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Über den Tellerrand hinaus Essenzen eines Jahrhundertgourmets
Mit einem Vorwort von Eckart Witzigmann

Mit Illustrationen von Isabel Klett

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€ 20,00 [D] inkl. MwSt.
€ 20,60 [A] | CHF 28,90*
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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-28102-8

Erschienen:  26.03.2018
Dieser Titel ist lieferbar.

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Er war der Vorkoster der Nation, ein unermüdlicher Streiter für den guten Geschmack: Wenn Wolfram Siebeck stilsicher sein Schreibmesser wetzte und zum Angriff blies auf Fast Food, Fertiggerichte und nicht artgerechte Tierhaltung, blieb manch einem der Bissen im Halse stecken. Sein scharfer Ton, sein leiser Spott, aber auch seine wunderbare Ironie – dafür wurde Siebeck von Köchen und Genießern gleichermaßen heiß geliebt und hoch geachtet.
Seine ganze Meisterschaft erweist sich in diesen Texten aus seinem Nachlass: Ein von ihm selbst komponiertes, doch zu Lebzeiten nicht mehr veröffentlichtes Buchprojekt. In den 83 brillanten Miniaturen rund ums Kochen, Essen und Genießen leuchtet ein letztes Mal Siebecks Haltung und Philosophie auf: von A wie al dente über K wie Küchenradio und T wie Trinkgeld bis W wie Werkzeug. Durchgehend pikant gewürzt mit Illustrationen von Isabel Klett und abgeschmeckt mit einem Vorwort von Eckart Witzigmann.

Wolfram Siebeck (Autor)

Wolfram Siebeck, geboren 1928 in Duisburg, war Deutschlands bekanntester Koch und Gastronomiekritiker, Autor zahlreicher satirischer Erzählungen sowie vieler Bücher rund ums Kochen. Außerdem schrieb er regelmäßig in der "ZEIT", im "FEINSCHMECKER" und in anderen Publikationen über die Kunst des Kochens, Essens und Genießens. Wolfram Siebeck starb 2016 im Alter von 88 Jahren.

ORIGINALAUSGABE

Mit Illustrationen von Isabel Klett

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
2c-Illus im Text

ISBN: 978-3-453-28102-8

€ 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Ludwig

Erschienen:  26.03.2018

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Ein Leben für den Genuss

Von: turbohausfrau Datum: 26.09.2018

turbohausfrau.blogspot.co.at/

Der Jahrhundertgourmet (*1928 - † 2016) Wolfram Siebeck hat viel über Essen und Genuss geschrieben. Er wetterte sympathischerweise immer über Fast Food und Fertigfutter, ebenso über Lebensmittel vom Diskonter. Seine Texte waren immer satirisch und sarkastisch, dabei auch durchaus selbstkritisch. Er hinterließ durch sein Ableben eine gastro-journalistische Lücke (so bezeichnet Eckart Witzigmann es im Vorwort), die teilweise durch dieses Buch geschlossen werden soll: Es handelt sich um bisher unveröffentlichte Texte. Von A wie "Aberglaube" bis W wie "Werkzeug" werden kurze Texte aneinandergereiht. Passend zu Siebeck endet das Buch dann mit einem Text über Glück.

Es ist also keine zusammenhängende Geschichte, sondern man liest mal kürzere, mal längere Gedankensplitter. So findet man ein Verzeichnis der österreichischen kulinarischen Begriffe, das jedem Deutschen ganz sicher durch einen kulinarischen Österreichurlaub hilft. Am anderen Ende des Spektrums findet sich ein stimmiges Gedicht über das Glücklichsein. Mit einem Wort: Es wird wirklich alles abgedeckt, was man von Siebeck kennt.

Schön gemacht ist das Buch natürlich auch: Links eine von 80 Illustrationen von Isabel Klett, die einen durch das gesamte Buch begleiten. Sie sind immer rot-schwarz gestaltet und auf weißem Untergrund.

Wenn man Siebecks Kolumnen alle gelesen hat, wird man möglicherweise druch das Buch keine neuen Erkenntnisse haben. Für mich, die ich diese nicht alle kenne, waren schon etliche Aha-Erlebnisse dabei. Den Sommer über hat das Buch mein Nachtkästchen geschmückt und immer wieder habe ich ein Kapitel des 230 Seiten starken Buches gelesen. Nachtkasteleignung: 100 %! Dadurch, dass es immer so kurze Kapitel sind, kann man gut ein, zwei Gedanken von Siebeck lesen, bevor man sanft entschlummert.

