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Das Corona-Virus hat uns an eine Zeitenwende gebracht. Beides ist jetzt möglich, das Strahlende und das Schreckliche.

Ist der aktuelle Shutdown unserer Gesellschaft auch ein Shutdown unserer Grundrechte? Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge gehen der Frage nach, was die Corona-Pandemie für unsere Gesellschaftsordnung und unsere bürgerliche Freiheit bedeutet.

„Niemand hätte sich vor zwei Monaten vorstellen können, dass wir diesen Ausnahmezustand erleben. Es wird heute von manchen behauptet, das sei die Zeit der Exekutive. Aber das ist falsch. Wir leben in Demokratien, wir haben eine Gewaltenteilung. Noch immer muss das Parlament entscheiden, und daran darf sich auch nichts ändern. Noch scheint unsere Demokratie nicht gefährdet. Aber die Dinge können kippen. Autoritäre Strukturen können sich verfestigen, die Menschen gewöhnen sich daran. Erosionen sind langsame Abtragungen, keine plötzlichen Ereignisse.“

»›Trotzdem‹ ist eine anregende Handreichung zu den eigenen Bemühungen, das Verhalten während einer Epidemie zu verstehen und ihm zugleich rational und emotional gerecht zu werden.«

Harry Nutt / Berliner Zeitung (04. Mai 2020)

Hardcover, Pappband, 80 Seiten, 10,0 x 15,5 cm
ISBN: 978-3-630-87658-0
Erschienen am  11. Mai 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Interessante Betrachtungen zur Corona Pandemie

Von: Petra Radtke

13.07.2020

Dieses Büchlein enthält mehrere Gespräche der beiden Autoren zu der heutigen Situation mit den Einschränkungen der Gesellschaft durch die Corona Krise. Anhand vieler historischer Beispiele von Katastrophen, sowohl Epidemien, Kriegen, gesellschaftlichen Umwälzungen oder Naturkatastrophen, zeigen sie unterhaltsam auf, wie die Menschen damals damit umgegangen sind. Auch die Frage, wie weit ein Politiker gehen darf, um in Notsituationen die Menschenrechte einzuschränken, um die Menschen vor noch größerer Not und Gefahr zu bewahren, wird hier behandelt. Der Leser wird zum Nachdenken angeregt, inwieweit diese für alle schwer einzuschätzende und kaum zu ertragende Situation genommen werden kann, um positive Veränderungen in der Gesellschaft voranzubringen. In ihren Gesprächen zeigen die beiden Autoren wieder einmal Intellekt, Scharfblick und Weitblick. Nach Schirachs Meinung ist es wichtig bei den Maßnahmen vier Voraussetzungen zu beachten: „Sie muss einen legitimen Zweck verfolgen, geeignet, erforderlich und angemessen sein." Auf keinen Fall darf es zu einer Untergrabung der herrschenden Demokratie in unserem Land kommen. Auch ist es wichtig, die weitgreifenden Veränderungen für die Gesllschaft zu untersuchen, die die Corona Pandemie mit sich bringt, auch in Bezug auf Umweltschutz. Die Autoren fpordern ua., dass die wirtschaftlichen Entwicklungen besser genutzt werden sollen für die Entwicklung eines besseren Lebens der Menschen in unserem Land. Das was hier wie Utopie klingt, soll den Leser zum Nachdenken darüber anregen und welchen Beitrag jeder einzelne dazu leisten kann, um diese schwierige Situation überwinden zu können. Dieses kleine 80 Seiten starke Buch sollte jeder lesen. Es öffnet die Augen und gibt Optimismus in unserer heutigen Zeit.

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Ein Protest, sich als Mensch nicht von dem Virus und den Einschränkungen unterkriegen zu lassen

