Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Roman

Hardcover
18,00 [D] inkl. MwSt.
18,50 [A] | CHF 25,90 * (* empf. VK-Preis)

Bestellen Sie mit einem Klick:

Oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler

Sinnsuche auf Japanisch - was im Leben wirklich zählt

Ein junger Briefträger erfährt überraschend, dass er einen unheilbaren Hirntumor hat. Als er nach Hause kommt, wartet auf ihn der Teufel in Gestalt seines Doppelgängers. Er bietet ihm einen Pakt an: Für jeden Tag, den er länger leben möchte, muss eine Sache von der Welt verschwinden. Welche, entscheidet der Teufel. Der Briefträger lässt sich auf dieses Geschäft ein. Am Tag darauf verschwinden alle Telefone. Am zweiten Tag die Filme, am dritten alle Uhren. Als am vierten Tag alle Katzen verschwinden sollen, gebietet der Briefträger dem Teufel Einhalt. Und macht etwas völlig Überraschendes ...

Genki Kawamura stellt in seinem Roman, von dem in Japan über eine Millionen Exemplare verkauft worden sind, die einfache Frage: Was macht ein gutes und erfülltes Leben aus?

»Ein nachdenkliches kleines Buch, das einem die Tränen in die Augen treibt - die des Glücks und der Melancholie.«

annabelle Magazin (30. Mai 2018)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
Originaltitel: If cats disappeared from the world
Originalverlag: Kodansha International Ltd Japan, Tokyo 2012
Hardcover mit Schutzumschlag, 192 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-570-10335-7
Erschienen am  23. April 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Berührend und bedrückend

Von: leseverliebt

20.10.2019

„Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“ ist ein kurzer Roman über einen jungen, an einem Hirntumor erkrankten, Mann, der für jede Sache, die er von der Welt verschwinden lässt, einen Tag länger am Leben bleiben darf. Die Geschichte ist definitiv berührend, schön und bedrückend zugleich, bleibt insgesamt aber, auch durch den eher lässigen Schreibstil, etwas oberflächlich und ist mir für so ein überwältigendes Thema leider nicht tiefgründig genug. Leider erfährt man über den Protagonisten relativ wenig, was für mich eine gewisse Distanz entstehen lässt, die während der gesamten Handlung leider nicht so recht verschwinden möchte. Dadurch fällt es teilweise auch etwas schwer, sich in ihn hineinzufühlen. Die Geschichte ist kurz und liest sich sehr schnell. Der Autor hat mit „Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“ eine Handlung geschaffen, die zum Nachdenken darüber anregt, was einem wirklich wichtig ist und wie egoistisch man handeln würde, um das eigene Leben zu retten. Aufgrund vieler positiver Rezensionen und Empfehlungen, die ich zu diesem Buch gelesen habe, hatte ich vermutlich zu hohe Erwartungen an dieses Buch. Diese konnte es leider nicht ganz erfüllen. Doch obwohl es der schönen Geschichte meiner Meinung nach ein wenig an Tiefgründigkeit und Ausführlichkeit fehlt, schafft es der Autor dennoch, den Leser mit der Frage „Was ist wirklich wichtig im Leben“ nachdenklich zu stimmen und zu berühren.

Lesen Sie weiter

Ein tanz mit dem Teufel - Rezension zu "Wenn alle Katzen von Welt verschwänden" von Genki Kawamura

Von: Aufziehvogel (Marcel)

