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Unvollkommene Verbindlichkeiten Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87524-8

Erschienen:  10.04.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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"Olof und Ester waren wie zwei Zahnräder. Zahnräder verwachsen nicht miteinander. Sie treiben einander lediglich an. Leider funktioniert das Ganze auch mit drei Zahnrädern, rein mechanisch geht das sogar hervorragend."

Nichts ist komplizierter als die Beziehung zwischen Mann und Frau. Das muss auch Ester Nilssons feststellen, Mitte dreißig und von Beruf Journalistin und Dichterin. Fünf Jahre sind vergangen seit ihrer unglücklichen Liebesbeziehung mit dem Künstler Hugo Rask, und Ester hat sich vorgenommen, dass ihr so etwas nie mehr passieren wird: einen Mann zu lieben, der sich nicht festlegen und ganz zu ihr bekennen will. Dann trifft sie bei einer Theaterprobe den Schauspieler Olof und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Olof macht kein Geheimnis daraus, dass er verheiratet ist. Trotzdem trifft er Ester. Die beiden gehen eine Beziehung ein, von der Olof behauptet, es sei keine. Er hat schließlich nicht vor, seine Frau zu verlassen. Also worauf wartet Ester?

»Kaum jemand denkt so klug über die Missverständnisse in der Liebe nach wie Lena Andersson.«

DONNA (05.04.2017)

Lena Andersson (Autorin)

Lena Andersson wurde 1970 in Stockholm geboren und gilt als eine der wichtigsten Autorinnen ihres Landes. Ihr Roman "Widerrechtliche Inbesitznahme" war ein sensationeller Erfolg und wurde mit dem renommiertesten Literaturpreis Schwedens, dem August-Preis, ausgezeichnet. Andersson fuhr als Jugendliche jahrelang wettkampfmäßig Ski. Heute lebt sie als Journalistin und Autorin in Stockholm, wo sie sich einen Namen als streitbarste zeitgenössische Kritikerin des Landes gemacht hat.


Gabriele Haefs (Übersetzerin)

Dr. Gabriele Haefs studierte in Bonn und Hamburg Sprachwissenschaft. Seit 25 Jahren übersetzt sie u.a. aus dem Dänischen, Englischen, Niederländischen und Walisischen. Sie wurde dafür u.a. mit dem Gustav- Heinemann-Friedenspreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, zuletzt 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk. Sie hat u.a. Werke von Jostein Gaarder, Håkan Nesser und Anne Holt übersetzt. Zusammen mit Dagmar Mißfeldt und Christel Hildebrandt hat sie schon mehrere Anthologien skandinavischer Schriftsteller herausgegeben.

»Kaum jemand denkt so klug über die Missverständnisse in der Liebe nach wie Lena Andersson.«

DONNA (05.04.2017)

»Niemand entzaubert das Verliebtsein so geistreich wie Lena Andersson."«

Katharina Granzin / Frankfurter Rundschau (13.05.2017)

»Die Schwedin Lena Andersson schreibt fabelhaft, selten war eine Ménage-à-trois so klug beobachtet - und so unterhaltsam.«

myself (02.05.2017)

»Ein witziger Roman über die Unlogik der Liebe«

Britta Helmbold / Ruhr Nachrichten (12.04.2017)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs
Originaltitel: Utan personligt ansvar
Originalverlag: Natur & Kultur

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 12,5 x 20,0 cm

ISBN: 978-3-630-87524-8

€ 18,00 [D] | € 18,50 [A] | CHF 25,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen:  10.04.2017

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»Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen.«

Von: Leseleben Datum: 20.04.2018

www.leseleben.com

Die nicht funktionierende Kommunikation zwischen Mann und Frau – das klingt bei Loriot ganz lustig, ist es aber in Esters Fall gar nicht. Ester Nilsson ist Mitte 30, klug und reflektiert. Sie hat sich gegen den Leistungssport und für das Denken entschieden. Weil das Gehirn auch Training braucht. Viel und regelmäßig. Ester ist Journalistin und Philosophin, sie schreibt Essays und Theaterstücke. Bei den Proben zu einem Theaterprojekt verliebt sie sich in den Schauspieler Olof. Doch in dieser Beziehung benimmt sich Ester nicht besonders schlau, sondern sehr selbstzerstörerisch. Denn, das ist der erste Punkt, für Olof ist das, was die beiden haben, keine Beziehung. Zweitens ist er verheiratet. Beides kommuniziert er Ester eigentlich sehr deutlich: Er sagt ihr, dass er keine Beziehung mit ihr haben möchte und dass er seine Frau nicht verlassen will. Wo ist also das Problem? Ester müsste sich doch nur gleich am Anfang umdrehen und das Weite suchen.

„Nimm die Menschen beim Wort, das ist das Praktischste und Einfachste. Nicht deuten, sondern davon ausgehen, dass sie meinen, was sie sagen”, rät ihr eine Freundin.

Ester aber deutet, argumentiert und bastelt sich eine eigene Wirklichkeit zurecht. Immer wieder sagt sie sich, dass Olof mit seiner Frau nicht glücklich sein kann und die Trennung kurz bevorstehen muss.

Die Kommunikation zwischen Ester und Olof läuft somit meistens schief. Er versucht ihr etwas zu sagen, dass sie nicht hören möchte. Deshalb achtet sie, die eigentlich eine Frau der Worte ist, auf die übrigen Kommunikationsebenen. Auf denen kommt Olof ihr entgegen. Er sucht ihre Nähe, ist offensichtlich gerne mit ihr zusammen. Die Nicht-Beziehung der beiden streckt sich so über mehrere Jahre. Olof bestimmt Frequenz und Dauer der gemeinsamen Zeit. Die ist dann allerdings oft enttäuschend. Olof schmettert Esters Bedürfnisse ab, das Essen schmeckt schal, der Sex ist selten und so lala. Olof bleibt für den Leser unbegreifbar und Esters Begeisterung für ihn ist schwer nachvollziehbar. Es scheint, dass sie sich so sehr in ihrer Gefühlswelt verliert, dass sie ganz übersieht, dass das Objekt ihrer Begierde all die Qualen gar nicht wert ist.

