Aber ein durchaus lohnenswerter, besonders nach der Lektüre des Originals. Ich empfand diesen Roman als Zusatzlektüre für „Der Kaufmann von Venedig“ spannend, denn er beleuchtet noch einmal ganz andere Perspektiven, nimmt eine Metabetrachtung vor, indem er die eigentliche Handlung Shakespeares Komödie in die Vergangenheit und seine eigene als Fokus setzt. Und dabei entsteht eine Art Reflexion für den Leser und für die Figuren, der ich immer noch nachhänge – ist Shylock geläutert?

Aber ebenso ist es dem Autor gelungen, dem Buch eine eigene Stimme zu verleihen, „Shylock“ ist keine einfache Adaption des Shakespearschen Originals in eine moderne Zeit, mit anderem Ort und denselben Figuren. Es ist weit mehr in sehr komplexer Struktur, mit Vernetzungen, besonderem Setting und überspitzten Formulierungen.

Howard Jacobson - Shylock

Von: Mareike Datum: 24.07.2016

https://s3erlesen.wordpress.com/

Darüber, dass der Knaus Verlag in diesem Jahr acht Werke Shakespeares‘ in neuer Erzählung veröffentlicht, habe ich ja schon im Beitrag zum „Wintermärchen“ von Jeanette Winterson erzählt. Jetzt durfte ich auch den zweiten Band lesen, in dem Howard Jaconson den „Kaufmann von Venedig“ neu erzählt.

„Der Kaufmann von Venedig“ erzählt die Geschichte Shylocks. Ein jüdischer Geldverleiher der Antonio, einem venezianischen Kaufmann, Geld leiht und statt Zinsen „ein Pfund Fleisch“ aus Antonios Körper fordert, sollte dieser das Geld nicht rechtzeitig zurückzahlen können. Antonios Schiffe verschwinden, er kann Shylock das Geld nicht zahlen und enteignet diesen schließlich mit einem Trick. Nicht zuletzt deshalb wird dem „Kaufmann von Venedig“ heute Antisemitismus vorgeworfen, weshalb er oft als unspielbares Stück gehandelt wird.

Howard Jacobson nimmt das zum Ausgangspunkt seiner Romanfassung. Shylock bekommt einen jüdischen Kunstsammler an die Seite gestellt, dem er zufällig begegnet. Strulovitch hat eine Tochter, die viel zu reif ist für ihr Alter und eine Frau, die seit ihrem Schlaganfall nicht mehr sprechen kann. Er sucht Trost bei Shylock, der wie er selbst viel durchgemacht hat und beide Männer unterhalten sich darüber, was es heißt ein Jude zu sein, was einen Juden überhaupt zum Juden macht und über Beatrice, Strulovitchs Tochter, die dabei ist sich in einen Fußballstar zu verlieben, der doppelt so alt ist wie sie und noch dazu Christ.

Strulovitch, der nicht verstehen kann, was seine Tochter an einem Fußballer findet, der sein einziges Tor mit einem Hitlergruß auf dem Feld feiert, versucht Gratan dazu zu überreden, sich wenigstens beschneiden zu lassen ehe er mit seiner Tochter anbändelt. Gratan von dem Gedanken verschreckt, flieht gemeinsam mit Beatrice nach Venedig.

Jacobson nimmt die Darstellung des Juden Shylock in Shakespeares Stück als Ausgangspunkt seines Romans und stellt die wirklich großen Fragen unserer Zeit, was macht Religion mit uns und was macht uns religiös. Wo hört Religion auf und fängt Fanatismus an. Das alles macht er, in dem er Shakespeares‘ Shylock einen Partner erfindet. Die Gespräche der beiden sind das wahrlich lesenswerte an diesem Buch, nachdenklich, bitterböse und ironisch unterhalten sie sich über ihre Religion und ihre Töchter, die dem einen bereits entglitten ist und dem anderen zu entgleiten droht.

Ich bleibe dabei, die Idee Shakespeares Werke in Romanfassungen vorzulegen ist grandios und ich werde wohl auch die anderen Bände alle lesen müssen.

Shylock ist bei Knaus erschienen.
ISBN: 978-3-8135-0674-7
288 Seiten, 19,99 €.

Voransicht

  • Weitere Bücher des Autors