WEST

Roman

(5)
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Best Book of the Year: The Sunday Times. The Guardian.

»WEST lässt uns eintauchen in den Mythos des amerikanischen Westens und erzählt von der Hingabe und Verletzlichkeit des Menschen.« San Francisco Chronicle »Dieses Buch geht einem nicht mehr aus dem Kopf.« Claire Messud

Pennsylvania, im Jahr 1815: Der einfache, gutherzige Maultierzüchter Cy Bellman findet keine Ruhe mehr, seit er in der Zeitung von einer unglaublichen Entdeckung gelesen hat. Um seinem Traum nachzujagen, bringt er das größte Opfer und lässt seine 10-jährige Tochter Bess in der Obhut ihrer ruppigen Tante zurück. Während Bess auf sich allein gestellt zur Frau wird, erlebt Bellman im tiefen Westen ein Abenteuer, das sich völlig anders entwickelt als erwartet. Carys Davies hat eine »eine traurig schöne Geschichte« (The Times) geschrieben über die tiefe Sehnsucht, alles hinter sich zu lassen und seinem Leben einen neuen Sinn zu geben.

  • »Eine Geschichte von unvergleichlicher Wucht.«

  • Best Book of the Year: The Sunday Times. The Guardian.

  • »WEST lässt uns eintauchen in den Mythos des amerikanischen Westens und erzählt von der Hingabe und Verletzlichkeit des Menschen.«

  • »Dieses Buch geht einem nicht mehr aus dem Kopf.«

  • »Ein literarisches Kleinod.«

  • Gewinnerin des Frank O'Connor Short Story Awards.

»Eine Geschichte von unvergleichlicher Wucht.«

Colm Tóibín

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Eva Bonné
Originaltitel: West
Originalverlag: Scribner
Hardcover mit Schutzumschlag, 208 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-630-87606-1
Erschienen am  10. Juni 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Bellmans Tochter

Von: wal.li

15.07.2019

In einer Zeitung liest er von den großen Tieren und er muss sich auf den Weg machen, um sie zu suchen. Im Jahr 1815 verlässt Cy Bellman seine 10jährige Tochter Bess. Mit einem schwarzen Zylinder und einem langen Mantel, zu Pferd und bewaffnet, einige Dinge im Gepäck, die sich zum Eintauschen eignen. Er verspricht, seiner Tochter so häufig wie möglich zu schreiben. In der Obhut ihrer Tante, die von Bellmans Unternehmung absolut nichts hält, beginnt Bess auf Nachricht von ihrem Vater zu warten. Bellman reitet westwärts, dahin wo er sein Ziel vermutet. Häufig schreibt er, aber wichtiger ist ihm seine Expedition. Bellmans Leben ist etwas eingefahren, seine geliebte Frau ist allzu früh gestorben, seine Maultierzucht ist erfolgreich, aber auch ein Einerlei. Seine Tochter Bess kann ihn nicht halten, zu sehr ist er auf sein Abenteuer fixiert. Die Sehnsucht nach der Ferne ist zu groß. Sein Weg ins Ungewisse ist beschwerlich, doch beschwerlich es auch für Bess, ohne ihren Vater groß zu werden. Die daheim gebliebenen halten seine Reise für den größten Unsinn und das kann Bess nicht gelten lassen. Doch die Briefe ihres Vaters lassen auf sich warten. Die Schauplätze in diesem ergreifenden Roman wechseln zwischen Bess’ Erlebnissen und denen ihres Vaters hin und her. Als Leser weiß man also, wie es in beider Welt zugeht. Man erfährt den Enthusiasmus, mit dem sich Bellman auf den Weg macht. Und man erlebt Bess’ Trauer über das Fehlen ihres Vaters, ihr Leben mit der strengen Tante und dem Nachbarn, der bei der Bewirtschaftung des Hofes hilft. Ob dessen Hilfe so selbstlos ist? Je länger ihr Vater fort ist, desto sehnsüchtiger beginnt Bess zu warten. Und je länger Bellman vergeblich nach den großen Tieren fahndet, desto häufiger werden die Gedanken an seine Tochter und desto größer wird seine Hoffnung, dass seine Briefe sie erreichen. Eine einfache Geschichte von Vater und Tochter, eine Geschichte, die abgerundet ist, die traurig ist, vergeblich, sehnsuchtsvoll und doch eine große Stärke ausdrückt. Zu Beginn ahnt man nicht, welche Reise einem bevorsteht, mit jeder Leseminute, die vergeht, wird man immer mehr berührt von Bellmans und Bess’ Schicksal. Dieser Roman ist ein echtes Kleinod aus der Zeit des wilden Westens, in der der Forschergeist manchmal stärker war als die Liebe zum eigenen Kind. 4,5 Sterne

