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William Blake Dichter, Maler, Visionär

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-8135-0102-5

Erschienen: 06.03.2001
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Schon als Kind verfügte William Blake über das zweite Gesicht und setzte seine Visionen von den Engeln und Propheten in Bilder und Verse um. Williams Vater, ein Strumpfwarenhändler, erkannte früh, dass der Junge für einen Brotberuf untauglich war, und meldete den Zehnjährigen in der bedeutendsten Londoner Zeichenschule an. Mit der Aufnahme in die Royal Academy of Arts, zwölf Jahre später, schien für William Blake eine glänzende Laufbahn als Maler vorgezeichnet. Aber er überwarf sich mit dem Akademiepräsidenten und erfolgreichen Porträtmaler Sir Joshua Reynolds und wurde Kupferstecher, eine damals beinahe schon altmodische Profession.
Blakes Leben ist immer reich an Widersprüchen gewesen. Er setzte sich demonstrativ die rote Jakobinermütze auf, idealisierte aber als glühender Patriot Britanniens Vergangenheit. Er mied die Öffentlichkeit, ließ sich jedoch durch einen Soldaten in einen Skandalprozess verwickeln. Viele Zeitgenossen rühmten seine Sanftmut, aber wehe dem Widersacher, der seinen Zorn erregte. Er schrieb Hymnen auf die freie Liebe und brach in seinen Aquarellen und Zeichnungen erotische Tabus, lebte aber 45 Jahre lang treu an der Seite seiner Frau: Catherine Boucher.
Sie stammte aus einfachsten Verhältnissen, bildete sich nach der Heirat (1782) durch eigene Studien weiter und half Blake nicht zuletzt mit ihren technischen Fertigkeiten bei der Vollendung seiner bekanntesten Werke: die Lieder der Unschuld und Erfahrung (1789/94), die Ideenschrift „Die Hochzeit von Himmel und Hölle“ (1793), die Illustrationen zum Buch Hiob (1824) und zu Dantes „Divina Commedia“ (1826) und die späten Versepen wie „Milton“ (1809) und „Jerusalem“ (1804-20), in denen er hebräische, germanische und keltische Mythen zu einer neuen Kosmologie verschmolz.
Diese Werke, so unterschiedlich sie auch anmuten, zielen doch alle darauf ab, „die Pforten der Wahrnehmung zu reinigen“, damit der Mensch wieder das Unendliche zu schauen lernt. Blake, der sich als Medium eines poetischen Genius bezeichnete, sah im Künstler die eigentliche Verbindung zu Gott. Die Priester dagegen, Wächter einer pervertierten Religion, hinderten den Menschen mit ihrer Fixierung auf die zehn Gebote daran, seine Energie und seine Phantasien freizusetzen.
Als radikaler Künstler wurde Blake zum Ein-Mann-Unternehmer, der seine „illuminierten Bücher“ im Alleingang herstellte: Er schrieb die Verse, er entwarf die Bilder, er fertigte die Druckplatten nach einem von ihm selbst entwickelten Hochdruckverfahren (Reliefradierung) an und kolorierte, von seiner Frau unterstützt, die Drucke. Auf diese Weise entzog er sich allen kommerziellen Zwängen, verlor aber nach und nach sein Publikum.
Auch unter dürftigsten Lebensbedingungen fand er in seiner Kunst Erfüllung. „Wenn es je einen glücklichen Menschen unter den Intellektuellen gab“, so ein Zeitgenosse Blakes, „dann war es dieser Künstler.“ Noch auf dem Sterbebett arbeitete er an einer neuen Version seines berühmten Gemäldes: Und Gott erschuf die Welt. Mit den Worten: „Ich gehe in ein Land, das ich schon immer sehen wollte“, beschloss er ein Leben.
Peter Ackroyd stellt nicht nur Leben und Werk dieser oft verkannten Genies dar, sondern hebt auch die vielfältigen Inspirationen hervor, die er von deutschen Künstlern und Theoretikern empfing (Winckelmann, Lavater, Heinrich Füssli). Er würdigt Blakes Bedeutung für spätere Generationen und arbeitet anschaulich den zeitgeschichtlichen und politischen Hintergrund heraus, vor dem sich seine Werke erschließen: die konservative Politik eines William Pitt d. J., die Französische Revolution, die Napoleonischen Kriege.
Ackroyd erzählt so plastisch von Blakes prägenden Erlebnissen, dass wir uns als Leser in die Ateliers seiner Lehrherrn versetzt glauben, wo wir den Geruch von Nussöl, Decklack und Farbruss einatmen. Wir wähnen uns an der Seite des jungen Künstlers, der die schäbigen Viertel Londons durchstreift, in Westminster Abbey mittelalterliche Gräber nachzeichnet und den Geist der gotischen Kunst in sich aufnimmt. Diese mit dem Atem eines großen Romans geschriebene Biographie schließt eine Lücke auf dem deutschen Buchmarkt.

