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So geht Kunst! Die heutige Kunstwelt verstehen und vielleicht lieben lernen

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Gebundenes Buch, Pappband ISBN: 978-3-7913-8336-1

Erschienen:  27.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Zeitgenössische Kunst lässt viele Menschen oft ratlos zurück: „Das soll jetzt Kunst sein?“, „Was unterscheidet eigentlich ‚gute‘ von ‚schlechter‘ Kunst?“, „Und wer entscheidet das eigentlich?“ – Der britische Künstler und Exzentriker Grayson Perry stellt sich all diesen Fragen und nimmt die Leser mit auf eine spannende Entdeckungsreise in die Welt der Gegenwartskunst. Basierend auf seinen populären „Reith Lectures“ für die BBC erzählt er als Insider in wunderbar anschaulichem und witzigem Plauderton vom Sinn und Unsinn im internationalen Kunstzirkus. Dabei bietet er einen unterhaltsamen Einstieg in das Thema und überzeugt mit der ihm eigenen Mischung aus Witz, Ironie, klaren Beobachtungen sowie präzisen Fakten. Perrys humorvolle wie augenzwinkernde Zeichnungen runden dieses kurzweilige Buch ab und machen es zu einem idealen Kunstführer durch die zeitgenössische Kunst, ihre Szenen, ihre Spielstätten und das große Rad des Geldes – die ideale Vorbereitung für den nächsten Besuch einer Galerie oder einer Ausstellung!

"Würdigung mit Witz" - srf.ch

Rezension auf i-love-urbanart.com

Grayson Perry (Autor)

Grayson Perry (*1960) ist freischaffender Künstler, Keramiker, Teppichweber, Autor, Dozent und Moderator. Im Jahr 2003 gewann er den renommierten Turner Prize. Bekannt geworden ist Perry mit seinen Keramikvasen, deren klassische Formen er mit hellen bunten Farben und freien Motiven gestaltet. Als Motiv taucht in seinen Arbeiten häufig sein weibliches Alter Ego „Claire“ auf. Mit dieser Figur und seine Crossdressing-Aktionen inszeniert Perry sich als Transvestit und thematisiert die Diskussion um „neutral gender“ auf spielerische Weise. Er lebt in London und ist mit der Psychotherapeutin Philippa Perry verheiratet.

Originaltitel: Playing to the Gallery: Helping Contemporary Art in its Struggle to Be Understood.
Originalverlag: PENGUIN BOOKS LTD

Gebundenes Buch, Pappband, 144 Seiten, 13,6x21,6, 30 farbige Abbildungen

ISBN: 978-3-7913-8336-1

€ 18,00 [D] | € 18,50 [A] | CHF 25,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Prestel

Erschienen:  27.03.2017

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Gelesen: So geht Kunst

Von: Johannes Mirus Datum: 06.10.2017

1ppm.de

Grayson Perry dürfte nur Kunst-Insidern bekannt sein. Der Engländer wird als exzentrisch beschrieben, weil er auch mal Frauenkleider trägt, aber eigentlich macht er bildende Kunst und hat damit in seinen Kreisen schon eine herausgehobene Position.

Man könnte also sagen, er kennt das Kunst- und Kulturgeschäft. Und genau darüber hat er ein Buch geschrieben, das im englischen Original „Playing to the Gallery. Helping contemporary art in its struggle to be understood“ heißt und von Sofia Blind sehr treffend-deutsch mit „So geht Kunst“ übersetzt wurde.

In einem netten Plauderton erzählt Perry, was für ihn überhaupt Kunst bedeutet, warum sie heutzutage hauptsächlich damit beschäftigt ist, zu schockieren, und wie man ein zeitgenössischer Künstler wird. Für jemanden wie mich, der zwar ein grundlegendes Verständnis und Interesse für Kunst mitbringt, aber so gar nicht in der Szene verhaftet ist, waren da einige interessante Sätze drin.

Aufgelockert wird das ohnehin schon lockere Buch mit Illustrationen von Grayson Perry selbst, die das Geschriebene noch einmal unterstreichen (und von Ben Rennen gut ins Deutsche übersetzt wurden).

Insgesamt eine runde Sache und eine schöne Bettlektüre, die mich in den letzten Wochen begleitet hat. Ich würde es Menschen schenken, die entweder Schöpfer von Kunst sind (und lernen sollen, wie man damit Geld verdient) oder Kunst kaufen (um zu lernen, dass ein Pissoir nur dann Kunst ist, wenn niemand reinpinkelt).

So geht Kunst!

