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Verrückt und frei Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-75336-9

Erschienen: 06.10.2014
Dieser Titel ist lieferbar.

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Ich höre auf zu reden. Eine Stimme in meinem Kopf macht mich plötzlich sprachlos. Eine, die bestimmt. Die übernimmt. Die in mich eindringt.

Eli ist eine erfolgreiche Schriftstellerin und Drehbuchautorin, wohnt alleine in Stockholm. Doch ihr Leben teilt sie sich seit ihrer Kindheit mit drei Jungen: Espen, Erik und Emil. Sie sind Stimmen in ihrem Kopf, die sie begleiten, unterstützen, aber auch nach Aufmerksamkeit verlangen und manchmal sogar die Kontrolle über sie übernehmen.

Eindringlich, fesselnd und sehr realistisch beschreibt Beate Grimsrud das Leben mit einer Psychose und erzählt von den Versuchen, sie zu behandeln. Sie öffnet die Türen zu einer Welt, die den meisten Menschen fremd ist und lässt den Leser fühlen, was dieses Leben bedeutet – ein Leben, in dem man sich verletzlich und ohnmächtig fühlt, das aber auch sehr faszinierend sein kann.

Beate Grimsrud (Autorin)

Beate Grimsrud, geboren 1963 in Norwegen, ist Fußballerin, Boxerin, Übersetzerin und Autorin von Romanen, Kinderbüchern, Bühnenstücken und Drehbüchern. Für ihren autobiografisch geprägten Roman »Verrückt und frei« erhielt sie den Norwegischen Kritikerpreis und war sowohl von schwedischer als auch von norwegischer Seite für den Nordischen Literaturpreis nominiert. Beate Grimsrud lebt heute in Schweden.

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger
Originaltitel: En dare fri (A Madwoman Freed)
Originalverlag: Cappelen Dam

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-442-75336-9

€ 22,99 [D] | € 23,70 [A] | CHF 30,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 06.10.2014

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Schizophrenie oder Die Stimmen in meinem Kopf

Von: Mel Bücherwurm Datum: 06.09.2015

melbuecherwurm.blogspot.de/

"Verrückt und frei" verdeutlicht eine Psychose, die auf der einen Seite sehr faszinierend auf mich wirkt, aber auf der anderen Seite sehr beklemmend und beängstigend ist. Durch Zeitsprünge wirkt das Buch sehr wirr und verdeutlicht, wie Elis Leben durch die Stimmen in ihrem Kopf beeinflusst werden. Es ist ein herausragendes Buch, welches einvernehmlich und direkt Schizophrenie verdeutlicht. Ich musste mehrere Lesepausen einlegen, da mich das Buch zwischendurch ein klein wenig überfordert hat. Man liest nicht nur einen Lebensbericht, sondern eben auch von einem Krankheitsbild, welches absolut authentisch dargestellt wird. Mich hat es betroffen gemacht und dennoch konnte ich jede Menge lernen. Meine Erwartung wurde komplett übertroffen, denn auch wenn es sich mitunter nicht leicht lesen ließ, da wirklich alle Facetten beleuchtet wurden, wurde mir eine Erkrankung nahegelegt, von der ich schon viel gehört (gelesen) hatte, aber eine so deutliche Sprache wie in "Verrückt und frei" hätte ich mir vor dem Lesen nicht vorstellen können. es erdrückte zwischendurch und ich erhoffte mir Hilfe für Eli, die den Stimmen in ihrem Kopf sehr viel raum gibt und dadurch ihr Leben fremdbestimmt wird. Ich gestehe, das mir die Vorstellung mein Leben noch mit weiteren Personen, die zwar fiktiv sind, aber dennoch präsent, teilen müsste, ein klein wenig gruselig finde. Medizinisch gesehen, gibt es wenig Aufklärung, aber Elis Leben spricht für sich. Schwer vorstellbar für Menschen, die normal ticken, denn Schizophrenie bedarf Handlungsbedarf. Eli versucht ihre Erkrankung zu verdrängen und sie selbst vor ihrer Familie zu verstecken. Klinikaufenthalte und jede Menge Psychopharmaka verdeutlichen, wie schwer es ist, sich freizumachen und ein normales Leben zu führen. Eli hat gute Freunde die sie unterstützen, aber die Erkrankung nimmt immer wieder Überhand und hindert Eli daran, selbstbestimmt zu leben.

