Spiel der Zeit

Roman

(5)
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Lang erwartet: der neue große Roman von
Ulla Hahn

Hilla Palm, Arbeiterkind vom Dorf, ist als Studentin in Köln angekommen. Im turbulenten Jahr 1968 sucht sie hier heimisch zu werden, erkundet die Welt der Sprache, genießt die Freiheit des Denkens, sehnt sich nach Orientierung im Leben und muss doch erkennen: Ich bin meine Vergangenheit. Erst als sie ihrer Liebe begegnet, findet sie die Kraft für einen neuen Blick auf alte Verletzungen.

Ulla Hahn verwebt in diesem großen Epos eigene Erfahrungen mit Erfindungen, lässt Hilla Palm erzählen und fällt der »kleinen Schwester« auch mal ins Wort. »Spiel der Zeit« ist ein Buch über die Jahre der Sehnsucht und Leidenschaft – ein mitreißender Entwicklungsroman und zugleich ein imposantes Epochengemälde der 68er Jahre, eine der radikalen Umbruchphasen in der Geschichte der Bundesrepublik.

»Hahns Sprache fließt über weite Strecken wie ein mitreißender breiter Strom, zeitweise stürzen rheinische Dialoge wie ein Wasserfall über den Leser herab.«

Die Zeit, 52/14

Hardcover mit Schutzumschlag, 608 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-421-04585-0
Erschienen am  29. September 2014
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Romantrilogie um Hildegard Palm

Leserstimmen

Hilla Palm zum Dritten: Ulla Hahns neuer Roman gewinnt sein „Spiel der Zeit“.

Von: Tanja Jeschke aus Stuttgart

02.06.2016

Die Hahn`sche Verschmelzung von Erfindung und Erfahrung, von Fiktion, Autobiographie und „Bei-gebrachtem“ – wir nehmen sie ihr erneut ab, schlüpfen in ihre Haut, als sei es die unsere: Ihre erste Nacht im katholischen Studentenwohnheim, ihre ersten Seminare an der Kölner Universität oder der Kampf mit ihrer inneren „Kapsel“, in der sie das Trauma der Vergewaltigung auf der Lichtung im Krawatter Busch einzuschließen versucht. Vom ersten eigenen Geld – ein Stipendium nach Honnefer Modell macht´s möglich – kauft sie dem Vater einen Saftmixer bei Karstadt. Die Eltern, die Oma, der Bruder – Hillas Herkunft redet dazwischen, derb und auf Kölsch. Der Dialekt durchzieht auch diesen Band wieder wie ein Jeck: Was für ein Vergnügen, den Dondorfern zuzuhören! Aber für Hilla ist es nicht ganz so lustig. Sie will da raus. Doch noch ist sie ganz eingeschnürt in die Vergangenheit, ganz Raupe, zum Karneval verkleidet sie sich als solche, mit Kissen ausgestopft bis zur Unkenntlichkeit. Und wird doch entdeckt von einem Käfer, von Hugo aus wohlhabendem Haus. Er wird Hillas große Liebe, auch er ein Geschädigter, Hugo hat einen Buckel und sein Elternhaus klirrt vor Kälte. Umso wärmer haben es die beiden miteinander. Sprachverliebt und lebenshungrig verhelfen sie sich gegenseitig zur Entpuppung. Das jungen Paar stellt die Frage nach der Verantwortung von Literatur angesichts der Wirklichkeit, nach dem Verhältnis von Geist und Realität, Theorie und Tat. Dutschke wird von einer Kugel getroffen, Hilla von Ezra Pound, und vom Attentat liest sie erst in der Zeitung. Ihre Reflexion definiert eine Enklave im Wirbel der Revolte. Literatur als Auge im Sturm? Als Inne-werdendes Bewusstsein? So wie Hilla ihre Nase in die Angelegenheiten von Spartakus, Teach-ins, RCDS und Hörsaal-Demos steckt, ohne dort eine Rolle zu spielen, so steckt die Autorin die ihre in den fortlaufenden Text und meldet sich ganz plötzlich zu Wort: „Wurde cool in den späten Sechzigern schon gebraucht wie heute? Ich habe es überprüft: ja.“ Da hält der große Text auf einmal inne und muss einer kleinen vorwitzigen Stimme stattgeben, um dann, wie nach einem Schluckauf, weiter dem Lauf der Dinge zu folgen. Es sind sprachspielerische und selbstreflexive Knüppel, die sie dem Text zwischen die Beine wirft, und womöglich übertreibt es Ulla Hahn etwas, wenn sogar Verweise auf das noch ausstehende dichterische Werk Hillas auftauchen und Ulla Hahn damit ihre eigenen Veröffentlichungen phantasiert. Alles ist möglich dem, der da schreibt, und es mag Teil des Spiels sein, das Ulla mit Hilla und der Sprache treibt, aber man hat bisweilen nicht übel Lust, der Autorin ein „Psst!“ zuzuzischen, um nicht abgelenkt zu werden von Hilla. Denn es sind ihre Geschichten, die davon erzählen, wie Geschichte entsteht, das Spiel der Zeit, und wie es geht. Und es ist wiederum ein Zeichen der ersten Güte dieses Romans, dass die Figur Hilla dies vermag: Der eigenen Autorin weit überlegen zu sein an Anziehungskraft und Unbedingtheit. Dass es noch einen weiteren Band mit Hilla geben wird, gehört nach der Lektüre denn auch zu den schönsten Nachrichten des Tages.

