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Vater, Mutter, Staat Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung - Wie Politik und Wirtschaft die Familie zerstören

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-28061-8

Erschienen: 27.10.2014
Dieser Titel ist lieferbar.

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Die betreute Generation

Irgendwas läuft hier falsch. Wie sonst ist das wachsende Unbehagen von Eltern zu erklären, die ihre Kinder kaum noch sehen, weil sie im Büro sitzen, vorgeblich um sich selbst zu verwirklichen? Wie die Untersuchungen zu Stresshormonen bei Krippenkindern, die hier locker mit Topmanagern mithalten? Warum überlassen immer mehr Eltern die Verantwortung für ihre Kinder ganz selbstverständlich fremden Menschen? Eltern, die in ihrer Jugend noch »We don’t need no education« riefen. Eltern, die ihren Kindern Pippi Langstrumpf vorlesen. Rainer Stadler, Journalist und Vater, macht sich auf die Suche nach Gründen für den Sinneswandel und erkennt ein System: Aus kühl kalkulierten ökonomischen Gründen propagiert eine Koalition aus Politik und Wirtschaft seit Jahren den massiven Ausbau der Kinderbetreuung und hat das Leben der Familien und der Gesellschaft insgesamt tiefgreifend verändert. Wer sich gegen die verordnete Ganztagsbetreuung stellt, ist auch gegen Emanzipation und Förderung, jeder leise Zweifel wird damit im Keim erstickt. Rainer Stadler stößt eine längst überfällige Diskussion an. Sie betrifft uns alle.

Rainer Stadler (Autor)

Rainer Stadler, geboren 1967, studierte Informatik und absolvierte die Journalistenschule in München. Er arbeitete als freier Journalist und Auslandskorrespondent (Los Angeles) und schrieb u.a. für die Süddeutsche Zeitung, den Focus und den Spiegel. Seit 2001 ist er Redakteur beim SZ-Magazin. Rainer Stadler ist verheiratet und hat zwei Kinder.

ORIGINALAUSGABE

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 272 Seiten, 12,5 x 20,0 cm

ISBN: 978-3-453-28061-8

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Ludwig

Erschienen: 27.10.2014

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Interessant und gut zu lesen

Von: Eva-Maria Obermann Datum: 07.08.2015

schreibtrieb.aeom.de/Blog/?p=2352

Stadler stellt es gut an. Nirgendwo sagt er direkt, dass kein Kind fremdbetreut werden sollte oder unter einem Jahr bei den Eltern sein muss. Immer wieder ruft er die Individualität der Kinder in den Vordergrund. Dass es eben solche gibt, die kein Problem mit Fremdbetreuung haben, und die, die noch zur Einschulung nicht wirklich mit einer anderen Umgebung als ihrem Elternhaus klar kommen. Ein dickes Plus dafür. Ein dickes Plus, das Stadler ehrlich bleibt und nicht sagt: Ich spreche für alle und alle Kinder noch dazu. Nein, er ist ja auch gar nicht per se gegen Ganztagesbetreuung. Nicht einmal das kann ich ihm vorwerfen.

Stattdessen war ich beim Lesen fasziniert, wie plausibel und strukturiert er argumentiert, unterfüttert mit Beispielen und Zeitungsartikeln. Dass der Staat die Ganztagesbetreuung gar nicht eingeführt hat, um die Familie zu entlasten, sondern, um mehr Arbeitskräfte zu gewinnen und dadurch letztlich auch die Individualität von Familie und Kindern abzuschaffen. Wer aus der Norm fällt, wird zurechtgebogen. Rabiat, will man meinen, wenn das Buch aufgeschlagen ist.

Eine interessante und sicher nicht ganz falsche These. Dass der Staat nach Jahrzehnten der Unterdrückung der Frau, eingesehen hat, dass dies heute nicht mehr geht und prompt die Kehrtwende macht hin zur Frauenquote und den schnellen Einstieg ins Berufsleben. Dass Frauen, die „nur“ Mütter sind immer noch stigmatisiert werden. Sogar nettes über das mittlerweile abgeschaffte Betreuungsgeld kann er sagen, so dass ich es ihm nicht komplett um den Kopf werfen will. Ausdrücken, ja ausdrücken kann er sich.

Gerade darum finde ich es etwas schade, dass er frevelhaft ähnlich vorgeht, wie die, die er kritisiert. So sagt er, Studien, die einen positiven Effekt von Ganztagesbetreuung gezeigt hätte, würden verschweigen, dass dieser minimal ist und noch dazu auch ein negativer Effekt besteht. Ebenso minimal. Andere Kinder betreffend. Schon sind wir wieder bei der Individualität und Stadlers Argument gegen die Betreuung verpufft, wenn eine Abschaffung den kleinen positiven Effekt für manche Kinder wieder zunichtemachen würde. Wäre das denn nicht genauso schlimm? Dass es durchaus Kinder gibt, die mit eins oder früher nicht so weit sind, stimme ich blind zu. Dass sie deswegen grundsätzlich schädlich sind, nicht.

