Thomas der Schwindler

Roman

(5)
Hardcover
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Ein unverschämt heiterer Hochstaplerroman vor der düsteren Kulisse des Ersten Weltkriegs

Nicht die Wirklichkeit zählt, sondern, mit welchem Erfindungsreichtum man sich über sie hinwegsetzt. – So lautet das Lebensmotto von Cocteaus faszinierender Träumer- und Täuscherfigur Thomas. In das blutige Abenteuer des Ersten Weltkriegs hineingeworfen, gibt sich «der Schwindler» kurzerhand als Neffe eines berühmten Generals aus. Mit jugendlicher Fortune und Chuzpe täuscht er seine Mitmenschen, perfektioniert die Kunst der Imagination und wird eins mit seiner Legende. Und noch im Untergang triumphiert Thomas‘ höheres Schwindlertum über die inakzeptable Wirklichkeit des Kriegs. Die Neuübersetzung bringt Cocteaus lapidaren Stakkato-Stil ebenso zur Geltung wie die Strahlkraft seiner imposanten Bilder.

»Wie hat der Roman auch heute, nach fast 100 Jahren, seine provokative Kraft und seine skandalöse Wirkung erhalten? Das liegt auch an der großartigen Übersetzung, die für die überdrehte Satire und den Stakkato-Stil des Autos einen zeitlos-modernen Ton findet.«


Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer
Originaltitel: Thomas l'imposteur
Originalverlag: Gallimard
Mit Nachwort von Iris Radisch
Hardcover mit Schutzumschlag, 192 Seiten, 9,0 x 15,0 cm
ISBN: 978-3-7175-2420-5
Erschienen am  23. April 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Auf den Punkt

Von: Gute Seiten schlechte Seiten

20.02.2019

Thomas der Schwindler‘ von Jean Cocteau war mein erster Kontakt mit diesem Schriftsteller und sicher nicht mein letzter. So provokativ und avantgardistisch, wie zur Zeit der Erstveröffentlichung 1923 ist es natürlich nicht mehr, der Leser aber merkt, dass dieser Anti-Kriegsroman in bestimmten Kreisen als Skandal aufgefasst werden musste. Und seine Aussage ist auch heute noch aktuell. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Anders als Remarques ‚Im Westen nichts Neues‘ -das ich sehr schätze- ist es weniger schnell zugänglich, fesselt den Leser dann aber ebenso sehr und ist dabei wesentlich moderner. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Thomas, ein 16jähriger, möchte in den Krieg ziehen und findet einen Weg, der an den Hauptmann von Köpenick und Felix Krull erinnern lässt. Die Ähnlichkeit seines Herkunftsortes mit dem Namen eines berühmten Generals, gepaart mit Fantasieuniformen und gezielt eingesetzten Lügen, machen den Lügner Thomas zum Brennglas. Die Menschen um ihn herum verlieren ihren zivilisatorischen Anstrich und ihre Moral. Cocteau hält den Lesern durch seinen Thomas einen (Eulen-)Spiegel vor. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Wieder mal ein gutes Beispiel dafür, was gute Literatur ausmacht und Zeitlosigkeit und Kürze entscheidende Faktoren dafür sind, ob ein Roman die Zeiten überdauert. Sicher liest man dieses Buch auch noch in den nächsten 100 Jahren.

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Vorsicht Spoiler

Von: Visal

09.09.2018

Manesse Verlag macht dieses Buch mit seiner Neuübersetzung wieder aktuell, dennoch kann ich die Übersetzung nicht beurteilen, weil ich die alte Übersetzung nicht kenne. Thomas ist ein 16-Jähriger Waise und lebt mit seiner Tante zusammen. Eine Namensverwechslung verändert sein Leben. Guillaume Thomas aus Fontenay nennt sich Guillaume de Fontenay und gibt sich für den Neffen des berühmten General aus. Er selbst ist abenteuerlustig und nimmt das Leben auf die leichte Schulter. Thomas meistert dieses Spiel und befreundet sich mit der Prinzessin, die Tochter verliebt sich in Thomas und er spielt mit ihr ohne ihre Gefühle zu erwidern. Manchmal vergisst er alles und gibt sich dem Soldatenleben hin. Der Schreibstil von Cocteau ist sehr außergewöhnlich, weil er alles nur oberflächlich beschreibt und nicht ins Detail geht. Doch genau dieser Stil gefällt mir sehr und ich möchte in Zukunft mehr von Cocteau lesen.

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Vita

Jean Cocteau

Jean Cocteau (1889–1963) entstammte einer großbürgerlichen Familie. Schon früh zeigte sich seine Begabung, später galt er als unkonventioneller Neuerer und Impresario. Er bezeichnete sich selbst stets als Poet, doch stach er hervor durch seine künstlerische Vielseitigkeit: Er schrieb Lyrik, Prosa und fürs Theater, machte Zeichnungen und drehte Filme. Dementsprechend stand Cocteau im kreativen Austausch mit den wichtigsten Künstlern seiner Zeit: Erik Satie, Picasso, Proust, Gide, Charlie Chaplin, Francois Truffaut, Matisse. Er verstarb 1963, kurz nachdem er vom Tod seiner engen Freundin Edith Piaf erfahren hatte.

Zur AUTORENSEITE

Claudia Kalscheuer

Claudia Kalscheuer, geb. 1964 in Berlin, studierte Romanistik, Linguistik und Philosophie in Berlin und Toulouse. Sie übersetzt seit 1994 aus dem Französischen, u. a. Marie NDiaye, Jules Verne und Sylvain Tesson.

zum Übersetzer

Iris Radisch

Iris Radisch, geboren 1959, ist Literaturredakteurin der Wochenzeitung "Die Zeit". Sie war Mitglied des "Literarischen Quartetts", ist seit 2003 Juryvorsitzende des Ingeborg-Bachmann-Preises in Klagenfurt und moderiert seit Herbst 2006 für das Schweizer Fernsehen und 3sat die Büchersendung "Literaturclub". Die "Schule der Frauen" ist ihr erstes Buch.

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Pressestimmen

»Köstlicher Roman über den Dandy-Hochstapler. Cocteau hat eine Art Autobiografie geschrieben, in die er Erlebnisse und frei Erfundenes munter reinpackt.«

kulturtipp (CH), Rolf Hürzeler (07. Mai 2018)

»Sein hinreißender kleiner Roman, 1923 in Paris erschienen, liegt jetzt in der Manesse Bibliothek in neuer Übersetzung vor und bietet ein Lesevergnügen der besonderen Art.«

Lesart. Unabhängiges Journal für Literatur, Monika Melchert (01. Juli 2018)

»Mit großem Sprachwitz und fantastischen Bildern. Und einem instruktiven Nachwort von Iris Radisch. Toller Text.«

in München, Hermann Barth (01. Juni 2018)

»Eine lohnende Lektüre, ... ein ironisches Vexierspiel, das Krieg mehr als große, ›dekadente‹ Ausstattungsoper begreift denn als tatsächlich realistisches Geschehen. Cocteau war Künstler, Lebemann, Phantast und ein Mann zwischen den Jahrhunderten - und so entziehen sich seine Filme und auch Romane sämtlichen Kategorisierungen: es sind in erster Linie reine Kunst-Werke.«

»Eine lesenswerte Wiederentdeckung von 1923.«

Börsenblatt, Matthias Glatthor (11. Januar 2018)

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