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Lommer jonn!

Von: Poesie und so

17.03.2015

Schon seit ich im Frühjahr 2013 in der DVA-Vorschau gesehen hatte, dass Ulla Hahn endlich den dritten Teil der Trilogie um ihr Alter Ego Hilla Palm geschrieben hat, war ich hibbelig – und vor ein paar Wochen lag das Buch endlich in meinem Briefkasten. Vielen Dank an DVA für mein Leseexemplar! Warum diese große Begeisterung? Wie kürzlich schon einmal erwähnt, hatte Band 1 der Trilogie, „Das verborgene Wort“, maßgeblichen Anteil an meiner späteren Studien- und damit auch Berufswahl. Dieser Roman (den ich mit 16 Jahren gelesen habe), hat meine ohnehin schon ziemlich ausgeprägte Liebe zur Literatur geradezu potenziert und einiges in mir bewirkt – bis hin zum Literaturstudium und späterer Anstellung in einem Verlag :-) Auch den zweiten Band, „Aufbruch“, in dem wir Hilla während ihrer Jugendjahre und dem allmählichen Erwachsenwerden begleiten, habe ich in kurzer Zeit verschlungen. Worum geht es nun in „Spiel der Zeit“? Wir treffen Hilla als frischgebackene Studentin in Köln. Im turbulenten Jahr 1968 versucht sie hier heimisch zu werden, erkundet die Welt der Sprache, genießt die Freiheit des Denkens und sehnt sich nach Orientierung im Leben. Sie liest sich durch die großen Theoretiker der deutschen Literaturwissenschaft, besucht erste Demos und lernt zwischen Literaturseminaren und „Ho-Ho-Ho-Chi-Minh“ ihre erste Liebe kennen: Hugo, der auf intellektueller wie auch körperlicher Ebene ein Seelenverwandter zu sein scheint. Es wird diskutiert und debattiert, geliebt und gezweifelt. Raus aus dem erzkatholischen und wenig von Liebe und Zuneigung geprägten Elternhaus, rein ins pralle Studentenleben also – jedoch immer in dem Wissen, dass sie auch ein Stück weit ihre Vergangenheit ist und bleibt. Sie ist immernoch „Hilla Selberschuld“, sie bleibt „dat Kenk vun nem Prolete“, das nun seinen Platz inmitten von jungen Erwachsenen aus dem Bildungs- und Großbürgertum finden muss. Die Nacht auf der Lichtung (wer „Aufbruch“ kennt, weiß wovon ich rede) kann sie so schnell nicht abschütteln. Auch die Werte, die ihre Erziehung geprägt haben, muss sie erst mühsam abstreifen wie eine Raupe bei der Verpuppung. Auffallend oft tritt dann Ulla Hahn als Erzählerin aus dem Hintergrund nach vorne und lässt uns an ihren Gedanken über ihr Alter Ego Hilla teilhaben: „So sehr ich weiß, dass es weitergehen muss, so dringend mein erzählerisches Pflichtgefühl gebietet, Hilla endlich vorwärtszuschicken ins neue Leben, so mächtig treiben mich meine Gefühle zurück zu den Orten und Menschen meiner Kindheit. Erst jetzt beim Schreiben merke ich das. All das Neue, das Hilla erlebt, wird erst neu, wird erst zur Gewissheit, zum Eigen, wenn es sich widerspiegelt im Alten, wenn es zum Vergangene in Beziehung gesetzt wird.“ Hilla auf dieser Reise zu begleiten hat mir große Freude gemacht. Ich bedauere es sehr, dass die Trilogie nun abgeschlossen ist – aber zum Glück kann ich ja jederzeit zu Hilla zurückkehren. Zusammen genommen ist diese Trilogie ein wunderbarer Entwicklungs- und Bildungsroman, eine kraftvolle und sprachgewaltige Liebeserklärung an die Macht der Literatur und der Sprache, die ich jedem ans Herz legen möchte. Ob man nun direkt beim dritten Band einsteigt oder sich die Freude macht, ganz von vorne zu beginnen: ich bin mir sicher, dass jeder, der Literatur mag, direkt angefixt sein wird.