01.10.2019

Japan 2012 Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden Originaltitel: Sekai kara neko ga kieta nara Autor: Genki Kawamura Übersetzung: Ursula Gräfe Verlag: C.Bertelsmann Genre: Tragikomödie, Mystery "Die Welt ohne Telefone. Wenn ich es mir recht überlegte, waren Telefone (insbesondere Mobiltelefone!) die absolute Nummer eins unter den Dingen, auf die man verzichten konnte. In letzter Zeit hatte ich mein Smartphone vom Aufstehen bis zum Schlafengehen kaum noch aus der Hand gelegt und ständig im Auge behalten. Die Anzahl der Bücher, die ich las, hatte sich stark verringert. Zeitung las ich auch nicht mehr. Selbst die Liste der Filme, die ich mir anschauen wollte, aber nicht nicht gesehen hatte, war bedenklich angewachsen. In der Straßenbahn starrten alle Leute auf ihre Handys. Nicht einmal im Kino konnten sie es lassen. Oder beim Essen. Es kam so gut wie nie vor, dass ich in der Mittagspause nicht auf mein Telefon sah. Sogar wenn ich Weißkohl auf dem Schoß hatte, fummelte ich daran herum, statt mit ihm zu spielen. Dieses Ding, um das sich alles drehte, war mir gründlich zuwider." Mit einem kuriosen Buchtitel melde ich mich aus einer längeren Pause zurück. Gleichzeitig möchte ich mit "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" des jungen japanischen Autors und Produzent Genki Kawamura auch zu den Anfängen von meinem Blog zurückkehren. Denn in allen Belangen ist der Roman in jeder Hinsicht japanisch. Es gibt den namenlosen Ich-Erzähler der in eine fast schon absurde Situation gerät, es gibt surreale Elemente und es gibt Katzen. All das gibt es und der Autor heißt nicht Haruki Murakami. "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" ist in Japan bereits 2012 erschienen. International machte der Roman erst einige Zeit später auf sich aufmerksam als zum Beispiel eine englische Übersetzung erschienen ist. In Japan war der Roman ein beachtlicher Erfolg und ist natürlich zu einer Zeit erschienen, die für die Japaner sehr schwer war. Nach dem Erdbeben aus dem Jahr 2011 und dem Tsunami sowie der Kernschmelze der Atomreaktoren von Fukushima, drei Katastrophen die alle auf einmal stattfanden, hat sich bei den Japanern etwas verändert. Die Leute suchten Trost und fanden sie in Büchern, Filmen und Musik, die sich alle auf eine sehr subtile weise mit dem Thema befassten, ohne direkt darauf einzugehen. Traurige Geschichten die auf ihre ganz eigene Geschichte auch Hoffnung versprühten. Genki Kawamura (einer der ausführenden Produzenten des weltweiten Hits "Your Name") wird als einer dieser Post-Tsunami Autoren bezeichnet. Ich denke, eine genaue Bezeichnung ist hier an sich völlig unangebracht. Viele junge, vielversprechende Künstler haben zu dieser Zeit kreativ ihre Gedanken und Emotionen in den jeweiligen Medien verarbeitet. Die Prämisse von "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" liest sich auf den ersten Blick sehr trübselig. Junger Mann erfährt, dass er tödlich krank ist und am nächsten Tag stirbt. Teufel unterbreitet ihm Angebot, sich von einer Sache auf dieser Welt zu trennen, dafür aber jeweils einen Tag länger leben darf. Doch bereits auf der ersten Seiten wird diese trübselige Prämisse zerschlagen. Mit viel Galgenhumor geht der Ich-Erzähler, von Beruf Briefträger, auf die verheerende Diagnose ein, die sein Arzt ihm gestellt hat. Ein Gehirntumor. Die Lebenserwartung? Extrem gering. Dem Erzähler gehen sämtliche seltsame Dinge durch den Kopf. Er erstellt eine nahezu kitschige Liste von Dingen, die er noch vor seinem Tod erleben möchte und die wichtigste Frage von allen, was aus seinem Kater wird, sobald er das Zeitliche gesegnet hat. Anschließend besucht ihn der Teufel im Hawaiihemd und Shorts und zufällig auch noch in der Gestalt unseres Erzählers, bei ihm Daheim. Der Teufel kommt schnell auf den Punkt. Unser Erzähler hat nur noch einen Tag zu leben. Der Deal des Teufels: Eine Sache verschwindet von der Welt, der Teufel darf entscheiden, welche (eigentlich alles außer Schokolade) und unser Erzähler muss sein Okay dafür geben. Für jede Sache, die von der Welt verschwindet, erhält der Erzähler für einen weiteren Tag Lebenszeit. Was