Todesfuge - Biographie eines Gedichts

Paul Celan 1920-1970
Mit zahlreichen Abbildungen und Faksimiles

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Hardcover
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Zum Celan-Jahr 2020

Kein anderes Gedicht hat nach 1945 solche Berühmtheit erlangt wie Paul Celans »Todesfuge«. Entstanden unter dem unmittelbaren Eindruck der Ermordung seiner Eltern durch die Nationalsozialisten, gilt es als eines der frühesten literarischen Zeugnisse im Angesicht der Shoah. Thomas Sparr zeichnet die Geschichte dieses Gedichts nach, das wie kein zweites deutschsprachiges Werk in der Nachkriegszeit eine ganze Epoche ins Bild setzt und eine enorme, bis heute andauernde internationale Wirkungsgeschichte entfaltet. Er spannt den Bogen von seiner Entstehung über seine zunächst kontroverse Aufnahme in den 1950er Jahren bis hin zu den Literaten und Künstlern, die sich bis in unsere Tage davon inspirieren lassen. Seine Erzählung zeigt auch, dass das Gedicht auf besondere Weise die Biographie Celans birgt. Bedruckter Vorsatz, Lesebändchen, Abbildungen.

»Sparr umgibt das Gedicht mit neuen Perspektiven, ohne ihm durch germanistische Analyse seine Kraft zu nehmen. Er erzählt ein Stück Weltliteratur biografisch und persönlich. Eine imminent wichtige Arbeit, denn die Bilder der ›Todesfuge‹ werden auch kommende Generationen beschäftigen.«

SWR2 (10. März 2020)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 336 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
mit Abbildungen und Faksimiles
ISBN: 978-3-421-04787-8
Erschienen am  10. März 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Die Geschichte eines Gedichts

Von: Franziska_J

06.07.2020

„Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts wir trinken und trinken wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng […]“ Diese Zeilen aus Paul Celans Gedicht Todesfuge sind weit über die Grenzen der deutschen Literatur hinaus bekannt. Es sind Worte, die versuchen, von etwas zu erzählen, das eigentlich kaum in Worte zu fassen ist. Es sind Worte, die erschüttern, beschämen und die Bilder von unfassbarem Leid heraufbeschwören. Völlig zu Recht nannte der Literatur- und Kulturwissenschaftler Wolfgang Emmerich die Todesfuge ein Jahrhundertgedicht. Thomas Sparr zeichnet nun in seinem Buch Todesfuge. Biographie eines Gedichts (10.03.2020 bei DVA)die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte dieses bemerkenswerten Gedichtes nach und legt damit zugleich auch eine Lebensgeschichte Paul Celans vor, die zeigt, wie sehr Celan als Jude durch den Nationalsozialismus gepeinigt wurde. So entstand auch Todesfuge im Jahr 1944/45 unter dem unmittelbaren Einfluss der Ermordung seiner Eltern durch die Nationalsozialisten und das Gedicht speist sich aus zahlreichen realen Impulsen, die der nur knapp dem Konzentrationslager entgangene Paul von sich dort befindlichen Bekannten erhielt. Wie Sparr jedoch sehr anschaulich darlegt, ist Todesfuge nicht nur ein Gedicht über den Holocaust, sondern es hat jene „Begriffe, mit denen wir diesen Text deuten – Lyrik nach Ausschwitz, ein Gedicht über den Holocaust, ein frühes Zeugnis der Shoah“ entscheidend mitgeprägt. Sparr nimmt den Leser also mit auf eine Reise durch das Leben Paul Celans und wählt dabei eine Vorgehensweise, die sich an den geografischen Stationen seines Lebens orientiert, womit zugleich auf die sehr unterschiedlichen Rezeptionsbedingungen der Todesfuge sowie die Voraussetzungen für Celans weiteren literarischen Schaffensprozess verwiesen wird. Die Reise beginnt 1944 in Celans Heimat Czernowitz, führt über Bukarest, Wien, Paris, New York, Darmstadt, Budapest und viele weitere Orte, wobei Sparrr durch den Einbezug zahlreicher Berichte von Freunden und Bekannten das Bild eines Mannes zeichnet, der viele Seiten hatte: Angesichts des Leids, dass Celan erfahren musste, konnte er still, zurückgezogen und melancholisch sein, andererseits konnte er ebenso romantisch und leidenschaftlich sein, wenn er zum Beispiel an seine Geliebte Ingeborg Bachmann die folgenden Zeilen schrieb: „Denk an ›In Ägypten‹. Sooft ichs lese, seh ich Dich in dieses Gedicht treten: Du bist der Lebensgrund, auch deshalb, weil Du die Rechtfertigung meines Sprechens bist und bleibst. […] Aber allein, das Sprechen ists ja gar nicht, ich wollte ja auch stumm sein mit Dir.“ Sparr verharrt jedoch nicht bei dem Gedicht Todesfuge, sondern stellt ebenso auszughaft das weitere literarische Schaffen Celans dar und verweist auf andere Lyrik aus der NS-Zeit, welche Celan zur Todesfuge inspiriert haben könnte. Todesfuge. Biographie eines Gedichts ist ein sehr gelungenes Sachbuch, das aber eigentlich so spannend und anschaulich geschrieben ist, dass es sich wie ein Roman liest. Es ist ein Buch, das zeigt, wie eng Literatur und Leben miteinander verbunden sind und dass es sich lohnt, Werk und Autor einmal in Verbindung zu setzen.

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„Todesfuge – Biographie eines Gedichts“ Thomas Sparr. DVA Verlag.

