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Wenn nachts der Ozean erzählt

Ab 12 Jahren

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-570-16476-1

NEU
Erschienen: 27.02.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Ein Buch über Freiheit, Hoffnung und die heilende Kraft von Geschichten

Subhi ist ein Flüchtlingskind, geboren in einem Auffanglager. Seine Welt beschränkt sich auf einen staubigen Flecken Erde hinter einem Maschendrahtzaun. Aber wenn alle schlafen, dann träumt Subhi vom Nachtmeer, das zu seinem Zelt kommt und ihm Schätze bringt. Eines Tages bringt es ihm Jimmie. Das Mädchen Jimmie lebt auf der anderen Seite des Zauns, fühlt sich jedoch genauso verloren und einsam wie Subhi. Zwischen den beiden entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird. Am Ende müssen beide mutiger sein als je zuvor, um sich und der Welt neue Hoffnung zu geben.

»Eine eindringliche und hochaktuelle Freundschaftsgeschichte.«

familie&co (01.03.2017)

Zana Fraillon (Autorin)

Zana Fraillon ist Grundschullehrerin und Autorin. In ihrem Heimatland Australien sind bereits mehrere Bücher von ihr erschienen. Sie wünschte, dass sie dieses hier nie hätte schreiben müssen. Aber wenn es auch nur ein paar Menschen wachrüttelt, ist vielleicht schon viel gewonnen. Zana Fraillon lebt mit ihren drei Söhnen, ihrem Mann und zwei Hunden in Melbourne.

»Eine eindringliche und hochaktuelle Freundschaftsgeschichte.«

familie&co (01.03.2017)

»Dieses Buch ist eine Mischung aus Märchen und der bitteren Wahrheit.«

grueneronja.de (27.02.2017)

"Das Buch ist sehr schön und realistisch geschrieben. Absolut lesenswert und besonders!"

carasbuecherwahn.blogspot.de (06.03.2017)

»Ich kann euch wirklich nur empfehlen das Buch zu lesen. Es ist wirklich etwas besonderes und jede Leseminute wert.«

imbuecherzelt.wordpress.com (05.04.2017)

»Das Buch regt zum Nachdenken an und verdeutlicht nur allzu gut die Ungerechtigkeiten auf der ganzen Welt.“«

lizzynet.de (11.04.2017)

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DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Englischen von Claudia Max
Originaltitel: The Bone Sparrow
Originalverlag: Orion, UK

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-570-16476-1

€ 16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 22,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: cbt

NEU
Erschienen: 27.02.2017

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Geht es hinter dem Horizont weiter?

Von: daslesendesatzzeichen Datum: 03.05.2017

https://feinerbuchstoff.wordpress.com

Subhi wächst in einer Parallelwelt auf. Er wurde in einem australischen Flüchtlingslager geboren und kennt die Welt jenseits des Zaunes nicht.

Mittlerweile ist er mindestens zweiundzwanzigeinhalb Zaunlatten groß, ganz sicher, aber vielleicht auch nicht. Er ist schon länger nicht mehr gemessen worden. Das hat seine Gründe: Seine Mutter, die er liebevoll Maá nennt, ist mittlerweile fast immer müde. Früher hat sie ihm jede Menge Geschichten erzählt, und wenn er ihr etwas berichtete, hat sie gelächelt, manchmal sogar gekichert.

Seit einer Weile erzählt sie kaum noch etwas, meist liegt sie nur auf ihrem Bett, das Subhi Bett nennt, seine große Schwester Queeny aber bloß „alte Armeepritsche“, und schläft. Neuerdings hat sie auch keinen großen Hunger mehr.

Neben Maá und Queeny gibt es noch Eli, der sehr wichtig für Subhi ist. Eli ist ein Teenie und alleine, er hat keine Familie mehr. Weil er aber minderjährig ist, darf er auch ohne Familie in einem Familienzelt leben. Das klingt romantischer als es ist: In Elis Zelt wohnen siebenundvierzig Leute, in Subhis zweiundvierzig.