für den Erzähler anfänglich noch nach einem sicheren Deal klingt, entwickelt sich wenige Seiten später schon zu einer ziemlich kniffligen Angelegenheit. Fast schon ein wenig naiv und verspielt beginnt der Roman. Genki Kawamura scheint seinen Roman nicht ganz ernst zu nehmen, wird man sich vermutlich denken. Wer in der japanischen Unterhaltungsliteratur aber etwas bewandert ist, der weiß, die japanischen Schriftsteller sind sehr gekonnt darin, die Stimmungen zu kippen. Von der Grundidee und dem verspielten Tonfall war ich ein wenig an eines der Märchen von Akutagawa erinnert, der ähnlich fantasievoll und sehr gerne humoristisch ernste Themen verarbeitet hat. Ein wenig vorausschauend ist der Titel "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" natürlich schon. Der Leser dürfte halbwegs wissen, worauf die Geschichte hinausläuft. Dennoch sollte man sich nicht zu schnell zurücklehnen, denn die Geschichte hat noch einige Überraschungen auf Lager. Ein wenig ungewöhnlich ist hier der Werdegang des 1979 geborenen Autors. Der ist eigentlich hauptsächlich für bekannte Anime-Produktionen bekannt, aber auch für kontroverse Filme wie "Geständnisse" aus dem Jahr 2010. Beim lesen von "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" fällt aber auch relativ schnell auf, dass es eine Geschichte ist, die sich natürlich ausgesprochen gut als Film eignen würde. Wenig überraschend aber dennoch einige Jahre später ist 2016 unter der Regie von Akira Nagai dann die gleichnamige Verfilmung in Japan erschienen. Genki Kawamura war überraschenderweise hier nicht als Produzent tätig. Ein großes Lob geht dieses mal an den C.Bertelsmann Verlag für die Übersetzung direkt aus dem Japanischen. Meine Kritik galt bei der deutschen Übersetzung zu "Geständnisse" damals nicht der Übersetzung an sich, die ich zwar gut fand, aber leider aus der bereits vorhandenen englischen Übersetzung entstanden ist. Eine willkommene Einsicht und hoffentlich eine Einsicht, die der Atrium Verlag noch einmal erlangen wird. Für die Übersetzung von "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" war Ursula Gräfe verantwortlich, die ich hier eigentlich gar nicht weiter besprechen muss da ihr Name unter deutschsprachigen Lesern der japanischen Literatur nicht weniger bekannt ist als der oder die Autor(in) selbst. Abschließende Worte "Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden" ist ein so kurzweiliges Leesevergnügen, die nicht ganz 200 Seiten hat man an circa 2 Abenden ausgelesen. Die Geschichte aus der Feder von Genki Kawamura lädt zum lachen, nachdenken und vielleicht sogar zu ein paar Tränen ein, ist aber kein klassischer Tear-Jerker der Mitleid generieren will. Wir haben es hier mit einem japanischen Roman in Reinkultur zu tun und dies spürt man einfach auf jeder Seite. Die Botschaft der Geschichte kommt an und hinterlässt auch nachträglich noch seine Spuren. Ein Debüt, welches einem nur selten so souverän gelingt. Und ganz eindeutig auch einer meiner Tipps für den Herbst ist.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Genki Kawamura, 1979 in Yokohama geboren, ist ein japanischer Filmproduzent und hat mit seinen ersten Roman einen internationalen Bestseller vorgelegt, der auch erfolgreich verfilmt worden ist.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»In seinem Debütroman wirft Kawamura die spannende Frage auf, was wir bereit sind zu opfern, um uns selbst zu retten.«

Glamour (07. April 2018)

»Kawamura entwickelt eine Parabel auf die Frage, was ein Leben lebenswert macht. In Japan bereits ein erfolgeich verfilmter Bestseller, erobert das Buch nun auch Europa.«

Galore (06. April 2018)

»Melancholisch, lustig, nachdenklich, traurig, poetisch: All das trifft auf dieses wunderbare Buch zu und ist dabei noch so viel mehr. Eine Hommage an das Leben.«

BÜCHER Magazin (01. August 2018)

»Ein Büchlein - nicht nur für Katzenliebhaber -, das mit viel Witz zum Nachdenken anregt.«

buch aktuell (11. Juni 2018)

»Der Japaner Genki Kawamura erzählt seine Geschichte trotz ernsten Themas mit subtilem Humor und thematisiert so zeit- und kulturübergreifende Werte.«

Neue Westfälische (07. Juli 2018)