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Widerrechtliche Inbesitznahme Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87469-2

Erschienen: 27.04.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch, eBook (epub)

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Wie bereit sind wir, uns selbst zu betrügen, in unserer Sehnsucht, geliebt zu werden?

Wer verlässt, spürt keinen Schmerz. Wer verlässt, braucht nicht zu reden. Wer verlässt, ist fertig. Das ist der große Schmerz. Wer verlassen wird, muss dagegen bis in alle Ewigkeit reden. Und dieses ganze Gerede ist nur der Versuch, dem anderen zu sagen, dass er sich geirrt hat. Wenn er nur einsähe, wie die Dinge wirklich liegen, würde er sich nicht so verhalten, dann würde er den anderen lieben. Bei dem Gerede geht es nicht darum, sich Klarheit zu verschaffen, was der Redende behauptet, sondern darum, zu überzeugen und zu überreden.«

Ester Nilsson ist 31 Jahre alt. Sie ist Dichterin und Essayistin, eine vernünftige Person mit einer vernünftigen Beziehung. Eines Tages erhält sie den Auftrag, einen Vortrag über den Künstler Hugo Rask zu halten. Im Publikum sitzt der Meister höchstpersönlich, und danach treffen sie sich zum ersten Mal. Dieser Augenblick verändert alles. Eine auf den ersten Blick völlig harmlose, unverbindliche Kommunikation nimmt ihren Anfang, in deren Verlauf es zu einer Kette von Ereignissen kommt, die katastrophal für die liebesblinde Ester enden.

"Ein grandioses literarisches Lehrstück über Liebeskummer."

Westdeutsche Allgemeine Zeitung (26.06.2015)

Lena Andersson (Autorin)

Lena Andersson (geb. 1970) ist Journalistin und Autorin. Sie arbeitet als Literaturkritikerin für Svenska Dagbladet und ist Kolumnistin bei Dagens Nyheter, Schwedens größter Tageszeitung. Sie wuchs in einem Vorort von Stockholm auf, wechselte aber als Jugendliche nach Torsby, um ihrer Leidenschaft fürs Skifahren nachzugehen. Andersson fuhr jahrelang wettkampfmäßig Ski, lebt inzwischen aber wieder in Stockholm, wo sie sich einen Namen als streitbarste zeitgenössische Kritikerin des Landes gemacht hat. Für "Widerrechtliche Inbesitznahme" bekam sie den renommiertesten Literaturpreis Schwedens, den August-Preis, verliehen. Der Roman stand monatelang auf Platz eins der Bestsellerliste.


Gabriele Haefs (Übersetzerin)

Dr. Gabriele Haefs studierte in Bonn und Hamburg Sprachwissenschaft. Seit 25 Jahren übersetzt sie u.a. aus dem Dänischen, Englischen, Niederländischen und Walisischen. Sie wurde dafür u.a. mit dem Gustav- Heinemann-Friedenspreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, zuletzt 2008 mit dem Sonderpreis für ihr übersetzerisches Gesamtwerk. Sie hat u.a. Werke von Jostein Gaarder, Håkan Nesser und Anne Holt übersetzt. Zusammen mit Dagmar Mißfeldt und Christel Hildebrandt hat sie schon mehrere Anthologien skandinavischer Schriftsteller herausgegeben.

"Ein grandioses literarisches Lehrstück über Liebeskummer."

Westdeutsche Allgemeine Zeitung (26.06.2015)

"Die Schwedin Lena Andersson hat ein fantastisches Buch für Liebeskummeropfer geschrieben - Roman und Ratgeber zugleich."

Verena Lugert / NEON (13.04.2015)

"Für alle, die schon mal unglücklich verliebt waren."

myself (13.05.2015)

"Ein Roman über das Warten, das qualvolle, das einem die Haut abzieht."

annabelle (22.04.2015)

"Ein Roman über eine unglückliche Liebe, beklemmend aufrichtig und wie mit einem Skalpell geschrieben."

