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Das Corona-Virus hat uns an eine Zeitenwende gebracht. Beides ist jetzt möglich, das Strahlende und das Schreckliche.

Ist der aktuelle Shutdown unserer Gesellschaft auch ein Shutdown unserer Grundrechte? Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge gehen der Frage nach, was die Corona-Pandemie für unsere Gesellschaftsordnung und unsere bürgerliche Freiheit bedeutet.

„Niemand hätte sich vor zwei Monaten vorstellen können, dass wir diesen Ausnahmezustand erleben. Es wird heute von manchen behauptet, das sei die Zeit der Exekutive. Aber das ist falsch. Wir leben in Demokratien, wir haben eine Gewaltenteilung. Noch immer muss das Parlament entscheiden, und daran darf sich auch nichts ändern. Noch scheint unsere Demokratie nicht gefährdet. Aber die Dinge können kippen. Autoritäre Strukturen können sich verfestigen, die Menschen gewöhnen sich daran. Erosionen sind langsame Abtragungen, keine plötzlichen Ereignisse.“


Hardcover, Pappband, 80 Seiten, 10,0 x 15,5 cm
ISBN: 978-3-630-87658-0
Erschienen am  11. Mai 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein Protest, sich als Mensch nicht von dem Virus und den Einschränkungen unterkriegen zu lassen

Von: Birgit Pirker

03.06.2020

Wer sich mit den möglichen Auswirkungen der aktuellen Corona-Pandemie auf unsere Gesellschaft beschäftigen möchte, kann dazu mittlerweile sehr viele Bücher lesen. „Trotzdem“ gehört in meinen Augen definitiv zu den empfehlenswertesten! In dem Buch verfolgen wir die Unterhaltung zwischen den beiden Juristen Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge, die nicht nur durch Intellekt und Scharfblick, sondern auch mit dem richtigen Weitblick auf dieses mittlerweile doch sehr nervenaufreibende Thema überzeugen. Das Büchlein beeindruckt auf seinen knapp 75 Seiten gerade durch die offene Klarheit und Prägnanz zu diesem Thema. Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge beantworten Fragen von der Rechtmäßigkeit heutiger Einschränkungen bis hin zur Zukunft Europas. Das Corona-Virus schafft eine Zeitenwende, die Zweierlei möglich macht: „das Strahlende und das Schreckliche“. Während manche einen „Shutdown unserer Grundrechte“ zu erkennen glauben, bleibt Ferdinand von Schirach zuversichtlich: „Wir leben in Demokratien, wir haben eine Gewaltenteilung. Noch immer muss das Parlament entscheiden.“ Doch auch er warnt vor einer Verfestigung autoritärer Strukturen, an die sich die Menschen bald gewöhnen könnten, und fordert deshalb zwingend eine zeitliche Befristung jeder Maßnahme, die zudem vier Voraussetzungen erfüllen muss: Sie muss einen legitimen Zweck verfolgen, geeignet, erforderlich und angemessen sein. Würde man den Menschen zum Beispiel ihre Fahrerlaubnis entziehen, um Leben zu schützen und Tausende Verkehrstote pro Jahr zu vermeiden, wäre auch dies zwar legitim, aber nicht angemessen. Die beiden Männer stellen sich der interessanten Frage nach langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf unsere gesellschaftliche Entwicklung. Einerseits ist „Trotzdem“ ein Protest, sich als Mensch nicht von dem Virus und den Einschränkungen unterkriegen zu lassen, sondern auch an die Zukunft zu glauben. Andererseits ist es nichts weniger als ein eindrucksvoller Aufruf zweier selten kluger Köpfe, den Shutdown als eine einmalige Chance für einen sinnvollen Neuanfang, einen wohl überlegten und zukunftsweisenden Wiederaufbau zu nutzen, statt gedankenlos und allzu bequem die veralteten Strukturen mit ihren längst erkannten Mängeln wieder aufzunehmen.