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Einmal westwärts und zurück

Von: Michael Kuhl

22.06.2019

Wie war das noch mit Luther? Luther-Jahr und Luther-Legofiguren und Margot Käßmann als Botschafterin Luthers? Alles Schnee von gestern! Wir hier in Berlin haben 2019 gleich zwei Helden auf den Schild gehoben. Auf nach Neuruppin!, ruft Fontane durch den Regionalexpress. Humboldt hat es einfacher. Ihm zu Ehren wird ein Schloss gebaut und darunter die Kanzler-U-Bahn. Wieso ich das schreibe? Weil die Herren Luther und Fontane und Humboldt die Welt entdeckten und entdecken wollten. So wie John Cyrus Bellman die Welt entdecken will. Zu einer Zeit, als die USA gerade bis St. Louis reichen. Ein Land von trampeligen Bauern, Sklavenhaltern und sehr viel Nichts. 1815 – Bellman ist eigentlich kein Abenteurer. Vielleicht ein kleiner. Jedenfalls liebt er seine Tochter Bess und im Geiste ihre Mutter. Die Ansammlung von Häusern, in der sie leben, ist keineswegs groß, geschweige denn mondän. Doch was man braucht, ist vorhanden: Die Main Street, die Kirche und vor allem die Nachbarstadt Lewistown mit ihrer Bibliothek. Bellmans Schreib- und Lesekompetenz ist leidlich. Aber er verstand die Worte im Artikel der Zeitung. Einem Artikel, in dem von großen, gar riesigen Tieren die Rede war. Und da packt Bellman beim Lesen der Drang zum Suchen und Nachsinnen. Auf zu neuen Ufern, auch wenn die See die Prärie und der Preis einer der höchsten sein wird. Er will sie finden. Muss sie finden, diese gigantischen Tiere. Er will der Erste sein, der sie lebendig sieht. Also ritt er los und die „Vorstellung, dass es jenseits der bekannten Welt immer noch etwas gab, von dem man nie geträumt hätte, verlieh ihm Kraft“ (S. 142). Bellman reitet einer ungewissen Zukunft entgegen. Getrieben von Neugier und Forscherdrang. Menschlicher Neugier, die Bellman veranlasst, seine Tochter und den Hof Julies Argwohn zu überantworten. Julie, Bellmans rüde Schwester, die nicht nur Bellmans neuen Zylinderhut als irrsinnig bezeichnet. Als Bellman aufbricht, war Bess grad zehn gewesen. Man galt viel früher als erwachsen, damals. Anyhow! Westwärts, immer westwärts. Dem Sunset Boulevard entgegen. Bess vergöttert ihren Vater kindlich, weshalb Carys Davies einen Roman in leichter Sprach schrieb. Einer Sprache, die auf zarte Weise Bellmans infantile Neugier herrlich transportiert und zugleich mit der Wortwahl von Kindern kongruent zu seien scheint. ‚West‘ sind 204 Seiten Westernroman, ohne klassische Westernklischees zu bedienen. Dafür bedient sich Davies zeitgenössischer Stereotype. Rollenbilder, bei denen ich selten den Eindruck hatte, sie seien aufdringlich. Im Sub-Subtext verpackt, ursprünglich, manchmal keusch, immer stringent und nie kritiklos. Carys Davies Sprache ist Schlüssel zum Verständnis – nicht die Handlung. Eine Sprache, die viel abverlangt. Was The Guardian umwerfend bezeichnet, muss gesucht und will gefunden werden. Es steht zwischen den Zeilen, nicht in ihnen. ‚West‘ ist weniger Roman als Fabel. Eine Fabel mit Ringparabel der neuen Welt im Geiste der alten. Einer Parabel vom Aufbrechen und Umkehren. ,West‘ fügt sich in meine Lesereihe zur US-amerikanischen Geschichte. Nach ‚Tage ohne Ende‘ und ‚Butcher’s Crossing‘ bildet ‚West‘ den Kontrapunkt. Kontrapunkte sind wichtig für Harmonie. Und ‚West‘ ist ein harmonischer Roman. Eine Fabel als Roman, die vordergründig mild und gefahrlos, doch im Kern brausendes Toben von West nach Ost mit sich bringt. Mein Fazit: ‚West‘ ist Carys Davies‘ ‚Stechlin‘. Tief, sehr tief. Und klar! Klar und erfrischend. Das Richtige bei 35 Grad. Expeditionen lohnen nicht nur an Humboldts Geburtstag.

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Vita

Carys Davies wurde 2015 für ihren Short-Story Band »The Redemption of Galen Pike« mit dem Frank O’Connor International Short Story Award ausgezeichnet. Sie wurde in Wales geboren und wuchs in den Midlands auf. Nach einer elfjährigen Zwischenstation in New York und Chicago lebt sie jetzt in Lancaster, im Nordwesten Englands.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Mit ›West‹ ist Carys Davies ein grandioser Roman über den Mythos des noch unentdeckten amerikanischen Westens gelungen.«

Thomas Andre / Hamburger Abendblatt (01. Juli 2019)

»Carys Davies schafft es, die elegante Balance zwischen Komik und Tragik zu halten.«

»Carys Davies hat mit ›West‹ einen kraftvollen Roman geschrieben.«

»Die Geschichte des Abenteurers Bellman und seiner halbwüchsigen Tochter, fein kalibriert übersetzt von Eva Bonné, ist kein historischer Roman im herkömmlichen Sinne.«

Elke Schmitter / Der Spiegel (15. Juni 2019)

»Einfache Geschichten können sehr wuchtig sein. ›West‹ ist so eine Geschichte.«

Ferdinand Quante / WDR 5 (08. Juni 2019)