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Vita

Ulla Hahn, aufgewachsen im Rheinland, arbeitete nach ihrer Germanistik-Promotion als Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten, anschließend als Literaturredakteurin bei Radio Bremen. Schon ihr erster Lyrikband, "Herz über Kopf" (1981), war ein großer Leser- und Kritikererfolg. Ihr lyrisches Werk wurde u. a. mit dem Leonce-und-Lena-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Für ihren Roman „Das verborgene Wort“ (2001) erhielt sie den ersten Deutschen Bücherpreis. 2009 folgte der Bestseller "Aufbruch", der zweite Teil des Epos, und auch Teil drei, "Spiel der Zeit" (2014), begeisterte Kritiker wie Leser. "Wir werden erwartet" (2017) bildet den Abschluss ihres autobiografischen Romanzyklus um das Arbeiterkind Hilla Palm.

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Zitate

»...zugleich enthüllen und verbergen. Ulla Hahn ist dies gelungen in einem Buch, das man nicht so leicht vergisst, das einen ein wenig verändert zurücklässt.«

Silke Scheuermann, FAZ (02. Dezember 2014)

»Das ist DER Roman über die Epoche der 68er. Ulla Hahn verbindet selbst Erlebtes mit messerscharfer Beobachtung, Darstellung, Ironie und Witz.«

Michael Wolffsohn, FOCUS online (01. Dezember 2014)

»[D]ie Liebe zu behutsam gesetzten Wörtern ist [Ulla Hahn] bis heute geblieben - und durchzieht auch ihren jüngsten Roman.«

WDR 3 - Mosaik (04. Oktober 2014)

»... der Bilderreichtum und die atmosphärische Kraft des Romans siegen, wobei sensible Entwicklungsgeschichte, plastisches Zeitporträt und ein nuanciertes Sittenbild von Arm und Reich ineinandergreifen.«

Kölnische Rundschau, Hartmut Wilmes (30. September 2014)

»Ein wunderbarer schlanker Erzählungsband, [eine Geschichte, die] immer noch unter die Haut geht und packend erzählt ist […] Unbedingt lesen.«

Dresdner Neueste Nachrichten, 22.12.2014

»Szenen von magischer Leuchtkraft […]. Eine schöne kluge Prosa, mit starkem Sog.«

rundschau-online.de - Kölnische Rundschau, 30.09.2014

»Ein sprachlich wie zeitgeschichtlich großartiger Roman, als Schlusspunkt einer Trilogie, in der sich viele Menschen nicht nur aus Ulla Hahns Generation wiederfinden dürften.«

Neue Osnabrücker Zeitung (29. September 2014)

»›Spiel der Zeit‹ ist Anleitung zum Denken.«

Kurier (A) (04. Oktober 2014)