Dora Spindler / Lift Stuttgart (24.07.2015)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs
Originaltitel: Egenmägtikt förfarande

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 224 Seiten, 12,5 x 20,0 cm

ISBN: 978-3-630-87469-2

€ 18,99 [D] | € 19,60 [A] | CHF 25,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 27.04.2015

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Die Hoffnung ist grausam

Von: Jutta Ortlepp Datum: 27.04.2016

jaysbooksandplaces.blogspot.de/

Warum ruft er nicht an?
Äußerst plausible Gründe sind : Er muss so viel arbeiten, er hat die Telefonnummer verloren, er muss seinem kleinen Bruder bei den Hausaufgaben helfen, er will mich nicht mit Anrufen nerven, er muss erst noch nachdenken, sein Telefon ist kaputt ….
Dass er eine Beziehung nicht will, darauf kommt Lena Anderssons Protagonistin Ester Nilsson, Essayistin, nicht, denn was nicht sein darf, kann auch nicht sein. „Sie drehte und wendete alle Perspektiven, nur die nicht, dass sie keine Rechte hatte.“ Nach der widerrechtlichen Inbesitznahme des Auserkorenen findet sie doch immer wieder kleinste Hinweise, warum er eigentlich doch will, nur jetzt eben nicht kann. Sie muss ihm nur zur Seite stehen, ihm helfen sich zu ihr zu bekennen….. Dazu kommt noch ihr Freundinnenchor „er deutete, tröstete, linderte, ermahnte und zeigte neue Marschrichtungen auf ….. und eines Tages steht er vielleicht mit einem Blumenstrauß vor deiner Tür, man weiß ja nie.“ So gibt sich Ester weiter der Hoffnung hin … eines Tages , später, vielleicht …
Diese fatale Gedanken- und Verhaltenskette schildert die Autorin auf sehr hohem Niveau (intelligent, exzellent geschrieben, spannend, tragisch-komisch, dramatisch) und hat mich mit diesem Roman restlos begeistert.

Ein wunderbarer philosophischer Roman über das Unglück der Liebe

Von: Claudia Bett Datum: 25.03.2016

www.claudiabett.com

Für ihren Roman 'Egenmäktigt förfarande', der 2015 unter dem deutschen Titel 'Widerrechtliche Inbesitznahme' erschien, wurde die schwedische Schriftstellerin Lena Andersson 2013 mit dem renommierten August-Preis in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet. Zurecht, wie ich finde, denn sie hat einen ganz wunderbaren philosophischen Roman über die Liebe, bzw. das Leiden an unerwiderter Liebe geschrieben. Dabei ist die Geschichte nicht besonders originell, denn Romane über verschmähte Liebende gibt es viele; außergewöhnlich ist jedoch, wie präzise und analytisch die Autorin das Leiden an unerfüllten Sehnsüchten und die zerstörerische Kraft der Hoffnung, die Liebende überhaupt in solch emotionale Abhängigkeiten geraten lässt, beschreibt. Das Buch ist so voller kluger und wunderschöner Sätze, dass man sie am liebsten alle anstreichen möchte. Die Sprache ist lakonisch, schlicht und äußerst einfühlsam, zieht den Leser vollkommen in seinen Bann und macht Esters Verletzungen ebenso nachfühlbar wie ihre immer wieder aufkeimende Hoffnung.
Der recht ungewöhnlich Titel 'Widerrechtliche Inbesitznahme' bezieht sich gleichermaßen auf beide Hauptprotagonisten, denn nicht nur Hugo, sondern auch Ester werden widerrechtlich in Besitz genommen. Hugo, indem Ester unnachgiebig versucht, ihn für sich einzunehmen, und Ester, indem Hugo sie für seine Zwecke benutzt, sie zwar nicht liebt, aber auch nicht gehen lässt, weil er ihre Bewunderung braucht. Ester weiß:

"Hugo Rask schuldete ihr keine Liebe. Es gab kein Recht darauf, geliebt zu werden."