Von: Birgit Pirker

03.06.2020

Wer sich mit den möglichen Auswirkungen der aktuellen Corona-Pandemie auf unsere Gesellschaft beschäftigen möchte, kann dazu mittlerweile sehr viele Bücher lesen. „Trotzdem“ gehört in meinen Augen definitiv zu den empfehlenswertesten! In dem Buch verfolgen wir die Unterhaltung zwischen den beiden Juristen Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge, die nicht nur durch Intellekt und Scharfblick, sondern auch mit dem richtigen Weitblick auf dieses mittlerweile doch sehr nervenaufreibende Thema überzeugen. Das Büchlein beeindruckt auf seinen knapp 75 Seiten gerade durch die offene Klarheit und Prägnanz zu diesem Thema. Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge beantworten Fragen von der Rechtmäßigkeit heutiger Einschränkungen bis hin zur Zukunft Europas. Das Corona-Virus schafft eine Zeitenwende, die Zweierlei möglich macht: „das Strahlende und das Schreckliche“. Während manche einen „Shutdown unserer Grundrechte“ zu erkennen glauben, bleibt Ferdinand von Schirach zuversichtlich: „Wir leben in Demokratien, wir haben eine Gewaltenteilung. Noch immer muss das Parlament entscheiden.“ Doch auch er warnt vor einer Verfestigung autoritärer Strukturen, an die sich die Menschen bald gewöhnen könnten, und fordert deshalb zwingend eine zeitliche Befristung jeder Maßnahme, die zudem vier Voraussetzungen erfüllen muss: Sie muss einen legitimen Zweck verfolgen, geeignet, erforderlich und angemessen sein. Würde man den Menschen zum Beispiel ihre Fahrerlaubnis entziehen, um Leben zu schützen und Tausende Verkehrstote pro Jahr zu vermeiden, wäre auch dies zwar legitim, aber nicht angemessen. Die beiden Männer stellen sich der interessanten Frage nach langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf unsere gesellschaftliche Entwicklung. Einerseits ist „Trotzdem“ ein Protest, sich als Mensch nicht von dem Virus und den Einschränkungen unterkriegen zu lassen, sondern auch an die Zukunft zu glauben. Andererseits ist es nichts weniger als ein eindrucksvoller Aufruf zweier selten kluger Köpfe, den Shutdown als eine einmalige Chance für einen sinnvollen Neuanfang, einen wohl überlegten und zukunftsweisenden Wiederaufbau zu nutzen, statt gedankenlos und allzu bequem die veralteten Strukturen mit ihren längst erkannten Mängeln wieder aufzunehmen.

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Vita

Ferdinand von Schirach, geboren 1964 in München, Jurist, Dramatiker und Schriftsteller. Er lebt in Berlin. Seine letzten Bücher: »Strafe« und »Kaffee und Zigaretten«.



Alexander Kluge, geboren 1932 in Halberstadt, Jurist, Filmemacher und Schriftsteller. Er lebt in München. Von Alexander Kluge ist zuletzt erschienen das Buch »Russland-Kontainer«.



Von Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge ist bei Luchterhand außerdem erschienen: „Die Herzlichkeit der Vernunft“.

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Alexander Kluge

Alexander Kluge, geboren 1932 in Halberstadt, Jurist, Filmemacher und Schriftsteller. Er lebt in München. Seine letzten Bücher: »Kongs große Stunde. Chronik des Zusammenhangs« und - mit Georg Baselitz - »Weltverändernder Zorn. Nachricht von den Gegenfüßlern«.

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Events

10. Sept. 2020

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Pressestimmen

»Was am 30. März noch überraschend war, kann vier Wochen später schon ein alter Hut sein. Dennoch lohnt es sich, dieses Gespräch zu lesen.«

Uwe Wittstock / Focus (02. Mai 2020)

»Ein tiefschürfendes Gespräch über den Rechtsstaat und dessen Grenzen in Zeiten einer Krise, über die Zwickmühlen der Politik, über Literatur und Philosophie.«

Christian Weniger / Kleine Zeitung (21. Juni 2020)

»Wenn sich zwei Intellektuelle vom Schlage Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge über das Coronavirus unterhalten, kommt mehr heraus als eine Zusammenfassung des aktuellen Wissensstands.«

Anton Thuswaldner / Salzburger Nachrichten (25. Mai 2020)

»Das Coronavirus hat Politiker weltweit zu schnellen Beschlüssen gezwungen. Die deutschen Intellektuellen Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge diskutieren die Folgen - und sehen Chancen.«

Daniel Arnet /SonntagsBlick Magazin (07. Juni 2020)

»Wie die Idee freiheitlicher Gesellschaften entstand, das verhandeln Schirach und Kluge ebenso wie die Folgen vergangener Katastrophen.«

Britta Heidemann / Westdeutsche Allgemeine (07. Mai 2020)

»Die Lektüre von ›Trotzdem‹ lohnt nicht nur wegen des Ausblicks, dass wir aus dem Ungemach gelernt haben.«

News (21. Mai 2020)

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