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Buchstabenzauber von Christoph Biemann und Thomas Montasser

Interview mit Christoph Biemann und Thomas Montasser

In Ihrem Buch „Buchstabenzauber“ geht es darum Kinder für Bücher zu begeistern und ihren Spaß am Lesen zu wecken. Warum sollte man damit so früh wie möglich beginnen?

Christoph Biemann: Wenn Kinder wachsen, wächst auch ihr Gehirn. Neuronen verschalten sich, Bilder und Wörter werden verbunden. Wenn das potentielle Netz im Gehirn nicht aktiviert wird, verkümmert es. Das Anschauen von Bilderbüchern und Vorlesen ist das beste Mittel dagegen.

Thomas Montasser: Ganz abgesehen davon, macht Lesen – und auch Vorlesen – so viel Spaß, dass man gar nicht früh genug damit anfangen kann! Mehr Lesezeit ist ein Mehr an guter Unterhaltung und Erkenntnis.


Welches war das erste Buch, das Sie als Kind begeistert hat?

Christoph Biemann: Das war „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch. Weniger wegen der frechen Jungs eher wegen der lustigen Reime.

Thomas Montasser: Die mochte ich auch, obwohl ich das Ende furchtbar gruselig fand. Mein erstes Buch war „Pinocchio“ – und ich habe es vom ersten Moment an geliebt, auch weil es so wunderschön gestaltet war.

Was genau passiert in unseren Köpfen, wenn wir Lesen?

Christoph Biemann: Im Grunde entwickeln wir beim Lesenlernen Teile unseres Seh- und unseres Sprachzentrums um, damit wir auch Buchstaben erkennen können. Anders als für Sprache oder räumliche Orientierung gibt es im Gehirn kein eigenes Areal mit einer Art „Lesezentrum“. Vermutlich ist das Lesen in unserer Evolution einfach nicht berücksichtigt, weil es noch so neu ist. Schrift gibt es ja erst seit etwa 4.500 Jahren. Umso größer ist die Leistung, die jeder einzelne Mensch individuell erbringt, wenn er Lesen lernt.
Thomas Montasser: Das Tolle ist: Wir entwickeln unsere Lesekompetenz auch nach dem Lesenlernen immer noch weiter. Wer also mehr liest, trainiert sein Gehirn, so wie jemand seine Muskeln im Fitnessstudio trainiert. Darauf dürfen wir durchaus stolz sein.


Woher weiß ich, welche Bücher gerade jetzt für mein Kind interessant oder auch hilfreich sein könnten?

Christoph Biemann: Am deutlichsten merkt man das beim Vorlesen. Meist merkt man es selber, wenn der Text zu verschwurbelt, altmodisch oder aus der Zeit gefallen ist. Dann entschuldigt man sich bei seinem Kind und sucht etwas Besseres.


Thomas Montasser: Fragen Sie nicht „Wie findest du das Buch?“, sondern sprechen Sie mit Ihrem Kind über den Inhalt, über die Heldin, den Bösewicht, die Geschichte … Erstens lernt ihr Kind dadurch, wie man sich mit einer Geschichte auseinandersetzt, zweitens erfahren Sie mehr darüber, wie Ihr Kind denkt – und vielleicht auch, wer Ihr Kind ist.

Christoph Biemann: Ein gemeinsamer Besuch in einer Buchhandlung oder einer Bibliothek lohnt sich außerdem immer und wird sicher dazu führen, eine packende Lektüre zu finden.

Buchstabenzauber

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