»Ulla Hahn ist eine der erfolgreichsten deutschen Lyrikerinnen - und eine geborene Epikerin.«

Welt am Sonntag

»Ein Roman, für den sich jede Stunde Lesezeit lohnt.«

Brigitte zu DAS VERBORGENE WORT

»Was bleibt ist Bewunderung: … für den beeindruckenden, streckenweise überwältigenden Roman.«

NZZ über DAS VERBORGENE WORT

»Mit Kopf und Herz, Verstand und Gefühl, Erinnerungsvermögen und genauen Recherchen hat sie ihren Roman zu einem einheitlichen, in sich stimmigen Werk geformt.«

Berliner Morgenpost über AUFBRUCH

»Immer wieder beschwört Ulla Hahn Szenen von magischer Leuchtkraft und bläst ansonsten entschlossen den Staub der Geschichte von jenen Revoltenjahren.«

Kölnische Rundschau, 30.09.2014

»Eine Hymne an die Sprache mit funkelnden Sprachschätzen und ein Entwicklungsroman, der über die Person der Hilla Palm hinaus auch eine Entwicklungsgeschichte der Bundesrepublik ist.«

Augsburger Allgemeine (04. Oktober 2014)

»Ulla Hahn ist eine selten unaufgeregte und angenehme Autorin.«

F.A.Z. Feuilleton - blogs.faz.net, 12.10.2014

»Die Hahn'sche Verschmelzung von Erfindung und Erfahrung, von Fiktion, Autobiografie - wir nehmen sie ihr erneut ab, schlüpfen in ihre Haut, als sei es die unsere.«

Stuttgarter Zeitung, 17.10.2014

»Ein unterhaltsames und kluges Gesellschaftspanorama. Vor allem deswegen, weil es Ulla Hahn bewusst vermieden hat, die zurück liegende Epoche in irgendeiner Weise zu glorifizieren.«

Abendzeitung München, 23.10.2014

»So tiefgründig wie dieses Buch inhaltlich ist, so gewandt ist es auf der sprachlichen Ebene. Ein echter literarischer Leckerbissen.«

Buch + Magazin, 1/15

»Großartig, wie Ulla Hahn diesen Hunger nach Neuem heraufzubeschwören vermag, wie sie Szenen schildert, die diese Zeit [um 1968] spürbar werden lassen. [...] Ein eindrucksvolles Gemälde.«

Mannheimer Morgen, 23.10.2014

»Auch sprachlich ist der Roman ein Meisterwerk, Ulla Hahn gelingt es, unglaublich atmosphärisch zu schreiben, herrlich gewürzt mit dem feinsinnigen Nachspüren von Worten und Wortsinn.«

Sächsische Zeitung, 25.10.2014

»Hilla hat mit gewachsener sprachlicher Kompetenz erheblich an Selbstbewusstsein gewonnen.«

Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA), 31.10.2014

»Die Sprache der Lyrikerin Hahn ist auch in Prosa rhythmisch, elegant, verspielt .«

Die Zeit, 13.11.2014

»Zarte, witzige, lebensvolle Szenen, die leicht, klar und anrührend erzählt sind.«

Publik-Forum, 21.11.2014

»Pound, Hilla und die Poesie. Viel mehr als Lesefutter.«

Literaturblatt für Baden-Württemberg, 01_02/15

»Diese autobiografische Romantrilogie ist ein literarisches Unternehmen, das in der jüngeren deutschsprachigen Literatur seinesgleichen sucht.«

Tages-Anzeiger (CH), 20.01.2015

»Wie ein roter Faden zieht sich Hahns Liebe zum Wort durch ihr Schaffen. […] Diesem Motto bleibt die einfühlsame Autorin bis heute treu.«

Sehnsucht Deutschland, 02/15

»Nicht nur, aber vor allem nah ihrer Heimat ist Ulla Hahn als Gast ein Geschenk.«

Kölner Stadt-Anzeiger, 25.04.2015

»Mit Ulla Hahn durften Gedichte wieder „schön“ genannt werden und das ganze Spannungsfeld von Liebe, Lust und Verlust, von Herz und Schmerz sprachlich auskosten.«

Süddeutsche Zeitung, 30.04.2015