Eine meiner Erkenntnisse: Mir war eigentlich gar nicht klar, dass man bis in die 50er Jahre nicht mit Öl gekocht hat, wenn, dann seien das Raps- oder Rüböl gewesen. Das erste Öl, das in unseren Breiten dann häufiger verwendet wurde, war Olivenöl, schreibt Siebeck. Da hätte ich meine Hand ins Feuer gelegt, dass das Sonnenblumenöl gewesen wäre, aber ich nehme an, dass Herr Siebeck sich da besser auskennt.

Mit Erstaunen habe ich Siebecks Tipps gelesen, was die Frau tun soll, wenn der Chef des Mannes zum Essen kommt: Dann sollte frau unbedingt ins Nagelstudio gehen, wenn sie die gröbste Küchenarbeit erledigt hat. Anziehen sollte frau ein Dirndl. Na dann hoffe ich, dass diese Situation nie eintreten wird, denn beides meide ich. Aber zum Schmunzeln ist auch dieser Text allemal. Und man kann Siebeck auf keinen Fall absprechen, dass er ein ausgezeichneter Beobachter ist, der
gesellschaftliche Gepflogenheiten gut kennt.

Zum Abschluss möchte ich, um die Verschiedenheit der Texte zu zeigen, noch Siebecks Worte über das Glücklichsein zitieren:
"Glücklichsein ist nichts als die Summe kleiner Freuden:
Das erste Glas Riesling an einem Sommerabend.
Eine Frau lieben, die die Liebe erwidert.
Ohne Stau von Hamburg nach Basel fahren.
Freunde anrufen und es ist nicht besetzt.
Im Engadin auf einer blühenden Wiese liegen.
Paris im Oktober.
Im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte an das Gute im Menschen glauben.
Zeit haben zu lesen.
Nichts hören, nichts sehen, nichts glauben, was Autoritäten verkünden.
Eine pochierte Poularde à l'estragon.
Der Gesang der Nachtigall.
Glücklichsein ist ein Wunder."

Genau so unterschiedlich wie Siebecks Kriterien bezüglich Glück sind, sind seine Texte. Auf jeden Fall sind sie immer klar dargelegt und zeugen von viel schriftstellerischem Können.

Ein Jahrhundertgourmet!

Von: Angela Busch Datum: 08.04.2018

https://literaturgarten.blogspot.de

Rezension

INHALT:
Auf zweihunderteinundreissig Seiten lesen wir gesammelte Eindrücke aus dem Nachlass des bekannten Gastrokritiker Wolfram Siebeck. Das Buch enthält ein sogenanntes Küchen-ABC beginnend mit A wie Aberglaube und es endet typischerweise nicht mit Z , sondern mit G wie Glücklichsein!
Zu jedem der über achtzig Artikel hat die Illustratorin Isabel Klett humorvolle und witzige Zeichnungen, gehalten in rot-schwarzer Gestaltung auf weissem Untergrund, zugefügt.
Eckart Witzigmann hat ein imposantes Vorwort zu den Essenzen über den Jahrhundertgourmet Wolfram Siebeck geschrieben.

MEINE MEINUNG:
Wer kennt den milde lächelnden, gern einen Strohhut tragenden Gastrokritiker Wolfram Siebeck nicht?
Seine Beiträge und Rezeptbeigaben im Zeit-Magazin der Wochenzeitung *Die Zeit* und anderen Journalen haben ihn und seine Koch - und Ernährungs -Tipps sehr bekannt gemacht in Deutschland.
In dem wunderschön gestaltetem, oben beschriebenem Buch werden viele seiner wertvollen Tips noch einmal ausführlich nah zum Leser gebracht. Für die ehrliche Feinschmeckerküche sind es ausgewählte und unverzichtbare Beigaben zum Kochen und für die gesunde und vernünftige Ernährung. Seine Missbilligung gegen Fastfood, künstlich veränderte Grundnahrungsmittel und unsinnige Massentierhaltungspraktiken kommen immer wieder zum Vorschein. Sein Plädoyer für scharfe Messer, logisch erprobte natürliche Garmethoden und Kochen mit frischen Zutaten sind sicher jedem Geniesser sympathisch.
Diese lockere Plauderei erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit für die vielen Weisheiten über Kochen, Nahrungsmittel und Leben, die er uns im Laufe seiner jahrzehntelangen Aufklärung geschenkt hat.
Wer im Buch Rezepte mit Vorgaben sucht, wird diese nicht finden.

Meine Bewertung: FÜNF *****Sterne für ein grossartiges Buch.

Mein Dank geht an den Ludwig Verlag für die Bereitstellung des wunderschönen Rezensionsexemplares!

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