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verknackt-vergittert-vergessen Ein Gefängnispfarrer erzählt

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-579-07058-2

Erschienen: 26.10.2015
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Berufung: »Himmelskomiker« – ein Gefängnispfarrer erzählt

Ein Gefängnispfarrer ist Seelsorger, Sexualtherapeut und Weihnachtsmann in einer Person, manchmal auch Vater und immer Zuhörer: für viele Häftlinge der einzige Mensch, mit dem sie über ihre Sorgen und Nöte sprechen können. Rainer Dabrowski erzählt von Menschen und Tragödien, die ihm in über 20 Jahren als »Himmelskomiker« begegnet sind. Er hat gelernt, die Knastsprache zu verstehen und zu akzeptieren. Gelungen ist ihm mit diesem Buch ein schnörkelloses Bild heutigen Strafvollzugs jenseits aller Klischees und Vorurteile.

  • Geschichten und Tragödien aus dem Knast: JVA Berlin-Tegel, eine der größten deutschen Justizvollzugsanstalten für Männer

  • Einblicke in einen ungewöhnlichen Beruf und in den heutigen Strafvollzug

Rainer Dabrowski (Autor)

Rainer Dabrowski, geboren 1953 in Berlin, evangelischer Pfarrer, zunächst in Glienicke am Scharmützelsee, dann in Berlin. Von 1990 bis 2014 war er Gefängnispfarrer in Deutschlands größtem geschlossenen Männervollzug in Berlin-Tegel, zusätzlich seit 2007 Landespfarrer für Seelsorge in Justizvollzugsanstalten für den Bereich der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Dabrowski lebt mit seiner Frau in Berlin.

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-579-07058-2

€ 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 24,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Gütersloher Verlagshaus

Erschienen: 26.10.2015

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Außergewöhnlicher Mensch an einem außergewöhnlichen Ort

Von: Ferdinand S. aus Berlin Datum: 14.02.2016

'Ein Gefängnispfarrer erzählt' – dieser Untertitel weckt Interesse, und der Umschlagstext verspricht außergewöhnliche Einblicke in eine Welt, die ein unbescholtener Bürger in der Regel nie betreten wird.
Rainer Dabrowski hat 23 Jahre lang als evangelischer Pfarrer in Deutschlands größtem Männergefängnis, der Justizvollzugsanstalt Tegel, Seelsorge betrieben. Tagein, tagaus. Sein Arbeitsplatz, eine Welt voller verurteilter Straftäter und deren Bewacher – verknackt, vergittert, vergessen – und er mittendrin.

Rainer Dabrowski erzählt sehr offen und allgemeinverständlich aus seinem Knastalltag, dem Alltag der Inhaftierten und seiner Arbeit. In einem sehr flotten und leichten Erzählstil offenbart er, spannend und authentisch, wie er (vor dem Hintergrund seiner Ausbürgerung aus der DDR) Gefängnispfarrer wurde und wie sie sich seine Arbeit mit den Inhaftierten und Bediensteten gestaltete, und was ihm alles wiederfuhr – bis zum bitteren Ende.
Schonungslos gegenüber allem – den dort vorherrschenden Zuständen, gegenüber seiner Kirche, seinem Glauben und sich selbst. Teilweise wirklich heikle Themen. Er trägt interessantes Insiderwissen aus dieser ummauerten Welt heraus ans Licht der Öffentlichkeit. Das Buch ist ein Ausschnitt aus einer Lebensgeschichte eines außergewöhnlichen Mannes an besonderem Ort, und Dabrowski erlaubt darin Einblicke in sein eigenes Denken und Empfinden. So dicht heran an die Gedanken eines Pfarrers kommt man gewöhnlich nicht, und genau das macht das Buch und den Menschen interessant. Die Anekdoten über die unzähligen Inhaftierten, die er über die vielen Jahre betreute, sprudeln nur so aus ihm heraus; ein Erzählstil, dessen sich auch seine Protagonisten, die Inhaftierten, bei ihren Gesprächen mit ihm wohl allzu gern bedienten. Diese Anekdoten und Knacki-Beschreibungen ziehen sich durch das ganze Buch – bilden den roten Faden, an dem er seine eigene Gedanken und Empfindungen anheftet bis – bis es ihn selbst aus der Bahn wirft.

Resümee: Seine Berufung war, Menschen zu helfen, von Mensch zu Mensch. Menschen helfen, das konnte er; aber er konnte nichts ändern – nicht die ihm anvertrauten Inhaftierten, nicht das System. Er hörte sich die Schicksale der Gefangenen an, bekam schlimmste Straftaten erzählt, musste in menschliche Abgründe blicken, hilflos den Sinn und Unsinn des Wegsperrens erleben, den Sinn seines eigenen Wirkens hinterfragen, bis all diese Eindrücke und Erzählungen seinen Geist selbst in Haft nahmen.
Und das alles findet man in seinem Buch wieder - unterhaltsam, kurzweilig, lesenswert!

Regt zum Nachdenken an!

Von: Melissa R. Datum: 12.02.2016

mellis-produkttests.blogspot.de/

„Ein paar falsche Gene, schlechte Erziehung, wenig Liebe und kaum Geborgenheit, und schon wird man kriminell … Nein, ich widerspreche, das stimmt so nicht! …“ - Rainer Dabrowski

Seit einiger Zeit bieten viele Doku-Soaps, Serien und Dokumentationen einen Einblick in den Gefängnisalltag. Das Interesse am Leben von Inhaftierten spiegelt sich auch in der steigenden Anzahl an Büchern wieder, die sich diesem Thema widmen. Die Besonderheiten und wichtigsten Inhalte, die „Verknackt-vergittert-vergessen“ auszeichnen, werde ich bei meiner Rezension kurz und zusammenfassend beleuchten.

Das schöne an gerade diesem Buch – gegenüber den zahlreichen anderen – ist, dass sich der Autor, ein Gefängnispfarrer in Berlin Tegel, hauptsächlich über die emotionale Belastung der Gefangenen berichtet, aber auch über ihre Sehnsüchte und Zukunftswünsche. Dadurch gestaltet sich das Lesen als eine gelungene Abwechslung aus lustigen Anekdoten und mitreißenden Schicksalen. Dabrowski schildert Geschichten, die er selbst hautnah erlebt hat und verleiht damit seinem Buch eine ganz persönliche und menschliche Note.

Die Einteilung des Buches in kurze Kapitel ist gut strukturiert und ansprechend gestaltet. Mithilfe des Inhaltsverzeichnisses findet man sich ohne Probleme zurecht und gewinnt sofort einen Überblick über den inhaltlichen Verlauf des Buches.

Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm zu lesen, und unterstützt den persönlichen Charakter des Buches. Der Eindruck, dass es sich bei Herrn Dabrowski um einen sehr belesenen und sympatischen Mann handelt, bestätigt sich im Verlaufe des Lesens immer mehr.
Trotz seiner Arbeit als Pfarrer, wird das Thema Religion nicht zu stark betont, ihr wird eher eine beiläufige Rolle zuteil, was mich positiv überrascht hat.

Das einzige, was mich davon abhält 5 Sterne zu vergeben, ist, dass mir ein bisschen wissenschaftliche Grundlage zur Seelsorge bzw. zur psychologischen Betreuung der Häftlinge fehlt. Ich weiß nicht, inwiefern man bei den Gesprächen von einer wissenschaftlichen Basis ausgehen kann, aber das wäre nur das Tüpfelchen auf dem "i". Interessante Lektüre für Zwischendurch!

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