Von: https://literaturoutdoors.com

27.03.2020

„Todesfuge – Biographie eines Gedichts“ Thomas Sparr. DVA Verlag. Die Shoa. Da ist der Tod der Eltern in der unerbittlichen Maschinerie der Vernichtung. Dem Sohn gelingt das Entkommen. Doch die Bilder des Todes bleiben ein Begleiter wie die Erfahrungen von Gewalt und Leiden… Jetzt heißt es nur Flucht. Die Stadt Wien ist ein Sehnsuchtsort der Familie gewesen, schon immer. Schließlich schafft er es dort anzukommen. Im Gepäck nur die Schwere der Jahre. Und Worte. So viele. Überall… Die Trümmer des Krieges sind auch in Wien zu sehen. Langsam beginnt wieder das Leben. Das Wort ist ein wesentlicher Teil davon. Das freie Wort und die Poesie. Er scheibt Gedichte, lernt Menschen kennen, Künstlerfreunde und auch die Liebe… Die junge Ingeborg Bachmann wird zu seiner Liebenden, Unterstützenden. Das Wort verbindet sie aber die Geschichte der Ereignisse lastet schwer auf Ihnen. Sie suchen nach Wegen zur Freiheit in allem… Dann führt sein Weg nach Paris. Ingeborg Bachmann bleibt eine Unterstützerin seines Weges im Wort. Ihre Bekanntheit hilft jetzt auch dem jungen Dichter. Sie tritt für ihn ein und er liest 1952 bei der Gruppe 47 sein Gedicht „Todesfuge“. Es bleibt zunächst in der Runde missverstanden. Doch es ist ein Meilenstein moderner Poesie im Bewusstsein der Shoa und der Frage nach Gegenwart und Zukunft… Eine mitreißende literarische Spurensuche, die einen der größten Dichter der Moderne im Prozess des Schreibens und der Voraussetzungen, Gegebenheiten und Entwicklungen dazu beeindruckend vorstellt. Die Geschichte eines Gedichtes und dessen Revolution der Sprache im Angesicht der Shoa. Walter Pobaschnig 3_20 https://literaturoutdoors.com

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Vita

Thomas Sparr, Jahrgang 1956, war nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie in Marburg, Hamburg und Paris von 1986 bis 1989 an der Hebräischen Universität in Jerusalem tätig, anschließend im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Von 1990 bis 1998 leitete er den Jüdischen Verlag, war Cheflektor des Siedler Verlags und arbeitet heute als Editor-at-Large im Suhrkamp Verlag in Berlin. Er ist mit Arbeiten zu Paul Celan hervorgetreten. Zuletzt erschien von ihm »Grunewald im Orient. Das deutsch-jüdische Jerusalem«.

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Events

26. Aug. 2020

Thomas Sparr zu Gast in Hamburg

19:30 Uhr | Hamburg | Lesungen
Thomas Sparr
Todesfuge - Biographie eines Gedichts

21. Sept. 2020

Thomas Sparr zu Gast in Lübeck

Lübeck | Lesungen
Thomas Sparr
Todesfuge - Biographie eines Gedichts

07. Okt. 2020

Thomas Sparr zu Gast in Münster

20:00 Uhr | Münster | Lesungen
Thomas Sparr
Todesfuge - Biographie eines Gedichts

14. Okt. 2020

Thomas Sparr zu Gast in Bregenz

20:00 Uhr | Bregenz | Lesungen
Thomas Sparr
Todesfuge - Biographie eines Gedichts

17. Nov. 2020

Thomas Sparr zu Gast im Literaturhaus Basel

19:00 Uhr | Basel | Lesungen
Thomas Sparr
Todesfuge - Biographie eines Gedichts

Pressestimmen

»Sparr erzählt höchst aufschlussreich die Kultur- und Geistesgeschichte eines verwundeten, geteilten Europas und eröffnet mit zahlreichen Querverbindungen, Zitaten und Bildern einen faszinierenden Blick auf einen der größten Texte des letzten Jahrhunderts.«

ORF Ö1 »Kulturjournal« (23. März 2020)

»Es ist das Verdienst von Thomas Sparr, die ›Biografie‹ dieses Gedichts geschrieben zu haben. Oder vielmehr: seine Geografie in all ihren Schichten zwischen der versunkenen Bukowina, zwischen Bukarest, Wirn, Paris und New York.«

Der Tagesspiegel (19. April 2020)

»Thomas Sparrs ›Todesfuge‹ beeindruckt durch die Souveränität, mit der sie eine gewaltige Stofffülle meistert.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung (30. April 2020)

»Sparr skizziert ein historisches Panorama, das bei aller Dichte eine stets anregende Lektüre garantiert.«

Falter (15. April 2020)

»Sparr masst sich nicht an, eine endgültige Interpretation der ›Todesfuge‹ liefern zu können. Er hört ihrem Verschweigen zu.«

Basler Zeitung (20. April 2020)

»Thomas Sparr legt ein fesselndes und bedrückendes Buch vor, in dem er die Hintergründe und Wirkungsgeschichte der ›Todesfuge‹ darstellt, eines Gedichts, in das sich die Lebensgeschichte seines Dichters auf besondere Weise eingeschrieben hatte.«

Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag (19. April 2020)

»Thomas Sparr hat mit seinem gut recherchierten, klugen und trotz des ernsten Stoffes auch unterhaltsamen Buch über die Hintergründe und Nachwirkungen von Paul Celans ›Todesfuge‹ eine Biografie des Gedichts wie des Autors vorgelegt.«

Die Furche (16. April 2020)

»Thomas Sparr hat eine beeindruckende ›Biografie‹ der ›Todesfuge‹ vorgelegt, eine wichtige Neuerscheinung im Celan-Gedenkjahr.«

General-Anzeiger (18. April 2020)

»Sparr inspiriert mit seinem Buch über Gedicht und Paul Celan.«

Kurier (15. Juli 2020)