Diese Struktur zieht sich ziemlich durch das ganze Buch. Wo immer ich mit dem Autor einer Meinung bin – etwa, dass der Staat Doppelverdienerhaushalte gerade für Familien nötig macht und damit wiederum die Ganztagesbetreuung mit fordert, oder dass Kinder in unserer Gesellschaft viel zu oft als Hindernis für die Karriere, statt als Bereicherung gesehen werden, und ganz besonders dass eine Arbeitswelt, in der Eltern beide nur in Teilzeit arbeiten gehen und dafür mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen können wegen der zusätzlichen Motivation nicht nur dem Arbeitsalltag, sondern auch der Geburtenrate entgegen käme – kommt ein Punkt hinzu, in dem ich mich stark wehre. Dass die Frauen und Feministinnen eingetrichtert bekommen haben, so sein zu müssen wie die Männer und eigentlich nur darum arbeiten gehen – nicht weil sie sich dabei wirklich verwirklichen wollen. Dass Männer im Gegenzug noch immer nicht mit Kind und Haushalt am Hut haben (wollen) (was er selbst immer wieder vehement abstreitet und rühmlicher Weise oft von Eltern, Elternschaft und gemeinsamen Verpflichtungen gegenüber der Kinder spricht!). Oder dass das Betreuungsgeld das Hausfrauengehalt gewesen wäre, das früher immer gefordert wurde (Pustekuchen. 150 Euro? Dafür bekommt man kaum eine Putzfrau bezahlt.)

Ihr seht, ich könnte und würde liebend gerne jeden einzelnen Punkt mit dem Autor persönlich durchsprechen. Weil ich glaube, er hat vieles zu sagen, was richtig und wichtig ist. Und manches, bei dem ich einfach nicht zustimmen kann, was aber deswegen nicht unbedingt falsch, sondern eher Meinungssache ist. Stadler will mitnichten, dass die Frau brach Heimchen am Herd spielt und Mann und Kinder versorgt. Jedenfalls sagt er das nicht (kluger Mann). Vielmehr plädiert er für eine wirkliche Wahlfreiheit, ob jemand arbeiten geht, oder nicht. Ob jemand sein Kind fremdbetreuen lässt, oder nicht. Für mehr Zeit mit den Kindern und miteinander. Für mehr Väter, die mehr unternehmen – im Haushalt und mit den Kindern. Für mehr Familie. Und in diesem Punkt bin ich wieder ganz seiner Meinung.

Der Druck auf die Eltern ist immens

Von: Sonja Holzer aus München Datum: 26.05.2015

Als Mutter von vier Kindern und 4 fache Großmutter,ausgebildete Tagesmutter kann ich dem Autor nur zustimmen.
Obwohl ich als Tagesmutter beschäftigt bin,und mir mein Geld damit verdiene,bin ich absolut dagegen,so kleine Kinder(die im Alter von 14,oder 16 Monaten) sind,fremdbetreuen zu lassen.
Die Manager haben gar keinen Sinn dafür,wie die kommende Generation,die doch das schützenswerteste Gut sind,zurechtkommen kann,immer nur abgeschoben zu werden.
Was züchten wir hier ran???
Frau von der Leyen hat Nannys,und für Ihre Kinder mal dazwischen Zeit,Kaviar und Sahnetorte zum Kindergeburtstag zu reichen.
Bekannt von der Granini Familie.
"Schatzi,Mami,muss jetzt weg,wichtiger Termin"
Soll diese Dame doch mal ein paar Wochen in eine Familie gehen,die ihr Geld sauer verdienen muss.
Und unsere Kinder bezahlen wie immer die Rechnung.
Ich sehe es doch,wie die Eltern meiner Tageskinder die Nase rümpfen,wenn die Kids dreckig sind,weil sie sich bei mir schmutzig machen dürfen und an der frischen Luft erfreuen.
Da braucht es Persil aus der Werbung,sonst geht die Welt unter.
Was läuft da falsch?
Sie werden Roboter,berechenbar und folgsam.
Ordnen sich ein,und wenn nicht,dann gibt es Tabletten.Ritalin..ein Segen.
ADHS lässt sich ja behandeln.
Ich weiß ja nicht,ob es sich die Eltern zu leicht machen.
Jeden Tag erzähle ich,was wir so unternommen haben,mache Berichte,Fotos,und habe das Gefühl,so richtig interessiert es die Eltern gar nicht.Sie eilen mit den Kids Heim,Abendessen,hoffentlich ist das Kind schnell im Bett.
Langer Mittagsschlaf? Nur ja nicht! Obwohl das Kind müde ist,soll ich es nicht schlafen lassen,weil es dann nicht müde ist,die Eltern wollen ihren Feierabend genießen.
Wenn man Tagesmutter ist,und sieht jeden Tag das Leid kleiner Kinder müsste man alle erschießen lassen,die oben sitzen,und die es einen Scheiss kümmert,was unsere Kinder erleiden.
Früher hatten es die Kinder schwer?
Und was passiert Ihnen in unser moderner Gesellschaft?

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