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Straus Park Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87504-0

Erschienen: 27.06.2016
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Eine der aufregendsten neuen Stimmen der flämischen Literatur

Zwischen New York, Amsterdam und London, von den 1930ern bis heute entfaltet sich dieser rasante, intelligente Roman über Erfolg und Sex, über Schuld und Überlebenswillen, über Familie und die Suche nach Liebe. Und auf beeindruckende Weise macht der flämische Schriftsteller Paul Baeten Gronda mit dieser Geschichte zweier Liebender nachvollziehbar, wie sehr jeder Einzelne von uns durch die Taten seiner Eltern und Großeltern, durch das Schicksal seiner Familie geprägt wird.

Am Straus Park an der Upper West Side in Manhattan lebt Amos Grossman, der junge Erbe einer jüdischen Familie, die durch Kunsthandel sehr reich geworden ist. Sein Studium der Geschichte in Harvard hat er abgebrochen, und seitdem treibt er ziellos durch Manhattan und durch sein Leben. Er heiratet, weil er glaubt, unsterblich verliebt zu sein, lässt sich aber nach einem Jahr wieder scheiden. Einige Jahre lang unterhält er eine sexuelle Beziehung zu einer Geschäftspartnerin, mehr braucht er nicht, wie er seinem Therapeuten versichert.

Erst als eines Tages Julie Dane, eine englische Kunsthistorikerin, vor seiner Tür steht, scheint sich alles zu ändern. Sie, so weiß er sofort, ist die Frau seines Lebens. Julie will Amos über die Kunstschätze der Grossmans befragen, sie erforscht die Herkunft europäischer Kunstwerke in den USA. Er führt sie durch die Villa am Straus Park, vermittelt sie an bekannte Sammler. Und es entwickelt sich eine kurze, leidenschaftliche Affäre zwischen den beiden – doch Julie kehrt nach London zu ihrem zukünftigen Mann zurück, und Amos versucht seine Sehnsucht nach ihr zu beherrschen. Denn obwohl sie nicht daran rühren, wissen beide, dass die Geheimnisse ihrer Familien zwischen ihnen stehen, eine Geschichte, die in der Vorkriegszeit in Amsterdam begann, als jüdische Familien sich verstecken oder emigrieren mussten...

"Hochspannend! Dieser Roman entwickelt einen fesselnden Sog."

Edelgard Abenstein / Deutschlandradio Kultur (19.07.2016)

P. B. Gronda (Autor)

Paul Baeten Gronda wurde 1981 in Belgien geboren und lebt mit seiner Frau abwechselnd in Italien und in Leuven. Gronda ist Kolumnist für die Zeitungen "De Morgen" und "Knack" und Schriftsteller. Mit seinem ersten Roman kam er 2010 auf die Shortlist des Academica Debütantenpreis. „Straus Park“ ist der vierte Roman des in Belgien und den Niederlanden sehr erfolgreichen flämischen Schriftstellers.

"Hochspannend! Dieser Roman entwickelt einen fesselnden Sog."

Edelgard Abenstein / Deutschlandradio Kultur (19.07.2016)

„Ein bewegender Roman, der keine Verfehlung anklagt, sondern spannend aus dem Leben erzählt."

Reinhard Helling / Abendzeitung (München) (06.08.2016)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Haas
Originaltitel: Straus Park
Originalverlag: De Bezige Bij Antwerpen

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-630-87504-0

€ 24,99 [D] | € 25,70 [A] | CHF 33,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 27.06.2016

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Viel zu viel Vergangenheit

Von: Eva Datum: 03.11.2016

www.thelostartofkeepingsecrets.wordpress.com

Gerade erst waren die Niederlande und der flämische Sprachraum Thema auf der Buchmesse in Frankfurt. Wenn ihr verschlungene Familiengeschichten mögt, solltet ihr diesen Roman lesen.


Sie zog ihn auf einen antiken Teppich, und immer wieder schmeckte er nicht nur sie, sondern auch den Staub von viel zu viel Vergangenheit. Er wäre auf ewig in ihr geblieben, hier, auf dem kratzigen Gewebe oder egal wo sonst, aber sie war schnell und er begriff, dass danach alles vorbei sein konnte. (S.10)

