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Thomas der Schwindler Roman

Manesse Bibliothek (7)

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7175-2420-5

Erschienen:  23.04.2018
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Ein unverschämt heiterer Hochstaplerroman vor der düsteren Kulisse des Ersten Weltkriegs

Nicht die Wirklichkeit zählt, sondern, mit welchem Erfindungsreichtum man sich über sie hinwegsetzt. – So lautet das Lebensmotto von Cocteaus faszinierender Träumer- und Täuscherfigur Thomas. In das blutige Abenteuer des Ersten Weltkriegs hineingeworfen, gibt sich «der Schwindler» kurzerhand als Neffe eines berühmten Generals aus. Mit jugendlicher Fortune und Chuzpe täuscht er seine Mitmenschen, perfektioniert die Kunst der Imagination und wird eins mit seiner Legende. Und noch im Untergang triumphiert Thomas‘ höheres Schwindlertum über die inakzeptable Wirklichkeit des Kriegs. Die Neuübersetzung bringt Cocteaus lapidaren Stakkato-Stil ebenso zur Geltung wie die Strahlkraft seiner imposanten Bilder.

»Köstlicher Roman über den Dandy-Hochstapler. Cocteau hat eine Art Autobiografie geschrieben, in die er Erlebnisse und frei Erfundenes munter reinpackt.«

kulturtipp (CH), Rolf Hürzeler (07.05.2018)

MANESSE BIBLIOTHEK

Manesse Bibliothek

Bitte beachten Sie, dass zwecks Vollständigkeit ggf. auch Bücher mit aufgeführt werden, die derzeit nicht lieferbar oder nicht bei der Verlagsgruppe Random House erschienen sind.

Jean Cocteau (Autor)

Jean Cocteau (1889–1963) entstammte einer großbürgerlichen Familie. Schon früh zeigte sich seine Begabung, später galt er als unkonventioneller Neuerer und Impresario. Er bezeichnete sich selbst stets als Poet, doch stach er hervor durch seine künstlerische Vielseitigkeit: Er schrieb Lyrik, Prosa und fürs Theater, machte Zeichnungen und drehte Filme. Dementsprechend stand Cocteau im kreativen Austausch mit den wichtigsten Künstlern seiner Zeit: Erik Satie, Picasso, Proust, Gide, Charlie Chaplin, Francois Truffaut, Matisse. Er verstarb 1963, kurz nachdem er vom Tod seiner engen Freundin Edith Piaf erfahren hatte.


Claudia Kalscheuer (Übersetzerin)

Claudia Kalscheuer, geb. 1964 in Berlin, studierte Romanistik, Linguistik und Philosophie in Berlin und Toulouse. Sie übersetzt seit 1994 aus dem Französischen, u. a. Marie NDiaye, Jules Verne und Sylvain Tesson.


Iris Radisch (Nachwort)

Iris Radisch, geboren 1959, ist Literaturredakteurin der Wochenzeitung "Die Zeit". Sie war Mitglied des "Literarischen Quartetts", ist seit 2003 Juryvorsitzende des Ingeborg-Bachmann-Preises in Klagenfurt und moderiert seit Herbst 2006 für das Schweizer Fernsehen und 3sat die Büchersendung "Literaturclub". Die "Schule der Frauen" ist ihr erstes Buch.

»Köstlicher Roman über den Dandy-Hochstapler. Cocteau hat eine Art Autobiografie geschrieben, in die er Erlebnisse und frei Erfundenes munter reinpackt.«

kulturtipp (CH), Rolf Hürzeler (07.05.2018)

»Sein hinreißender kleiner Roman, 1923 in Paris erschienen, liegt jetzt in der Manesse Bibliothek in neuer Übersetzung vor und bietet ein Lesevergnügen der besonderen Art.«

Lesart. Unabhängiges Journal für Literatur, Monika Melchert (01.07.2018)

»Mit großem Sprachwitz und fantastischen Bildern. Und einem instruktiven Nachwort von Iris Radisch. Toller Text.«

in München, Hermann Barth (01.06.2018)

»Eine lohnende Lektüre, ... ein ironisches Vexierspiel, das Krieg mehr als große, ›dekadente‹ Ausstattungsoper begreift denn als tatsächlich realistisches Geschehen. Cocteau war Künstler, Lebemann, Phantast und ein Mann zwischen den Jahrhunderten - und so entziehen sich seine Filme und auch Romane sämtlichen Kategorisierungen: es sind in erster Linie reine Kunst-Werke.«

Deutsche Welle, Jochen Kürten (14.07.2018)

»Eine lesenswerte Wiederentdeckung von 1923.«

Börsenblatt, Matthias Glatthor (11.01.2018)

Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer
Originaltitel: Thomas l'imposteur
Originalverlag: Gallimard

Mit Nachwort von Iris Radisch

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 192 Seiten, 9,0 x 15,0 cm

ISBN: 978-3-7175-2420-5

€ 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

Erschienen:  23.04.2018

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Rezension: Thomas der Schwindler von Jean Cocteau

Von: Elena Datum: 11.08.2018

inprogressx.blogspot.de/

Den Namen des Autors Jean Cocteau haben die meisten zumindest schon einmal gehört. Mir war die Beschreibung eines Pariser Dandys der 10er und 20er Jahre bekannt, der opiumsüchtig und gut mit Coco Chanel befreundet war. In Künstlerkreisen war er bestens intigriert und sein Buch Thomas l’imposteur, das 1923 erschien ist fast eine Autobiographie. Er bringt sehr viele wirklich erlebte Berichte in Form von Thomas mit ein.