Ihrer Logik folgend hat sie aber zumindest das Recht auf eine Erklärung, um zu verstehen, was er empfindet.
Auch wenn sie weiß, dass Hugo nicht für sie verantwortlich ist, leitet Ester aus den intimen Gesprächen und sexuellen Annäherungen eine moralische Verpflichtung zur Erklärung ab. Ein klares Nein könnte sie akzeptieren, könnte ihr helfen, sich von ihm zu befreien, aber stattdessen verharrt Hugo in seiner Unverbindlichkeit und verweigert, in der Annahme, ihr nichts schuldig zu sein, jedes klärende Gespräch. Ihr Leiden ist nicht sein Problem – für ihn besteht kein Klärungsbedarf. Kommunikation über Gefühle sind ihm fremd, machen ihm Angst, weil sie Intimität schaffen und er Nähe nicht ertragen kann. Er folgt einem ganz anderen System – dem der Ignoranz und Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer.
Ester und Hugo leben in unterschiedlichen Welten, in denen vollkommen verschiedene Spielregeln gelten – Ester in einer Welt mit einem unbedingten Absolutheitsanspruch an die Liebe und Hugo in einer Welt, die jegliche verbindliche Form von Liebe und Nähe ausschließt. Dass dies fatal enden muss, ist nur logisch. Blind für die Gefühle und Bedürfnisse anderer, aber getrieben von dem unbedingten Wunsch nach Bewunderung, versteht es Hugo aber sehr geschickt, Esters Hoffnung wiederholt neue Nahrung zu geben. Man kann ihm nicht vorwerfen, dass er sie nicht liebt, offenbar überhaupt nicht zur Liebe fähig ist, aber man darf ihm vorwerfen, dass er ihr stets gerade so viel Aufmerksamkeit schenkt, wie notwendig ist, um ihre hingebungsvolle Liebe am Leben zu erhalten, statt aufrichtig und offen zu sein. Und so hofft Ester weiterhin, erniedrigt sich immer wieder, aber für sie ist es keine Erniedrigung, denn in ihrer Welt, in ihrem System, ist das Leiden an und das Kämpfen für die Liebe eine noble Sache. Sie glaubt, dass sie nur lange und intensiv genug leiden muss, um sich Hugos Liebe zu verdienen.
Als Leser ist man häufig versucht, in den Freundinnenchor einzustimmen, der unablässig versucht, sie zu Vernunft zu bringen, aber jeder, der schon in Esters Situation war, weiß, wie hilflos man der Liebe ausgeliefert sein kann und Liebe ein Phänomen ist, dem mit Rationalität und gutgemeinten Ratschlägen nicht beizukommen ist.
Der Roman 'Widerrechliche Inbesitznahme' ist eine präzise Analyse der Welt, in der unglücklich Verliebte leben und die einer eigenen Logik folgt. Gekonnt, erbarmungslos und völlig jenseits von Romantik und Kitsch seziert die Autorin die verborgenen Winkel menschlichen Fühlens und Liebens. Jeder, der schon verliebt war und das zweifelhafte Vergnügen hatte, dabei ausgerechnet an einen egozentrischen Narzissten wie Hugo geraten zu sein, wird sich in diesem Buch wiederfinden.
Ein wunderbarer und intelligenter Roman über das Unglück der Liebe, Selbstbetrug, Autonomieverlust und die zerstörerische Kraft der Hoffnung.

Diese Rezensionen beziehen sich auf “Gebundenes Buch”

Von: Isabell Dröse aus Münster Datum: 10.07.2015

Buchhandlung: Thalia Universitätsbuchhandlung GmbH

Ich habe es mit großer Begeisterung gelesen, in diesem Buch steckt einfach so viel... Wahrheit. So oft habe ich gedacht: "Ja, genauso war es auch bei mir" oder "Oh Gott, war das wirklich auch so bei mir?!", nach diesem Erlebnis hab ich den anderen Auszubildenden davon erzählt, das Buch macht seitdem bei uns die Runde, und jeder bringt irgendwie das gleiche Feedback zurück. "Es ist, als hätte mich und mein unglückliches Liebesleben von oben herab beobachtet und das in wunderbare Worte gefasst", hab ich zum Beispiel zu hören bekommen.

Wir sind alle wirklich sehr begeistert und finden es schade, das dieses Buch medial so wenig Aufmerksamkeit bekommen hat.

Also, um es nochmal zusammenzufassen: Wir sind alle hin und weg!

Verzweifelte Selbsttäuschung

Von: Anne Bublitz aus Bremen Datum: 19.03.2015

Buchhandlung: G.A.von Halem, Museumsshop

Wunderbar einfühlsam geschrieben, wie eine junge erfolgreiche Frau sich immer mehr in eine abhängige Beziehung verstrickt aus dem Wunsch heraus, geliebt und anerkannt zu werden.

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