straus_park_bearbeitetSex mit Kunsthistorikerinnen ist für Amos Grossman eine neue Erfahrung. Auch wenn der Erbe einer jüdischen Familie wirklich kein Kind von Traurigkeit ist. Von seiner ersten Ehefrau hat er sich scheiden lassen, obwohl er damals noch an die große Liebe glaubte. Die gemeinsame Tochter sieht er sporadisch. Als wir ihn kennen lernen, hat er nur noch Sex mit seiner Geschäftspartnerin Alison und klagt sein Leid regelmäßig einem Therapeuten. Zu seiner Familie hat er kaum Kontakt,sein Geschichtsstudium(Harvard!) hat er abgebrochen, nachdem seine Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind. Amos verwaltet den ehemaligen Familiensitz am Straus Park und hütet das Erbe. Ansonsten wankt er ziellos durch sein Leben und bevor die Midlife-Crisis unbarmherzig an seiner Tür klopft, begegnet er einer verführerisch schönen Kunsthistorikerin und verliebt sich. Denn diese Frau, das ist sie endlich. Die eine, echte, wahre Liebe.


Es gibt eine Art Liebe, dachte er, eine weichgespülte Variante, die gedeiht, weil man weiß, dass sie bald zu Ende geht. Kamikazeliebe, kurz und dumm. Nicht die Art von Liebe, der Amos Grossmann in handtuchbreite Schuhläden in der Lower East folgen würde. Er kannte sie nur allzu gut, diese weichgespülten Varianten. Für gewöhnlich zog sich Amos diese Art von Liebe zu, wie man sich eine Erkältung zuzieht. (S.84)

Julie Dane forscht über die Herkunft europäischer Kunstschätze aus dem 18. Jahrhundert in den USA. Amos verliebt sich sofort in die charmante Engländerin, die unerwartet vor seiner Tür steht, geht mit ihr Schuhe kaufen und stellt den Kontakt zu anderen Kunstsammler*innen her. Es kommt zu einer stürmischen Affäre, deren leidenschaftliche Höhepunkte bereits am Anfang des Romans in epischer Breite ausgelotet werden. Das ist unterhaltsam.

Doch dann kippt die Szenerie. Bis hierhin ist alles simpel und nicht überraschend. Man kann es sich förmlich ausmalen, wie Julie und Amos mit ihren Café Lattes an der Upper West Side entlang schlendern und das Leben genießen. Das Julie daheim auf der Insel eigentlich liiert ist, stört wenig. Würde eine vertraute Stimme „xoxo, Gossip Girl“ kommentieren – es würde passen.giphy

Doch Paul Baeten Gronda legt spätestens im zweiten Teil des Romans einen düsteren Schatten auf diese Szenerien der Belanglosigkeit. Und damit habe ich nicht gerechnet. Der zweite Teil führt die Leser*innen ins Jahr 1937, zunächst nach Deutschland und dann in die Niederlande.


Friedrich Großmann war genau wie viele andere in seiner Position vor allem darauf aus gewesen, sich so deutsch wie möglich zu geben und hätte alles Jüdische am liebsten vergessen oder wenn möglich verleugnet. […] Dass der deutsche Staat sein Feind sein sollte, dass seine Landsleute ihn, einen Arzt und obendrein einen Kriegsveteranen, jemand, der ihre Kinder auf die Welt gebracht hatte – dass sie ihn ausspeien würden, das wollte er nicht glauben, wenn er es sich überhaupt vorstellen konnte. (S.143)

In Amsterdam leben Charlotte und Markus. Sie sind Amos‘ Großeltern. Charlotte hat ihren Vater Friedrich in Deutschland auf der Flucht vor den Nazis zurückgelassen. Es war ein Beschluss ihrer Familie, dass sie und ihr Ehemann als erstes nach Amsterdam gehen. Die Eltern werden nie nachkommen. Charlotte und Markus leben in verschiedenen Verstecken, sie kommen bei Freunden unter oder bei Freunden von Freunden. Markus droht an der Verfolgung zu zerbrechen, Charlotte hingegen will die Situation nach wie vor im Griff behalten können. Deshalb wirft sie sich einem NS-Offizier an den Hals und verrät ihm peu á peu, wo sich ihre Freunde verstecken – denn wenn sie ihn mit Informationen versorgt, lässt er sie und ihren Mann hoffentlich in Ruhe. Außerdem gefällt ihr der Nervenkitzel und endlich winkt ihr als Geliebte eines Offiziers auch der soziale Aufstieg. Charlottes Geplauder sorgt direkt für Verhaftungen und Ermordungen, es sorgt dafür, dass ihre engsten Freunde direkt ins Lager abtransportiert werden.