"Dass der Altersunterschied zwischen Eli und mir noch größer ist als zwischen Queeny und mir, ist nicht wichtig, er ist trotzdem mein bester Freund und wir erzählen uns alles. Eli sagt, wir sind sogar mehr. Wir sind Brüder."

In lakonischem Stil lässt Zana Fraillon den kleinen Subhi in ihrem Buch „Wenn nachts der Ozean erzählt“ aus dem Lagerleben berichten. Die Beklemmung, die der Leser bei all dem verspürt, ist Subhi fremd.

"Maá sagt, ich soll mir das Essen nie zu genau ansehen, und wenn ich Fliegen oder Würmer darin finde, erklärt sie mir jedes Mal, dass ich besonderes Glück habe, weil ich auf diese Art Eiweiß bekomme. Einmal habe ich sogar einen menschlichen Zahn in meinem Reis gefunden. >Hey, Maá, bringt der auch Glück?<, fragte ich und Maá sah ihn sich an und sagte: >Wenn du Zahn brauchst.< Sie lachte lange über ihren Witz."

Das Camp ist für Subhi Normalität, er kennt ja nichts anderes, der durch Zäune abgesteckte Bereich ist seine Heimat. Das hilft ihm, schützt ihn und macht ihn stark. Und doch gibt es Dinge, die ihm Angst einflößen. Als kleiner Junge hatte er Albträume, seine Mutter und seine Schwester zu verlieren. Nur zu verständlich, denn seine Mutter musste mit der kleinen Queeny an der Hand und Subhi unterm Herzen ohne ihren Mann aus Burma fliehen. Subhi kennt seinen geliebten „Ba“ nur aus Erzählungen. Er weiß, dass sein Ba verhaftet wurde, weil er Rohingya ist, und weil er früher Gedichte schrieb, die irgendwem nicht passten. Kein Wunder, dass Subhi Angst hat, auch noch den Rest seiner Familie zu verlieren.

Und dann gibt es noch die fiesen Alltagsprobleme – Aufpasser zum Beispiel, die alle Flüchtlinge nur bei ihrer Identifikationsnummer rufen und immer unfreundlich sind. Beaver ist der schlimmste von allen, denn er wurde einmal angegriffen von einem durchgedrehten Lagerinsassen. Seither hasst Beaver alle Flüchtlinge und lässt keine Chance aus, sie zu demütigen.

Der bedrückenden Atmosphäre entflieht Subhi auf seine ganz eigene Art. Er träumt sich davon. Auf wunderbare Weise unterhält er sich tagsüber mit seinem Gummi-Enterich, der ihm, es erscheint einem völlig natürlich, auch antwortet. Und nachts, ja, nachts liegt Subhi auf seiner Pritsche und träumt vom Ozean. Ganz laut hört er dann die Wellen und mit diesen Wellen kommen Geschichten und Schätze zu ihm.

Zur selben Zeit liegt Jimmie in ihrem Bett. Sie lebt auf der anderen Seite des Lagerzauns. Sie ist zehn Jahre alt, frei und ihr stehen alle Türen offen. Rein objektiv gesehen. Doch schaut man genauer hin, ist auch sie eine Gefangene. Ihre Mutter starb vor drei Jahren, seither droht der Rest der Familie im Chaos zu ertrinken. Der Vater ist durch seine Trauer wie gelähmt, der Bruder pubertär und vor allem mit sich beschäftigt.
Seit dem Tod ihrer Mutter geht Jimmie kaum noch zur Schule, denn keiner hat die Zeit, sie zum Bus zu bringen, der nur einmal am Tag kommt. Also bleibt sie meist zu Hause oder spaziert alleine durch die Nachbarschaft. Bei einem dieser Streifzüge kommt sie an den Zaun des Lagers. Und plötzlich will etwas in ihr wissen, wie es dort drin aussieht. Jeder Zaun, so sagt ihr großer Bruder, hat eine Schwachstelle – man muss sie nur finden. Eines Nachts findet sie sie. Und dann ist sie drin.