Ester ist wie auf Drogen. Sie ist Olof verfallen, kippt in tiefe schwarze Löcher, zieht sich die Decke über den Kopf, wenn er nicht da ist, aber gewinnt Energie und hüpft aus dem Bett, sobald er auch nur ein winziges Lebenszeichen schickt.

„Wenn die Liebe ungleichmäßig verteilt war, artete sie eben zur Sucht nach der nächsten Dosis aus, aber jetzt hatte Ester mit der Entwöhnung begonnen. Diesmal würde sie die Entzugserscheinungen ertragen…”.

Lena Andersson beschreibt Esters Leiden sehr rigoros und poetisch. Das hier ist kein verzaubertes, unschuldiges Verliebtsein, sondern ein verzweifeltes Verliebtsein einer Frau, die ähnliches bereits erlebt hat. Denn Ester hat denselben Fehler im vorherigen Roman „Widerrechtliche Inbesitznahme“ schon einmal gemacht. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen. Deshalb fand ich diesen Roman sehr originell. Es ist ein niveauvoller aber bitterer Liebesroman, frei von blumigen Klischees, der nachdenklich macht und fesselt. Die Seiten sind nur so dahingeflogen. Die hier beschriebene zerstörerische Kraft der Liebe ist brutal und gleichzeitig faszinierend.
Die Handlung wird zur Tragödie, wenn Ester nicht mehr weiß, was sie tun soll, um Olof zu sich zu ziehen. Als Leserin möchte ich unbedingt wissen, ob sie einer aussichtlosen Hoffnung nachläuft oder am Ende darin recht behält, dass Olof nicht anders kann, als sich irgendwann endgültig ihr zuzuwenden.

Achterbahn der Gefühle

Von: Märchenbuch Datum: 05.11.2017

https://maerchenbuchblog.wordpress.com/

Ester Nilsson ist Mitte dreißig, als sie sich Hals über Kopf in den verheirateten Olof Sten verliebt. Doch der Theaterschauspieler betont ziemlich deutlich, dass er keine Beziehung zu ihr eingehen möchte. Unverblümt macht er Ester klar, dass er seine Ehefrau niemals verlassen wird, trifft sich aber dennoch heimlich mit Ester und nährt so ihre Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Olof lässt sich schließlich doch auf eine Affäre mit Ester ein, von der er stets behauptet, dass es keine sei. Er bezeichnet ihre Verbindung als Freundschaft, wobei ihre Beziehung ganz offensichtlich weit über ein freundschaftliches Verhältnis hinausgeht.

Ester verliert sich und ihre Wünsche völlig aus den Augen und richtet ihr ganzes Leben darauf aus, Olof zur Verfügung zu stehen. Unaufhörlich interpretiert und analysiert sie Olofs Worte und Nachrichten und versucht sein Verhalten zu begreifen. Als Meisterin der Selbsttäuschung, gelangt sie allerdings immer wieder zur vermeintlich falschen Erkenntnis, dass Olofs Ehe kurz vor dem Ende steht und er sich bald für eine Zukunft mir ihr entscheiden wird.

Mehrmals versucht Ester sich von Olof zu lösen, doch sobald sie im Begriff ist den Kontakt zu ihm abzubrechen, ergreift er plötzlich die Initiative und meldet sich wieder bei ihr. Obwohl er sich nicht festlegen möchte, ist er auch nicht bereit Ester gehen zu lassen und der Mitdreißigerin fehlt stets die Kraft ihm zu widerstehen. Sie durchlebt ein dauerndes Wechselbad der Gefühle zwischen Glück und Leid, Nähe und Distanz. Bis irgendwann die Wut auf Olof und die Verzweiflung überhand nehmen und Ester zu einem gewaltigen Befreiungsschlag ausholt.

Mit der Fortsetzung des Buches „Widerrechtliche Inbesitznahme“ lässt uns Lena Andersson erneut an Ester Nilssons komplexem Liebesleben teilhaben. Einfach großartig dokumentiert die Autorin in „Unvollkommene Verbindlichkeiten“ die Gefühlswelt und den Gemütszustand einer Frau, die sich zum wiederholten Male in einen Mann verliebt, der sich nicht zu ihr bekennen möchte.

Ester und Olof werden präzise charakterisiert und ihre Gespräche werden nicht nur in alle Einzelheiten zerlegt, sondern auch in brillante und geistreiche Worte gefasst.

Ester war mir recht sympathisch und ich empfang Mitleid mit ihr und ihrer emotionalen Abhängigkeit, doch meistens benahm sie sich nervig und dümmlich. Für Ester standen Olofs klare Aussagen stets im Widerspruch zu seinem Verhalten, doch diesen Eindruck kann man als Leser einfach nicht teilen. Ester deutet Olofs Worte ausschließlich zu ihren Gunsten und dies war kaum zu ertragen, machte aber auch den Reiz dieser Geschichte aus.

Während dem Lesen baut sich eine unfassbare Spannung auf und auch wenn der Roman stellenweise recht langatmig wird, fragt man sich ständig, wie es mit den beiden ungleichen Protagonisten wohl weitergehen wird und wann sich Ester endlich aus dieser Affäre emotional befreien kann. Ein beeindruckender und unterhaltsamer Roman über Selbstwert, Abhängigkeit und die Suche nach der Liebe.

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