„Ich will damit nur sagen, dass der Krieg nicht ewig dauern wird.“ Und als er nach diesen Worten ihren Hals küsste, scheu und behutsam, als ob er sie zerbrechen könnte, begriff sie nicht nur, was er vorhatte, sondern auch, dass er sie liebte. Otto Frei, der Mann, den man den Bluthund nannte und der eine Art Gerichtsvollzieher des Todes war, er liebte sie, eine jüdische Bäuerin aus Ketzin, die ihre eigenes Volk verkaufte. (S.209)

Paul Baeten Gronda erzählte eine Geschichte über Opfer und Täter, über Schuld und Leidenschaft, ohne dabei zu moralisieren. Dabei gelingt es ihm, immer wieder den Bogen in die Gegenwart zu spannen und Julie und Amos Liebesgeschichte in den Blick zu nehmen. Der Roman hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es geht um Liebe, Leidenschaft und Verrat. Vor allen Dingen geht es aber auch um jüdischen Kunstbesitz in der NS-Zeit und Spuren von viel zu viel Vergangenheit, die bis in die Gegenwart führen. Und man kann es sich denken: die Geschichten von Amos‘ und Julies Familien sind auf tragische Weise miteinander verbunden.

Ein Verrat zieht sich durch die Generationen

Von: AG Datum: 12.10.2016

https://storiesonpaper.net

In „Straus Park“ des flämischen Autors P.B. Gronda (Luchterhand Literaturverlag) geht es um die Vergangenheit zweier Familien und wie diese bis in die Gegenwart nachwirkt. Nach dem Tod seiner Eltern ist Amos Grossmann in ein psychisches Loch gefallen. Er nimmt nichts mehr ernst, nicht die Ehe zu seiner Frau Farren, noch das Geld, das ihm seine reiche Familie vererbt hat und das aus dem Handel mit Kunst stammt. Als er dann auf die englische Kunsthistorikerin Julie trifft und sich in sie verliebt, scheint es ihm zum ersten Mal wieder mit etwas ernst zu sein. Doch das Glück hält nicht lange, denn Julie ist verlobt und die Vergangenheit holt beide ein.

Gronda erzählt die Geschichte um Amos und dem ewigen Suchen in seinem Leben in 2 Ebenen. Erfahren wir in der Gegenwart vom untätigen Tagesablauf des jungen Mannes, in dem er vor sich hin lebt, ist es die Vergangenheit im Amsterdam des Zweiten Weltkrieges, über die in der Mitte des Romans berichtet wird und in der seine jüdischen Großeltern Charlotte und Markus um ihr Leben kämpfen. Doch Charlotte und Markus haben sich mit dem ersten Tag in ihrem Amsterdamer Versteck auseinandergelebt. Ohne zu viel von der Handlung verraten zu wollen, kann ich sagen, dass mich insbesondere hier das Verhalten der beiden Eheleute abgeschreckt hat. Während Markus still und leise vor sich hinlebt, lässt sich Charlotte ausgerechnet mit einem deutschen Befehlshaber ein und verrät ihre eigenen Leute. Für mich war der Einstieg in beide Ebenen sehr schwer. Im Mittelpunkt stehen immer Amos und Julie und erst am Schluss wird enthüllt, dass die beiden mehr als nur die Gefühle füreinander verbinden. Weder zu Amos, noch zu Julie konnte ich einen Zugang finden und auch die Erzählung in der Vergangenheit konnte mich nicht näher zu ihnen bringen oder Sympathie auslösen.

Wer ist Amos? Wer war Charlotte? Beide spielen mit den Gefühlen derer, die sie lieben und über beide wurde in meinem Empfinden sehr kalt berichtet. „Straus Park“ zeigt, wie uns die Taten der Vorfahren prägen und verbinden, doch in diesem Roman ist es eine negative Art, dies zu verdeutlichen. Julie gerät mitten in einen unausgesprochenen Konflikt, dessen Teil sie bereits ist und die Auflösung über die Verbindung von Amos und Julie am Ende war für mich keine große Kunst, eher erschien sie mir sehr einfach konstruiert.

Ich kann „Straus Park“ leider nur 2 von 5 Sternen geben. Ich möchte nicht von Langeweile sprechen, dennoch konnte mich der Roman nicht unterhalten und in die Handlung ziehen. Alles, was Amos und seine Familie umgibt und geprägt hat, hat mich beinahe abgestoßen und mir fehlte das Interesse an den Protagonisten. Ich hatte mir sehr viel mehr von dem Roman erhofft, denn das Vermischen von Vergangenheit und Gegenwart klang sehr interessant. „Straus Park“ soll von Liebe und Verrat, von Schuld und Überlebenswillen handeln, doch diese Aspekte waren mir insgesamt zu viel und im Roman zu gewollt eingebunden.

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