Als Subhi in genau jener Nacht nicht schlafen kann, krabbelt er aus seinem Familienzelt – und findet sich plötzlich Jimmie gegenüber. Einfach so steht dieses fremde Mädchen vor ihm. Lange schauen sie sich einfach nur an und dann beginnt eine erstaunliche Freundschaft. Denn trotz seines eingeschränkten Lebens im Lager kann Subhi nämlich etwas, was Jimmie in ihrer Freiheit dort draußen nicht gelernt hat – lesen.

Doch wie das Leben so ist: Es gibt einem schöne Dinge, doch gleichzeitig nimmt es einem auch welche. Und so passiert am Tag nach der hoffnungsfrohen Begegnung mit dem Mädchen von draußen etwas ganz Furchtbares: Subhis bester Freund Eli muss den Familientrakt des Lagers verlassen und nach „Alpha“ umziehen. Eli, der zwar ein paar Jahre älter als Subhi ist, aber noch lange nicht volljährig. Der Bereich „Alpha“ ist für alleinstehende Männer. Keiner versteht, was das soll. Es ist bürokratische Willkür.

"Es passiert etwas mit den Männern, wenn sie so zusammenleben, ohne ihre Familien, ohne die Möglichkeit zu arbeiten oder etwas zu lernen oder etwas zu tun, und dabei die ganze Zeit auf die Aufpasser und ihre ständig klimpernden Schlüssel hören müssen. Es verändert einen Menschen, sagt Eli."

Je schöner die nächtlichen Treffen mit Jimmie werden, umso schrecklicher wird die Situation im Lager. Während Subhi nachts Jimmie aus dem Tagebuch ihrer verstorbenen Mutter vorliest und Jimmie ihm im Gegenzug heiße Schokolade in der Thermoskanne mitbringt und vom Leben jenseits des Zaunes berichtet, spitzt sich die Lage in den Flüchtlingszelten zu. Manche der seit Jahren Wartenden treten in Hungerstreik, machen Fotos vom Zustand im Lager und stellen sie ins Internet.

Doch Subhi kann sich damit nicht wirklich auseinandersetzen, er hat ein ganz anderes Problem: Eines Nachts bei einer ihrer Vorlese-Sitzungen, bemerkt er, dass Jimmie krank ist. Als sie zitternd und verwirrt nach Hause schwankt, verliert sie das Buch ihrer Mutter. Subhi nimmt es an sich und wartet darauf, dass Jimmie zurückkehrt, um es an sich zu nehmen. Doch sie kommt nicht. Und dann entdeckt er am Nachthimmel ihren vereinbarten Hilferuf: Zweimal lang blinken mit der Taschenlampe. Subhi weiß, was er tun muss …

Zana Fraillons Buch ist zu Recht für die Cilip Carnegie Medal 2017 nominiert und auf der Shortlist für den Guardian Children’s Fiction Prize 2016 gelandet. Fraillon hat viel recherchiert für ihren Roman und das merkt man. Sie kombiniert das fundierte Wissen mit Emotionen und setzt es gelungen in Szene. Man kann sich dem Charme, den der kleine Protagonist Subhi versprüht, nicht entziehen, trotz des erschütternden Themas. (Wer wissen möchte, wie sie auf das Thema kam, kann hier weiterlesen.) Offensichtlich hat Claudia Max in ihrer Übersetzung alles richtig gemacht, denn die herrliche Sprache, derer Subhi sich bedient, ist so lebendig, berührend und überzeugend kindlich, dass Inhalt und Form perfekt verschmelzen.

