Celebrate Diversity, Fight for Equality: Buchempfehlungen aus der be.queer-Community

»Celebrate Diversity, Fight for Equality« ist das Motto des Christopher Street Days in München. An jenem Tag – der den Höhepunkt der »Pride«-Woche darstellt - werden die Vorkämpfer*innen aus dem Jahr 1969 geehrt, die sich gegen die willkürlichen Polizeirazzien einsetzten, die regelmäßig im Stonewall Inn in der Nähe der Christopher Street in New York durchgeführt wurden. Für die LGBT-Community stellte dieser Widerstand den Nährboden für eine offene Befreiungsbewegung dar. Deswegen gelten die Stonewall-Unruhen als Wendepunkt im Kampf der Community für Gleichbehandlung und Anerkennung – und werden in Form von »Pride«-Veranstaltungen, wie dem CSD, gefeiert.

Beim diesjährigen Christopher Street Day wird auch die be.queer-Community der Verlagsgruppe Random House vor Ort vertreten sein. »be.queer«“ ist ein bereichsübergreifendes Mitarbeiternetzwerk des Bertelsmann Konzerns, das sich für ein offenes und kreatives Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden einsetzt, unabhängig von ihrer (sexuellen) Identität oder Orientierung.

Aber was heißt überhaupt »queer«? Der Begriff stammt aus dem Englischen und steht für jegliche sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten, die sich gegen Normen und ausgrenzende (binäre) Systeme stellen.

be.queer hat sich Folge dessen zur Aufgabe gemacht, die Vielfalt von lesbischen, schwulen, bi-, trans-, intersexuellen und queeren (LGBTIQ)-Mitarbeitenden zu fördern und sichtbar zu machen. Dazu gehört auch, intern aber auch extern, Dialoge zum Thema LGBTIQ anzustoßen. Ein Mittel, solche Dialoge anzustoßen, ist natürlich die Literatur.

Deswegen haben wir Mitglieder der be.queer-Community nach ihren Buchempfehlungen gefragt. Herausgekommen ist ein bunter Mix an Queerer Literatur. Vom Liebesroman bis zur Biographie – die Empfehlungen unserer Mitarbeiter zeigen, wie sehr Literatur von Diversität profitieren kann.

»Mami, warum sind hier nur Männer?« von Volker Surmann

Verkehrte Welt im Gay-Resort auf Sardinien: Hotelier Helmer Klotz, selbst schwul, verachtet seine homosexuelle Klientel aus tiefstem Herzen. Dann gewährt er in einer Notsituation Ilka, einer frisch verlassenen Mutter mit ihren zwei Kindern, Unterkunft. Damit treffen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein können. Denn auf eine Konfrontation mit so viel Heterosexualität sind Helmers Hotelgäste nicht vorbereitet, die aufgeweckte Kleinfamilie stiftet ordentlich Unruhe und Chaos. Und doch sind es am Ende ausgerechnet die von der Liebe enttäuschte Heterofrau und ihre Kinder, die dem bärbeißigen Hotelchef vor Augen führen, dass es unter Homosexuellen durchaus auch liebenswerte Exemplare gibt.

Leseempfehlung von Barbara:
»Mit viel Witz erzählt der schwule „Multifunktionssatiriker“ Volker Surmann von der überraschenden Annäherung zweier sehr unterschiedlicher Welten.«

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»Wem erzähle ich das?« von Ali Smith

Wenn Ali Smith die Regeln des Erzählens erklärt, entfalten sich Geschichten. Ihre Vorlesungen über Literatur sind eine Liebesgeschichte, wie sie noch keiner je gehört hat – eine Geschichte zweier Liebender ebenso wie die Geschichte der Liebe des Menschen zur Kunst und was sie für unser aller Leben bedeutet.

Leseempfehlung von Susanne:
»Die Ich-Erzählerin trauert um ihre verstorbene Lebensgefährtin und es fühlt sich an, als säße man beim intimen Gespräch zweier Frauen über alles, was wichtig ist, dabei. Ein sehr bewegendes Buch, das einen verändert.«

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»Der erste Stein« von Krzysztof Charamsa

»Wenn jemand homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, über ihn zu richten?« Diese Worte von Papst Franziskus ließen die Welt aufhorchen und viele homosexuelle Priester Hoffnung schöpfen. Doch ein grundlegender Wandel der katholischen Kirche steht weiterhin aus. Umso mehr Wirbel verursachte das Coming-out des hochrangigen Geistlichen Krzysztof Charamsa im Jahr 2015. In »Der erste Stein«, das mit Erscheinen die Bestsellerliste eroberte, berichtet er von seiner Karriere, gibt erschreckende Einblicke in den Alltag der kirchlichen Ausbildung und beschreibt die Absurdität von Doktrinen und Vorschriften wie dem Zölibat.