Von: EricaSta Datum: 09.08.2017

https://happy-hour-with-picts.blogspot.de

So geht Kunst!
Ein amüsantes Buch vom englischen Künstler Grayson Perry, der sich dabei eingehend mit der Kunstszene mit dem Kunstmarkt, dem Geschmack der Kritiker und Käufer auseinandersetzt und selbst darin verflochten ist, wie er zugibt. Ein flüssig geschriebenes, schnell zu lesendes Buch, gerade recht jetzt für diese Sommerzeit - egal wie heiß es gerade draußen ist oder auch wenn es stürmt und regnet. Es liest sich sehr angenehm! Verrät pikante Details aus der Szene auf unterhaltsame Weise ohne mich nur eine Minute zu langweilen. "Beating the Bounds", lautet die Originalfassung und bedeutet folgendes:

"Beating the Bounds" ist ein in England, Irland, Wales und Schottland teilweise bis heute praktiziertes Ritual, in dem die Grenzen einer Kirchengemeinde oder eines anderen mit Grenzsteinen markierten Gebietes abgeschritten und die Grenzsteine mit Stöcken oder Ästen geschlagen werden. Es findet traditionell während der Bitttage (englisch rogationtide) zwischen dem fünften Sonntag nach Ostern (Rogate) und Christi Himmelfahrt statt.

Meine Recherche im Hintergrund.
Der Ursprung des Kunstwerkes ist eine Abhandlung des Philosophen
Martin Heidegger aus den Jahren 1935–36, in welcher er sich mit der
Frage auseinandersetzt, was die Kunst als Kunst ausmacht.

Was die Kunst ist, soll also nicht durch wissenschaftliche Disziplinen wie etwa die Psychologie erklärt werden, noch anhand soziologischer Ansätze, welche die Rolle der Kunst in der Gesellschaft untersuchen.

Auch möchte Heidegger keine traditionell ästhetische Theorie der Kunst
geben, welche normative Maßstäbe dafür gibt, was als Kunst gelten
darf oder welche Kunst als ein Erlebnis für einen Betrachter
beschreibt bzw. gar an metaphysische Konzepte bindet.

Heidegger versucht anstatt dieser überzeitlichen Erklärungen das
Wesen der Kunst aus ihr selbst zu bestimmen, indem er sie
entschieden geschichtlich denkt. Dies geschieht anhand zweier
Thesen: Die erste lautet, im Kunstwerk habe sich
„die Wahrheit ins Werk gesetzt“, die zweite, das Wesen
der Kunst besteht in der „Stiftung der Wahrheit“,
die „Geschichte gründet“ Welt eine neue Dimension verleiht
und dieser zugleich mit der Erde einen Gegenbegriff erhält.
Gadamer erinnert sich, dass dies damals eine
„philosophische Sensation“ bedeutete.

Paradox der Hässlichkeit
Der Begriff Paradox der Hässlichkeit geht auf den Philosophen Nelson Goodman zurück.
Es handelt sich um das Phänomen, dass Gegenstände und Kunstwerke, die nach üblichen ästhetischen Maßstäben als „unschön“ oder „hässlich“ empfunden werden müssten, durchaus einen ästhetischen Reiz ausüben können. Dieses Paradoxon zeigt sich in Ausdrücken wie „schaurig-schön“ sowie in ästhetischen Urteilen wie: „Mir gefällt das Schräge in dieser Musik“ oder „Gerade die Brüche und Asymmetrien in dem Design gefallen mir“. Das Paradox der Hässlichkeit beschreibt zugleich den umgekehrten Fall, dass bestimmte Dinge, die sich durch bestimmte „schöne“ Merkmale auszeichnen, als „kitschig“, „glatt“ oder „ästhetisch aufdringlich“ empfunden werden: „Sie sind zu schön, um (wirklich) schön zu sein“.

Andere Betrachtungsweisen beziehen sich auf Photographien schwerst Behinderter oder Verstümmelter, Musik bar jedes Rhythmus‘ und viele diverse Bücher und Filme, die mit der Schilderung erschreckender Szenarien verstören sollen. Zunächst ist das Hässliche dabei als Gegensatz zum Schönen zu betrachten, es ist verunsichernd, beunruhigend, störend, abstoßend und chaotisch. Solche Assoziationen sind vererbt, teilweise werden sie auch angeeignet. Als Musterbeispiel der operanten Konditionierung seien hier Kriegsveteranen genannt, die Feuerwerk, welches schön ist, trotzdem erschreckt und zusammenfahren lässt, da sie mit dem Knallen die Schüsse aus ihrer Kriegszeit verbinden.

_______

Bewundern ist eine Kunst,
die wir lernen müssen.

Friedrich Max Müller

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Fazit.
Detailliert geht Perry also Schritt für Schritt entlang der Kunstzäune,
nimmt ketzerische teilweise kein Blatt vor den Mund und doch
dabei sachte an der Hand - teilweise unterstützen Comics die verschiedenen Kapitel - erklärt, versinnbildlicht, bringt "es" rüber, nämlich die Kunst!

Für dieses Buch gebe ich 6 von 7 Lesezeichen

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