Ackroyd ist einer der ganz wenigen Schriftsteller seiner Generation, die man noch in hundert Jahren lesen wird.

Sunday Times

Peter Ackroyd (Autor)

Peter Ackroyd, geboren 1949 in London, wo er bis heute lebt. Er studierte Literaturwissenschaft in Yale und Cambridge und arbeitete viele Jahre für den "Spectator" und die "Times". Mit seinen Romanen, Theaterstücken und Biographien gehört er zu den wichtigsten britischen Gegenwartsautoren. Er erhielt unter anderem den Somerset Maugham Award und den Whitbread Award. Er gilt als brillanter Autor mit einem unverwechselbaren Stil. Zuletzt veröffentlichte der Knaus Verlag seine Biographie über Shakespeare.

Ackroyd ist einer der ganz wenigen Schriftsteller seiner Generation, die man noch in hundert Jahren lesen wird.

Sunday Times

Er ist einer der namhaftesten britischen Gegenwartsautoren: Peter Ackroyd schreibt mit visionärer Kraft und bricht mit den Konventionen biographischer Darstellung.

Neue Zürcher Zeitung

Eine brillante Einführung in Leben und Werk

The New York Times Book Review

Aus dem Englischen von Thomas Eichhorn
Originaltitel: Blake
Originalverlag: Sinclair-Stevenson, London 1995

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
1 farbiger Bildteil mit 24 Seiten, 2 s/w-Bildteile a 8 Seiten

ISBN: 978-3-8135-0102-5

€ 39,95 [D] | € 41,10 [A] | CHF 48,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Knaus

Erschienen: 06.03.2001

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„Wo will man aber die Weisheit finden?“ William Blake – Dichter, Maler, Visionär – Biographie Knaus Verlag.

Von: wortweg08 Datum: 26.10.2016

https://literaturoutdoors.wordpress.com

„Wo will man aber die Weisheit finden?“ William Blake – Dichter, Maler, Visionär – Biographie Knaus Verlag.

Ein erschöpft Schlafender. Zur Ruhe gelegt auf einen Stein am Weg seiner Flucht. Matt streckt er Hände und Beine von sich. Er ist von Nacht und Wüste umgeben. Einsam und verlassen. „Wo will ich aber Weisheit finden?“, fragt Hiob nun in der Unruhe der Gedanken. Doch dann hat er einen Traum. Stufen zum Himmel öffnen sich und im hellen Licht der Sterne wandeln Engel und Schönheit zwischen Himmel und Erde. Der Traum offenbart dem Rastlosen – Das Sein ist ein Werden in Hell und Dunkel. Wir sind auf dem Weg und doch immer schon angekommen. Geborgen in einer Vision des Lichtes, die uns leitet. Es gibt Türen zwischen dem Licht und dem Dunkel und wir wandeln stets hindurch in dieser Welt. Doch alles ist unendlich - infinite…
Es ist die Himmelsleiter des Jakob („Jakobs Traum“), die zu den eindrücklichsten und aussagekräftigsten Werken von William Blake zählt und seine künstlerischen Inspirationen konzentriert ausdrückt.

Der vielseitige britische Künstler, der von 1757 bis 1827 in London lebte und als Graveur, Illustrator und Drucker seinen Lebensunterhalt notdürftig verdiente, wurde erst im Nachleben als ästhetischer wie poetischer Visionär erkannt. Besonders auch in der modernen Rock- und Popmusik, die kalifornische Band „The DOORS“ benannte sich nach einem Zitat von William Blake, wurde die Spiritualität und auch Naturmystik von Blake geschätzt und wiederentdeckt. Der ästhetisch-mystische Weg Blakes, der auch stark von der jüdisch-christlichen Tradition beeinflusst war, zur friedlichen Entwicklung und Einheit von Selbst und Welt war jene Vision, die besonders auch die „Woodstock Generation“ inspirierte.

Der britische Autor und Biograph Peter Ackroyd legt mit seiner umfassenden Biographie über William Blake ein sehr anschaulich-erzählendes Werk vor, das einen stark dialogischen Charakter hat und den Leser gleichsam einlädt und herausfordernd über Selbst- und Weltbilder nachzudenken.

Die gebundene Buchausgabe selbst beeindruckt in ihren farbigen Illustrationen und dem bibliophilen Druck in schwarz-silber Tönen (silbernes Lesebändchen), die dem Künstler Blake sehr gerecht wird.

Peter Ackroyd, William Blake – Dichter/Maler/Visionär – Knaus Verlag 2001.

Walter Pobaschnig, Wien 10_2016

https://literaturoutdoors.wordpress.com https://literaturoutdoors.wordpress.com/Rezensionen

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