Leseempfehlung von Lars:
»Charamsa gibt einen tiefen und beeindruckenden Einblick hinter die Mauern des Vatikans und rechnet in seinem Buch mit Doppelmoral der katholischen Kirche ab.«

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»Die Prinzen (1-3)« von C. S. Pacat

Eigentlich ist der Kriegerprinz Damen der rechtmäßige Erbe von Akielos, doch dann gerät er in Gefangenschaft und wird in die Sklaverei verkauft – ausgerechnet an Laurent, den Kronprinzen des verfeindeten Königreiches Vere. Laurent ist eitel, arrogant und grausam, und er steht für alles, was Damen hasst. Doch noch während er Fluchtpläne schmiedet, lernt Damen Laurent besser kennen, und schon bald weiß er nicht mehr, was wichtiger für ihn ist: seinen eigenen Thron zurückzugewinnen oder Laurents scheinbar so eiskaltes Herz zu erobern ...

Leseempfehlung von Elly:
»Epische Fantasy, unvergessliche Charaktere, Intrigen und überraschende Wendungen – und mittendrin zwei Prinzen, die zueinanderfinden müssen: Mehr epische Lovestory geht nicht!«

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»Ich liebe Dich – und dich« von Luisa Valentin

Melanie liebt Jonas, er ist DER Traummann für sie. Eines Tages begegnet ihr beim Joggen Tom, der nach einer durchzechten Nacht zwar etwas indisponiert ist, ihr aber trotzdem einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Und auch Tom kann die schöne Fremde nicht vergessen. Als sie sich zufällig wieder treffen, sprühen die Funken. Aber da ist ja auch noch Jonas … Und der will Melanie um keinen Preis verlieren. Deswegen schlägt er ein gewagtes Liebesspiel vor, an dem sich alle Drei die Finger verbrennen könnten …

Leseempfehlung von Johannes:
»Eine Liebesgeschichte, die über die üblichen Konventionen hinausgeht. Kann man mehr als nur einen Menschen – und ein Geschlecht – lieben?«

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»Zwei Papas und ein Baby« von Tobias Rebisch

Nach ihrer Heirat beschließen Tobias Rebisch und sein Mann, ihr Glück perfekt zu machen: Sie wollen ein Kind adoptieren. Doch der Adoptionsprozess ist langwierig und nervenaufreibend, die Bürokratie und das lange Warten sind eine Belastungsprobe für die Beziehung. Als sie schon fast aufgeben wollen, geschieht das Wunder: Das Jugendamt meldet sich, schon am nächsten Tag sind sie Eltern eines neugeborenen Jungen, der ihr Leben durcheinanderwirbelt.

Tobias Rebisch beschreibt offen und ehrlich, wie es ist, von heute auf morgen Eltern zu sein, und berichtet vom Leben als schwules Paar mit Kind. Er erzählt von Müttern, die Männern grundsätzlich die Eignung zur Kindererziehung absprechen, und davon, was ihm durch den Kopf geht, als sein Sohn eines Tages nach der Krippe verkündet, er wolle seinen Kita-Freund Stefan heiraten . . .

Leseempfehlung von Lars:
»Der Autor erzählt in mitfühlender Art und Weise vom Wunsch Papa zu werden, den er und sein Mann beide gleichermaßen haben. Beim Lesen leidet man mit mit den Höhen und Tiefen des Männer-Paares und teilt letztendlich das unendlich schöne Gefühl, wenn der Wunsch endlich in Erfüllung geht.«

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»Fünf Tage in Paris« von Tatiana de Rosnay

Paris ist von sintflutartigem Regen heimgesucht, als sich die Familie Malegarde dort anlässlich einer Feier trifft. Tochter Tilia reist aus London an, wo sie als Künstlerin lebt, und Sohn Linden, ein Fotograf, kommt aus Los Angeles dazu. Schon bei der Ankunft bemerken Tilia und Linden, dass Paul, der Vater, ein stets agiler Baumschützer, kraftlos wirkt. Auch Lauren, die Mutter, ist angeschlagen. Die Seine droht über die Ufer zu treten, sodass die vier das Hotelzimmer fast nicht verlassen können. Die apokalyptischen Wetterverhältnisse spiegeln, was auf der Familie lastet. Vieles wurde in den Jahren von einem Mantel des Schweigens umhüllt. Die Ereignisse spitzen sich zu, als Paul im Restaurant zusammenbricht und ins Koma fällt. Linden hält am Krankenbett Wache - und fasst endlich den Mut, sich seinem Vater gegenüber zu outen. Doch auch Paul hat ein erschütterndes Geheimnis, das der Schlüssel zu seiner Liebe zu den Bäumen, allen voran den Linden ist ...

Leseempfehlung von Christian:
»Beim Familientreffen will Linden endlich mit seinem Vater reden: Für ein Coming out ist es nie zu spät – oder doch? Fünf Tage in Paris ist ein hochemotionales Familienfresko, atmosphärisch dicht, spannend und berührend.«

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