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Charlotte Nicole Davis über ihr Fantasydebüt »Wild Flowers – Die Gesetzlose«

»Wild Flower« verbindet feministische Fantasy und Diversität in einem umwerfenden Fantasyabenteuer

Welche Ausbildung haben Sie absolviert? Was haben Sie studiert? Üben Sie neben dem Schreiben noch einen Beruf aus?
Ich habe einen Master in Kreativem Schreiben für Kinder von der New School in New York.

Bitte erzählen Sie uns ein bisschen über sich selbst – Ihre Hobbys, wie Ihr Leben momentan aussieht, was Sie zu erreichen hoffen.
Ich mache gern Witze darüber, dass ich in Wahrheit ein verkleideter vierzehnjähriger Junge bin. Ich liebe Zeichentrickfilme, Videospiele, Comic-Filme und Kampfsportarten.

Warum haben Sie angefangen zu schreiben?
Ich schreibe schon, seit ich denken kann. Als kleines Kind heftete ich Schmierzettel aneinander und erstellte meine eigenen Bilderbücher mit Illustrationen und einfachen Geschichten. Schreiben war schon immer ein Teil von mir.

Bitte beschreiben Sie Ihr aktuelles Buch in wenigen Sätzen.
Im Land Arketta werden sie die »Good Luck Girls« genannt, doch sie wissen, dass sie nicht gerade Glück hatten. Als Kinder wurden sie an ein »Welcome House« verkauft und mit verfluchten Zeichen gebrandmarkt. Sie sind in einem Leben gefangen, das sie nie für sich gewählt hätten.
Als Clementine versehentlich einen Mann tötet, treten die Mädchen eine gefährliche Flucht und eine erschütternde Reise an – auf der Suche nach Freiheit, Gerechtigkeit und Rache in einem Land, das ihnen nichts davon zugestehen will. Sie werden von Arkettas bösartigsten und mächtigsten Kräften verfolgt – menschlichen und unmenschlichen – und ihre einzige Hoffnung liegt in einer Gutenachtgeschichte, die von einem »Good Luck Girl« zum nächsten weitergegeben wird – eine Geschichte, an die nur die Jüngsten oder Verzweifelten glauben.
Sie werden mehr als Glück brauchen, um zu überleben.

Welche Szene war am schwierigsten zu schreiben?
Es gibt einen Banküberfall, für den ich Monate brauchte, um ihn zu Ende zu führen. Es war wirklich schwierig, für diese Szene ein Gleichgewicht zwischen Angst und Spaß zu finden, und es war ein kleiner Albtraum, die Logistik dahinter herauszufinden. Zum Glück hatte ich jede Menge Hilfe von Kritiker*innen und Redakteur*innen und bin jetzt sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Haben Sie eine Lieblingsszene?
Die Bankszene ist wahrscheinlich aus den oben genannten Gründen mein Favorit. Sie war schwierig zu schreiben, aber für mich fühlt sie sich jetzt wie das Herzstück des Romans an.

Haben Sie einen Lieblingscharakter?
Mallow ist die Figur, mit der ich am besten befreundet wäre, wenn es sie geben würde, aber Violet hat mir am meisten Spaß gemacht, schon allein, weil wir sehr unterschiedlich sind.

Gibt es Orte in dem Roman, zu denen Sie einen besonderen Bezug haben?
Der Großteil meiner Familie lebt in Kalifornien, weshalb habe ich schon oft dort zu Besuch war. Der »Grind« ist sehr von dieser hybriden Berg-Wüstenlandschaft inspiriert ebenso wie die überaus markanten, roten Felsformationen, die man auf der Fahrt nach Westen sieht.

Welche Recherchen haben Sie für Ihr aktuelles Buch angestellt?
Ich habe viel recherchiert, um die Welt von Arketta besser aufbauen zu können, und habe einige der hilfreichsten Quellen in den Danksagungen im hinteren Teil des Buches erwähnt. Dabei habe ich versucht, mich auf Bücher über Geschlecht, Ethnie und Kapitalismus im Amerika des 19. Jahrhunderts zu konzentrieren.

Ein Gruß an Ihre Leser*innen:
Liebe Leser*innen,
obwohl ich in einem Teil des Landes aufwuchs, das früher der Wilder Westen war, habe ich mich als Kind nie sonderlich für Westernfilme interessiert. Die Helden dieser Geschichten – die John Waynes und Matt Dillons – sahen nie aus wie ich, ein queeres schwarzes Mädchen. Doch in Wahrheit war der Wilde Westen viel queerer, brauner und weiblicher als in den meisten Westernfilmen zugeben wird.
Daher war es mir ein Anliegen, in »Wild Flower« ein Genre zurückzuholen, das viele von uns aus unserer eigenen Geschichte herausgeschrieben hat. Es gibt nur wenige kulturelle Grundpfeiler, die so durch und durch amerikanisch sind wie der Wilde Westen, und es ist kein Zufall, dass darin eine bestimmte Art von Held dargestellt wird und alle anderen ausgeschlossen werden. Menschen wie Aster, Clementine und ihre Freunde werden eher als die Bösen dargestellt. Sie sind die gefallenen Frauen, die politischen Dissidenten und die Gesetzlosen auf der Straße – und vielleicht waren sie die ganze Zeit über die wahren Held*innen.
»Wild Flower« hat auch viele Fantasy-Elemente, die sich beim Schreiben für mich jedoch nicht irreal angefühlt haben. Dies ist eine Welt, in der die Toten aufgrund des erlittenen Unrechts aufschreien und die Lebenden lernen, sie zu ignorieren; eine Welt, in der die weniger Mächtigen ihre Seelen verkaufen können, um einen Vorteil gegenüber denjenigen zu erlangen, die gar keine haben; eine Welt, in der die Menschen als anders gebrandmarkt werden und in der es sie schmerzt, zu verbergen, wer sie sind. Die Welcome Houses selbst waren in der echten Welt sehr leicht vorstellbar. Schließlich ist Amerika ein Land, in dem sexuelle Sklaverei einst in die Wirtschaft integriert wurde und völlig legal war, solange die Frauen schwarz und die Männer weiß waren.
Aufgrund dieser letzten Verbindung hat »Wild Flower« besonders in mir nachgeklungen – einer jungen schwarzen Frau, die von Frauen abstammt, die das Undenkbare überlebt haben. Ich wollte nicht unbedingt eine Geschichte über Rassismus erzählen – davon gibt es in der realen Welt schon genug. Aber eine Geschichte über ein schwarzes Mädchen und ihre Schwester auf der Suche nach Freiheit? Junge Frauen aller Couleur, die sich in Schwierigkeiten der guten Art bringen? Benachteiligte, die sich gegen die Reichen und Mächtigen auflehnen und sich zurückholen, was ihnen gehört? Das klang in meinen Ohren genau richtig.

Charlotte Nicole Davis

Wild Flower - Die Gesetzlose

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