Meine Meinung:
Auch hier muss ich wieder einmal die hübsche Manesse-Ausgabe loben! Durch die handliche Größe passt das Buch wunderbar auch in meine kleine Handtasche und ist unterwegs immer mit dabei. Die Fußnoten und Anmerkungen sind wie immer interessant und sehr hilfreich bei der Lektüre gewesen.
Mich hat zunächst irritiert, dass die Kapitelüberschriften weggelassen und erst im Anhang wieder erwähnt wurden. Vor allem weil große Absätze die einzelnen Kapitel eigentlich deutlich abgrenzten. Im Nachwort gibt es jedoch eine plausible Erklärung dazu. Dieses Layout scheint näher am französischen Original zu sein.

Ich muss zugeben, dass ich zuvor noch nie etwas von Cocteau gelesen hatte und ich muss leider sagen: Das Buch ist überhaupt nicht mein Fall.
Ich kann nicht sagen, dass der Schreibstil schlecht war, denn er war ganz im Gegenteil sehr gut. Ich kann auch nicht sagen, dass es langweilig war. Trotzdem konnte ich mich nur oberflächlich für diesen Roman begeistern.

"Ein unverschämt heiterer Hochstapler-Roman vor der düsteren Kulisse des ersten Weltkriegs."

- so der Verlag. Und genau diese unverschämte Heiterkeit hat mich verwirrt und mir auch nicht so wirklich gefallen. Den ersten Weltkrieg als Abenteuer anzusehen und alles in einem amüsanten Ton zu halten, dazu gehört definitiv eine Portion Mut und Skrupellosigkeit. Das Spiel von Schein und Sein sowie das gesellschftliche Ansehen stehen in diesem Roman an erster Stelle. Damit wollte Cocteau vermutlich die absurde Haltung der feinen Pariser Gesellschaft zur Zeit des ersten Weltkriegs darstellen und kritisieren. Vor lauter Langeweile wollte diese nämlich Schützengräben besichtigen, wie andere den Eiffelturm Das hat der Autor hervorragend dargestellt, dazu muss man jedoch beachten, dass er selbst Teil dieser Gesellschaft war.

Fazit:
Die Formulierungen und die Botschaft hinter dem Roman sind großartig. Trotzdem hat er keinen bleibenden Eindruck hinterlassen und ich habe ihn leider mit wenig Freude gelesen. Vermutlich kann ich einfach die Lebenseinstellung der Reichen und Schönen zu dieser Zeit einfach nicht nachvollziehen. Das ist nur meine persönliche Meinung und ich kann durchaus verstehen, was in diesem Roman als Meisterwerk gesehen wird.

Ein charmanter Schwindler

Von: Frau Lehmann Datum: 20.06.2018

fraulehmannliest.com

Jean Cocteau. Mir natürlich schon seit Ewigkeiten durch seine Zusammenarbeit mit den Ballets Russes bekannt. Bekannt war mir auch sein Dasein als etwas überkandidelter Dandy. Aber gelesen hatte ich von Cocteau noch nichts.
Nun hat der Manesse Verlag gerade eine manessetypisch schöne Ausgabe von "Thomas der Schwindler" herausgebracht, die Gelegenheit also, eine Bildungslücke zu schließen und das auch noch mit Stil.

Erster Weltkrieg. Der junge Thomas sieht das Leben als großes Abenteuer an, tänzelt hindurch wie die berühmte Grille aus der Fabel, sucht die Gefahr, findet Liebe und Kameradschaft, kann aber selbst nur oberflächliche Gefühle empfinden. Eine Namensverwechslung, die ihn als Neffe eines großen Generals erscheinen lässt, öffnet ihm Tür und Tor, für die Dauer seines kurzen Lebens kann er seiner Abenteuerlust frönen und die Realität ausblenden.

Ein Roman, für den ich mich nur oberflächlich begeistern konnte. Oberflächlich deshalb, weil Personal und Geschichte mich völlig kalt liessen. Wobei das gar nicht stimmt, "irritiert zurück liessen" wäre korrekter formuliert. Die Schützengräben des Ersten Weltkrieges als großen Abenteuerspielplatz darzustellen, die Gräuel dabei auszublenden und einen amüsanten Schelmenroman darzubieten, dazu gehört schon eine gewisse Kaltschnäuzigkeit. Der Krieg als Spektakel, wieviel gepflegte Langeweile muss jemand in sich tragen, um diese Sichtweise anzunehmen?
Begeistern konnte mich trotzdem die Sprache, die kristallklaren Formulierungen, die eleganten Wendungen. Cocteau gelingt der Spagat zwischen moderner Sprache und "Bel Ami"- Ambiente. Er verlegt einen für das 19.Jahrhundert typischen Erzählstil in die damalige Neuzeit, ein Schelmenroman im neuen Gewand sozusagen.

Aber reichen gewandte Formulierungen, um einen Roman groß zu machen? Laut Iris Radisch handelt es sich hier um ein Meisterwerk. Wenn es denn so ist, dann handelt es sich um einen kalt funkelnden, perfekt geschliffenen Diamanten, bei dem man Wärme oder Mitgefühl vergeblich suchen wird. Das Leben als Spiel, als russisches Roulette, immer das Risiko ausblendend, dass die Kugel einen auch treffen könnte.

Für mich leider kein Roman, der einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Vielleicht bin ich aber auch einfach schon zu fern dieser Zeit, um diese Lebenseinstellung nachvollziehen zu können.

Ich danke dem Manesse Verlag sehr herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

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