Durch die deutliche Sprache wirkt "Verrückt und frei" oft wirr, was daran liegt, dass dieser Roman sehr authentisch auf mich wirkt. Schizophrenie ist absolut faszinierend und durch die Ich - Erzählung noch eindrücklicher. Da die Erzählungen bis in die Kindheit Elis reichen und diese Perspektiven schnell wechseln, nimmt es oft ein rasantes Tempo an, welches man sich nur stellen kann, wenn man komplett ausgeruht ist, ansonsten wirkt es ermüdend. Ich musste einige Pausen einlegen, weil ich mich geistig komplett auf das Buch einstellen wollte. Es bedurfte einiges an Zeit mehr als ich sonst fürs Lesen brauche.
Wer sich für Psychosen, insbesondere Schizophrenie interessiert, wird mit "Verrückt und frei" einen Roman lesen, der aufklärt und verdeutlicht, was dieses Krankheitsbild ausmacht. Mir hat es gefallen, auch wenn es irgendwie düster und beklemmend wirkt. Es ist auf der einen Seite fast schon ein Sachbuch, welches in Romanform geschrieben wurde.
Ganz klar eine Leseempfehlung, denn einzutauchen in die Stimmen in Elis Kopf hat mir mehr gebracht, als wenn ich mich auf medizinischen Seiten im Internet oder Büchern zum Thema gewidmet hätte. So wirkt es wie ein belebender Erfahrungsbericht, auf dem man sich allerdings einstellen muss, um wirklich zu begreifen.


★★★★☆

Willkommen im Wahnsinn

Von: Angelika liest Datum: 29.06.2015

www.angelikaliest.wordpress.com

Klappentext
Eli ist eine erfolgreiche Schriftstellerin und Drehbuchautorin, wohnt alleine in Stockholm. Doch ihr Leben teilt sie sich seit ihrer Kindheit mit drei Jungen: Espen, Erik und Emil. Sie sind Stimmen in ihrem Kopf, die sie begleiten, unterstützen, aber auch nach Aufmerksamkeit verlangen und manchmal sogar die Kontrolle über sie übernehmen.


„Ich bin Eli. Auf Hebräisch bedeutet das >mein Gott<. (…) Ich bin neununddreißig. In den letzten achtzehn Jahren ging es ständig rein in die Psychiatrie und wieder raus. Fast genau so lange lebe ich schon als Schriftstellerin, Dramatikerin und Filmemacherin. Schriftsteller ist kein Beruf. Es ist ein Leben. Ich habe gestern geschrieben. Ich schreibe heute und ich werde es morgen tun. Mich in den Worten bewegen. Sätze und Situationen erspüren und genießen. Sie aus mir rausholen und wieder abgeben. Sie weitergeben und dennoch behalten. Ein Geschenk, mit dem man verwachsen kann. An dem ich festhalten kann, wenn ich krank bin. An dem ich festhalten kann, wenn ich gesund bin.“ (Seite 7)

Eli ist neununddreißig als die Geschichte einsetzt. Eli ist Schriftstellerin, Dramatikerin, Filmemacherin und … krank. Sie leidet unter Schizophrenie, hört Stimmen. Die erste Stimme hört sie im Alter von fünf Jahren. Es ist Espen. Ein Junge der für sie weint und den Schmerz auffängt, den man ihr zufügt. In späteren Jahren folgen Emil und Erik. Die drei Jungen machen ihr das Leben zur Hölle. Sie zwingen sie Dinge zu tun, denen sich Eli nur schwer entziehen kann. Sie resigniert immer mehr und antwortet den Stimmen immer mit einem: „Ja, ja, ja!“

„Aber dass das Erlebte wahr ist, stimmt nicht. Die Erinnerungen bleiben nicht liegen, wo man sie zurückgelassen hat. Man hat sie über all die Umwege des Lebens mitgeschleppt. Wie einen Schlitten, den man zieht, vieles ist heruntergefallen, und vieles ist dazugekommen.“ (Seite 48)

Sie nimmt Drogen, trinkt ohne Ende, wird zwangseingewiesen und in der Klinik während den akuten Psychosen schreibt sie ihre Geschichten. Die sind so gut, das sich die Radiosender darum. Immer und immer wieder wird sie eingeliefert, fixiert und ruhig gestellt. Und immer und immer wieder schreibt sie in dieser Zeit. Ihre Bücher gewinnen Preise und sie wird gefeiert.

Ihre Eltern wissen nichts von der Krankheit. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist mehr als angespannt. Diese duldet keinen Schmerz, keine Trauer oder gar Gefühle. Der Vater scheint ein Träumer zu sein, der nicht in der Lage ist sein Leben in den Griff zu bekommen.

