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Wem erzähle ich das?

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87436-4

Erschienen: 06.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Wenn Ali Smith die Regeln des Erzählens erklärt, entfalten sich Geschichten. Ihre Vorlesungen über Literatur sind eine Liebesgeschichte, wie sie noch keiner je gehört hat – eine Geschichte zweier Liebender ebenso wie die Geschichte der Liebe des Menschen zur Kunst und was sie für unser aller Leben bedeutet.

Ali Smith (Autorin)

Ali Smith wurde 1962 in Inverness in Schottland geboren und lebt in Cambridge. Sie hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht und zahlreiche Preise erhalten. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature und wurde 2015 zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. Ihr letzter Roman »Beides sein« wurde 2014 ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award, dem Saltire Society Literary Book of the Year Award, dem Goldsmiths Prize und 2015 mit dem Baileys Women’s Prize for Fiction.


Silvia Morawetz (Übersetzerin)

Silvia Morawetz, geb. 1954 in Gera, studierte Anglistik, Amerikanistik und Germanistik und ist die Übersetzerin von u.a. Janice Galloway, James Kelman, Hilary Mantel, Joyce Carol Oates und Anne Sexton. Sie erhielt Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds, des Landes Baden-Württemberg und des Landes Niedersachsen.

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Englischen von Silvia Morawetz
Originaltitel: Artful
Originalverlag: Penguin

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-630-87436-4

€ 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 06.03.2017

  • Leserstimmen

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Nicht einfach, aber es lohnt sich

Von: CoolCatsCologne Datum: 06.07.2017

www.coolcatscologne.de

andauernd empfohlen wird, zum anderen, weil sie 2015 den Bailey’s Women’s Price for Fiction gewonnen hat. Und dann fange ich hier gleich mit einem Sachbuch an, naja, eher etwas Halbfiktionales. Ali Smith erklärt hier die Regeln des Geschichten-Erzählens. Das Buch basiert auf verschiedenen Vorlesungen von ihr. Aber natürlich macht sie das nicht schematisch – sondern sie erzählt eine Geschichte: Es geht hier um eine Frau, deren Partnerin gestorben ist. Um ihre Trauer zu verarbeiten, liest und überarbeitet sie ihre alten Vorlesungen über Literatur und Kunst, interpretiert sie, kommentiert sie, fügt Erinnerungen ein. Das hier ist definitiv kein einfaches Buch, aber es ist sehr inspirierend und hat mich an Entdeckungen in der Unizeit erinnert. Ich habe Sachen über Bäume gelernt, schöne Gedichte gelesen und mir Bilder angeschaut. Jetzt muss ich definitiv mehr von Ali Smith lesen.

Ali Smith - Wem erzähle ich das?

Von: Katharina Datum: 06.07.2017

www.ktinka.com

WEM ERZÄHLE ICH DAS? trägt im englischen Original den Titel ARTFUL und genau das ist dieses Buch: Kunstvoll. Kunstvoll in allen Bedeutungen des Wortes. WEM ERZÄHLE ICH DAS? ist ein raffiniertes, meisterhaftes Buch, das voller Kunst steckt. Es lässt sich in keine eindeutige literarische Kategorie drängen: Ist es eine Erzählung? Eine Essaysammlung? Beides?

WEM ERZÄHLE ICH DAS? ist ein ruhiges Buch, es hat kaum Handlung und ist doch so voller Inhalt, voller Tiefe. Literatur, Kunst und Kultur: Alles findet auf den nur 224 Seiten, die so gehaltvoll sind, dass man hätte drei Bände daraus machen können, seinen Platz. Für mich ist dieses schmale Buch eine große Liebeserklärung an die Geisteswissenschaften. Es ist ein Buch, mit dessen Verstehen ich noch immer nicht am Ende angelangt bin. Ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann.

Im Zentrum steht das Unvermeidliche. Das Ende, der Tod. Aus unserer Merkwelt wird der Tod verdrängt. Wer jedoch die Erfahrung des Verlustes machen musste, dem gelingt dieses Verdrängen nicht mehr. Smith' Protagonistin hat ihre Lebenspartnerin verloren. Als Geist, taucht sie wieder auf. Treibt Schnabernack, der aus dem Buch jedoch keine gruselige Schauergeschichte macht, sondern die tiefe Verzweiflung, die tiefe Trauer, die ein Mensch empfinden kann, aufs deutlichste darstellt. Was bleibt, wenn jemand geht? Wie fühlt sich Verlust an? Gerade die letzte Frage beantwortet Smith auf wunderbar (literarische) Art und Weise. Verlust grenzt ab:

"Ich betrachtete die Frau und dachte im Stillen, sie hat nichts verloren. Sie ist noch nie von irgendetwas verunsichert gewesen. Sie hat einen Mann. Er singt unter der Dusche."

"(...) Ich wollte mir nur für einen Augenblick ausmalen, wie ein Schatten über das Gesicht von jemandem zieht, der sich anscheinend besser als ich darauf verstand zu enträtseln, was in meinem Leben vor sich ging, ein Schatten der Welt, der ich mich eng verbunden fühlte und mit dem sie und ihr Mann, der unter der Dusche sang und eine Sprache beherrschte, die ich nicht sprach, und alle anderen Leute auf der Welt, deren Leben noch heil und unkompliziert und erklärlich war, keine Berührung hatten."

Die verstorbene Geliebte war eine begnadete Kunst- und Literaturwissenschaftlerin. Auch ein Jahr und einen Tag nach ihrem Tod kann Smith' Ich-Erzählerin nicht loslassen, alles erinnert sie an die Verstorbene, deren Vorlesungen überall in der Wohnung verstreut liegen. Es enspinnt sich ein Dialog mit der Erscheinung der Geliebten über Alfred Hitchcock, Salvador Dalí, Shakespeare, Sappho, Michelangelo. Über das Erzählen. Über all dem - oder durch all das - gewinnt die Ich-Erzählerin ihren Lebensmut wieder, ihre Lust am Sein. Ihre Neugierde. Aber ist das nicht dasselbe?

"Als ich mit dem Anruf bei der Arbeit fertig war, ging ich (sehr schnell) ins Internet und suchte nach Sprachschulen, die es hier am Ort gab. (...) Schon bald würde ich ein neues Alphabet kennen, schon bald mit Hilfe eines Lehrbuchs für Fünfjährige ein paar sehr einfach Sätze sprechen können."

Ein Zitat von Dwight Garner, der für die New York Times schreibt, ziert die englische Originalausgabe: »I will keep this book on my shelves forever.« Besser lässt sich ein Fazit zu diesem Buch nicht formulieren. WEM ERZÄHLE ICH DAS? ist ein brillantes Buch für Kunst- und Kulturversessene. Danke, Ali!

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