Es ist gleichzeitig gut und schlecht, dass „Wenn nachts der Ozean erzählt“ dem Genre Jugendroman zugeteilt wurde. Gut, weil der Titel dann hoffentlich viele junge Menschen erreicht, vielleicht auch solche, die ohne diesen wundervollen Roman eine ganz andere Meinung über das Thema Flüchtlinge hätten. Schlecht ist es, weil die Geschichte dadurch vielen Erwachsenen entgehen wird, denn wer schaut sich jenseits der zwanzig schon bei Jugendromanen nach der nächsten Lektüre um?

Ich möchte diesen kleine Schatz jedem in die Hand drücken: meinen Kindern, meinem Mann, meinen Eltern, meinen Nachbarn. Keinen kann es unberührt lassen, wenn Subhis Stimme erklingt. Und wenn alle mit ihm mitleiden und -fühlen, könnte sich viel verändern.

Wenn nachts der Ozean erzählt

Von: The Book Storys Datum: 18.04.2017

thebookstorys.blogspot.de/

Ich stelle euch heute ein Buch vor, dass mir den Atem geraubt hat und mich stumm weinen lies. Ich kann euch vorneweg nur bitten euch dieses Buch unbedingt anzuschauen, denn es bietet einem so viel, vor allem aber Tiefsinnigkeit.
Es gibt keinen einzigen negativen Kritikpunkt, den ich euch über dieses Buch erzählen könnte. Für mich war alles an diesem Buch, von Gestaltung (sowohl äußerlich als auch innerlich) bis über den Schreibstil der Autorin und alles andere, perfekt.
Die Art und Weise, wie die Autorin den Weg von Subhi beschreibt ist unglaublich poetisch und tiefgründig. Sie erschafft aus wenigen Worten Sätze voller Gefühle. In wirklich jedem Satz steckt eine so große Wortgewalt, dass es einem des öfteren beim Lesen eiskalt den Rücken runter läuft. Sie kann Umstände, Personen, Gefühle und Situationen mit solch emotionaler Stärke beschreiben, sodass man Realität nicht mehr von Fiktionalität unterscheiden kann. Mit wirklich jedem Satz hat die Autorin etwas in mir ausgelöst.
Es passieren in dieser Geschichte so viele schreckliche Dinge, bei denen man während des Lesens hofft, dass sie nur erfunden sind. Was natürlich leider nicht der Fall ist. Jedoch geschehen auch einige schöne Dinge. Ebenso Subhis Gedankenwelt ist sehr schön, aber auch traurig. Die ganze Geschichte ist in einem traurig-schönem Stil geschrieben. Vor allem ist sie aber herzzerreißend. Die Autorin schreckt auch nicht davor zurück die andere Seite zu beschreiben, die viele sehen wollen wenn sie das Wort "Flüchtlinge" hören, denn es gibt in jedem Land gut und böse. So gibt es diese in dem Flüchtlingslager natürlich auch. Mir haben alle Darstellungen richtig gut gefallen!
Der Schreibstil macht diese wundervolle Geschichte zu einem wahrhaftigen Meisterwerk!

Denn wie schon gesagt, benötigt die Autorin nicht viele Worte um zu beschreiben in welch schlimmer Lage diese Menschen sich befinden. Es erfordert auch nicht viele Worte um Charaktere zu beschreiben, welche man aber trotzdem perfekt abgebildet im Kopf hat. Diese sind mir nach wenigen Sätzen schon so sehr ans Herz gewachsen, dass ich sie nicht gehen lassen wollte. Ich habe mir, trotz der Dünne dieses Buches, eine ganze Menge Zeit beim Lesen gelassen. Denn diese einzelnen Kapitel können einen ganz schön umhauen.

Ich wünsche mir sehr, dass eine so emotionale, realistische und tiefgründige Geschichte mal als Schullektüre eingeführt wird. Dieses Thema betrifft uns momentan alle, weshalb es dem einen oder anderen bestimmt helfen würde eine solche Geschichte zu lesen. Ich bitte euch inständig diesem Buch eine Chance zugeben, selbst wenn euch das Thema nicht anspricht.

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