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Ein Blick über den Tellerrand

Von: Patricia Nossol

28.05.2020

In der Kürze liegt die Würze - mit wenigen Worten, viel sagen - das beherrscht der Jurist und Schriftsteller Ferdinand von Schirach meisterlich. Wenn eben dieser nun auf sein Pendant trifft, könnte es interessant werden. Mit dem kleinen Büchlein „Trotzdem“, welches im Mai 2020 beim Luchterhand Verlag erschienen ist, bietet sich die Möglichkeit, als stiller „Zuleser“ an den Gesprächen zwischen Alexander Kluge und Ferdinand von Schirach teilzunehmen. In diesen Tagen ist unser Alltag anders. Das Corona-Virus hat uns fest im Griff. Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverbote, Maskenpflicht ... Das gesellschaftliche Leben liegt brach und die enormen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind nicht zu erahnen. Die Nachrichten überschlagen sich, Politiker versuchen sich zu profilieren, kurzum man hat das Gefühl, die eine Hand weiß nicht, was die andere tut. Hinzu kommt die sensationslüsterne Berichterstattung. In der Flut von Informationen suche ich die intelligente Auseinandersetzung mit der Thematik. Nun habe ich dieses Büchlein vom Luchterhand Verlag entdeckt, in welchem sich die Herren Schirach und Kluge mit dem Shutdown auf philosophische Art beschäftigen. Es sind Worte und Sätze, die nachdenklich stimmen und offerieren, dass es viele Möglichkeiten gibt, mit der Krise umzugeben. Kluge: „Es ist die Wahl zwischen Sicherheit und Freiheit.“ Schirach: „Ich glaube, das Virus hat uns an eine Zeitwende gebracht. Beides ist jetzt möglich, das Strahlende und das Schreckliche.“ (Auszüge aus „Trotzdem“) Kluge und Schirach setzen Ereignisse aus der Vergangenheit in Relation zur Gegenwart. Ich bewundere ihren Weitblick. Sie führen Argumente an, die nahe liegen und doch wäre ich im ersten Moment nicht drauf gekommen. Äußerlich ist dieses Buch klein, grau und unscheinbar. Es umfasst nur 80 Seiten. Schlägt man es auf und beginnt darin zu lesen, trifft man auf wortgewandte und scharfsinnige Dialoge, die zum Um-und Überdenken animieren. Es lohnt sich, zwischen den Zeilen zu lesen. Schirach: „Wir können offenbar alles, wenn Gefahr droht, das haben wir jetzt gelernt. Und warum sollten wir die Lehren nicht ins Positive wenden?...“ (Auszug aus „Trotzdem“) Ein lesenswertes Buch und ein schlauer Begleiter für unterwegs, praktisch im Handtaschenformat. Geschenkidee für liebe Freunde.

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Vita

Ferdinand von Schirach, geboren 1964 in München, Jurist, Dramatiker und Schriftsteller. Er lebt in Berlin. Seine letzten Bücher: »Strafe« und »Kaffee und Zigaretten«.



Alexander Kluge, geboren 1932 in Halberstadt, Jurist, Filmemacher und Schriftsteller. Er lebt in München. Von Alexander Kluge ist zuletzt erschienen das Buch »Russland-Kontainer«.



Von Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge ist bei Luchterhand außerdem erschienen: „Die Herzlichkeit der Vernunft“.

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Alexander Kluge

Alexander Kluge, geboren 1932 in Halberstadt, Jurist, Filmemacher und Schriftsteller. Er lebt in München. Seine letzten Bücher: »Kongs große Stunde. Chronik des Zusammenhangs« und - mit Georg Baselitz - »Weltverändernder Zorn. Nachricht von den Gegenfüßlern«.

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Events

10. Sept. 2020

Theaterstück

19:30 Uhr | Events
Ferdinand von Schirach
GOTT

10. Sept. 2020

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Ferdinand von Schirach
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12. Sept. 2020

"Variationen" - Lesung mit Musik

20:00 Uhr | Hamburg | Lesungen
Ferdinand von Schirach
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