„Ich schreibe nicht so, wie ich denke, dass ich schreiben sollte. Ich schreibe so, wie ich denke, während ich schreibe. Ich werde vom vorherigen Satz inspiriert.“ (Seite 188)

Die Autorin war mir bis dato völlig unbekannt. Ich habe dieses Buch in einer Vorschau gesehenen und war sofort von Cover und Titel angetan. Der Klappentext sprach mich ebenfalls an.
Beate Grimsrud wurde 1963 in Norwegen geboren. Sie ist Fußballerin, Boxerin, Übersetzerin und Autorin von Romanen, Kinderbüchern, Bühnenstücken und Drehbüchern. Für ihren autobiografisch geprägten Roman „Verrückt und frei“ erhielt sie den Norwegischen Kritikerpreis. Sie war unter anderem auch sowohl von schwedischer wie auch von norwegischer Seite für den Nordischen Literaturpreis nominiert.

Ihr Stil ist so wie ihr Wesen. Kurze und prägnante Sätze. Nichts ist geschönt. Manches trifft mich als Leserin wie ein Blitz und erschüttert mich. Anderes zaubert mir ein Lächeln aufs Gesicht. Und dann gibt es die Stellen, an denen die Tränen sich ihren Weg suchen.

„>Die Wirklichkeit der Welt wird von uns erschaffen. Wer Wirklichkeit werden will, muss ungebunden sein<, sagt Prinz Eugen. Emil und Espen verstehen nicht, was das heißt. Erik tut so, als würde er es verstehen. Ich weiß nicht, was ich anderes tun kann, als es aufzuschreiben. Das ist meine Freiheit.
Liebe ist die Leidenschaft für Wörter. Eine Liebe, die nicht bedroht, gebunden oder ungebunden ist. Ich bin niemals allein, man muss aus der Situation bloß das Beste machen. Die Jungenseelen auf der Zunge, sind eine Erweiterung der Sprache. Desgleichen die Worte auf dem Papier, Sätze, die Sinn stiften. Leere ist unfrei. Freiheit ist Schmerz und Freude. Graben und leben. Der gespannte Bogen der Krankheit. Ich bin der Pfeil, kein Narr. Der einzige Unterschied zwischen mir und einem Verrückten ist, dass ich nicht verrückt bin.“ (Seite 382/ 383)

Ich muss gestehen, dass mir dieses Buch unter die Haut und voll ins Herz ging. Zuerst habe ich mich gefragt, was an diesem Buch wohl autobiografisch ist. Schnell wurde mir klar, so ziemlich alles. Im Vordergrund steht jedoch die Krankheit. Schizophrenie. Beim Lesen bin ich das ein oder andere Mal echt an meine Grenzen gekommen. Das waren dann meist die Passagen, in denen Eli mal wieder zwangseingewiesen wurde. Situationen in denen man sie überwältigen musste, fixieren und beruhigen. Das zu lesen ist einfach grausam.

Doch Eli lebt mit dieser Krankheit. Als Leserin habe ich oft den Eindruck, dass Eli und ihre Krankheit mit der Zeit Freunde geworden sind. Sie haben eine Basis gefunden und arrangieren sich. Eli macht die Krankheit zu ihrer Verbündeten und schafft es in den akuten Psychosen ihre Geschichten zu schreiben. Geschichten die so erfolgreich sind, dass sie mit Preisgeldern und Preisen bedacht werden.

„Zwei Kreise. Ein kranker und ein gesunder. Eine Acht. Eine Ewigkeit aus Zeit und Leben. Ich male sie immer wieder und lande in dem gesunden Kreis. Sie wiegen nicht gleich viel. Hoffnung und Dunkelheit. Ich finde wieder in das Zuhause in mir wie ein Vogel im Frühling.“ (Seite 462)

Elis Geschichte ist eine Geschichte, die uns einen tiefen Einblick in eine kranke Seele gibt. Für mich ist es nach wie vor unfassbar, wie oft Eli in der Psychiatrie sitzt und doch immer und immer wieder für ihre „Freiheit“ kämpft.

Ich wünsche diesem Buch viele Leser und ein Begreifen für diese Krankheit. Eli/ Beate wünsche ich, dass sie weiter macht und Bücher schreibt, die das Herz des Lesers berühren. Ich wünsche ihr, dass sie in ihrer Acht immer öfter im gesunden Kreis verweilen kann.

Danke liebe Beate, für diese bewegenden Einblicke in Dein Innerstes ♥♥♥
Takk kjære Beate, for dette bevegelige innsikt i ditt innerste ♥♥♥




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